ich habe mir noch nie Gedanken darüber gemacht, aber die Gedanken von Karl sind durchaus nachvollziehbar.
Vielleicht darf ich meine Gedanken dazu formulieren:
Die übertragene Wärmemenge ist:
Q(Punkt auf dem Q) = A*delta theta* alpha, wobei:
- A die Fläche einer Kühlerreihe ist,
- delta theta die Temperaturdifferenz zwischen der Cu/ Al- Oberfläche und der Kühlluft
- und Alpha der Wärmeübergangskoeffizient zwischen der Luft und der betreffenden Kühlerreihe ist, der (in erster Näherung) nur von der Gasgeschwindigkeit abhängt.
Selbstverständlich muss bei in Reihe geschalteten Kühlerreihen die Rechnung für jede Kühlerreihe mit den jeweils unterschiedlichen Luftvolumenströmen und Lufttemperaturen separat durchgeführt werden.
Ob der Kühler aus Cu oder Al besteht, ist bei der extrem geringen Wandstärke der Lamellen völlig unerheblich.
Grundsätzlich haben saugende Ventis einen schlechteren Wirkungsgrad als drückende, u.a. deshalb sind ja auch die nachgerüsteten Ventis immer vor dem Kühler angeordnet.
Wenn wir nun annähmen, dass die Gasmenge / Gasgeschwindigkeit nun durch den sehr hohen Widerstand der vierreihigen Kühler (und die dafür zu geringe Förderleistung des alten Ventis) halbiert werden würde, würde die übertragende Wärmemenge in erster Näherung auch halbiert werden (das wird natürlich durch die höhere Lufttemperatur beim Verlassen der letzten Kühlerreihe etwas kompensiert), aber die Lufttemperaturerhöhung (durch den vierreihigen Kühler) ist nach oben natürlich (auf bestenfalls vielleicht 100°C) begrenzt und deshalb wird einem der vierreihige Kühler nicht viel nützen. Es hilft also nur mehr Luft.
Will sagen: der Gedanke von Karl ist nicht abwegig.
Was würde ich jetzt machen:
Den alten Venti abbauen, stattdessen einen leistungsfähigen Elektrolüfter (VOR !!!) dem (vierreihigen) Kühler nachrüsten und den manuell schalten. Natürlich würde ich das nicht in Kombination mit der schlappsten Gleichstromlichtmaschine machen
Ich würde jetzt das Verschwinden aller Temperaturprobleme und gleichzeitig einen signifikanten (sagen wir: 5 bis 7 %) geringeren Kraftstoffverbrauch (insbesondere im Winter !) erwarten. Wenn man Lust hat, kann man ja den alten Ventiflügel mit (sagen wir) um 15 % gekürzten Flügeln zumindest im Sommer versuchsweise mal wieder einbauen: dann muss man zumindest nicht stotisch immerzu auf den Thermostaten anstatt auf die Strasse schauen, aber das kostet Sprit.
Meine Erfahrung mit meinem DX 5 ist: das Herausfinden der Schaltpunkte (Temperaturfühler) für den E- Filter ist eine Sache, mit der man viel rum fummeln kann. Handschaltung desselben ist dann eine gute Idee.
In Summe bedeutet das:
Ich meine:
vorausgesetzt man hat einen (blitzsauberen !!) 2- reihigen Kühler, dann wäre es definitiv einen Versuch wert, erst mal auf einen leistungsfähigen (handgeschalteten ?) Elektrolüfter (und gleichzeitig kompletten Entfall des alten Lüfters) zu setzen. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist man die thermischen Probleme aufgrund der signifikant größeren Luftmenge dann schon nachhaltig los bei definitiv geringerem Kraftstoffverbrauch und entsprechend größerer Motorleistung.
Ach, noch was: Ich beschäftige mich gerade intensiv mit der theoretischen Ermittlung der Wärmeübertragung in Dampflokomotivkesseln. Was da auffällt: rechnerisch ergibt sich ein geradezu unfassbarer durch Kesselstein (Calciumcarbonat) verursachter Einfluss auf die Wärmemengenübertragung selbst bei dünnsten (!!) Kesselsteinschichten. Da kann man die Lamellen auch gleich aus PVC anstatt aus Al machen
Viele Grüße
Sebastian