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Re: Zylinderkopfdichtung

Verfasst: Mi 27. Apr 2016, 18:42
von hgk
Die Dichtung, die bei mir ca. 1 Jahr drin war, war plastisch verformt.
Das Ringmaterial sieht bei Dir auch deutlich massiver aus.
ich habe noch eine dicke Dichtung hier, die kramme ich mal raus.

MsG
Hans

Re: Zylinderkopfdichtung

Verfasst: Mi 27. Apr 2016, 19:29
von hgk
So, jetzt habe ich ein paar Bilder gemacht:

Die massivere Wulst fällt schon im dierekten Vergleich auf: (Oben Standard, Unten Übermaß)

[attachment 10443 1DSC_5195.jpg]

Die Steghöhe (ungequetscht) der dicken Dichtung liegt zwischen 2,3 - 2,5 mm, d.h. fast 0,8 - 1 mm stärker als die Dichtung selbst, sieht also aus wie in Pits Bild.

[attachment 10444 2DSC_5196.jpg]

Bei der Standarddichtung liegt die Steghöhe mit 1,41 mm nur 3-4/100 über dem Maß von 1,37 (alles ungequetscht)

[attachment 10445 4DSC_5198.jpg]

Jetzt muß natürlich der Feuersteg mit stärkerer Dichtung auch massiver werden, aber so viel?
Außerdem ist die Fläche fast ein Drittel größer, als bei der Standarddichtung.

Re: Zylinderkopfdichtung

Verfasst: Mi 27. Apr 2016, 19:57
von Pit
Danke Hans,
es sieht also für mich so aus, als ob die Verstärkungen zu fest wären. Aber wieso funktioniert das nur bei mir nicht? Hast du so eine dickere Dichtung schon mal verbaut?
Grüße,
pit

Re: Zylinderkopfdichtung

Verfasst: Mi 27. Apr 2016, 23:07
von hy1600
Für was für ein Auto (ID, DS), Hubraum? Habe etliche "originale" ältere Dichtungen, ob eine verstärkte dabei ist, muss ich sehen.

Re: Zylinderkopfdichtung

Verfasst: Mi 27. Apr 2016, 23:46
von Robert
Hallo Pit,

als ich meinen Motor mit der normalen ZKD zusammengebaut hatte, war mir ein Fehler unterlaufen und ich musste wieder demontieren. Die Verstärkungen waren deutlich verformt, wie es Hans auch schreibt, und zeigten die Abdrücke der Buchsen. Ich erinnere mich daran, weil ich überlegt hatte, ob man die Dichtung wiederverwenden könnte, was mir danach ausgeschlossen erschien.
Btw: Dass bei Sassens anscheinend die Bucheli-Anleitung anstelle des Werkshandbuchs verwendet wird, ist, ähem, Komplexitätsreduktion…

Viele Grüsse und gutes Gelingen

Robert

Re: Zylinderkopfdichtung

Verfasst: Do 28. Apr 2016, 02:25
von Til
Hallo HUF - danke - wieder was gelernt - ich haette wahrscheinlich sagen sollen, dass ich hier nur wiedergebe, was mir ein bekannter Citroenmechaniker hier in den USA, der selbst Rennen faehrt (Carsten weiss, von wem ich rede), dazu gesagt hat - die Frage von Pit, ob die 0.4mm in der Praxis relevant sind, bleibt also unbeantwortet.

Til

Re: Zylinderkopfdichtung

Verfasst: Do 28. Apr 2016, 08:43
von Pit
Hallo hy1600,
ds21 Bj. 68 DX-Motor

Re: Zylinderkopfdichtung

Verfasst: Do 28. Apr 2016, 09:21
von Hans-Uwe Fischer
Til hat geschrieben: Hallo HUF - danke - wieder was gelernt - ich haette wahrscheinlich sagen sollen, dass ich hier nur wiedergebe, was mir ein bekannter Citroenmechaniker hier in den USA, der selbst Rennen faehrt (Carsten weiss, von wem ich rede), dazu gesagt hat - die Frage von Pit, ob die 0.4mm in der Praxis relevant sind, bleibt also unbeantwortet.

Til
Hallo Til,

was wäre der Mensch, würde er nicht laufend dazulernen. Obwohl, wenn man so die Welt betrachtet...

Nur ganz kurz: Wird das Gemisch zu früh zum Explodieren gebracht, also zu viel Frühzündung, bekommt der Kolben eine Schlag gegen seine Aufwärtsbewegung. Das generiert einen "hellen" Klang, das Klingeln.

Explodiert das Gemisch durch Selbstentzündung (geschieht nachdem das Gemisch bereits seine Flammfront aufgebaut hat), bekommt der Kolben einen Schlag mit der Kolbenbewegung. Das generiert einen "dumpfen" Klang, das Klopfen.

Wenn also die Zündung richtig eingestellt ist, aber die Klopffestigkeit des Benzins zu niedrig ist, entsteht ein Klopfen. Durch ein weiteres Verzögern/Zurücknehmen des Zündzeitpunktes, hat sich das Gemisch bereits etwas entspannt (die aufgebaute Verdichtung geht zurück) und die Selbstentzündung wird verhindert. Die Leistung des Motors geht aber deutlich in den Keller.

Wie gesagt, nur ganz grob erklärt. Selbstverständlich spielen da noch andere Dinge mit hinein. Ich habe auch ganz bewusst zwischen "zünden" und "explodieren" unterschieden. Das ist in der zeitlichen Abfolge nicht unbedingt dasselbe.

Aus der ZKD-Diskussion halte mich besser heraus. Nur soviel: Mit einem stück weicher Pappe, kann man einen Probeabdruck von den Verhältnissen am ZK machen. Und einmal benutzte Dichtungen sollte man tunlichst nicht mehr einsetzen.

HUF

Re: Zylinderkopfdichtung

Verfasst: Do 28. Apr 2016, 09:21
von Thomas Held
[quote=Robert]
Btw: Dass bei Sassens anscheinend die Bucheli-Anleitung anstelle des Werkshandbuchs verwendet wird, ist, ähem, Komplexitätsreduktion…
[/quote]

Hallo Robert,

in diesem Falle ist die Bucheli-Anleitung umfassender als das Werkstatthandbuch. Zumindest meine ich, dort eben keine Angaben zu Buechsenueberstaenden lesen zu koennen.
Zwar wird in den Citroën-Handbuechern die Wichtigkeit der Verwendung passender Kopfdichtungen zu den verschiedenen Fussdichtungen betont, was sicher im Hinblick auf eben den richtigen Buechsenuebersstand geschieht. Masse werden aber meines Wissens dort nicht angegeben.
Gruss,

Tom

Re: Zylinderkopfdichtung

Verfasst: Do 28. Apr 2016, 09:22
von Pit
Hallo Hans,
deine Messungen bestätigen auch, dass die angeblich um 0,5mm dickere Dichtung nur ca. 0,1mm dicker ist. Dazu kommt sie mir weicher vor, sodass sie eingebaut vielleicht garnicht dicker ist!
Ich hatte beim Dichtungsmaterial (nicht die Ringe) 1,4mm bei der normalen Dichtung aus dem "Glaser Satz" und 1,5mm bei der dickeren Dichtung von Victor Reinz gemessen. Die alte rote Dichtung hatte 1,2mm nach ?? Jahren.
Grüße,
pit