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Re: Wasserpumpe selbst überholen ! (Langhuber)

Verfasst: Do 1. Nov 2012, 12:03
von Langhuber
Zu LHS und Co komme ich im nächsten Frühjahr.
Jetzt geht es erst mal mit der Pumpe weiter.
Die geht morgen zur Firma Hennig in Essen, mal sehen was die sagen. Wenn sie es nicht
machen können oder es mir zu teuer erscheint, schicken sie sie mir angeblich kostenlos
zurück, dann kann ich immer noch Plan B und C versuchen.

Bis dahin gibts aber noch andere Fragen: Ich werde beim Franzosen z. B. noch die Dichtung
zum Motorblock bestellen. Im Handbuch steht was von "Dichtflächen abkratzen" und von
Dichtpaste. Was genau? In einem anderen Forum empfahl jemand "Fermit", welches nicht
eintrocknet und bei Bedarf auch leicht wieder entfernen lässt. Aber Fermit ist ein Hersteller
mit 1000 Produkten. Mit was habt Ihr denn Erfahrungen gemacht?
Und abkratzen: Wie? Mit feinem Schleifpapier oder Küchenschaber?

Sodann ist der grosse Anschlussstutzen der Pumpe etwas wegkorrodiert, d. h. am Rand ist
ein ca 7*7 qmm grosses Loch. Das hat wohl ein Vorgänger mit irgendetwas "repariert", was
aber beim Reinigen der Pumpe abgebröselt ist.
Ich denke, dass das ein Fall für "Flüssigmetall" ist. Gibt es da was empfehlenswertes, oder
etwas was man beachten muss, dass z. B. kein Lokalelement zwischen dem Metall der
Pumpe und den Metallpartikeln im Flüssigmetall entstehtt? Aus was besteht denn die Pumpe
überhaupt? Alu?

Und zuletzt: Pumpe und Kühler machen einen etwas verkalkten Eindruck. Soll ich die bei
der Gelegenheit vielleicht entkalken? Irgendwer empfahl Ameisensäure, ich hätte eher
Zitronensäure genommen.
Andererseits habe ich persönlich die Erfahrung gemacht, dass Kaffemaschinen recht
häufig Entkalkungsaktionen mit undichtem Geschlauche quittiert haben. Also den Kalk
vielleicht doch lieber drin lassen?


Viele Grüsse aus dem feiertägliche Baden-Württemberg
Klemens

Re: Wasserpumpe selbst überholen ! (Langhuber)

Verfasst: Mo 5. Nov 2012, 20:25
von rsa404
die gesuchte Pumpe gibt es gerade in der Bucht (NOS). Da würde ich nicht wirklich lange überlegen, ist immerhin ein höchst seltenes Verschleißteil.

VG
Ralf

Re: Wasserpumpe selbst überholen ! (Langhuber)

Verfasst: Mo 5. Nov 2012, 22:10
von Robert
Liebe Gemeinde,

ich hatte ja geschrieben, dass bei meiner zuletzt gewechselten Wasserpumpe der Aufbau anders war als die Zeichnung, die M. Ferchaud angefertigt hat. Auch der holländische Überholsatz beinhaltet ja eine einvulkanisierte Komplettdichtung, und im ID-Ersatzteilkatalog von 66 ist auch nur dieses eine Teil eingezeichnet. Beim Aufräumen meines Ersatzteillagers fiel mir jetzt am Wochenende aber tatsächlich eine Pumpe in die Hände, die ich völlig vergessen hatte. Bei dieser kann man tatsächlich deutlich durch das Pumpenrad die offene Feder erkennen, wie sie in der Ferchaud-Zeichnung dargestellt ist. Offensichtlich gibt es also zwei Ausführungen.
Klemens, nun zu Deinen Fragen: Profis schaben Dichtungsreste mit einem Dichtungsschaber ab. Ich könnte mir vorstellen, dass so ein Schaber für Ceranfelder, die es für kleines Geld im Supermarkt gibt, auch funktioniert. Als Dichtmasse würde ich Hylomar nehmen. Das Gehäuse besteht aus Alu, für die Reparatur des Schlauchstutzens also Flüssigalu. Was das Entkalken angeht, habe ich mit billigen Kaffeemaschinen die gleiche Erfahrung gemacht, trotzdem würde ich die Bauteile entkalken. Bei den Kaffeemaschinen sind es auch "nur" die Schläuche, die undicht werden. Wenn ein Kühlerschlauch durch Verkalkung schon unflexibel geworden ist, sollte er ohnehin gewechselt werden, denn dann besteht die Gefahr, dass er irgendwann bricht, weil er die Vibrationen zwischen Motor und Kühler nicht mehr ausgleichen kann.

Viele Grüsse
Robert

Re: Wasserpumpe selbst überholen ! (Langhuber)

Verfasst: Mo 5. Nov 2012, 23:36
von Langhuber
Hallo Ralf,

danke für den Hinweis. Auf die e-Bay-Pumpe bin ich schon mal hingewiesen worden. Die scheint für den Preis nicht weggegangen zu sein. Jetzt ist sie wieder mit neuen 5 Tagen drin. Wenn sie wieder nicht weggeht, kann man mit dem Verkäufer evtl verhandeln.

Hallo Robert
Inzwischen hat mir die Fa. Hennig mitgeteilt, dass sie die Pumpe nicht reparieren können. Sie wollen sie mir zurückschicken. Ich wollte jetzt als Plan B einen Überholsatz bei D. Sassen bestellen. Gibts zwar in NL auch, aber mit Versand nach Deutschland ist das vom Preis her gleich.
Danke für den Hinweis mit den zwei Ausführungen! Bei meiner Pumpe sieht man auch die offene Feder. Da muss ich erst mal sehen, ob der Überholsatz für meine Pumpe passt. Immerhin ist bei dem Überholsatz auch ein Dichtring dabei, den ich sowieso brauche.
An den Ceranfeldschaber habe ich auch gedacht. Als werde ich das probieren.

Wenn wir grade beim Thema sind: Beim Franzosen werden Thermostate zum Einbau in den Kühlwasserschlauch angeboten. Im Wartungshabndbuch für meine Madame habe ich davon nix gelesen. Kann/sollte man so einen Thermostaten eventuell nachrüsten, um ein schnelleres Warmlaufen des Motors zu erreichen?


Grüsse
Klemens



Re: Wasserpumpe selbst überholen ! (Langhuber)

Verfasst: Mo 5. Nov 2012, 23:58
von Robert
Hallo Klemens,

das Thermostat ist nicht zum Nachrüsten, es sollte eigentlich immer dort sein, und wenn es nicht da ist, hat es jemand rausgenommen und man sieht zumindest seine Spuren. Es wird in den Schlauch gesteckt und von aussen mit einem Ligarexband fixiert. Wenn der Motor kalt ist und der Thermostat geschlossen ist, drückt die Pumpe heftig dagegen, deshalb fallen Undichtheiten am oberen Anschluss der Wapu bei kaltem Motor meist sofort auf.

Viele Grüsse
Robert

Re: Wasserpumpe selbst überholen ! (Langhuber)

Verfasst: Di 6. Nov 2012, 10:12
von Thomas Held
Robert Kruse schrieb:
-------------------------------------------------------
> Hallo Klemens,
>
> das Thermostat ist nicht zum Nachrüsten, es sollte
> eigentlich immer dort sein, und wenn es nicht da
> ist, hat es jemand rausgenommen und man sieht
> zumindest seine Spuren. Es wird in den Schlauch
> gesteckt und von aussen mit einem Ligarexband
> fixiert.

Hallo Robert,

kleine Korrektur: ...wird mit einem Splintschlauchbinder gesichert!
Gruss,

Tom

P.S.: Ganz fruehe ID/DS hatten wirlich keine Thermostaten...

Re: Wasserpumpe selbst überholen ! (Langhuber)

Verfasst: Mi 7. Nov 2012, 00:11
von Langhuber
Hallo Robert,

das Dumme ist, das in meinem Reparaturhandbuch fast nichts über die Kühlung beschrieben ist. Kein Bild, kein Schema des Wasserkreislaufs - nichts.
Lediglich zur Pumpe steht was drin, aber da habe ich inzwischen auch Zweifel, ob das die ist, die bei mir eingebaut ist. Von der Form der Turbine her hatte ich gedacht, dass die das Wasser durch die Schläuche ansaugt und dann in die Öffnung im Motorblock reindrückt. Aber vermutlich ist es umgekehrt?
Der Thermostat wird im Text des Handbuches lediglich zweimal erwähnt. Deiner Mail nach müsste er im oberen dünnen Schlauch stecken. Da habe ich aber nix gesehen. Eventuell ist er auch am anderen pumpenfernen Ende. Darauf habe ich beim Ausbau der Pumpe nicht geachtet.
Kann vielleicht mal jemand den Kühlerkreislauf kurz erklären? Der dickere Schlauch rechts oben am Kühler ist der Wasserrücklauf? Dann vermute ich unten am Kühler noch einen Schlauch aus dem das Wasser Richtung Motor unten fliessen sollte. Und die Pumpe pumpt das Wasser vorne aus dem Motorblock raus und verteilt es über den dicken kurzen Schlauch unten und den dünnen Schlauch seitwärts wohin?

Gibt es irgendwo eine Zeichnung dazu?

Klemens (ratlos)


Re: Wasserpumpe selbst überholen ! (Langhuber)

Verfasst: Mi 7. Nov 2012, 08:14
von wettem
hallo Klemens,
Das Kühlwasser kommt oben aus der Wasserpumpe heraus. Am oberen Anschluß sitzt direkt der Thermostat, mit dem Bimetall nach unten, im Schlauch.
Du hast also am dicken Ende des oberen Küherschlauchs zwei Schlauchbinder, einer hält den Thermostat in Position der andere den Schlauch auf der Wasserpumpe.
viel Erfolg
MichaelW

Re: Wasserpumpe selbst überholen ! (Langhuber

Verfasst: Do 8. Nov 2012, 17:33
von Langhuber
Hallo Michael,

danke für den Hinweis. Ich habe es mir angesehen und glaube ich weiss jetzt, wo der Thermostat sitzt. Ich hatte den hinteren Teil der Pumpe als zum Motorblock gehörend betrachtet. Aber so ist das jetzt klar.

Inzwischen ist die von der Firma H. in E. vollends ruinierte Pumpe wieder zurück. Die haben die vordere Ringmutter, die das vordere Lager hält, nicht herausgekriegt (Punkt 48 von DS 231-3). Anscheinend sind sie dabei mit einem Werkzeug abgerutscht und haben (hoffentlich nur) das Lager so beschädigt, dass sich die Pumpenachse nicht mehr glatt drehen lässt.
Dass man die Pumpenachse so einfach verbiegt, kann ich mir bei der Dicke nicht recht vorstellen.
Man sieht am Pumpengehäuse frische Druckspuren eines grossen Schraubstock oder einer Zange. Ich hoffe, dass sie nicht das Gehäuse zusammengequetscht haben.
Ich werde mich zunächst doch mal nach einer neuen/anderen Pumpe umschauen, damit ich Madame in endlicher Zeit mal wieder zum Laufen kriege.
Als Zweites werde ich versuchen, meine Pumpe zu zerlegen. Vom Aussehen fürchte ich, dass es sich bei meiner Pumpe um eine andere handelt, als die, die im Reparaturhandbuch beschrieben ist.
Anmerkung: Es ist die reine Wasserpumpe, ohne ND-Pumpe. Mit der von aussen sichtbaren Schraubenfeder scheint es mir die Konstruktion zu sein, die M. Ferchaud hier am 19.10. 2012 als Bild hochgeladen hat. Und da fürchte ich, dass die Reparatursätze, die es bei D. Sassen und anderswo gibt, eventuell nicht passen. Es sei denn es weiss jemand genau, dass diese die ältere Konstruktion mit der Feder verbessernd ersetzen.

Klemens

Re: Wasserpumpe selbst überholen ! (Langhuber)

Verfasst: Fr 23. Nov 2012, 22:45
von Langhuber
Also.
Nachdem hier grade etwas Funkstille herrscht, berichte ich mal aus dem Wasserpumpenland. Ich habe die NOS-Pumpe aus der Bucht ersteigert und konnte sie problemlos einsetzen. Das einzig Schwierige war der Treibriemen: Ich hatte die Lima nicht losgekriegt. Es ist mir aber tatsächlich gelungen, den Riemen durch drehen des Motors mit der Andrehkurbel über den Rand der Ventilatorscheibe zu schinden. Netterweise war der Zug wohl so stark, dass sich die Lima dem Motor zugeneigt hatte, was zur Folge hatte, dass der Riemen durchdrehte, andererseits jetzt auch die Schrauben der Lima lösbar waren, so dass ich danach den Riemen nach RHB-Vorschrift mit meinem 42cm langen Hebel gut spannen konnte.
Ende gut alles gut: Alle Schläuch sind dicht und die Wasserpumpe auch.

Parallel habe ich die alte WaPu zerlegt, ich brauchte ja die beiden Stehbolzen und den in die Pumpe eingeschraubten Rohrstutzen für den seitlichen Schlauch. Die vordere Mutter habe ich mit einem selbstgebastelten Werkzeug rausgeschraubt. Das ist so ein recht dünner Blechdeckel, mit einem Gewinde, das gegen Rausdrehen verstemmt war. Bei der NOS-Pumpe ist das eine richtige Kronenmutter. Das Zerlegen geht sehr leicht, wenn man die Pumpe langsam im Umluftbackofen auf 120 Grad erhitzt. Stehbolzen und Schlauchstutzen gehen raus wir Butter. Nach RHB-Vorschrift hätte man die Pumpenachse mit einem Bronzedorn herausschlagen sollen. Hilfsweise habe ich die Pumpe nochmal auf 150 Grad aufgeheizt und die Achse mit einem weichen Holzscheit herausgeklopft.
Wenn ich dann mal Lust habe, kaufe ich vielleicht den Pumpenüberholsatz bei D. Sassen oder in Holland. Was mir aufgefallen ist: Die Pumpenachse ist etwas eingelaufen, d. h. ich würde die eventuell auch gleich ersetzen. Achse gibts wohl beim Franzosen. Wahrscheinlich müsste man aber um ddas Turbinenrad von der Achse runterzukriegen und um den Bronzering aus dem Pumpengehäuse rauszukriegen, mit der Temperatur noch höher gehen. In der Stufe der katalytischen Selbstreinigung geht der Backofen ja über 400 Grad raus. Ich denke das kann man dem Pumpengehäuse und der Achse zumuten. Das Kugellager vorne mit seinen Plastikflanken ist ja schon raus.

Bei meiner alten Pumpe ist der Gummiring, der bei der neuen Pumpe ca 2mm aus der Messinghülse rausragt, etwa einen halben Millimeter in die Hülse hinein abgeschliffen und knochenhart. Damit ist klar, dass die nicht mehr dicht sein konnte.


Grüsse
Klemens