Seite 2 von 4

Re: undichte Schwimmbremssätel

Verfasst: Fr 7. Dez 2007, 20:22
von patric
Hallo Gerhard,

DOT 4 und DOT 5 (nicht zu verwechseln mit DOT 5.1) sind miteinander nicht kompatibel - bleiben nur kleinste Mengen im System zurück führt das zu ähnlichen Problemen wie beim mischen von LHM und LHS. Die Gummiteile lagern immer Komponenten der Hydraulikflüssigkeit ein, beim Wechsel der Flüssigkeit werden die eingelagerten Komponenten ausgespült und das Gummi verliert die Substanz.

Re: undichte Schwimmbremssätel

Verfasst: Sa 8. Dez 2007, 11:28
von Gerhard Trosien
Es kann keine Unverträglichkeit der Flüssigkeiten analog zu LHS - LHM sein!

Ich habe das gesamte System und ALLE Bauteile zerlegt, ALLE Komponenten mit Bremsenreiniger gereinigt, ALLE Leitungen mit Bremsenreiniger mehrfach gespült und mit Druckluft getrocknet und ALLE Gummikomponenten, die zu der Zeit für mich verfügbar waren, erneuert.

Es sind die NEUEN Gummiteile, die wg Schrumpfung in kürzester Zeit versagen, NICHT die alten. Ich glaube, ich erwähnte es bereits. Es handelt sich definitiv NICHT um eine Unverträglichkeit der Flüssigkeiten!

DOT5 und DOT4 mischen sich nicht, reagieren aber auch nicht miteinander.

DOT5 greift lt. Händlerangaben die Gummiteile der Bremsanlage NICHT an. Die einzige Bremsflüssigkeit, die mit DOT5 NICHT zusammen gebracht werden darf, ist LHM!
Silikon ist grundsätzlich neutral. Es ist hier offensichtlich ein MANGEL an "Quellmittel" zu beobachten, wohl dadurch verursacht, dass die ersten DOT5-Auflagen zuviel davon hatten. Wie gleiche ich diesen aus?

Ein einfacher Wechsel der Flüssigkeiten OHNE den Aufwand, den ich getrieben habe, wird vom dem Verkäufer, der mich vorher umfassend beraten hat, NICHT ABGELEHNT. Es wird EMPFOHLEN, die Gummiteile zu erneuern, aber nicht wegen Problemen mit der Kompatibilität, sondern wegen der Gefahr, dass die mit DOT4 und evtl. Wasser vollgesogenen Gummis für Korrosion sorgen KÖNNTEN.

Beim Mischen von LHS und LHM haben wir es mit grundsätzlichen anderen, hiermit ÜBERHAUPT NICHT vergleichbaren Problemen zu tun. Mineralöl zerstört Gummiteile, die für DOTX oder LHS geeignet sind, unter Umständen in Stundenfrist (ich verwendete nach Kompletterneuerung der Bremsleitungen und RBZ der Ente, LHM, den Deckel eines Bremsflüssigkeits-Wechselgeräts, weil der einen Drucklüftanschluss hat und auf den Behälter der Ente passt. Die Dichtung darin ist für DOTX geeignet. Noch bevor die Arbeit erledigt war, war sie so aufgequollen, dass sie nicht mehr passte). Es gibt Teile, die tatsächlich für beide Substanzen geeignet sind. Diese sind bei den D-Modell-Teilen WEISS markiert. Es könnte sich hier um Chloropren handeln, welches nach Angaben in Werkstofftabellen nur bedingt mineralbeständig ist, aber, wenn es das tatsächlich ist, bestens funktioniert. Vielleicht hebt die bessere Beständigkeit gegen mechanische Belastungen die sehr leichte Unverträglichkeit gegen Mineralöl auf?

Re: undichte Schwimmbremssätel

Verfasst: Sa 8. Dez 2007, 13:08
von patric
Hallo Gerhard,

hmm, sollte ich da was falsch verstanden haben? Ich muß nochmal nachlesen, ist schon 'ne weile her daß ich mich damit beschäftigt habe.

Re: undichte Schwimmbremssätel

Verfasst: Sa 8. Dez 2007, 14:07
von ...hannes
Einen gerafften Überblick über Beschaffenheit und vor allem Vor- und Nachteile einzelner Bremsflüssigkeiten zwischen Dot 3 und Dot 5.1 habe ich hier gefunden:
http://www.vanforum.net/index.php?pid=14
Es wird u.a. davon gesprochen, dass bei frühen Dot5- Zusammensetzungen mitunter Probleme auftraten, da der Quellstoffanteil zu hoch war, während bei heutigen Zusammensetzungen das Problem als beseitigt gilt.
Nicht eingegangen wurde allerdings auf die Problematik der fehlenden Betriebserlaubnis.

Re: undichte Schwimmbremssätel

Verfasst: So 9. Dez 2007, 12:54
von Gerhard Trosien
Durch diesen Hinweis auf zu hohen Quellstoffanteil kam ich erst auf den Verdacht, dass dieser bei dem von mir verwendeten Produkt für meine Bremse zu niedrig sein könnte.

Wie kann ich den Mangel ausgleichen??

Darum geht es, deshalb mach ich das hier.

Die Betrieberlaubnis für DOT5 fehlt, außer für einige wenige Militärfahrzeuge und Motorräder. Jeder andere DOT5-Nutzer nutzt es auf eigene Gefahr und mit dem Risiko, dass das Fz. stillgelegt wird. Eine BE zu bekommen, ist aussichtslos: der Fahrzeughersteller müsste eine Freigabe ausstellen. Dazu müsste er den/die Hersteller seiner Bremsenkomponenten fragen. Neben dem Problem, dass diese erst aufwändige Test starten müssten (offiziell!), würden sie sich mit solchen Freigaben ihr Hauptgeschäft ruinieren: den Verkauf von Bremsflüssigkeit...

Re: undichte Schwimmbremssätel

Verfasst: So 9. Dez 2007, 19:43
von sebastianklaus
Hallo Robert,
ich lese gerade von Deiner Idee, den Vorratsbehaelter mit Stickstoff zu fuellen.
Mach es doch vielleicht etwas einfacher:
Nimm doch einen dicken Luftballon und blase ihn im Vorratsbehaelter selbst auf. Vorteil: Du siehst den Ballon nicht, er dichtet ab und Du brauchst nicht mit Stickstoff herum zu hantieren und den Behaelter ggf. immer mal wieder aufzufuellen.

Ich muss ehrlich sagen:
wenn ich nicht gerade eine alte DS bis Bj. 61 mit der ganz alten Hydraulik mit den zwei Druckkreislaeufen haette, wuerde ich persoenlich immer auf LHM umbauen. Meine beiden Ds (Bj. 66/67) habe ich aus gutem Grund mit LHM- System gekauft.
Aber gut, wenn Ihr mit dem Theater klar kommt.

Viele Gruesse
Sebastian

Re: undichte Schwimmbremssätel

Verfasst: Mo 10. Dez 2007, 15:08
von Louis de Funes
sebastianklaus schrieb:

> Nimm doch einen dicken Luftballon und blase ihn im
> Vorratsbehaelter selbst auf. Vorteil: Du siehst
> den Ballon nicht, er dichtet ab und Du brauchst
> nicht mit Stickstoff herum zu hantieren und den
> Behaelter ggf. immer mal wieder aufzufuellen.


Das Problem ist dann natürlich, das der Luftballon nicht resistent gegen das Fluid ist. So gesehen war die Idee mit dem außenliegenden Stickstoffbalon schon sehr gut.
Bedenkt man, daß das bißchen Restluft im Behälter ja auch schon zu 79% aus Stickstoff besteht, bleibt nicht viel Sauerstoff zur Reaktion übrig.
Aaaaaber: Ein Luftballon ist bekanntlich nicht Gasdicht, es diffundiert durch ihn hindurch, es müßte also eine Spezialblase sein, Diffusionsdicht. PE wäre gut.
Und dann sind natürlich alle Schraubverbindungen Flüssigkeitsdicht aber nicht Gasdicht (siehe Zentralheizung), auch hier kommt es also zu einer Oxidation. Und Schraubverbindungen gibts viele.
Wie man es dreht: Das Problem läßt sich nur etwas verbessern, nicht abstellen.

Re: undichte Schwimmbremssätel

Verfasst: Mo 10. Dez 2007, 20:47
von Andreas B.
Auch wenn es jetzt vom Thema DOT etwas abweicht: LHS ist eigentlich kein Problemfall. Es funktioniert ganz gut, solange das Auto regelmässig bewegt und nicht gerade jahrelang abgestellt bleibt. Ausserdem kann durch rechtzeitigen Wechsel der Flüssigkeit das Korrosionsrisiko doch wohl stark vermindert werden. Der Nachteil ist einfach der, dass das Zeug relativ teuer ist. Roberts gedanklichen Anstoss finde ich gut, ich hatte mir dagegen überlegt, ob es nicht auch möglich ist, Feuchtigkeit aktiv aus dem System zu holen, vielleicht mit einem Trockenmittel (Granulat), das während des Winterschlafs von oben in den Behälter gehängt und gegen aussen abgedichtet wird.


Gruss

Andreas

Re: undichte Schwimmbremssätel

Verfasst: Mo 10. Dez 2007, 21:36
von dietmar
Andreas B. schrieb:
-------------------------------------------------------
> [...] , ich hatte mir dagegen
> überlegt, ob es nicht auch möglich ist,
> Feuchtigkeit aktiv aus dem System zu holen,
> vielleicht mit einem Trockenmittel (Granulat), das
> während des Winterschlafs von oben in den Behälter
> gehängt und gegen aussen abgedichtet wird.
>
>
> Gruss
>
> Andreas
>


nicht ausreichend zielfuehrend.
Klar koennte man da Silica-Gel nehmen, kostet nicht die Welt.

Und was fabrizieren die ausgetragenen und im "Oel" verteilten Spuren von Silica-Gel -Staub mit der HP??
Will ich gar nicht wissen. Lohn der ganzen Arbeit ein beschaedigtes System?

Hygroskopische Fluessigkeiten werden die verfuegbare Luft (im Behaelter) "aussaugen" und dann ist Schluss. So lange keine frische Luft nachkommt, ist kein Wasser verfuegbar, das aufgesaugt werden koennte. Oeffnungen mit Papier verstopfen genuegt also weitgehend.

Durch Ausdehnung/Kontraktion wird die Luft in geringer Menge ausgetauscht (es atmet gewissermassen). Das fuehrt neue Luftfeuchte nach.

Es waere doch wohl um laengen sinniger, auch beim Herumstehen jaehrlich die Fluessigkeit zu tauschen.

Sprit kostet 2,50DM, ein Liter gutes Oel auch leicht mal 10 Mark, so eine Lenkung um 800 Euro nackt, der Preis fuer die Instandsetzung einer Pumpe ist mir gluecklicherweise nicht gelaeufig...
Wer ernsthaft um den Materialpreis des LHS feilscht, der ist die DS nicht wert, die er da faehrt!!
Meine unmassgebliche Meinung. DA ist DAS BESTE Pentosin gerade gut genug, ihr Spardosen und Sparfuechse!!

Ausser in USA, wo LHS schwer zu bekommen war, sehe ich keine Ausrede, die letzten funktionierenden Gummiteile mit DOT - Experimenten zu versauen; wo vor Jahren schon das DOT als Killer der Anlage geoutet wurde (Stichwort: Kugeln abradieren so schnell, dass sie in der Pumpe herumfallen und einen Haufen Edelschrott ohne Wiederkehr anrichten).

Oder stimmt das etwa auch nicht??

FF!

/d




Re: undichte Schwimmbremssätel

Verfasst: Mo 10. Dez 2007, 21:43
von Jack Shotton
Hallo Alle,

Wenn DOT5 erfolgreich gebraucht wird muss, glaube ich, die Oberflaechenverguetung genauer sein als wenn man DOT3/DOT4 gebraucht. Bremskolben die mit DOT3/DOT4 dicht sind, sind mit DOT5 undicht.

Mein Auto laeuft seit 1992 mit DOT5 und hat eine Mischung von LHS-2 und LHM Teile. Seitdem dass ich einen zusaetlichen Papierfilter vor einigen Jahren eingesetzt habe, habe ich gar keine hydrauliche Probleme erlebt. Bevor dem erlebte ich Probleme.

Das groesste Problem mit DOT3/DOT4 kommt in Fruehling nachdem dass das Auto Monate lang unbewegt stehengeblieben ist. Bremskolbenen sitzen in Bremszylinder fest. Mit DOT3/DOT4 passiert das fast sicherlich, aber mit DOT5 passiert das nicht. Ich wuerde gerne wissen ob LHS-2 in dieser Hinsicht besser ist. Kleben Bremsen mit LHS-2? Ein Freund hat ein '69 HA mit DOT3/DOT4, und muss sich entscheiden wie er vorgehen wird.

Gruesse aus Minnesota,

Jack