pat.bisch hat geschrieben:
Hallo DS / ID Kenner
Bei meiner 59er ID19 möchte ich eine 1.2.3. Ignition einbauen !
Der eingebaute - originale Zündverteiler hat eine Unterdruckverstellung.
Ich habe aber noch einen neuwertigen 123 Verteiler für Traction/ID/DS ohne Unterdruckverstellung am Lager - was meint Ihr ?
soll ich diesen benutzen ? oder soll ich einen neuen mit Verstellung bestellen ?
- wie wirkt sich diese Verstellung auf das Fahrverhalten aus ?
Danke für Eure Inputs
Grüsse aus der Schweiz - Patrick
Ich habe mich während meiner ID/DS-Vergangenheit sehr ausführlich mit den Zündanlagen beschäftigt. Um das Ergebnis gleich vorwegzunehmen: Die theoretischen Vorteile einer z.B. 123 verlieren sich im praktischen Alltag.
Der Zündzeitpunkt richtet sich i.d.R. nach dem Abstand der Kolbenoberseite zum OT. Über viele Übertragungs- und Koppelelemente gelangt dieser Zeitpunkt letztendlich zum Auslösekontakt (Trigger) der Zündanlage/Zündverteiler. Bei einem Motor mit ein paar 100.000 km Laufleistung, hat sich da ein erhebliches Spiel der Einzelkomponenten-Kette addiert. Darauf hat die Elektronik im ZV kaum einen Einfluss. Die Ungenauigkeit bleibt.
Da diese Oldtimerfahrzeuge mit rel. niedrigen Motordrehzahlen betrieben werden, ist die Beeinträchtigung (Verkürzung) der Ladezeit (Schließwinkel) durch das Kontaktprellen, ohne weitere Relevanz. Einfache Elektronikschaltungen nutzen da einen Eingang mit einer Hysteresis (Scmitt-Trigger).
Ich persönlich würde den originalen ZV mit Rotgussgleitlagern neu ausbuchsen und dabei möglichst lange Lager einpressen. Das hat eine gewisse Dämpfung auf das "Übertragungsgeklapper" der einzelnen Antriebs- und Koppelbaugruppen in der Antriebskette zum Zündverteiler.
Ein extrem robuster Motor, aber mit einer rustikalen Konstruktion aus den 50er Jahren und einem Spritverbrauch, der vergleichsweise fast das dreifache an Treibstoff verbrutzelt, sind elektronisches Feintuning und Unterdruckverstellungen eher wirkungslos.
J.m.2.C.
huf