LED-Bremslichter

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MichaIN Verified
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Re: LED-Bremslichter

Beitrag von MichaIN Verified »

Hallo,

ich habe in meiner 57er für die Bremslichter solche LED-Igel drin.

Ich wollte damit den Stromhaushalt entlasten (6V Gleichstrom-Lima), da machen gesparte ca. 30W im Leerlauf an der Ampel schon was aus.
Außerdem leuchten sie etwas stärker und "härter" auf, was meiner Meinung nach die Wahrnehmbarkeit verbessert.
Die 6V-Ausführungen gibt es z.B. bei Motorradteileversendern.

Das Flackern gibt es nur bei moderneren Autos, bei denen die Rückleuchten von einem Steuergerät via PWM angesteuert werden. Die Nachrüstpseudobirnen laufen einfach (vermutlich mit Vorwiderständen und/oder geschickter Reihenverschaltung) an Gleichstrom.

Die Ausleuchtung ist etwas problematisch: Die größeren mit entsprechend vielen LEDs (entsprechend ca. 21W Bremslichtersatz) sind igelförmig angeordnet und strahlen in mehrere Richtungen ab.
Die kleineren Versionen (5..10W Ersatz) haben alle LEDs nebeneinander in eine Richtung ausgerichtet, die leuchten seitlich nichts aus. Hatte solche auch für's normale Rücklicht probiert, die haben aber nur ein Sternmuster auf die mattscheibenartigen Rückleuchten projiziert.


Allerdings habe ich inzwischen schon zweimal Kontaktschwierigkeiten beim Bremslichtschalter gehabt. Offenbar ist der Strom zu gering, um den Kontakt bei Laune zu halten.


Viele Grüße,
Michael.
DS20_break Verified
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Re: LED-Bremslichter

Beitrag von DS20_break Verified »

Drei Igel lassen grüßen, sind 4 Jahre alt.
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erdgebundene Grüße,
Hardy
Langhuber Verified
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Re: LED-Bremslichter

Beitrag von Langhuber Verified »

Ich wollte ja grade nicht nur Spezifikationen aus dem www, sondern habe explizit nach praktischen Erfahrungen gefragt. Die Angaben von Lumen/Watt nützt auch nix, wenn ich nicht weiss, wie das im Verhältnis zu den originalen Lampen ist.

Zudem kommt noch was dazu: LEDs strahlen auf Grund der Halbleiterphysik ein beinahe monochromes Licht ab. Wenn man jetzt eine rote Streuscheibe im Lampengehäuse hat, deren Hauptdurchlassfähigkeit knapp neben dem Emissionsmaximum der LED liegt, dann kann es durchaus sein, dass die LED durch die Streuscheibe dunkler scheint als eine Glühbirne.
Jede Frau, die sich bunte Klamotten kauft, weiss dass man deren Wirkung bei Tageslicht beurteilen muss, weil schon das Licht der Leuchtstoffröhren in den Geschäften kein kontinuierliches Weißspektrum hat. Und dieser Effekt (-> Metamerie) ist bei LEDs noch weit stärker ausgeprägt.


Mahlzeit,
[quote=hgk]
Moin,
mach mal und berichte.
[/quote]
Ja, werde ich tun. Ich hatte eigentlich gedacht, dass auch andere schon Erfahrungen gemacht haben, über die sie hier Konkretes berichten können.


Klemens
[i]"Wer in meinen Beiträgen Schreibfehler findet, darf sie gerne behalten"[/i]

(DS 19M, Ez 7/1963 in Stuttgart)
Langhuber Verified
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Re: LED-Bremslichter

Beitrag von Langhuber Verified »

Hallo Michael,

danke für Deine Erfahrungen. Solche Igel hätte ich nie als Bremslichtersatz in Betracht gezogen, da ich mir schon dachte, dass seitliche Abstrahlung an der Stelle nichts bringt.
die haben aber nur ein Sternmuster auf die mattscheibenartigen Rückleuchten projiziert.
Auf das Sternenmuster der nebeneinander liegenden LEDs wäre ich so nicht gekommen. Das geht aus den Prospektdaten natürlich nicht hervor. Aber das gehört auch in die Kategorie "Interaktion der Lichtquelle mit der Streuscheibe".
schon zweimal Kontaktschwierigkeiten beim Bremslichtschalter gehabt. Offenbar ist der Strom zu gering, um den Kontakt bei Laune zu halten.
Das ist der sogenannte Fritt-Effekt. Mechanische Kontakte brauchen einen gewissen Mindeststrom um zuverlässig zu schalten. Der Fritt-Effekt hatte zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine große Bedeutung, als man mit sogenannten "Frittern" oder "Kohärern" die ersten Funkempfangsversuche machte. Der Erfinder des Fitters, Édouard Branly, liegt übrigens auf dem Friedhof Père-Lachaise in Paris. (Das nur nebenbei, sozusagen détours).

Klemens
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DS20_break Verified
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Re: LED-Bremslichter

Beitrag von DS20_break Verified »

@Klemens
was willst du denn nun wirklich wissen? Das sind meine Erfahrungen und da ich selten hinter mir herfahre kann ich dir nicht sagen in welcher Kurve die Beleuchtung wie wirkt. Kannst ja mal hinter mir herfahren.

[quote=DS20_break]
[quote=Pit]
Was ist der Vorteil? Könnte man damit bei den alten kleineren Rücklichtern mehr Helligkeit ohne Wärmeschäden erzeugen?
Grüße,
pit[/quote]
ich weiß nicht welche Fassung die alten Leuchten haben und wieviel Platz für die "Birne" ist. Die LEDs sind hell und werden nicht warm. Ich verwende sie z.B. auch als Kontrollleuchten im Armaturenbrett und für die Innenraumbeleuchtung. Hab eh nicht die schönen Kinoleuchten im break.[/quote]
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Hardy
1956-1969
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Re: LED-Bremslichter

Beitrag von 1956-1969 »

Klemens, verstehe, so meinst du das mit den Vorwiderständen. Du willst also keine Leistung sparen, sondern deinen alten Bimetallblinkgeber mit dem gleichen Strom belegen wie vorher.
Dann brauchst du bei einer nackten LED gleich 2 zusätzliche Widerstände:
Einen in Reihe zur LED, um den Unterschied zwischen der Spannung der durchgeschalteten LED und der Batterie abzufangen und einen parallel zu dieser Reihenschaltung, um die eingesparte Stromstärke zusätzlich vorbeizuleiten.

Wenn es um so einen Igel geht, den du da in led.jpg abbildest, reicht ein Widerstand parallel zum Igel.
Betrachten wir den Igel genauer. Die Stromstärke ist ca 0,1A ( auf den Datenblättern mal 50mA, mal 85mA) und damit die Leistung 1,2W ( 1W steht in den Datenblättern).
Dann steht da auch 3,5lumen bei 1W im Datenblatt. Das bezeichnet hgk zwar als Steinzeit, demnach ist aber genau diese Steinzeittechnik im Igel eingebaut.
Zur Helligkeit: Wenn man 15W in Wolframtechnik mit 1W in LED vergleicht, wäre das ein Faktor 15. Mein oben angegebener „Steinzeitfaktor“ ist aber 6. Daraus folgt, dass der abgebildete Igel bei weitem nicht so hell ist wie die alte 15W-Glühlampe.
Igel als Blinker mit Altgeber: Durch die alte 15W-Lampe mit 9,6Ω flossen 1250mA, durch den Igel 85mA. Also muss man am Igel 1165mA vorbeileiten. Das gelingt mit einem 10Ω-Widerstand. Dann hat man dem ollen Blinkgeber wieder seinen Strom zugeführt, den er möchte.

MichaIN: Zum auf „Laune halten“ der Kontakte braucht man etwa 100mA. So waren jedenfalls die alten Transistorzündungen ausgelegt. Mit den LED-Lampen ist man da nicht viel drunter....
Uli
Langhuber Verified
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Re: LED-Bremslichter

Beitrag von Langhuber Verified »

Hallo Uli,
1956-1969 hat geschrieben: Klemens, verstehe, so meinst du das mit den Vorwiderständen.
ja, beinahe. Aber erstens will ich die Blinker nicht ersetzen, sondern nur erklären weswegen man diese Nebenwiderstände bräuchte, wollte man dies tun. Und da die Blinker zweitens auch im Original 21W haben, käme man nach Rechnung nicht auf Deine 9,6Ω pro Birne, sondern auf meine 5,8Ω pro Birne, zusammen also meine 2,9Ω.

Mein Problem ist, die schmelzende Streuscheibe bei 21W und der Stromverbrauch im Stand an der Ampel wenn das Licht an ist und ich den Fuß auf der Bremse habe.
Klassische Lösung: 21W -> 15W.
Das werde ich als erstes versuchen, dann sollte das Übertemperaturproblem nicht mehr aufteten. Aber die Bremsleuchten der DS (nur unten) sind im Zeitalter der 3. Bremsleuchte oben natürlich nicht mehr da, wo die meisten Autofahrer heutzutage typischerweise hinschauen. Und wenn man die dann auch noch runterdimensioniert...

Diverse Alternativen:

LED, scheint aber laut MichaIN auch nicht unproblematisch zu sein, wenn man von der StVZO mal absieht.

Im Elektor gab es in den 1970er Jahren mal einen "Bremslichtmodulator": Man trappt auf die Bremse und das Bremslicht setzt zerhackt ein, d. h. es flimmert irgendwie im 1/2-Sekunden-Takt, um nach einiger Zeit in Dauerlicht überzugehen. Das soll die Aufmerksamkeit beim Hintermann stärken. Ich mache das manchmal wenn ich sehe, dass es vorne staut: Ein paar mal schnell hintereinander auf die Bremse treten, damit es blinkt, bevor ich dann wirklich bremse.
(Ist aber erstens elektronisch :-( und zweitens vermutlich auch nicht zulässig :-( :-( )

Nächste Idee: 21W-Birnen, die nach kurzer Zeit (2-3) Sekunden auf 15W abgedrosselt werden. Aber wie zuvor: elektronisch und bestimmt auch verboten.

Vermutlich noch verbotener: Oben in die Reflektoren der Blinker 2-3 superhelle rote LEDs einbauen.
(@Claude-Michel: Die sind beide nicht mehr original. Die eine Scheibe habe ich während der Fahrt verloren, und damit es gleich aussieht, habe ich zwei bei DS nachgekauft. ;-)


Klemens
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hgk Verified
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Re: LED-Bremslichter

Beitrag von hgk Verified »

!
[quote=1956-1969]
... auch 3,5lumen bei 1W im Datenblatt. Das bezeichnet hgk zwar als Steinzeit, demnach ist aber genau diese Steinzeittechnik im Igel eingebaut.
Zur Helligkeit: Wenn man 15W in Wolframtechnik mit 1W in LED vergleicht, wäre das ein Faktor 15. Mein oben angegebener „Steinzeitfaktor“ ist aber 6.
Uli[/quote]

Du solltest nicht mit dem Faktor rechnen, weil Du da die Basis nicht kennst

Die klassische Glühlampe hat ca. 6,5 lm/W und eine Halogenlampe etwa 10 lm/W, mit hin bekommst Du bei 15 W zwischen 100 und 150 lm.
und jetzt suchst Du die LED Leuchte, die das kann. Richtig gute LED Leuchten mitklaren oder weißen Sreuscheiben haben derzeit 80 - 100 lm/W, die oben komt da noch nicht mal ansatzweise hin.

Hinzu kommt das Thema mit der Filterwirkung ...

MsG
Hans
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1956-1969
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Re: LED-Bremslichter

Beitrag von 1956-1969 »

hgk: „Du solltest nicht mit dem Faktor rechnen, weil Du da die Basis nicht kennst“

Zumindest lesen kann ich.
Du schreibst oben wörtlich : „3,5 lm/W ist LED-Steinzeit ...“.
Und ich lese im Igeldatenblatt „3,5lm/W“.
Weil die Igellampe nun 1W hat, hat sie auch 3,5lm. Das ist wie 1+1=2.
Also ist exakt die „Steinzeittechnik“ drin.
1W hat sie auch wegen P= 12V mal 85mA gleich 1W.

Und im übrigen habe ich mir den Faktor 6 auch nicht ganz aus den Fingern gesogen.

Zwischen antiker Kohlefadenlampe und Wolframfadenlampe gibt es den Faktor 5. Zwischen Wolframfadenlampe und Leuchtstofflampe ( Energiesparlampe) gibt es auch den Faktor 5. Und weil LED noch ein wenig besser ist, habe ich 6 genommen. Das kann man aus Entsprechungstabellen zu käuflichen Lampen sehen, wenn man es nicht mit dem Fettfleckphotometer selbst vergleichen will, was ich öfter gemacht habe.
Dazu finde ich es etwas frech, dass du festlegst, was ich an Basis kenne oder nicht zu dem Thema.
Da nützen mir Zahlen 80-100 nichts, wenn sie hier nicht zutreffen bei den Leuchtmitteln, von denen hier die Rede ist.
Uli
M. Ferchaud
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Re: LED-Bremslichter

Beitrag von M. Ferchaud »

Erhitzte Gemüter und immer wieder amüsante Pat und Patachon-Einlagen...

Dabei werden LED-Leuchten doch gar nicht so heiß, zumindest nicht in erwähnten Leistungsklassen...

;-)

Keep it easy...

Grüße
M.
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