Hallo Pit,
im Jahr 66 erschien glaub ich der 527er, der 544er erst 68, bin aber nicht sicher, habe die Kataloge nicht zur Hand.
Zu Deinem ersten Posting:
Das mit den Büchern ist auf den ersten Blick wirklich etwas verwirrend.
Ursprünglich wurde mal für jedes Modell ein eigenes Rep-Buch erstellt, bei Fehlern und Änderungen wurden einzelne Blätter verschickt, danach gab es mal jedes Jahr ein aktualisiertes Buch das nur die bekamen die noch keins hatten – die Listen der versandten Literatur lesen sich mitunter wie verschlüsselte Geheimakten

Datenschutz war offensichtlich kein Thema. Zumindest in Österreich bekamen alle Händler die Information welche Werkstätte welche Informationen und z.B. welche Werkzeuge besaß, man konnte sich so schnell vom anderen was ausborgen.
Vom A- und D-Modell aufwärts bis ca. grob zum Millennium wurden (meist) einheitliche Nummern für Arbeitsschritte verwendet.
Z.B. geht’s bei der Nummer 173 von A über D, G, S, MA, VD, …XB bis Yx immer um die Benzinpumpe.
Vor dieser Nummer findet man den Kennbuchstaben für das Modell, also D für das D-Modell, VD für den Visa, etc.
Nach der Nummer findet man die Kennung des Arbeitsvorgangs. 0 für allgemeines, 1 für Ein- und Ausbau, 2 für Zerlegen und Zusammenbau und 3 für Instandsetzung.
Bei der Definition eines Systems kann man natürlich nie wissen was die Zukunft alles bringen wird. Manche Nummern waren für Neuerungen zu eng gesetzt.
Nachdem z.B. xxx-3 ausgeschöpft war, hat man die Kennung der Arbeitsvorgänge erweitert indem man jeweils die Zahl 3 addierte, also standen die Arbeitsvorgänge 4 und 7 wieder für Ein- und Ausbau, 5 und 8 für Zerlegen und Zusammenbau usw.
Mann konnte so einem neuen Arbeitsschritt am Motor wieder die Nummer 100 zuweisen.
Mit wachsender Vielfalt der D-Modelle DX, DJ, DY, …. wurden die Blätter den Modellen zugeordnet zusammengefasst und hübsch eingefärbt (gelb, blau und grün). Arbeitsschritte die für alle Modelle gleich waren wurden nicht wiederholt, man musste – wie in den einzelnen Inhaltsangaben angeführt – zwischen den Farben herumblättern. Katalog 527 und 544 wurden für eine Zeit lang eine Art Hauptkatalog. In späteren Ausgaben wurden nicht alle Arbeitsschritte wiederholt, man verwies auf den jeweiligen Katalog, wie z.B. im 564er (21er IE) auf Katalog 527 und 544.
Bei Katalogen wie dem bekannten 583er für die letzten D-Modelle wurden dann die Blätter in 3 Haupt-Themengruppen aufgeteilt, nämlich Mechanik, Elektrik-Heizung/Klima-Vergaser-Zündung, und Karosserie. Der Mechanik-Teil wurde weiter in 3 Einzelbände aufgeteilt, nämlich Allgemeines, Aus- und Einbau, und Instandsetzung. D.h. der Katalog 583 besteht aus 5 Bänden.
Dieses System wurde im Großen und Ganzen für alle Modelle der Zeit übernommen. Während es beim D-Modell viele Kataloge mit unterschiedlichen Nummern gab, gab es für den CX S1 im deutschsprachigen Raum nur den 850er, Ergänzungen wie das Automatikgetriebe oder der Dieselmotor wurden in einem weiteren Band mit der selben Nummer ergänzt. Änderungen und Erweiterungen wurden in Form von sog. Austauschsätzen den Werkstätten zugeschickt. Ab der Zeit des CX S2 wurden die Mechanikteile dann wieder bei allen Modellen in einen Mechanik-Ordner zusammengefasst.
Einheitlich war das System leider nie, wie der englischsprachige Katalog 814 für das D-Modell zeigt.
Noch verwirrender wird es mit den mehrsprachigen und mehrbändigen Katalogen wie z.B. 586, 589, 614,…
Die einzelnen Bände beschrieben alle Modelle von Citroën die mit der Herausgabe des Katalogs vorgestellt wurden, 586-4 und 586-5 beschreiben z.B. D-Modelle.
Wie man auf den ersten Seiten der Bände lesen kann wurde den Werkstätten hier zusätzlich angeboten die Blätter auf zwei verschiedene Arten zu ordnen.
Wem das schon zu kompliziert ist der möge nur mal einen bestimmten Schaltplan in den Unterlagen für einen X2 finden
Die letzten Papierunterlagen waren dann aber erst so richtig übel. Mittlerweile gibt es so gut wie kein Papier mehr in den Werkstätten, der Mechaniker geht zum Rechner, gibt die Fahrgestellnummer ein, wählt die Baugruppe und erhält alle nötigen Informationen für die Arbeit inkl. der ev. noch durchzuführenden Änderungen.
Aber zurück zum D-Modell. Der so geliebte Katalog 583 hat den Charme dass die meisten technischen Infos aufgenommen sind, allerdings wird darin so manche Information verschwiegen.
Die wenigsten kennen überhaupt Band 4 des Katalogs 583. Interessant daran ist die Redundanz zu Band 1, man findet dort aber nicht uninteressante Blätter die man vom 544er oder 564er kennt, wie z.B. 211-3.
Wenn ich mich nicht irre ist z.B. der Scheibenfilter des Kraftstofftanks (175) im 583er gar nicht beschrieben, so lohnt also durchaus der Blick in ältere Kataloge.
Wer nun aber wiederum ein Modell aus dem Jahr passend zum Katalog 511 besitzt, sollte trotzdem einen Blick in den 583er werfen. Ich glaube im 511er wurde z.B. noch untersagt das Endstück vom Lenkungszylinder abzuschrauben. Dieser Arbeitschritt inkl. Werkzeug 3513T wurde erst später eingeführt.
Ich habe bestimmt schon über 200 Kataloge resp. Ordner in meiner Sammlung (inkl. Saxo, Jumpy, und anderen Schönheiten

und kaufe laufend dazu. Es mag altmodisch klingen, aber wenn ich z.B. den Beckmanns etwas abkaufe möchte ich nicht danach den Band ins Netz stellen. Den eingescannten Band 2 hab ich mal dem Klaus K. abgekauft, den könnte ich Dir schicken, hat allerdings um die 18MB.
Die französischen Bände 4 und 5 findest Du im Netz.
Woher für den deutschsprachigen 583er der strenge Ruf nach ausgerechnet 3 Bänden kommt ist mir nicht klar.
3 Musketiere, 3 Stanisläuse, 3 gute Dinge, 3 freie Wünsche, …die heilige Handgranate der Ritter der Kokosnuss:
Zähle bis 3, und nur bis zur 3…
http://www.youtube.com/watch?v=3tASYHQordw
ab 8:40
L.G.
Dietmar