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Re: Vergaserfußdichtung

Verfasst: So 29. Sep 2013, 12:01
von Langhuber
wettem hat geschrieben: Das Teil zwischen Vergaser und Ansaugbrücke heißt offiziell "Vergaserzwischenflansch" und ist tatsächlich aus Pertinax.
Einspruch:
In meinem Handbuch steht bei Arbeit 142-1 (Auswechseln des Vergasers) unter Punkt 6:
Vergaser abnehmen (Schlüssel 1623-T, s. BT 16, Abb.2). Dichtung abnehmen.

Unter Punkt 7 (Einbau):
Vergaser aufsetzen, Dichtung zwischenlegen.

Damit wir nicht aneinander vorbeireden: Ich spreche von einem Langhubmotor DW, einem Vergaser Weber 24/32DDC, sowie dem Handbuch 465, das von 1963, mit vom Text getrennten Bildtafeln.

Um auf Jint zurückzukommen:
Ich habe in keinem meiner Bücher an dieser Stelle jemals das Wort "Dichtung" im Plural gesehen.

Und dann noch was zum Pertinax: Schau mal bei Wikipedia unter Pertinax nach. Das ist ein hartes Material, aus dem früher Platinen für gedruckte Schaltungen gemacht wurden. Das eignet sich sicher nicht als Dichtung. Wenn jemals so ein Vergaserzwischenflansch aus Pertinax verbaut wurde, dann könnte ich mir es allerdings nicht anders vorstellen, dass in diesem Fall oberhalb und unterhalb des Pertinaxteils eine Papierdichtung eingebaut werden muß.

Es kann aber noch was anderes sein: Unterschiedlicher Sprachgebrauch in anderen Sprachen. Vielleicht ist im Französischen Pertinax etwas anderes wie im Deutschen und ein Handbuchübersetzer hat das nich berücksichtigt? Analog zu der Billion der Amerikaner 10[sup]9[/sup], die bei uns die Milliarde ist, während unserer Billiarde die 10[sup]12[/sup] ist?
Oder es ist ein allgemein ungenauer Sprachgebrauch? Wenn ich über den Flohmarkt gehe, dann sind i. A. alle alten Röhrenradios "Volksempfänger".

Klemens

Re: Vergaserfußdichtung

Verfasst: So 29. Sep 2013, 12:18
von Langhuber
Grand Frust. :-(
ikke hat geschrieben: Dann werde ich morgen die Daumenschrauben noch mal um eine halbe Umdrehung weiter anziehen.
Hat leider nichts gebracht.
Ich habe die Vergaserfußschrauben nochmal eine halbe Umdrehung fester gedreht. Dann habe ich das Oberteil des Vergasers abgenommen, was damit begann, dass die Feder der Beschleunigerpumpe das daruf liegende Metallplättchen mit einem leisen "Pling" in die Tiefen des Motorraumes schnippte, wo es auf nimmerwiedersehen abtauchte.

Ich habe dann ca eine Stunde gebraucht, um das blöde Teil mit Laubsäge und Schlüsselfeile neu zu machen.
Dann habe ich noch den Schwimmer etwas nachjustiert. Laut Handbuch soll der Abstand zwischen Schwimmer und Vergaserdichtung 8mm +- 0,5 mm sein. Ich habe Richtung 8,5mm hinjustiert, was bei der welligen "Linoleum"-Dichtung des Reparatursatzes nicht ganz eindeutig ist.
Das heisst, der Pegel in der Schwimmerkammer ist jetzt 0,5mm tiefer.
Bei der Probefahrt habe ich ein starkes Schwächeln beim Beschleunigen an sehr mässiger Steigung bemerkt. Später wurde das besser, aber Madame ruckelt weiter beim Fahren mit Halbgas, auch wenn ich mir einbilde, dass das Ruckeln schneller aufeinander folgt:
Aus "wupp - wupp - wupp" wurde
"wuppwuppwupp"

Kann zu niedriger Benzinstand in der Schwimmerkammer dieses müde Verhalten bewirken? Also lieber von 8,5 auf 7,5 übergehen?
Ausserdem überlege ich mir, ob eine unterschiedliche Dicke der Dichtungen einen Einfluß auf die Höhe des Benzinstandes hat? Oder wird das dadurch kompensiert, dass man den Abstand zwischen Schwimmer und Dichtung und nicht den zwischen Schwimmer und Metall des Oberteils misst?

Klemens

Re: Vergaserfußdichtung

Verfasst: So 29. Sep 2013, 12:30
von maldini
.. die pertinax"dichtung" würde ich ehr als schwingungstechnische entkopplung zwischen krümmer/motor und vergaser (gerade bei den dicken weberteilen) deuten -
eine papierdichtung würde ich - seit mopedzeiten - immer einbauen ....



grüsse karl

Re: Vergaserfußdichtung

Verfasst: So 29. Sep 2013, 12:42
von Langhuber
[quote=maldini]
.. die pertinax"dichtung" würde ich ehr als schwingungstechnische entkopplung zwischen krümmer/motor und vergaser (gerade bei den dicken weberteilen) deuten
[/quote]Die dicke Dichtung gibt es in meinem Bucheli-Handbuch aber auch beim Solexvergaser. Sie heisst dort "Flanschdichtung". Ich weiss natürlich nicht, wie authentisch die Zeichnungen und Bezeichnungen darin sind.
Und auch da gilt: Hartes Pertinax dämpft schwingungstechnisch sicher weniger gut als das Fasermaterial, das bei mir verwendet wurde. Und was immer entkoppelt werden soll, sei es Schwingungen, sei es Wärme, das Nicht-Pertinax Material ist in der Hinsicht das Bessere.

Klemens

Re: Vergaserfußdichtung

Verfasst: So 29. Sep 2013, 12:47
von Eric
Hallo,

ich kann auch meinen Senf dazu geben. An die beiden inneren Muttern kommt man gut ran, wenn man das mit dem Einstellen der Ventile verbindet = ohne Ventildeckel. Aus meiner Sicht ist die Fußplatte eher der thermischen Abschottung für den Vergaser geschuldet.

Meine Fußplatte (mal unverfänglich genannt) war über die Jahre eingedrückt, der Vergaser war wohl zu fest angezogen gewesen. Ich habe sie ersetzt und den über die Jahre angepaßten Vergaser eben gefeilt. Ich meine mich auch an eine Dichtung zu entsinnen, habe aber trotzdem benzinfeste Dichtmasse zusätzlich genommen, um eventuelle Unparallelitäten nochmals auszugleichen.

Ich habe auch noch ein kleines Ruckeln bei dem Übergang zwischen erster und zweiter Vergaserstufe, aber hat die DS19 auch einen zweistufigen Vergaser?

Eric

Re: Vergaserfußdichtung

Verfasst: So 29. Sep 2013, 12:48
von wettem
hallo Klemens

ich habe die Bezeichnung "Vergaserzwischenflansch" aus dem Ersatzteil Katalog 470, in dem Reparathandbuch 472 ist von einer Fiberdichtung die Rede.
Ich habe schon einige dieser Dinger in der Hand gehabt und kann nur sagen es fühlt sich an wie Pertinax. Bei meinem ID19F war das Teil gebrochen und ich habe es aus Pertinax nachgefertigt.
Habe allerdings zwei Papierdichtungen zwischengelegt weil ich kein Vertrauen hatte dass das hart auf hart dicht wird.

vG MichaelW

Re: Vergaserfußdichtung

Verfasst: So 29. Sep 2013, 13:20
von Medi
Karl,
das Ding dient einzig und alleine der thermischen Isolation, genauso wie auch bei der Benzinpumpe (Dampfblasenvermeidung).

Michael,
man kann da dazu pappen was man will, in Serie geschaltet wird die thermische Isolierung nicht schlechter.

Leider sind die meisten Isolatoren (speziell im Nachbau) viel zu weich und quellen zudem auf wodurch die meisten D-Vergaser(flansche) krumm sind wie eine Banane. Egal ob Faserplatte mit Phenolharz (Pertinax), … , ist ein Duroplast (soll sich thermisch nicht verformen), beständig gegen Benzin und Öl, soll keinesfalls mechanisch nachgeben oder stark quellen, …

Das Ding ist idealerweise ‚steinhart‘, und wird dann zwingend (!) mit zusätzlichen Papierdichtungen montiert. Voraussetzung ist hier natürlich ein exakt planer Vergaserflansch. Quillt nicht mehr der gesamte Isolator sondern nur mehr die dünnen Papierdichtungen dann bleibt auch der zarte Vergaserflansch plan.

Gebrauchte Faserplatten sowie den Flansch ordentlich richten/planen, Papierdichtungen zwischenlegen und die Muttern nur sanft anziehen …

L.G.
Dietmar

Re: Vergaserfußdichtung

Verfasst: So 29. Sep 2013, 13:42
von DS20_break
[quote=Medi]
Das Ding ist idealerweise ‚steinhart‘, und wird dann zwingend (!) mit zusätzlichen Papierdichtungen montiert. Voraussetzung ist hier natürlich ein exakt planer Vergaserflansch. Quillt nicht mehr der gesamte Isolator sondern nur mehr die dünnen Papierdichtungen dann bleibt auch der zarte Vergaserflansch plan.

Gebrauchte Faserplatten sowie den Flansch ordentlich richten/planen, Papierdichtungen zwischenlegen und die Muttern nur sanft anziehen …
[/quote]
Hi Dietmar,
das sagte ich sinngemäß auch schon beim Stammtisch in Stuttgart. Vielleicht hört ja Klemens jetzt wenigstens auf dich.

Re: Vergaserfußdichtung

Verfasst: So 29. Sep 2013, 14:01
von maldini
hey dietmar,

als termischen isolator kann ich mir so eine platte auch gut vorstellen -
mir gings darum, dass es sicher keine dichtung ist - und das man besser papierdichtungen verbaut ..


grüsse karl

Re: Vergaserfußdichtung

Verfasst: So 29. Sep 2013, 15:12
von wettem
Na dann bin ich ja beruhigt, das instinktiv richtig gemacht zu haben.
vG MichaelW