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Re: hintere Stossstange

Verfasst: Sa 31. Dez 2016, 12:28
von Hans-Uwe Fischer
sebastianklaus hat geschrieben: Hallo Hans,
es gibt technisch gar keinen Grund, Feingewinde zu verwenden. Das führt doch nur dazu, dass man die Muttern nie mehr ab bekommt. Es wird ja im Radkasten alles mit Dreck und Feuchtigkeit zugeschmissen. Das rostet auch unweigerlich.
Wenn Du -wie ich- auf eine Paarung "Rostfrei- Messing" in Verbindung mit dem vergleichsweise groben Regelgewinde M20 gehst, dann hast Du Ruhe, das Abfallen der Mutter kannst Du durch Kontern mit einer 2. Mutter verhindern und die Einzelteile bekommst Du für ein paar Euro beim Schraubengroßhändler in Deiner Nähe oder über Internetschraubengroßhändler.
Auf Jint´s Idee, die Stoßstange gar nicht mittels Muttern zu fixieren, wäre ich von allein nie gekommen und würde das auch nie so machen.
Viele Grüße
Sebastian
... doch. Es gibt viele gute Gründe. So kann z. B. eine Feingewindemutter praktisch eine Stopmutter ersetzen*. Oder ein dünnwandiges Rohr** zwingt sogar zu einem Feingewinde. Usw..

HUF

*) Siehe verchromte Schaube zum Befestigen der hinteren Kotflügel.
**) Gewichtsersparnis.

Re: hintere Stossstange

Verfasst: Sa 31. Dez 2016, 12:43
von Hans-Uwe Fischer
ERGÄNZUNG.

Wenn ein Feingewinde z.B. mit Kupferpaste eingestrichen wird, bleibt die Mutter an ihrer gewünschten Position. Gleichzeitig können Dreck usw. der restlichen Gewindeoberfläche nix anhaben.

Ideal für die DS-Hinterradkotflügelschrauben. Und wer diese Schrauben dann nur von Hand festzieht, hat auch Jahre lang Freude an den empfindlichen hellgrauen Unterlegscheiben.

HUF

PS: Seilfett von Molykote eignet sich auch zum Sichern und schützen von Feingewinden.

Re: hintere Stossstange

Verfasst: Sa 31. Dez 2016, 13:42
von maldini
Hallo Kollegen,

danke für die erhellenden Details -

[attachment 10915 aufnahmehinten.jpg]
ich denke es ist tatsächlich offensichtlich - das solche Änderungen gerne vorgenommem wurden. Ich hoffe die Gewindestange ist eingeschweisst und nicht eingelötet - Lot löst sich im Essigbad sicher auf...

Das hinten offene Rohr des Träger (Rohrgewinde) würde ich in jedem Fall auch mit einer kleinen Menge Fett von innen schützen. Bei dem Träger mit dem DIN-Gewinde ist das offene Ende zugeschweisst - hier werde ich ein kleines Loch bohren um fett einzufüllen.
Die Rohre rosten von innen ordentlich - auch wenn die Materialstärke üppig ist.

Frage an Dich Sebastian aus welchem Grund kombinierst Du Dein Edelstahlgewinde mit einer Messing/Bronzemutter? Kauft Du Dir damit nicht unnötige Kontaktkorrosion ein? Wäre eine Mutter aus Edelstahl nicht sinnvoller?
Aussehen tuts jedefalls gut! ;-))

Zum Thema Kontaktkorrosion - Korrosion insgesamt. Im professionellen Schiffsbau sind Kombinationen von z.B. Aluminium und Edelstahl nicht immer zu vermeiden.
In diesem Fall wird als Trennmittel Tef-Gel von tikal eingesetzt.

Ich werde es an den Stosstangen die einige Materialkombis aufweisen probieren.


Grüße
karl

Re: hintere Stossstange

Verfasst: Sa 31. Dez 2016, 19:51
von sebastianklaus
Hallo Karl,
zum einen zeigt Dein Photo eine Kombination einer M16- Gewindestange mit dem Hohlprofil der Original-Stoßstange.
Vorteil: Man kann die Gewindestange "einfach so" im Baumarkt kaufen und ohne Abdrehen einschweißen.
Nachteil (und zwar der entscheidende): Die Stoßstange hängt hinterher garantiert schief in der Halterung, weil das M16- Gewinde einfach zu dünn ist.

Es hilft also alles nichts:
man muss ein Rundeisen Durchmesser 20 abdrehen, so dass es in die Öffnung des Hohlprofils passt, sonst geht es nicht, jedenfalls nicht, ohne dass man hinterher Gefahr läuft, dass die Stoßstange massiv schief hängt.
Ich wollte das Theater mit Kupferpaste oder Fett an dieser Stelle nicht: Feingewinde gehört einfach nicht an so eine Verbindung an so einer Stelle. Meine ich jedenfalls (als Konstruktionsingenieur).

Ich habe bewusst die Kombination V4A- Messing gewählt, weil die artgleiche Kombiantion V4A- V4A zum Fressen neigt. Das ist Dir doch garantiert schon mal mit "Rostfrei- Baumarktschrauben" passiert. (Stimmt´s ?). Und wenn Dir die M20- Mutter frisst, dann kannst du sie nur noch durch Abtrennen entfernen.

Thema: Kontaktkorrosion: ja, das stimmt, ich müsste jetzt mal schauen, was "elektronegativer" ist: Messing oder V4A. Im Maschinenbau ist diese Kombiantion jedoch üblich, ich habe noch nie von Problemen gehört.
Kombination Alu- V4A geht natürlich gar nicht, weil Alu so enorm tief in der Spannungsreihe steht. Die Fregattenbauer nutzen ja sprengplattierte Verbundkörper "Stahl- Alu". Damit fangen wir aber bei der DS nicht auch noch an, oder ?

Diese von mir gewählte Lösung ist für mich jedenfalls die mit Abstand robusteste und betriebssicherste Lösung, selbst nach Ewigkeiten ohne Fett (ich bin gar nicht auf die Idee gekommen, die Verbindung einzufetten: sie lässt sich garantiert jederzeit problemlos lösen) ist das Lösen garantiert kein Problem.
Und wem es nicht passt, der kann ja weiterhin mit den 1,0- Rohrgewindemuttern herum operieren. Viel Spass dabei !

Viele Grüße
Sebastian

Re: hintere Stossstange

Verfasst: Sa 31. Dez 2016, 21:01
von Robert
Liebe Gemeinde,

die Lösung von Sebastian ist sicher die beste. Das originale Feingewinde hat wohl den Sinn, dass die Mutter sich nicht von selbst lösen soll. Kontermutter war wohl seinerzeit noch nicht Stand der Technik ;-) Aus Denkfaulheit oder unbewusstem Originalitätsstreben (das mir erst in letzter Zeit hin und wieder in den Sinn kommt) habe ich bei der Reparatur meiner "Geweihe" ein Rohr in Originaldimension gewählt und Feingewinde draufgeschnitten. Damit es nicht rostet, Sanders-Fett eingebracht und vorne einen Kunststoffstopfen aus dem technischen Gummibedarf draufgemacht, um Spritzwasser abzuhalten. Gibt es genau passend. Letztere Massnahmen möchte ich auch all jenen anraten, die das Glück haben, bisher noch intakte "Geweihe" spazierenzufahren. So, jetzt aber ab zum feiern!

Gruss
Robert

Re: hintere Stossstange

Verfasst: So 1. Jan 2017, 11:31
von Thomas Held
Hallo,

meines Erachtens dient die ganze Konstruktion der Stossstangen-Geweihhalterung am Fahrzeug der Justierbarkeit der hinteren Stossstange. Nachdem die Rohre der Geweihe durch die Gummiaufnahmen geschoben sind kommen ja eine Metallscheibe und eine Gummischeibe(!) zum Einsatz. In Verbindung mit dem Feingewinde ist durch die progressive Quetschung der Gummischeibe und der Gummidurchfuehrung so eine fein dosierbare Neigungseinstellung der Stossstangen zum Fahrzeug hin moeglich.
Die Rohre gehoeren natuerlich komplett Sanders-Fett-gefuellt und - wie Robert schon sagte - mit Kunststoffpfropfen verschlossen. Nach Montage und Feineinstellung wird das ganze dann dick mit dem Pinsel in Sanders-Fett gehuellt.
Gruss,

Tom

Re: hintere Stossstange

Verfasst: Mo 2. Jan 2017, 11:55
von maldini
hallo Kollegen,

nachdem ich heute noch mal mit den Muttern gespielt habe -
eines der Probleme mit dem Fein/Rohrgewinde könnte sein, dass man nicht so ohne weiteres einen 26er Schlüssel rumliegen hat (ich habe keinen) und das man sich beim ansetzen das Gewinde sehr schnell vernudelt -
wenn ich mir dann noch vorstelle, dass da wohl häufiger mit einer Zange hantiert wird ...

;-)

Grüße!
Karl

Re: hintere Stossstange

Verfasst: Mo 2. Jan 2017, 12:16
von Thomas Held
[quote=maldini]
hallo Kollegen,

nachdem ich heute noch mal mit den Muttern gespielt habe -
eines der Probleme mit dem Fein/Rohrgewinde könnte sein, dass man nicht so ohne weiteres einen 26er Schlüssel rumliegen hat (ich habe keinen) [/quote]

Hallo Karl,

eine 26er-Nuss braucht man schon zum Loesen und Anziehen der Kugelbolzen-Verschraubungen an der Radnabe! ;-)
Mit der Nuss an einer 1/2"-Knarre geht die erwaehnte Neigungs-Feineinstellung dann relativ bequem.
Gruss,

Tom

Re: hintere Stossstange

Verfasst: Mo 2. Jan 2017, 12:34
von Hans-Uwe Fischer
[quote=maldini]
hallo Kollegen,

nachdem ich heute noch mal mit den Muttern gespielt habe -
eines der Probleme mit dem Fein/Rohrgewinde könnte sein, dass man nicht so ohne weiteres einen 26er Schlüssel rumliegen hat (ich habe keinen) und das man sich beim ansetzen das Gewinde sehr schnell vernudelt -
wenn ich mir dann noch vorstelle, dass da wohl häufiger mit einer Zange hantiert wird ...

;-)

Grüße!
Karl[/quote]

Das mag wohl so sein. Aber solche Stümper haben an einer ID/DS, bzw. an Oldtimern, nix zu suchen.

HUF

PS: Erst wenn man sich sicher sein kann, die damaligen Konstruktionsgedanken der Erbauer richtig und umfassend verstanden zu haben, kann man an Verbesserungen denken... Vieles, was hier im Forum an Schweiss- und sontigen Verstümmlungsarbeiten zum Besten gegeben wird, wüde die damaligen Citroën-Ingenieure in ihren Gräbern zu Körperkrümmungen zwingen.

Re: hintere Stossstange

Verfasst: Mo 2. Jan 2017, 13:03
von hgk
Moin,

meine Mutter hat SW 30, ist sowohl als Nuß oder Gabelschlüssel in jedem gängigen Set, Knipex Zangenschlüssel geht auch super ...