... da bin ich umfänglich grösstenteils bei Herrn Krause. Aber hat Thom nicht von einem " Super ruhiger Leerlauf " gesprochen?Robert hat geschrieben: Liebe Gemeinde, hallo Thom,
wenn Hans-Uwe Fischer schreibt "Würden diese unverbrannten Gase in den Ansaugtrakt (Manifold) gedrückt werden, müssten diese erst einmal durch den Arbeitstakt, dann durch den Ausstosstakt und dann in den Ansaugtakt. Und warum sollten diese Gase, bestehend aus Altgasen und Neugasen sich entzünden? Ganz abgesehen davon, dass der Ausstosstakt die unverbrannten Gase, da nicht zündfähig, komplett ausgestossen hätte... Völlig abstrus!" hört sich das für mich logisch und nachvollziehbar an. Die Behauptung, dass Vergaserpatschen durch zu mageres Gemisch hervorgerufen werden kann, ohne dass weitere Ursachen wie hängengebliebenes Einlassventil oder Defekte an der Zündanlage vorliegen, ist andererseits aber doch recht verbreitet. So steht es z.B. auch in meinem Fachkundebuch Kfz-Technik von 1956 - leider ohne eine Erklärung dafür, welche Prozesse dazu führen. Als "fortgeschrittener Laie" sehe ich den Ottomotor auch eher als Explosions- denn als Verbrennungsmaschine und habe bei Pits Lagerfeuer-Bonmot schmunzeln müssen.
Wenn man aber "Vergaserpatschen" googelt, findet man das AWO-Forum, und da schreibt "ossimoped", seines Zeichens Gewerbetreibender für Oldtimer und Zweirad (ich hoffe, ich darf das hier zitieren): "Beim Ansaugtakt ist das Auslaßventil am Anfang noch auf (Überschneidung). Ist das Gemisch zu mager entzündet sich das an den heißen Auspuffgasen und die Flamme schlägt bis in den Vergaser zurück. Das nennen wir Patschen. Ist das Gemisch ausreichend fett, zieht das Auspuffgas das Frischgemisch teilweise mit bis in den Krümmer. Da es zu fett ist und kein Sauerstoff zugeführt wird, brennt es da nicht. Die rückläufige Welle vom Staudruck drückt dieses dann wieder zurück in den Zyli, wo es durch die Komprimierung und Kerzenfunken brennbar wird." Das verstehe ich so: Die Verbrennung ist so langsam, dass sie über den gesamten 3. und 4. (Arbeits- und Ausstoss-)Takt weiterläuft. Schwer zu glauben, aber wenn es so ist, kann bei der beginnenden Öffnung des Einlassventils (vor OT) das Frischgas mit dem noch brennenden Altgas in Kontakt kommen und sich entzünden. Der Druck entweicht dann in den Vergaser.
Wie gesagt, ich weiss nicht, wer hier Recht hat, aber wenn die, wie gesagt, völlig einleuchtende Theorie von Herrn Fischer stimmt, würden ganz viele Leute seit vielen Jahren Unfug schreiben. Andererseits, eine Verbrennung über fast eine ganze Kurbelwellenumdrehung ist schwer vorstellbar.
Was mir noch auffällt: Der Motor läuft "zu gut". Viele haben doch schon einmal aus Versehen die Zündkabel um "eins vor" oder "eins zurück" aufgesteckt, wie Du, Thom, es jetzt zur Fehlereingrenzung bewusst getan hast. Du schreibst, der Motor springt kaum an und [size=large]hat einen miserablen Leerlauf[/size] - aber er läuft! Meiner tut das ums Verrecken nicht, da passiert gar nichts. Zündkabel versetzen heisst doch nichts anderes als Zündung kurz vor UT, da kann eigentlich nichts passieren, es sei denn, die Verbrennung läuft so schleichend ab, dass am OT immer noch genügend unverbranntes Gemisch da ist, um zumindest den Kolben wieder nach unten zu bringen. Das würde dann zu dem mageren Gemisch passen. Das einfachste wäre doch, beim Gasgeben den Choke zu ziehen, um das Gemisch anzufetten, aber das hast Du sicher schon versucht.
So weit meine Gedanken zum Thema,
viele Grüsse aus Ankh Morpork
Robert
HUF