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Re: Motoröl...The Never Ending Story

Verfasst: Mo 21. Sep 2015, 21:32
von anieder
Hallo Thorsten

Da es hier ja nicht darum geht " Recht zu haben" oder als "mobil 1 Vertreter das Zeug an den Mann zu bringen", musst du dir am Ende eh ein eigenes Urteil bilden. :-)

Ich hatte die werbeaussage ja nur deshalb zitiert, um zu zeigen, dass es hier nicht um eines der ganz speziellen Leichtlauf longlife öle gute.

Auch wenn das schon aus der ACEA Norm hervorgeht.


Die Krux bei dem Thema ist tatsächlich, dass man nichts "beweisen" oder trivial "ausprobieren" bzw "erfahrungsberichten" kann.

Dazu sind die Dauern und Analysemethoden (bis er verreckt?) die wir hier haben nicht geeignet.

Bleibt also, das zu bewerten was man lesen kann.

Sicher kann man das Thema überbewerten. Aber Fakt ist auch, ohne Öl läuft so ein Motor nicht lange. Will sagen, das ist schon eine Art Lebenselixier der Mechanik.

Gruß

Andreas

Re: Motoröl...The Never Ending Story

Verfasst: Mo 21. Sep 2015, 21:54
von priusb78
Hallo Andreas,
das glaube ich Dir!

Ich würde ja auch sofort auf Mobil umsteigen, wenn es irgendeinen glaubhaften Nachweis gäbe, dass es besser als mein bisheriges Liqui Moly ist. Ich kann ja nicht mal sagen, ob es evtl. sogar schlechter wäre...
So bleibt es beim Glauben an die Herstelleraussagen.

Wahrscheinlich ist es am Ende egal, die Motoren scheinen robust zu sein und Ölwechselintervalle, vernünftige Fahrweise und ordentliche Wartung spielen sicherlich auch ihre Rolle.

Gruß Thorsten

Re: Motoröl...The Never Ending Story

Verfasst: Mo 21. Sep 2015, 23:09
von Pit
Hallo,
ich habe zuletzt das Liqui Moly Touring High Tech 20W-50 verwendet. Leider habe ich keine Ahnung ob das gut ist.
Die Datenblätter vom LM Classis 20W-50HD und dem LM Touring High Tech unterscheiden sich hauptsächlich in der Gesamtbasenzahl ( Classic 5,1mg/g, Touring 9,0mg/g) und der Sulfatasche (Classic 0,65g/100g, Touring 1,05g/100g). Dafür kostet das Classic fast doppelt so viel.
Mir sagen diese Zahlen leider nichts. Kann da jemand was dazu sagen?
Viele Grüße,
pit

Re: Motoröl...The Never Ending Story

Verfasst: Mo 21. Sep 2015, 23:49
von Robert
Hallo Andreas,

ich wollte nur wiedergeben, was mein gegenwärtiger Wissens- bzw. Irrtumsstand ist. Ich habe mich etwas zu verkürzt ausgedrückt und konkretisiere:
1. Ich weiss, dass SAE 50 SAE 50 ist, egal ob Synthetik- oder normales Öl. Aber die modernen Öle und auch das hier angesprochene sind 5W-50, während die mineralischen Öle meist mit 20W-50 angeboten werden. Das moderne Öl ist also nach meinem Verständnis im kalten Zustand viel dünnflüssiger, was die Lager beim Kaltstart sicher erfreut, aber, so wie ich meine gelesen zu haben, Ölundichtigkeiten begünstigt. Wenn das bei der DS kein Problem sein sollte, umso mieux.
2. Warum irgendwelche modernen Additive Lagermaterialien und Simmerringe angreifen sollen, weiss ich mangels eigener tribologischer, chemischer und physikalischer Kenntnisse nicht, man liest es halt immer wieder.
3. Dann gibt es ja immer wieder diese Geschichte, dass Autos ohne Ölfilter mit Ölen gefahren werden sollten, die den Dreck nicht in der Schwebe halten, und Autos mit Ölfilter mit solchen, bei denen genau dies erwünscht ist. Leider gibt es erstere meines Wissens nur als Einbereichsöl SAE 30.

Mein Alltagsauto ist, wie ich hier schon das ein oder andermal erwähnte, eine ID mit Langhuber, also ohne Ölfilter, mit inzwischen entweder knapp 200 oder 300 Tkm, jedenfalls waren 20.000 auf dem Tacho, als ich sie gekauft habe. Da ich das Auto ganzjährig fahre, habe ich mich trotz des unter 3. Gesagten für ein Mehrbereichsöl entschieden, und dabei wegen Punkt 2 die ältest-mögliche Spezifikation, die noch im Handel erhältlich ist, nämlich SF-CD, gewählt. Entweder Castrol GTX oder Miller Oldtimer-Öl. Jährlicher Wechsel, also alle 3-5000 km. Auto fährt problemlos, anlässlich eines Kupplungswechsels vor ein paar Jahren mal in die Ölwanne geschaut, sah gut aus, kein Schlamm. Bei der Gelegenheit auch den Simmerring am Schwingungsdämpfer getauscht, leider ist sie an der Stelle inzwischen wieder inkontinent. Wie gesagt, bin eigentlich zufrieden mit dem, was ich habe, aber wenn ich meinem Motor mehr Gutes tun kann, pourquoi pas.

Viele Grüsse
Robert

Re: Motoröl...The Never Ending Story

Verfasst: Mo 21. Sep 2015, 23:56
von papasitt
@Mit dem Motor fahre ich seit ca 6000 km und drei Ölwechseln

Übertreibungen können auch schaden.

LG

Re: Motoröl...The Never Ending Story

Verfasst: Di 22. Sep 2015, 00:37
von anieder
Hallo


Durchweg schädlich für metallische Werkstoffe im allgemeinen ist Säure.
https://www.oelcheck.de/wissen-von-a-z/ ... -2011.html

Daher ist eine hohe TBN prinzipiell positiv zu bewerten.
Nur für organische Stoffe können wiederum basische Eigenschaften kontraindiziert sein.

Nun ist jedem überlasen zu bewerten ob sein DS Motor eher aus metallischen Werkstoffen oder aus organischen besteht. (Ok, ist etwas polemisch)

Was Sulphatasche angeht:

https://www.oelcheck.de/pruefverfahren/sulfatasche.html

Soweit ich das verstanden habe kein echtes Qualitätskennzeichen.


Nur insofern als:
Moderne Motoren mit ihrer ausgefeilten Abgasnachbehandlung verlangten nach Low SAPS also wenig z.b. S ulphatasche.
Darauf müssen sie aber ausgelegt sein und die Additivpakete des Öls darauf abgestimmt.
Wenig Sulphatasche heißt also ggf. Geringere Additivierung.
Die Additive an sich sorgen aber für Verschleißschutz und Reinigung.

Könnte also sein, dass in dem Classik Öl weniger Additive sind, da ja allgemein die Meinung verbreitet wird, dass alte Motoren das lieber mögen.
Allerdings auch dass sie nie genug Zddp bekommen können, was allerdings ein Additiv ist....

Und hier ist dann der Widerspruch bei der Klassiköl Betrachtung...



Gruß

Andreas

Re: Motoröl...The Never Ending Story

Verfasst: Di 22. Sep 2015, 01:04
von anieder
[quote="Robert Kruse"]
Hallo Andreas,

ich wollte nur wiedergeben, was mein gegenwärtiger Wissens- bzw. Irrtumsstand ist. Ich habe mich etwas zu verkürzt ausgedrückt und konkretisiere:
1. Ich weiss, dass SAE 50 SAE 50 ist, egal ob Synthetik- oder normales Öl. Aber die modernen Öle und auch das hier angesprochene sind 5W-50, während die mineralischen Öle meist mit 20W-50 angeboten werden. Das moderne Öl ist also nach meinem Verständnis im kalten Zustand viel dünnflüssiger, was die Lager beim Kaltstart sicher erfreut, aber, so wie ich meine gelesen zu haben, Ölundichtigkeiten begünstigt. Wenn das bei der DS kein Problem sein sollte, umso mieux.
2. Warum irgendwelche modernen Additive Lagermaterialien und Simmerringe angreifen sollen, weiss ich mangels eigener tribologischer, chemischer und physikalischer Kenntnisse nicht, man liest es halt immer wieder.
3. Dann gibt es ja immer wieder diese Geschichte, dass Autos ohne Ölfilter mit Ölen gefahren werden sollten, die den Dreck nicht in der Schwebe halten, und Autos mit Ölfilter mit solchen, bei denen genau dies erwünscht ist. Leider gibt es erstere meines Wissens nur als Einbereichsöl SAE 30.

Mein Alltagsauto ist, wie ich hier schon das ein oder andermal erwähnte, eine ID mit Langhuber, also ohne Ölfilter, mit inzwischen entweder knapp 200 oder 300 Tkm, jedenfalls waren 20.000 auf dem Tacho, als ich sie gekauft habe. Da ich das Auto ganzjährig fahre, habe ich mich trotz des unter 3. Gesagten für ein Mehrbereichsöl entschieden, und dabei wegen Punkt 2 die ältest-mögliche Spezifikation, die noch im Handel erhältlich ist, nämlich SF-CD, gewählt. Entweder Castrol GTX oder Miller Oldtimer-Öl. Jährlicher Wechsel, also alle 3-5000 km. Auto fährt problemlos, anlässlich eines Kupplungswechsels vor ein paar Jahren mal in die Ölwanne geschaut, sah gut aus, kein Schlamm. Bei der Gelegenheit auch den Simmerring am Schwingungsdämpfer getauscht, leider ist sie an der Stelle inzwischen wieder inkontinent. Wie gesagt, bin eigentlich zufrieden mit dem, was ich habe, aber wenn ich meinem Motor mehr Gutes tun kann, pourquoi pas.

Viele Grüsse
Robert[/quote]

Hallo Robert,

Wie schon gesagt. ich meine ja nicht dass das grundlegend falsch ist was du tust. Und der ultimative Crack bin ich sicher auch nicht.
Dennoch
1)
Warum soll ein SAE 50 Öl was egal ob mineralisch oder synthetisch im warmen Zustand messbar!! niedrigviskoser (vulgo flüssiger) ist als ein SAE 5w Öl im kalten Zustand dann weniger undicht sein?
Oder andersrum. Das SAE 5 W Öl ist kalt deutlich !! "Dickflüssiger" als egal welches Öl im warmen Zustand (!!!) und soll trotzdem "undichter" sein?
Nur weil es synthetisch ist? Das ist physikalischer Nonsens und wirklich nur sch.....Haus Parole.
Ich sag das mal so deutlich ohne jemanden damit angreifen zu wollen.
2)
Ja es wird immer nur gesagt. Warum sollen aber ausgerechnet die Additive in dem billigen Ök besser sein? Was ist jetzt an dem DS Motor so anders, als an modernen Motoren? Im CX 25 etc.. Hat er so bis in die späten 80 er existiert.
3)
Ja das ist speziell. Hier musst man wie Thom abwägen.
Keine reinigenden Additive also auch keine verschleissschützenden oder doch beide.
Zunächst würde ich mal behaupten dass auch zeitgenössisch in den späten 60ern niemand in den Werkstätten für die Langhuber extra addiitvfreies Öl hatte.
Nun nimmst du ja auch schon additiviertes Öl. Warum soll nun dieses zufälligem genau so wenig reinigen wie es passt? Deine schlammfreie Ölwanne zeigt doch, dass nicht alles dort abgelagert wurde wie es immer heißt dass es bei filterlosem Motoren sein soll. Also wurde es ja in der Schwebe gehalten und beim Ölwechsel ausgeschwemmt. warum soll nun ein Ök was das noch besser kann das schlechtere sein?

Gruß

Andreas

Re: Motoröl...The Never Ending Story

Verfasst: Di 22. Sep 2015, 15:16
von Robert
[quote=anieder]Das SAE 5 W Öl ist kalt deutlich !! "Dickflüssiger" als egal welches Öl im warmen Zustand (!!!)[/quote]

Hallo Andreas,

genau das ist aber doch nicht so, oder ich irre mich ganz furchtbar. Ein 5W-50 ist nach meinem Verständnis (letztere drei Worte in Gedanken bitte in jeden folgenden Satz einfügen) in kaltem Zustand ein SAE 5, also ganz dünnflüssig, und nimmt mit Erwärmung an Viskosität zu, bis es SAE 50, also dickflüssig ist. Ein 20W-50 ist in kaltem Zustand eben ein SAE 20, also deutlich dickflüssiger.
Natürlich ist die Viskosität unabhängig davon, ob das Öl nun mineralisch oder synthetisch ist, aber wenn ich mir ansehe, was auf dem Markt ist, so sind die typischen mineralischen Öle 15W-40 oder 20W-50, während die synthetischen Öle meist grössere Viskositätsbereiche überstreichen, z.B. 5W-50 oder 10W-60.
Insoweit scheint die niedrigere Anfangsviskosität doch eine typische Eigenschaft vieler moderner Synthetiköle zu sein, und niedrige Viskosität könnte eben höhere Leckagegefahr bedeuten.


Viele Grüsse
Robert

Re: Motoröl...The Never Ending Story

Verfasst: Di 22. Sep 2015, 19:13
von Trax
[quote=papasitt]
@Mit dem Motor fahre ich seit ca 6000 km und drei Ölwechseln

Übertreibungen können auch schaden.

LG[/quote]

warum Übertreibung?

Der 15-SIX-Motor hat keinen Ölfilter. Typischerweise Ölwechsel alle 1000 bis 2500 km, je nach Belastung..

Re: Motoröl...The Never Ending Story

Verfasst: Di 22. Sep 2015, 19:18
von anieder
[quote="Robert Kruse"]
[quote=anieder]Das SAE 5 W Öl ist kalt deutlich !! "Dickflüssiger" als egal welches Öl im warmen Zustand (!!!)[/quote]

Hallo Andreas,

genau das ist aber doch nicht so, oder ich irre mich ganz furchtbar. Ein 5W-50 ist nach meinem Verständnis (letztere drei Worte in Gedanken bitte in jeden folgenden Satz einfügen) in kaltem Zustand ein SAE 5, also ganz dünnflüssig, und nimmt mit Erwärmung an Viskosität zu, bis es SAE 50, also dickflüssig ist. Ein 20W-50 ist in kaltem Zustand eben ein SAE 20, also deutlich dickflüssiger.
Natürlich ist die Viskosität unabhängig davon, ob das Öl nun mineralisch oder synthetisch ist, aber wenn ich mir ansehe, was auf dem Markt ist, so sind die typischen mineralischen Öle 15W-40 oder 20W-50, während die synthetischen Öle meist grössere Viskositätsbereiche überstreichen, z.B. 5W-50 oder 10W-60.
Insoweit scheint die niedrigere Anfangsviskosität doch eine typische Eigenschaft vieler moderner Synthetiköle zu sein, und niedrige Viskosität könnte eben höhere Leckagegefahr bedeuten.


Viele Grüsse
Robert[/quote]

Hallo Robert

Nein das ist absolut nicht so.


Die erste Zahl bei mehrbereichsölen beschreibt eine andere Größe als die Zweite.

Daher gibt es auch 20 w 20. das ist kein Schreibfehler dann

Es gibt nämlich auch einbereichsöle mit der SAE z.b. 20w. Das sind die Winteröle.

Synthetische Öle können schon vom Grundöl her mehrbereichsölen sein. So sind sie Designed.
mieralische sind per es immer eher einbereichsöle und werden durch Zugabe von VI Verbesserern zu Mehrbereichsölen

Diese VI Verbesserer zerfallen aber unter der Scheerbelastung im Motor. Und somit wird aus 20. w 50 dann eher 20 w 40.

Die erste Zahl ist die dynamische Viskosität der Winter SAE klasse und die andere die kinematische Viskosität.

"Dynamische Vikosität: Prüftemperatur 0 grad F oder - 17,7 grad C.Durchfluß gemessen in pascal sekunde und als Poise interpretiert.Kinematische Viskosität: Prüftemperatur 98,9 grad C oder 210 grad F.Durchfluß als mm² / sekunde und interpretiert als Stoke."

Eine Flüssigkeit die sich unter Wärme eindickt gibt es soweit ich weiß überhaupt nicht.

auch ein synthetisches Öl wird mit steigenden Temperaturen dünnflüssiger.

Und ist wie gesagt messbar dicker wenn kalt als ein 20 w 50 warm.

Daher sage ich ja, dass im www viele Märchen immer wiederholt werden, die genau so wenig stimmen, wie dass alle französischen Autos Dreck sind, extrem rosten (zumindest sicher immer mehr als deutsche) und vor allem Citroën immer mit kaputter Hydraulik liegen bleiben.
Das wir auch gebetsmühlenartig immer wieder behauptet ;-)

Gruß

Andreas