Claude-Michel hat geschrieben:
Diese Schaltung wird verwendet wenn man nicht will, dass es funkt. Wäre daher etwas kontraproduktiv.
Es soll ja nicht am Kontakt funken, sondern an der Zündkerze.
Ich bin mir ja auch nicht sicher, ob das
funk-tioniert. Die Diode wird angewandt, wenn ein Transistor ein Relais oder eine Magnetspule betätigen, bzw abschalten soll. Der dann noch in der Spule fliessende Strom würde im Moment des Abschaltens eine hohe Spannungsspitze erzeugen, die den abschaltenden Transistor zerstören kann. Durch die Diode wird der Strom in die allgemeine Speisespannung eingeleitet und auf deren Betrag gekappt.
Ein Kondensator an solch einer Stelle bewirkt etwas anderes: Wird der Stromkreis durch Öffnen des Kontaktes unterbrochen, dann ist der Kondensator zunächst entladen, weil er über dem Kontakt liegt, der ihn kurzgeschlossen hatte. D. h. der Strom der zuvor über den Kontakt geflossen ist, fliesst erst mal in den Kondensator, der dadurch aufgeladen wird. Für die Spule sieht das so aus, als ob der Kontakt nicht hart und plötzlich, sondern weich und allmählich geöffnet wird. Dieses weiche Öffnen, begrenzt daher im Prinzip die Hochspannung in der Sekundärseite der Zündspule, da die u. A. von der Änderungsgeschwindigkeit im Primärkreis abhängig ist. Natürlich wurde der Effekt bei der Dimensionierung der Zündspule und des Kondensators berücksichtigt, so dass das ganze durchaus einige Jahrzehnte zur Zufriedenheit der Beteiligten funktionieren kann.
Diese Überbrückung des Kontaktes durch den Kondensator gibt dem Unterbrecher die Möglichkeit, sich soweit zu öffnen, dass die Distanz nicht mehr ausreicht, einen Funken am Kontakt zu zünden.
Umgekehrt aber, wenn der Unterbrecher schliesst, dann schliesst er den geladenen Kondensator kurz und der Entladestrom fliesst über den Kontakt, was den natürlich auch strapaziert. Aus diesem Grund werden solchen Kondensatoren oft Widerstände in Reihe geschaltet, um den Kurzschlußstrom zu begrenzen, was aber auf der anderen Seite wieder die Entstörwirkung des Kondensators verringert. Das ganze ist ein Kompromiss, aus Kontaktschutz und Funkenschutz. Womöglich enthalten "die Kondensatoren" für Autounterbrecher auch solche Widerstände. Ich weiß es nicht. Die werden ja typischerweise ohne technische Spezifikationen als Ersatzteile für besimmte Autotypen verkauft.
Beim Einsatz der Diode wäre die Verhältnisse etwas anders und für den Kontakt selbst sicher besser: Der schliessende Kontakt muss keinen Kondensator kurzschliessen, und der Strom durch die Zündspule würde sich erst allmählich aufbauen. Stichwort:
erforderlicher Schließwinkel. Beim Öffnen des Unterbrechers würde die Spannung auf 13V ansteigen, was wohl keinen Funken am Kontakt selbst erzeugen würde, dann beginnt die Diode zu leiten und der Strom fliesst ins Bordnetz zurück.
Ich weiß nicht, ob dadurch etwas an den Verhältnissen auf der Sekundärseite der Zündspule geändert wird und das deshalb nicht funktioniert, oder ob man solange es mechanische Unterbrecher gab, einfach das weitergemacht hat, was man kannte, vielleicht auch, weil man den Halbleiterbauelementen mißtraute.
Und als dann passende Dioden zur Verfügung standen, war das eh nicht mehr interessant, weil man sowieso elektronische Zündungen baute.
Über eines muss man sich bei der Geschichte klar sein: Die Plus-Leitung einer Zündung mit Freilaufdiode muss unbedingt abgesichert sein, denn wenn die Diode durchlegiert, würde der Unterbrecherkontakt einen Kurzschluß verursachen. Aber das ist natürlich ein Sonderproblem sicherungsarmer Langhuber.
Klemens