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Re: .. noch gut 30 Jahre!
Verfasst: Do 20. Mai 2021, 01:59
von DerPaster
nö, Realist (, also ein Optimist mit mehr Erfahrung

)
Durchdenken wir das doch mal faktenbasiert:
- Menschen müssen von a nach b. Das ist allzuoft sehr individuell, was Timing und Anzahl betrifft
- Dazu Ressourcen zu vernichten, die sowohl begrenzt, als auch in ihrer Vernichtung der aktuellen Gesamtmenschheitssituation abträglich sind, macht schlicht keinen Sinn
- trotzdem kann es - in geringem Umfang - der Gesamtsituation der Menschheit durchaus zuträglich sein, aus kulturellen wie nachhaltigkeitbetreffenden Gründen, bestimmte Relikte dieser Ressourcenvernichtung zu erhalten
Soll heißen: Einem 2018er 400PS SUV weint zu Recht 2050 niemand 'ne Träne nach. Unsere Mesdames werden dann immer noch steuerbegünstigte Lächeln auf die Gesichter zaubern (, auch wenn wir dann unseren Sprit 10l-kanisterweise im Internet bestellen müssen).
Re: .. noch gut 30 Jahre!
Verfasst: Do 20. Mai 2021, 10:32
von hgk
DerPaster hat geschrieben:
Soll heißen: Einem 2018er 400PS SUV weint zu Recht 2050 niemand 'ne Träne nach. Unsere Mesdames werden dann immer noch steuerbegünstigte Lächeln auf die Gesichter zaubern (, auch wenn wir dann unseren Sprit 10l-kanisterweise im Internet bestellen müssen).
Optimist, das bezweifle ich, der ist dann auch schon Youngtimer!
Den wird die Generation restaurieren, die heute damit in den Kiga geschaukelt wird.
Und das dann vorsintflutliche D-Modell aus dem letzten Jahrhundert wird das sein, was heute die Vorkriegsautos (2WK) sind, ungeliebt, zumindest außerhalb der Topklasse.
Aber es kommt doch alles anders: In Global 2000 (1970er) war für 2000 der Ölmangel prognostiziert:
- nicht eingetroffen
1990 sind wie verrückt Kats in DSen nachgerüstet worden, wegen Fahrverbot 2000
- nicht eingetroffen
es kommt wahrscheinlich völlig anders, als wir uns alle vorstellen können.
Re: .. noch gut 30 Jahre!
Verfasst: Fr 21. Mai 2021, 13:50
von Gerhard Trosien
Der Neuwagen von heute wird mit den Technologien, die Fachleuten außerhalb der Autoindustrie zur Verfügung stehen, wahrscheinlich nie zum Oldtimer reifen. Dafür gibt es viel zu viele Fallstricke, die von den Ingenieuren zum Teil in eben dieser Absicht eingebaut sind, und seien es "nur" die Kabelstecker in den Kabelbäumen, die nur 3-4-mal Auseinanderziehen und Zusammenstecken aushalten und dann vom Bordcomputer, der nach vielleicht 30 Jahren wegen Chipzerfall die Flügel streckt, als "defekt" angesehen wird, worauf der auf "Notbetrieb" schaltet. Bleibt, wenn man in 30 Jahren kein Benzin für 15€/l (nach heutiger Kaufkraft, also 15.000€/l) kaufen will: Umrüstung der Göttin zum e-Auto. Und dann? Womit tanken? Mit dem bisschen Strom, dass für wenige Viertelstunden pro Tag zur Verfügung steht? Weil die bisher nachfrageorientierte Stromversorgung zu einer "angebotsorientierten" (Originalzitat einer "Grünen" im Bundestag!) umgebaut ist, wo es eben nur dann Strom gibt, wenn die Windräder sich zufällig optimal drehen und/oder die Sonne scheint, weil die "böse" Industrie aus reiner Böswilligkeit den Bau von Speichern boykottiert. Und wovon dann den knappen Strom bezahlen? Ohne Arbeitsplätze, deren Besitzer eben wegen dieser "angebotsorientierten" Stromversorgung das Weite gesucht haben oder einfach pleite sind? Und woher "Hartz IV" ohne Steuerzahler?
Wenn nicht ein Wunder geschieht, und die sind bekanntlich seit 2.000 Jahren eher selten, werden in absehbarer Zeit diejenigen "reich" sein, die sich auf den Anbau von Kartoffeln verstehen und den Platz dafür zur Verfügung haben.
Und das alles wegen einer Chimäre, einer nur ausgedachten Katastrophe, die "menschengemachter Klimawandel" genannt wird...
Re: .. noch gut 30 Jahre!
Verfasst: Fr 21. Mai 2021, 15:44
von maldini
nur mal schnell so gesagt.
Das ist Gerhards Meinung - sollte man respektieren (auch wenn es nicht die eigene und meine ist)
Ich stimme Dir im übrigen bei den ersten beiden Sätzen voll und ganz zu Gerhard!
.. als Naturwissenschaftler dem letzten ehr nicht -
Grüße!
und bleibt freundlich!
Karl
Re: .. noch gut 30 Jahre!
Verfasst: Fr 21. Mai 2021, 17:04
von ideefix
Sobald ich ein E-Auto habe, wird das Dach unseres Hauses mit Photovoltaik zugepflastert.
Die Dezentralisierung der Stromversorgung, gekoppelt mit modernen Batterien (ohne die Lithiumproblematik) wird in nicht allzu ferner Zukunft langsam ein realistisches Szenario.
Für mich ist der E-Antrieb in nahezu allen relevanten Aspekten dem Verbrennermotor überlegen.
Und das gilt für mich unabhängig vom Klimawandel ...

Der E-Motor wird sich deshalb durchsetzen, der Versuch, die Klimwandelproblematik zu minimieren, beschleunigt diesen Wandel nur.
Der technologische Fortschritt ist letztlich der Antrieb dieser Entwicklung.
Die Kids, die in zwanzig Jahren geboren werden, werden sich wahrscheinlich über die lauten, stinkenden, ineffizienten Dreckschleudern wundern, die wir hegen und pflegen ...

Re: .. noch gut 30 Jahre!
Verfasst: Fr 21. Mai 2021, 17:54
von DerPaster
Gerhard Trosien hat geschrieben: Und das alles wegen einer Chimäre, einer nur ausgedachten Katastrophe, die "menschengemachter Klimawandel" genannt wird...
Schade, der Post begann eigentlich recht vernünftig...
JFK soll gesagt haben (selbst wenn's nicht von ihm stammt, wäre das ein sehr weiser Spruch!):
"Das Recht auf freie Meinungsäußerung beruht auf der Pflicht, sich vorher über die entsprechenden Fakten zu informieren und sich sn diese zu halten."
Das ist eine sehr vernünftige Diskussionsgrundlage! Mit Leuten zu diskutieren, die das anders sehen, ist verschwendete Zeit.
Re: .. noch gut 30 Jahre!
Verfasst: Fr 21. Mai 2021, 21:04
von Boßhammer
Eine Meinung? Karl, ich beneide Dich für Deine Toleranz, mir fehlt sie bei solchen Beiträgen.
Re: .. noch gut 30 Jahre!
Verfasst: Fr 21. Mai 2021, 22:13
von aquablader
ist der E-Antrieb in nahezu allen relevanten Aspekten dem Verbrennermotor überlegen
Der Antrieb ist es zweifelsfrei.
Aber die Erzeugung des Stroms, sein Transport und die Speicherung für diesen Antrieb sind und bleiben der große Pferdefuß.
Und so lange die technische Weiterentwicklung weiterhin ideologisch gesteuert wird, werden wir ihn nicht abstreifen können.
Meine Gedanken zu unserer Mobilität: ich muß noch ca. 15 Jahre meine Familie mit der Reparatur von Kraftfahrzeugen ernähren. Das Gebäude dazu würde ich bei der jetzigen Entwicklung der politischen Landschaft nicht kaufen. Ich rechne mit einschneidenden Veränderungen, die eine ganze Reihe von Menschen aus meinem Berufszweig arbeitslos machen wird.
Vielleicht fang ich dann an einem der vielen neuen Flughäfen in China an. Die suchen ja wohl noch Leute...
VG Ingo
Re: .. noch gut 30 Jahre!
Verfasst: Sa 29. Mai 2021, 08:44
von Joe
Mich würde die Gesamtebergiebilanz von Kuba bezüglich Kfz-Konsum interessieren... Wenn so eine Studie Folgen hätte, dann würde am Ende das KFZ-Handwerk gefördert und die Kfz-Industrie verboten... Einfach der Umwelt zu Liebe!

Re: .. noch gut 30 Jahre!
Verfasst: So 30. Mai 2021, 02:24
von GerhardT
@Gerhard Trosien
Das Problem mit der Autoelektronik sehe ich eigentlich nicht so kritisch, wenn aus den Schlachtern nur genügend Boardcomputer und Steuergeräte ausgebaut und aufgehoben werden. Die vielen Steuergeräte aus meinen XMs sind wahrscheinlich das einzige, was mir von meinen Autos übrig bleiben wird... es fehlen eher brauchbare rostfreie XMs, wo sich ein Einbau noch lohnen würde.
Was bei Elektronik tatsächlich kaputt wird, das sind eher die Elkos, die man aber relativ leicht tauschen kann. Bei den Mikroprozessoren ist es wohl eher nicht so kritisch wie allgemein befürchtet, eventuell könnte vielleicht die Elektromigration ein Thema sein. Ein durchschnittliches Auto kommt aber eigentlich nicht wirklich auf gigantisch viele Betriebsstunden wie etwa Steuerungen von Industrieanlagen, die für jahrelangen 24/7 Dauerbetrieb ausgelegt sind.
Vielfachstecker können tatsächlich ein Problem sein, wenn etwa schlechter Kunststoff verwendet worden ist. Das ist schon übel, wenn man nach dem Abstecken anstelle eines Steckers nur mehr einen "Kabel-Blumenstrauß" mit Plastikbrösel und Grünspan in der Hand hält. In der Beziehung habe ich in meinen Schlachtern schon beides gesehen, Stecker die nach 30 Jahren noch wie neu waren, aber auch sehr bröseliges Zeug. Meistens waren die Stecker aber gar nicht mal so schlecht. Ich glaube übrigens noch immer nicht, dass die Ingenieure das mit Absicht schlecht machen, bin ja selber einer. Fehler passieren aber, oder der Chef sagt "zu teuer, machs billiger" und dann gehts leider auf die Lebensdauer. Deswegen liebe ich die Automatisierungsbranche, weil sich da der Ingenieur noch austoben darf weil sich die Chefs zu sehr vor der vertraglichen Strafzahlung fürchten, falls die Steuerelektronik doch mal ausfallen sollte. Bleifreies Zinn geht übrigens wegen der höheren Verabreitungstemperatur ebenfalls auf die Lebensdauer der Bauteile, interessiert den Gesetzgeber aber nicht, Hauptsache die ohnehin vollautomatische Bestückungs- und Lötanlage atmet kein Blei ein.
Ansonst stimme ich Dir zu, bin da selber eher pessimistisch bzgl Zukunft und gar nicht mal so besonders neugierig darauf, 2040 oder 2050 noch zu erleben... wie schön dass ich tatsächlich einen Kartoffelacker besitze.
