Schweißen mit Fülldraht

geschrieben von Michael Klette 
 
Schweißen mit Fülldraht
24. Juni 2005 08:07
Ich möchte mir für kleinere Schweißarbeiten ein "kleines" Schweißgerät zulegen.Hat da eventuell von Euch jemand Erfahrung mit den Geräten,die ohne Gasflasche mit Fülldraht funktionieren.Welche Geräte sind günstig und gut?
Gruß Michael
Re: Schweißen mit Fülldraht
24. Juni 2005 14:55
Hallo Michael,

also mit Fülldraht schweißen an einer DS halte ich für schwierig. Ich habe mal versucht dünne Bleche sauber zu schweißen. Bin bald verrückt geworden. Aber vielleicht lag es auch am Gerät selbst??? Ich habe ein etwas besseres Schutzgasschweißgerät. Selbst das hat Probleme mit 0,5er Draht. Also für dünnes Blech braucht man hochwertige Schweißgeräte. Billige Baumarktgeräte lassen keine schöne Schweißnaht zu.

Grüße Götz
Re: Schweißen mit Fülldraht
24. Juni 2005 15:28
Oder meinst Du etwa mit "Fülldrahtschweißen ohne Gasflasche" das unter Elektroschweißen mit Schweißtrafo und Elektrode bekannte Verfahren?
Da ist die Einschluß-verhindernde Gasschicht im verdampfenden Elektrodenmantel enthalten. Dabei würde ich aber mit viel Verzug rechnen...

Rein von der Leistung sind die Baumarktgeräte ab 120A für Dünnbleche sicher ausreichend - die Mechanik ist aber oft so filigran, dass der Schweißdraht sich mehr wutzelt (österr. für Knödel bildend, in diesem Fall vor der Schweißdrahthülle, sodaß der Drahtfluß unterbrochen ist) als in die Schweißnaht fließt. Da bist Du dann dauernd am Fehlerbeheben. Weiters sind die Trafos oft auf Dauerbelastung nicht ausgelegt.

Elegant ist natürlich eine Schweißpunktzange, aber wer kann schon damit umgehen, wer kann sie sich leisten und wer kann schon an einer fertigen Karosse die originale Fügefolge einhalten, damit die zu reparierenden Bleche der Zange nicht im Weg sind...

Gruß Georg
Re: Schweißen mit Fülldraht
24. Juni 2005 15:37
Ja,ich meinte das Gerät ohne Gasflasche.Gebt mir doch mal eine Empfehlung.Ich hab von den Geräten wirklich keine Ahnung.Hab das letzte mal vor gut 20 Jahren geschweißt und da ging es mir unter Anleitung leicht von der Hand.Also,ich suche das ideale Gerät für den Laien in Profiqualität.Vielleicht leiht man sich so ein Gerät ja auch beim Werkzeugverleih.Nur,was erzähl ich denen?Ein wenig Wissen wäre da schon hilfreich.
Gruß Michael
Re: Schweißen mit Fülldraht
24. Juni 2005 22:21
Zum Schweißen gehört nicht nur das richtige Gerät (unbedingt Schutzgas!!!) sondern auch Erfahrung, deshalb mache ich solche Sachen nicht selbst sondern übergebe sie einem Könner mit Erfahrung. Die Vorarbeiten kann man ja selbst ausführen.
Re: Schweißen mit Fülldraht
25. Juni 2005 00:39
Hannes,
vielen Dank für deinen tollen Beitrag!
Re: Schweißen mit Fülldraht
25. Juni 2005 07:03
Hallo Michael,
wenn Du nicht regelmäßig selbst schweißen willst, halte ich die Idee mit dem Werkzeugverleih für eine gute. Je besser das Gerät ist, desto leichter wird dir das Schweißen fallen. Ekundige dich mal nach einem Schutzgasgerät. Dort empfiehlt man dier auch die Drahtstärke und hat das richtige Gas.
Dann besorgst Du dir auf dem Schrott einen kaputten Kotflügel oder Ähnliches und übst erst einmal. Es ist gar nicht so schwer. Auch im Markt oder der Praxis (eher letztere) gab es Artikel zu dem Thema.
Mein Erstlingswerkwerk vor über 20 Jahren war aus zwei Isetten eine zu machen: In der Mitte quer durchgetrennt wurde ein Unfallheck abgeschnitten und ein noch gutes angeschweißt: immer Punkt an Punkte von der Mitte aus und später die Zwischenräume durch Punkte verschlosen. Das Ergebnis war einwandfrei - wenn es den Fachmann vielleicht auch graust. Aber von Theorie hatte ich damals wenig ahnung. Und die Isetta läuft heute noch.
Also frisch ans Werk!
Beste Grüße
Martin
Re: Schweißen mit Fülldraht
25. Juni 2005 09:02
Hallo Michael,
wenn Du dir ein Schweißgerät zulegen möchtest, kann ich dir nur ein Schutzgasgerät Mig/Mag oder Wig (Wig sehr teuer) empfehlen. Bei der Anschaffung habe ich auch lange überlegt welches Gerät für meine Belange das Richtige ist. Das Schweißen mit Trafo und Elektrode ist auch bei Dünnblech möglich, erfordert aber viel Übung und ist an tragenden Teilen vom TÜV nicht zulässig. Der Einschluss von Schlacke ist auch nicht immer zu vermeiden z.b. bei Steig- oder Fallnähten. Bei einem Schutzgasgerät gibt es keine Schlacke. Die Schweißnähte und Punkte können in allen Lagen gesetzt werden. OK

Ich habe vor 15 Jahren ein Mig/Mag Gerät aus dem unteren Drittel der Profigeräte gekauft und sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Ersatzteile sind Standart und sind immer verfügbar, was bei einem Baumarktteil meist schwierig ist. Beim Kauf solltest Du auch eine Gasflasche mit erweben. Dann brauchst Du nur noch die Füllung zu bezahlen. Ich habe mich für ein 200 Ampere Gerät mit Drehstromanschluß entschieden. Mit diesem Teil kann man ca. 5mm Eisen schweißen, denn man braucht z.b. auch einen "Galgen" um den Motor aus zu bauen, oder sollte doch mal eine neue Gartentür anstehen?

Also, welches Gerät das Beste ist, kannst Du nur selber entscheiden.

Was noch wichtig ist, wie sieht Deine Stromversorgung aus, hast Du einen Drehstromanschluss oder nur eine Steckdose, hat die Zuleitung die richtige Dimensionierung, welche Sicherung schützt die Leitung?...

Noch ein wichtiger Tipp: Schütze deine Haut und Augen vor den Wirkungen des Lichtbogens, besonders Arme und Gesicht.

Viel Spaß und Erfolg beim üben

Frank Hoffmann
Re: Schweißen mit Fülldraht
25. Juni 2005 16:22
Nicht sofort seingeschnappt sein, Michael, sollte keine Provokation gewesen sein sondern Überlegungsansatz. Ich mache vieles selbst, aber das Schweißen lasse ich, denn an tragenden Teilen möchte ich mir sicher sein, dass der Schweißpunkt wirklich so stark ist wie er aussieht. Beim Raupenschweißen ist die Qualität noch schwerer zu beurteilen.
Auf der DS-CDRom gibt es einen Artikel, wo überhaupt geraten wird, wo es erlaubt ist, einfach zu nieten (Gesipa -Stahlnieten). Der Vorteil: Niettechnik wird auch im Flugzeugbau verwendet - "Blindgänger" fallen sofort auf, der Nachteil ist eher optischer Natur.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 25.06.05 16:29.
In diesem Forum dürfen leider nur registrierte Teilnehmer schreiben.

Klicken Sie hier, um sich einzuloggen


Copyright © DS Club Deutschland e.V. 2020