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Re: Immer noch Zündungsprobleme

Verfasst: So 9. Mär 2014, 21:54
von Langhuber
Hi Claude_Michel,
[quote=Claude-Michel]
Ich wollte nur damit sagen, dass es gleich ist ob ich zwei Zündkerzen in Reihe habe oder eine Zündkerze und einen Verteiler. Beide benötigen nahezu die gleiche Hochspannung.
Wenn bei der DS zwei Zündkerzen und noch einen Verteiler in Reihe sind, müsste eine höhere Spannung notwendig sein um den gleichen Effekt and der "Zündenden" Zündkerze sein.
[/quote]
sorry, da habe wir aneinander vorbeigeschwätzt: Die einzige Stelle wo ich bisher das Wort "Überschlagverteiler" gelesen habe, ist in meinem "Kümmet, Kraftfahrzeugelektriker". Sonst ist nirgends etwas dazu zu finden, es sei denn man gurgelt nach dem Wort. Normalerweise steht in der Literatur, z. B. in den Boschhandbüchern nichts dazu. Unter "Verteiler" wird meist die Zündverstellung und der Unterbrecher beschrieben.
Als ich meinen Verteiler auf hatte, kam mir das ganze sehr merkwürdig vor und ich habe mir gesagt, der Verteilerfinger hat doch nie im Leben direkten Kontakt mit den Ableitungen zu den Kerzenkabel. Und richtig, wenn man gezielt danach sucht, findet man irgendwo die Stichworte "Überschlagverteiler" und "Vorfunkenstrecke".
Ich gehe aber davon aus, dass die Vorfunkenstrecke im Verteiler kürzer ist, als die Hauptfunkenstrecke in der Kerze, dort also weniger Spannung abfällt als an der Kerze selbst.

Um noch mal auf das Wort (Doppel)-Zündspule zurückzukommen: Zündspule ist ja nicht bloß "eine Spule", sondern eine Primärspule + Sekundärspule + Eisenkern + Isolieröl + Gehäuse.
Wenn man das Schaltbild der Enten-Doppelspule betrachtet geht da natürlich die Windungszahlen nicht daraus hervor. Das müßte man mal ausmessen.
Beim Zweizylinder-Entenmotor hat diese Doppelspule tatsächlich eine deutliche Vereinfachung zur Folge, da es beim Spulenwickeln relativ egal ist, ob da ein sekundär ein paar Tausend Windungen gegenüber den normalen Spulen mehr drauf sind. Man hat nur einen Kern, der vielleicht etwas länger ist, nur eine Primärwicklung, ein Gehäuse, das aber komplizierter ist und spart den Verteiler.
Warum die das bei den ersten DSen so gemacht haben, verstehe ich nicht. Und sie sind ja auch recht schnell zum normalen Verteiler zurückgekehrt.

Also: Frieden, ;-)

Grüße Klemens

(Ich würde das Thema dann von mir aus abschliessen, ich habe nämlich was neues: Ich habe meine Jaeger-Uhr zerlegt.)

Re: Immer noch Zündungsprobleme

Verfasst: So 9. Mär 2014, 22:57
von Claude-Michel
[quote=Langhuber]...Also: Frieden, ;-)
[/quote]

Aber Klemens, es ist doch nicht weil wir diskutieren, dass es Krieg gab.

Re: Immer noch Zündungsprobleme

Verfasst: So 9. Mär 2014, 23:40
von Langhuber
[quote=Claude-Michel]
Aber Klemens, es ist doch nicht weil wir diskutieren, dass es Krieg gab.
[/quote]Nee, so war das ja auch nicht gemeint. Ich dachte einfach, jetzt sind wir uns einig und ich kann von hochgespannten 10000V Zündspannungen in den 50mV-Bereich der ATO-Uhren ausweichen.

(Wobei Deine Zündspule natürlich immer noch einer Exploration meinerseits harrt :-) )

Klemens

Re: Immer noch Zündungsprobleme

Verfasst: Mo 10. Mär 2014, 10:05
von Sensenmann
[quote=Langhuber]
Beim Zweizylinder-Entenmotor hat diese Doppelspule tatsächlich eine deutliche Vereinfachung zur Folge, da es beim Spulenwickeln relativ egal ist, ob da ein sekundär ein paar Tausend Windungen gegenüber den normalen Spulen mehr drauf sind. Man hat nur einen Kern, der vielleicht etwas länger ist, nur eine Primärwicklung, ein Gehäuse, das aber komplizierter ist und spart den Verteiler.
Warum die das bei den ersten DSen so gemacht haben, verstehe ich nicht. Und sie sind ja auch recht schnell zum normalen Verteiler zurückgekehrt.[/quote]
Das lag daran, daß nachdem die Entwicklung des 6-Zyl. Boxers als gescheitert betrachtet werden mußte, man auf die Schnelle den Traction-Langhuber auf Querstromkopf mit 75 PS umkonstruiert hat. Dabei lag der Ansaugkrümmer so ungünstig über dem Verteiler, daß da nur noch Platz für die Kontakte aber nicht mehr für die Hochspannungszündverteilung war.
Das ist ja das was mich die ganze Zeit an dem Auto gepiesackt hat, daß man unter 8 Stunden kaum am Zündverteiler etwas machen kann, da erst der Krümmer abgeschraubt werden muß. Dabei muß im eingebauten Zustand am Motor sogar ein Stehbolzen entfernt werden. Eng ist es obendrein noch um an die unteren Krümmerschrauben zu kommen.
Später hatte man ja dann ein Einsehen und den 83 PS Kopf konstruiert, der immer noch auf dem gleichen Block, einen normalen Zugriff auf die Zündkontakte ermöglichte

Re: Immer noch Zündungsprobleme

Verfasst: Mo 10. Mär 2014, 13:05
von Claude-Michel
[quote=Sensenmann]...Dabei lag der Ansaugkrümmer so ungünstig über dem Verteiler, daß da nur noch Platz für die Kontakte aber nicht mehr für die Hochspannungszündverteilung war.[/quote]
und
[quote=Sensenmann]... daß man unter 8 Stunden kaum am Zündverteiler etwas machen kann, ....[/quote]

Hat jetzt dieser Motor einen Zündverteiler oder nicht? Wer kann mich da aufklären ?

Re: Immer noch Zündungsprobleme

Verfasst: Mo 10. Mär 2014, 13:35
von DS20_break
[quote=Claude-Michel]
[quote=Sensenmann]...Dabei lag der Ansaugkrümmer so ungünstig über dem Verteiler, daß da nur noch Platz für die Kontakte aber nicht mehr für die Hochspannungszündverteilung war.[/quote]
und
[quote=Sensenmann]... daß man unter 8 Stunden kaum am Zündverteiler etwas machen kann, ....[/quote]

Hat jetzt dieser Motor einen Zündverteiler oder nicht? Wer kann mich da aufklären ?[/quote]
Hallo Claude-Michel:
aus 466 DS19 Parts Feb 1957

Re: Immer noch Zündungsprobleme

Verfasst: Di 11. Mär 2014, 00:44
von Langhuber
[quote=Claude-Michel]
Hat jetzt dieser Motor einen Zündverteiler oder nicht? Wer kann mich da aufklären ?
[/quote]Nein, hatte er nicht.
Das kommt von einer verbalen Begriffsverwirrung: Auch in Citroën-Werkstatthandbüchern ist, wenn vom Zündverteiler die Rede ist, immer die Gesamtheit von Unterbrecher, Fliehkraftverstellung und dem eigentlichen Verteilerfinger gemeint, wobei ich dessen genaue Funktionsweise mit der Vorfunkenstrecke noch in keinem der mir vorliegenden Autoelektrikhandbücher, auch nicht in denen von Bosch, beschrieben gesehen habe. Das ist ja auch recht unheikel. Ärger macht üblicherweise der Unterbrecher und die Fliehkraftverstellung.
Daher schrieb auch Sensenmann vom "Verteiler", obwohl er keinen hat.

Vielleicht so, wie man früher sagte: Ich habe einen "Transistor", wenn man ein kleines transistorisiertes Radio meinte.

Klemens

Re: Immer noch Zündungsprobleme

Verfasst: Di 11. Mär 2014, 00:55
von DS20_break
[quote=Langhuber]
Nein, hatte er nicht.
[/quote]
siehe auch die Zeichnung aus dem Ersatzteilbuch.

Re: Immer noch Zündungsprobleme

Verfasst: Di 11. Mär 2014, 09:36
von Thomas Held
[quote=Langhuber]
Das kommt von einer verbalen Begriffsverwirrung: Auch in Citroën-Werkstatthandbüchern ist, wenn vom Zündverteiler die Rede ist, immer die Gesamtheit von Unterbrecher, Fliehkraftverstellung und dem eigentlichen Verteilerfinger gemeint, wobei ich dessen genaue Funktionsweise mit der Vorfunkenstrecke noch in keinem der mir vorliegenden Autoelektrikhandbücher, auch nicht in denen von Bosch, beschrieben gesehen habe. [/quote]

Klaiber/Dr. Lippart "Zuendung" (1928)

"Bei verrusten Kerzen fliesst die Energie des Zuenders durch die
Russbruecke ab, ehe die Spannung so weit gestiegen ist, dass ein
Ueberschlag an der Kerzen entstehen kann. Man hat daher vor die
Kerze eine Unterbrechungsstelle, die Vorschaltfunkenstrecke,
geschaltet, die das Abfliessen des Stroms durch die Russbruecke
verhindert, bis schliesslich an der Vorschaltfunkenstrecke ein Funke
ueberspringt. Durch diesen Ueberschlag entsteht eine steile
Wanderwellenfront, die sich leichter ueber den Luftraum zwischen den
Elektroden der Kerze als ueber den Verrussungswiderstand ausgleicht,
also zum Ueberschlag an der Kerze fuehrt."

Gruss,

Tom

Re: Immer noch Zündungsprobleme

Verfasst: Di 11. Mär 2014, 13:30
von Claude-Michel
Hallo Tom,

wo befindet sich den diese Vorschaltfunkenstrecke?