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Re: Ventil

Verfasst: Do 21. Jan 2016, 14:17
von hgk
Pit hat geschrieben: Hallo,
... Heute nuss alles perfekt sein!
Mich interessiert immer noch ob sich die Ventile normalerweise drehen oder nicht und warum sie das tun oder nicht. Weiß da jemand was genaueres?
Grüße,
pit
Perfekt ist auch, wenn alles gute gebrauchte Teile sind, so mach ich das ja auch. Die nehme ich sogar viel lieber, weil die Kinderkrankheiten schon durch sind ...

zum Drehen:

Bleiben wir bei dem Gebirge. Die Kipphebel sollen leicht versetzt zum Ventil liegen, dann soll es durch die asymetrische Aushublage einen Drehimpulse geben. Mit der Nockenwelle und den Stößelbechern ist das genauso, da kann man den Versatz der Nocken zu den Bechern auch deutlich sehen.

Ob das tatsächlich passiert ist, kann man eigentlich nur am verschlissenen Motor feststellen. Einige sind augenscheinlich eingelaufen, die haben sich dann wohl nicht gedreht, sondern ständig auf dieselbe Stelle geschlagen. Und diese Gefahr sähe ich auch, wenn beide Flächen nicht möglichst gleichmäßig sind.

Ob die, die in Ordnung sind, das nur deshalb sind, weil sie sich gedreht oder auch nur gelegentlich gedreht haben, kann man wohl nur spekulieren ...
Den gläseren Ventildeckel hab ich leider auch nicht.

MsG
Hans

Bild

Re: Ventil

Verfasst: Do 21. Jan 2016, 16:21
von Pit
Hallo Hans,
bei der Nockenwelle und den Stößelbechern verstehe ich das. Aber der Kipphebel allein würde ja auch wieder zurückdrehen. Interessant ist auch, dass es Ventilkeile gibt, die sich berühren, so dass etwas Spiel zwischen den Keilen und dem Ventil bleibt. Dann kann sich das Ventil ohne den Federteller drehen. Bei anderen Keilen werden diese fest gegen den Ventilschaft gepresst und zwischn den Keilen bleibt ein Spalt. Auf dem Foto sieht das eher eng aus.
Manche behaupten auch, dass die Feder für das Drehen zuständig ist.
Grüße,
pit

Re: Ventil

Verfasst: Fr 22. Jan 2016, 19:22
von Jürgen
Hallo Pit,

ich kenne nur Konstruktionen, bei denen die Ventilkeile das Ventil im Federteller fest klemmen, so haben die Ventilkeile eine deutlich größere Auflagefläche zur Kraftübertragung.
Zum gezielten Ventildrehen gibt es bei manchen Motoren spezielle Elemente zwischen der Feder und der Federauflage oben oder unten. Bei den ID/DS ist sowas nicht vorgesehen, in der Regel drehen sie sich auch so. Auf dem folgenden Bild ist es erkennbar:
[attachment 10128 DSC02453b.jpg]
Dieses Einlassventil ist das schlechteste, das ich habe. Man sieht auch deutliche Pittings in der Auflagefläche des Kipphebels.
Zur Reparatur kann diese Fläche abgeschliffen werden, bis sie wieder glatt ist:
[attachment 10129 DSC02459b.jpg]
Bei diesem Ventil habe ich das Schleifen noch geübt, ich hätte noch etwas mehr wegnehmen sollen.
So sieht diese Fläche eines bearbeiteten Ventils nach etwa 40000km Laufleistung aus:
[attachment 10130 DSC00501b.jpg]
Leider ist dieses Bild an der beschriebenen Stelle zu hell, ich beschreibe das Bild.
Auf etwa dem halben Durchmesser ist die Fläche durch den Kipphebel "poliert", der runde Abdruck "beweist", dass sich das Ventil dreht.
Die "Heimwerkerbearbeitung" des Ventils hat also funktioniert.

Re: Ventil

Verfasst: Fr 22. Jan 2016, 20:31
von Pit
Hallo Jürgen,
danke. Spricht der "Graben" auf dem ersten Bild nicht eher dafür, dass sich dieses Ventil nicht gedreht hat? Weißt du, woher das Drehen kommt?
Grüße,
pit

Re: Ventil

Verfasst: So 24. Jan 2016, 12:37
von Cardano
Ein anständiger Fachmann hätte beim bearbeiten der Ventile das schaftende geplant. Gehört sich auch so. Sonst ist es halt so eine 08/15 überholung.
Ich weiss, du kannst nichts dafür. Fachmann!? Na ja.

Re: Ventil

Verfasst: So 24. Jan 2016, 19:26
von Pit
Hallo Cardano,
weiß du wie das mit der Härtung und dem Abschleifen ist? Wie weit geht die Härtung? Bei Jürgen hat es ja funktioniert, aber ist das immer so? Lohnt sich das Abschleifen, wenn ein Ventil beim Franzosen 12,90€ kostet?
Grüße,
pit

Re: Ventil

Verfasst: So 31. Jan 2016, 09:47
von Jürgen
Hallo Pit,

ja, das hätte ich ausführlicher beschreiben sollen.
Das 1. Ventil hat sich anfänglich gedreht, man sieht die ringförmigen "polierten" Verschleißspuren, irgendwann hat bei diesem Ventil das Drehen offensichtlich aufgehört, dann entstand der "Graben", dieses Ventil ist das schlechteste, das ich in diversen Motoren vorgefunden habe, in der Regel gibt es nur die ringförmigen blanken Verschleißspuren.
Wenn man eine Schraubenfeder spannt oder entspannt, entsteht ein geringes Drehmoment un die Längsachse der Feder, dieses Moment kann größer als die Reibung an den Federauflagen oder zwischen Ventil und Federteller sein, als Ergebnis dreht sich das Ventil etwas.

Re: Ventil

Verfasst: So 31. Jan 2016, 09:55
von Carsten_SM
Ich dachte immer, das das Drehen durch den leicht ! außermittigen Ablauf der Nocken bewirkt würde ?

Fakt ist, dass im Jaguar XK- Motor (6 Zyls, 1948 bis 1992) sich die Ventile nicht drehen. Die Schäfte schleifen schön oval aus...

Carsten

Re: Ventil

Verfasst: So 31. Jan 2016, 10:47
von Jürgen
Hallo Carsten,

ein leicht außermittiger Nocken dreht den Stößel.
Bei direkt darunter befindlichem Ventil eventuell auch dieses.
Wenn dann Stoßstange und Kipphebel kommen, hat der Nocken keinen Einfluß auf die Ventildrehung.

Re: Ventil

Verfasst: So 31. Jan 2016, 12:32
von Carsten_SM
Stimmt, DS= Kipphebelsteuerung.

Sorry, ich war da gedanklich tief in SM und XK, zumal der XK hier bei mir im Zimmer liegt, ich baue grade ... Ventile ein...

Carsten