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Re: Fragen zur lenkungsüberholung

Verfasst: Mo 10. Mär 2014, 09:22
von hy1600
Mit gutem dreidimensionalen Vorstellungsvermögen und Hydraulisch/technischem Denken sollte dir klar werden, welche negativen Ausmaße der Funktion durch richtiges Ausrichten zu reduzieren sind. Sonst sollte es eine anderer tun. Im wesentlichen ist das Ansprechverhalten aus dem Geradeauslauf einzustellen und da wäre es ja unsinnig, wenn die Lenkbewegung und die Ventilsteuerung sich widersprechen. Wenn erst mal eingeschlagen und weiter eingelenkt wird, sind die Ventile eh offen bzw. geschossen und nur die Servo wirkt. 10-tel oder sogar 100-stel sind bei der Überschneidung angesagt mit Prüfbank. Es geht aber auch mit Gefühl und Ausdauer (Erfahrungen brauchen ihre Zeit, 1-2 std.) und Vorderräder auch einem Brett, damit nicht zu viel Widerstand herrscht.

Gruss Andreas

Re: Fragen zur lenkungsüberholung

Verfasst: Mi 12. Mär 2014, 22:05
von dominik
Ich hoffe ich langweile nicht, aber die Hydraulik ist für mich ein neues und deshalb (noch) sehr spannendes Thema. Durch das Studium der Forumsbeiträge und der Leitfäden kann man schon eine ganze Menge mitbekommen, aber ab und zu sind Tips und Einschätzungen der "Alten" einfach schön zu lesen und außerdem hilfreich.

Ich habe inzwischen die Lenkung ausgerichtet und die Drucküberschneidung leicht erhöht und bin mit dem Ergebnis jetzt ganz zufrieden.
Allerdings erschienen mir die Pumpenintervalle beim Betätigen der Lenkung immer noch zu hoch.
Ich habe deshalb einmal die Vorkontrolle der Hydroanalyse durchgeführt.
Randbedingungen:
System gefüllt mit Hydroclean, Temp der Hydraulikflüssigkeit 5 min
2. Lenkung Volleinschlag: Re+Li Pumpintervall deutlich >1,5 min
3. Lenkung leicht eingeschlagen (nur Steuerventile belastet): Re+Li Pumpintervall deutlich >1,5 min
Soweit so gut.
Wenn ich die Lenkung aber drehe springt relativ schnell (nach 270-360°) die Pumpe an.

Ich habe dann mal überschlägig nachgerechnet ob das plausibel ist.

Annahme: Speichervolumen der Kugel (10 cm Durchmesser, 520 cm³ Vgesamt) ca. 260 cm³. Flüssigkeitsbedarf der Lenkung von Anschlag zu Anschlag (3 volle Umdrehungen=1080°): ca. 45cm³ Ich habe dazu das Volumen zwischen Kolbenstange und Zylinderinnenwand mit dem Gesamtweg von Anschlag zu Anschlag (=16 cm) multipliziert. Den zurückgelegten Weg bei Volleinschlag habe ich einfach am zentralen Spurstangenbolzen nachgemessen.

Somit dürfte die Lenkung sofern keine inneren Verluste vorliegen (siehe Ergebnis der Vorkontrolle) bei 360° Drehung nur ca. 15cm³ verbrauchen und der volle Druckspeicher müsste locker von Anschlag zu Anschlag ausreichen. Was er aber leider nicht tut.

Mache ich hier einen Denkfehler? Möglicherweise gehe ich von einem viel zu großen Speichervolumen der Druckspeicherkugel aus und alles ist ganz normal und i.O. so.

Vielen Dank für Hinweise und ggfs. Literaturempfehlungen

Dominik

Re: Fragen zur lenkungsüberholung

Verfasst: Mi 12. Mär 2014, 22:57
von aquablader
Du hast doch gar nicht das komplette Volumen der Speicherkugel zu Verfügung. Optimalerweise wäre bei korrektem Fülldruck die Membrane in Mittellage.
Hast Du weiters die Ein- und Ausschaltdrücke des Reglers überprüft? Wenn die Hysterese zu gering eingestellt ist, verändern sich die Ein- und Ausschaltzeiten ganz extrem.
Der Fülldruck der Hauptspeicherkugel ist dort auch entscheidend.

Allerdings... diese Intervalle sind für viele hier unerreichbar. Meine Über-5-Minuten-Intervalle wurden auch ungläubig bestaunt in Reims... Sei zufrieden damit und widme Dich weiteren Baustellen. Diese ist perfekt!

LG

Ingo

Re: Fragen zur lenkungsüberholung

Verfasst: Do 13. Mär 2014, 14:31
von hy1600
hört sich doch gut an. Gutes Ansprechverhalten der Lenkung bei stabiler Funktion ist das Ziel. Zuviel Überschneidung blockt leicht, zuwenig lässt tanzen. Der Geradeauslauf mit dem Herz ist jetzt der Rest.

Gruss Andreas

Re: Fragen zur lenkungsüberholung

Verfasst: Do 13. Mär 2014, 14:42
von Thomas Held
[quote=aquablader]
Du hast doch gar nicht das komplette Volumen der Speicherkugel zu Verfügung. Optimalerweise wäre bei korrektem Fülldruck die Membrane in Mittellage.[/quote]

Hallo Ingo,

bei einer Federkugel schon, aber nicht beim Druckspeicher. Fuelldruck ist da 65 bar, Betriebsdruck 145-170 bar, die Membran liegt also etwas bis deutlich "ueber der Mittellage", was fuer einen Durckspeicher ja auch okay ist.
Gruss,

Tom

Re: Fragen zur lenkungsüberholung

Verfasst: Do 13. Mär 2014, 20:48
von dominik
Vielen Dank für eure Einschätzung. Dann bin ich beruhigt. Vielleicht habe ich da ja eine fixe Idee. Ich erinnere mich daran daß es in der Werkstatt damals DSe gab die sich butterweich rangieren ließen. Das wollte ich gerne wieder haben. Möglicherweise hat das aber auch nur am öligen Betonboden gelegen....

@aquablader: Das Gesamtvolumen einer Kugel mit 10 cm Duchmesser hatte ich mit 520 m³ berechnet. Davon ausgehend daß der Druckregler etwa bei horizontaler Membran wieder gefüllt werden sollte hatte ich 50%, also 260 cm³ als Pendelvolumen angenommen.

Meine aktuellen Baustellen:
Zusammenbau der vorderen Kotflügel nach Ausbau der Gelbfilter
Wechsel des Öldruckschalters (den Ölwechsel habe ich erstmal verschoben....)
Was dann kommt wird sich zeigen.

...eine abnehmbare Hängerkupplung am DS hat man noch nicht gesehen, oder?

Gruß

Dominik

Re: Fragen zur lenkungsüberholung

Verfasst: Fr 14. Mär 2014, 19:09
von Pit
Wenn die Annahme stimmt, dass das Gasvolumen bei 65bar 260cm[sup]3[/sup] beträgt, dann beträgt es bei 170bar (Abschalten der Pumpe) noch 99cm[sup]3[/sup]. Beim Wiedereinschalten der Pumpe bei 145bar beträgt das Gasvolumen noch 116cm[sup]3[/sup]. Wenn also 17cm[sup]3[/sup] Öl die Kugel verlassen schaltet die Pumpe wieder ein. Annahme: Konstante Gastemperatur.
Stimmts?
Grüße,
pit

Re: Fragen zur lenkungsüberholung

Verfasst: Fr 14. Mär 2014, 19:59
von Pit
Aber ich glaube, dass die Annahme nicht stimmt!
Bei Fülldruck nimmt das Gas meiner Meinung nach das ganze Volumen ein.
Dann gilt:
65bar => 520cm[sup]3[/sup]
170bar => 199cm[sup]3[/sup]
145bar => 233cm[sup]3[/sup]
=> Einschalten bei einem Ölverlust von 34cm[sup]3[/sup]
Grüße,
pit

Re: Fragen zur lenkungsüberholung

Verfasst: Sa 15. Mär 2014, 12:04
von dominik
Hallo,
nur so als Gedankenspiel für hydraulik-affine...

ich habe die Ein- und Abschaltdrücke für Druckregler mit Steuerschieber nachgesehen:
Einschaltdruck zwischen 140 und 150 bar
Abschaltdruck zwischen 165 und 175 bar

Das Niveau der Ein-/Abschaltdrücke kann mit Distanzplättchen verstellt werden aber die Druckdifferenz kann nicht beeinflusst werden.

Wie von Pit vorgelegt habe ich die sich bei den unterschiedlichen Druckniveaus ergebenden Volumina mit der allgemeinen Gasgleichung (p*V/T=konst, bei konstanter Temperatur) berechnet. Ergebnisse siehe Anhang.

Bei niedrig eingestelltem Druckniveau des Reglers (grün) ergibt sich rechnerisch ein Pendelvolumen (140-165 bar) von 37cm³ bei hohem Druckniveau (blau) ergibt sich ein Pendelvolumen von 32cm³.
Aufgrund der höheren Kompression des Gaspolsters bei hohem Druckniveau steht in diesem Fall entsprechend weniger Pendelvolumen zur Verfügung (32 anstelle 37 cm³). Deshalb scheint es mir sinnvoll, den Druckregler bei Revisionen eher auf niedriges Druckniveau einzustellen um das maximal mögliche Pendelvolumen auszuschöpfen.

Zieht man den LHM-Bedarf der Lenkung von ca. 45 cm³ von Anschlag zu Anschlag in Betracht ist der Druckspeicher für diesen Betriebsfall meiner Meinung nach ziemlich knapp dimensioniert.

In meinem speziellen Fall springt die Pumpe bereits nach 360° Lenkungsdrehung wieder an. Für diesen Weg benötigt die Lenkung ca. 15 cm³ LHM. Daraus schließe ich, daß mein Druckspeicher nicht mehr ganz auf der Höhe sein kann.

Meine HD-Ppe läuft etwa 0,5 s vom Förderbeginn bis zum Abschalten. In dieser Zeit fördert die Ppe bei LL-Drehzal etwa 10 cm³. Bei i.O Druckspeicherkugel müsste sie aber ca. 2 s laufen.

Damit hätte ich also eine weitere Baustelle....

Viele Grüße

Dominik

Re: Fragen zur lenkungsüberholung

Verfasst: Sa 15. Mär 2014, 13:17
von hgk
Moin,

die Rechnereien erscheinen plausibel, aber die Grundannahme ist meiner Meinung nach nicht so klar.

Meine geschweißte Kugel hat einen Außendurchmesser von 10 cm. Wenn man mal eine Wandstärke von 5 mm unterstellt, ist das Innenvolumen nur noch 380 cm3 (r = 4,5 cm oder d = 9 cm) statt 520 cm3. Dann verschieben sich die Berechnungen entsprechend.

Die geschraubten Kugel haben einen Außendurchmesser von 10,5 cm das wären bei einem Nettodurchmesser von 9,5 cm = 449 cm3 und ich meine mal irgendwas von knapp 500 cm3 gelesen zu haben.

Bei der Dsuper ist aber bestimmt keine geschraubte Kugel drin, oder?

Hat mal jemand das Volumen ausgelitert oder genau ermittelt, oder steht das irgendwo?
Die Membrane muß ja auch noch abgezogen werden ...

Mit sonnigen Grüßen
Hans