AT-Lenkungen

Diskussionen rund um's Thema...
Bernhard Körner

Re: AT-Lenkungen

Beitrag von Bernhard Körner »

Hallo Sebastian
Warum sollte meine E-Mailadresse nicht funktionieren?
Nochmal kurz zu meinen Petermannlenkungen. Herr Petermann meinte das Zittern läge eben nicht an der Drucküberschneidungseinstellung. Die Lenkung war auch genau eingebaut (nach Werkstatthandbuch und mit den erforderlichen Werkzeugen). Ebenfalls war die Lenkung lange genug eingebaut um "leichtgängig zu werden".
Bernhard Körner
Pit
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Re: AT-Lenkungen

Beitrag von Pit »

Sebastian schrieb zu Bernhard: "Du bist der erste, von dem ich hoere, dass er Probleme mit seinen (Petermanns) Lenkungen hatte... die Anzahl derer, die Probleme mit den Niederlaendischen Lenkungen hatte, ist sicherlich hoeher... "
Das sind genau die Aussagen, die ich für voreilig halte. Wie viele NL-Lenkungen sind unterwegs, wie viele Petermann Lenkungen? Wie viel % sind jeweils zufrieden?
Ohne Umfrage sind das doch Vermutungen!
Am meisten könnten hier die Werkstätten beitragen, die schon viele Lenkungen eventuell aus verschiedenen Quellen eingebaut haben. Diese Fachleute haben auch genügend Erfahrung um die Lenkung wirklich beurteilen zu können.
Es gab doch mal eine Umfrage im Club zu den Wünschen der Mitglieder. Die Beteiligung war so weit ich mich erinnere ganz gut. Für eine derartige Umfrage zu den Hydraulikteilen würde ich persönlich gerne auf eine HP Ausgabe oder einen Clubausweis verzichten.
Viele Grüße
pit
Götz Verified
Beiträge: 221
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Re: AT-Lenkungen

Beitrag von Götz Verified »

Hallo Leute,

es gibt in der Tat zwei Holländer Chyparse und Citrotech. Sorry, meine Aussage vorher war nicht korrekt. Dennoch, auch ich halte eine Angabe von gewissen Fertigungstoleranzen in dieser Form nicht nur für unglaubwürdig sondern sogar für unseriös. Auch möchte ich Frank recht geben wenn er sagt, die Schweine sind die gleichen nur dir Tröge ändern sich. Es ist nun mal ziemlich viel Kernschrott unterwegs. Aber über 80% aller meiner bisher restaurierten Lenkungen waren bisher im originalen Zustand (also bisher unrestauriert) und auch noch kein Schrott. Also gibt es immer noch halbwegs vernünftiges Material. Inzwischen fahren auch schon über vierzig DSen mit meinen Lenkungen übers Land und bisher hatte ich noch keine einzige Reklamation (Leute bitte meldet Euch falls es doch was gibt).
Auch ich bin der Meinung, dass man die Lenkungen und sonstigen Hydraulikteile nicht mit vernünftigem Aufwand nachfertigen kann. Man kann nur (teilweise) neu abdichten und den Verfall verlangsamen. Aber ich bin extrem überrascht, wie hoch die damalige Qualität war. Auch die Langlebigkeit der Bauteile ist unglaublich. Die Hydraulikpumpe meines Xantia ist nach 6 Jahren schon so was von verschlissen, so sieht eine DS Pumpe nach 30 Jahren noch lange nicht aus.

Also Kopf hoch, alles wird gut.

Grüße vom wieder aktiven Hydrauliker
Bernhard(Süd)

Re: AT-Lenkungen

Beitrag von Bernhard(Süd) »

Hallo,

na, jetzt dürften wir in der Summe etwa so schlau wie zuvor sein.

Vor etwas über einem Jahr, wenn ich mich recht entsinne, wurde seitens der Clubzentrale bekundet, das (technische!!!) Problem sei bekannt und man arbeite an einer Klärung.
...Würde mich sehr über eine Reaktion an dieser Stelle freuen, Ulrich...!

Grüße: Bernhard
MenrathU Verified
Beiträge: 1490
Registriert: Do 2. Jan 2003, 01:53

Re: AT-Lenkungen

Beitrag von MenrathU Verified »

Sebastian schrieb:
-------------------------------------------------------
> Ich frage mich, wie dieser Niederlaender die
> Buchsen im Lenkkopf ueberarbeiten will? Dazu
> braucht man eine Koordinatenschleifmaschine, die
> sich kaum jemand leisten kann - ausserdem
> benoetigt man bei der ganzen Fertigung bzw.
> Ueberholung der Teile einen genau temperierten
> Raum - sonst sind 0.5 mü schnell weg.
> Die Angabe der Genauigkeit ist sowieso Quatsch -
> auf welcher Laenge kann er diese Genauigkeit
> erreichen und kann er sie ueberhaupt wiederholen?
> - es geht um ganz andere Toleranzen, wie z. B.
> Zylindrizitaet und Konzentrizitaet und diese
> liegen in Bereichen, die er garantiert nicht
> fertigen und erst recht nicht messen kann - wer
> meint, auf 0.5 mü fertigen zu koennen, muss eine
> Messmaschine in einem klimatisierten Raum haben,
> die 0.05 mü messen kann. Und soweit ich weiss,
> baut noch nicht einmal Zeiss
> Koordinatenmessmaschinen, die das koennen.
> Wenn ich schon sehe, das Maschinen am Fenster
> stehen und die Sonne darauf scheinen kann, dann
> weiss ich schon, mit welcher Genauigkeit dort
> gefertigt wird...
> Ich denke, dass die meisten gar nicht wissen, wie
> wenig 0.5 mü ueberhaupt sind, und welchen Aufwand
> man treiben muss, um solche Genauigkeiten zu
> erreichen...

Moin Sebastian,

was Du schreibst, leuchtet zwar ein, umschreibt aber quasi Laborbedingungen, unter denen die geforderte Präzision erst möglich wäre.

Wie war das wohl damals bei Citroën? Standen dort die Fertigungsmaschinen ebenfalls in klimatisierten Räumen, um die geforderten geringen Toleranzen, wohlgemerkt unter Großserien-Fertigungsbedingungen, einhalten zu können?

Beste Grüße

Uwe


Beste Grüße, Uwe
Bernhard(Süd)

Re: AT-Lenkungen

Beitrag von Bernhard(Süd) »

Hallo Uwe,

ja, soweit ich weiß, wurde und wird bei C. tatsächlich unter Extrembedingungen gearbeitet! Eine Wahnsinnsleistung vor allem auch für damals, die 60er und !50er!-Jahre!!! (Wobei damals noch gepaarte Teile verwendet wurden, ich glaube bis 1961, aber nichtsdestotzotz!).
Wenn ich ENDLICH mal den H... hochkriege, will ich hier den hochinteressanten Artikel über die Hydraulikherstellung im C-Werk Asnières referieren.

Hallo Götz,

...mich interessiert beim jetzigen Diskussionsstand brennend:
Arbeitest Du die Lenkungen auf die gleiche Art auf wie Herr Petermann? Auch im Steuerteil?
Ich will nicht in Dich dringen oder Deine Arbeitstechnik rauskitzeln, aber das Prinzip... Danke im Voraus für eine "Richtungsangabe"!

Grüße: Bernhard
Pit
Beiträge: 2899
Registriert: Fr 17. Jan 2003, 18:39

Re: AT-Lenkungen

Beitrag von Pit »

Hallo Bernhard,
was macht denn Herr Petermann?
pit
Hans-Uwe Fischer x

Re: AT-Lenkungen

Beitrag von Hans-Uwe Fischer x »

Wenn irgendwo die Aussage gemacht wird, "wir fertigen auf 0,5 µm", dann muss das doch auch nachgewiesen werden. Also gemessen werden. Dann muss doch das Messsystem min. eine Dekade mehr auflösen. Also 0,05µm. Gab es denn in den 50er-Jahren solche Messgeräte??
Nur zum Verständnis: Wenn ich einen Meter messen will, darf das Messgerät ja auch nicht eine Messungenauigkeit von +/- 1 m haben. Da ist die Toleranz, oder besser Ungenauigkeit, grösser als der Messwert. Nochmal: Wenn ich also 0,5 µm messen will, kann ich das doch nicht mit einem Messgerät mit einer Messungenauigkeit von +/- 1 µm messen. Und das ist schon gigantisch!
Selbst bei einer komperativen Messung kommt man heute unter den oben genannten Bedingungen ( Sebastian) "nur" auf 0.1 µm.

Grüsse
Hans-Uwe

PS: In meinen früheren Beiträgen nannte ich das Ganze mal die Mär vom µm (o.s.ä).
`Bernhard(Süd)

Re: AT-Lenkungen

Beitrag von `Bernhard(Süd) »

Hallo,

so langsam hab ich die Behauptungen vom Hans-Uwe satt.
Messe er doch, da er ja eh`alles kann, einfach selbst nach, ob die 50er-Jahre Teile nun hochpräzise sind oder nicht, bevor er ohne jede Begründung(!) alles anzweifelt, was längst, längst veröffentlicht ist (z.B. der sehr ausführliche Artikel über die Hydraulikkomponenten-Präzisionsfertigung im Citroën-Werk Asnières).

Oder Gegenfrage: Gabs vielleicht in den 50ern noch keine Elektronenmikroskope? Einschließlich Meßmöglichkeit?
Ist mir aber jetzt egal! Fair fände ichs, er würde sich z.B. mit dem tatsächlichen Experten Herrn Petermann direkt raufen, anstatt hier nur Dinge zu behaupten.

Grüße, Bernhard

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Robert Verified
Beiträge: 3586
Registriert: Mo 31. Jan 2005, 00:41

Re: AT-Lenkungen

Beitrag von Robert Verified »

Hallo Bernhard,

ich will jetzt nicht auf einmal anfangen, den Herrn Fischer zu verteidigen, aber wo er recht hat, hat er recht: Das Messgerät muss in seiner Toleranz eine Dekade genauer sein als das, was es messen soll. So weit die Theorie. Das Problem scheint mir, dass hier keiner genau weiss, wie hoch die Laufspiele und Toleranzen der Schieber ab Werk wirklich waren und wieviel Verschleiss tolerierbar ist. Was das angeht, habe ich bisher nur Spekulation, aber keine nachgewiesenen Fakten gelesen. Erst wenn man das wirklich genau weiss , kann man doch sagen, welche Anforderungen an eine Überholung zu stellen sind. Im übrigen muss ich Götz recht geben, eine ordentlich gemachte Neuabdichtung reicht noch in vielen Fällen aus.

Viele Güsse
Robert
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