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Re: Alles aus?!?

Verfasst: Sa 3. Mär 2007, 11:09
von Frank S
Ich vermisse bei dieser Diskusion so ein bisschen den Blick über den Tellerrand.
Wo sind die Beiträge über die 250- 400 PS Kisten die troz Kat mehr in die Umwelt blasen als ein alter DS.
Wann bekommen Flugzeuge Landeverbot weil Sie eine Umweltschutzzone durchqueren müsten?
Wann modernisieren die Amis ihre Kraftwerke ( eigentlich die gesammte herstellende Industrie) die einen Stand von ca 1960 aufweist?
Warum werden Förderungen für Solaranlagen , Biomasseanlagen immer weiter zurück gefahren?
Wann werden Wanderbaustellen auf Autobahnen am Samstag, Sonntag eingerichtet um Staus und somit Abgase zu vermeiden?
Was ist mit den KFZ-Steuern passiert die schon ewig gezahlt wurden?
usw usw.
Sicherlich ist das provokant aber das Auto kann nunmal nicht alles richten.
Das ganze hier liest sich langsam ein wenig wie die Bildzeitung und Co.


Re: Alles aus?!?

Verfasst: Sa 3. Mär 2007, 13:12
von Thorsten Graf
Sensenmann schrieb:
-------------------------------------------------------
> @stephan: Die Bäume neutralisieren nur den CO2
> Ausstoß. Gegen die Stickoxide unserer Oldtimer
> helfen keine Bäume, sondern nur das Augenmaß daß
> der Verkehrsanteil so gering ist, daß die Umwelt
> die Bereicherung des Verkehrs durch Technisches
> Kulturgut schon verkraften wird.

Gegen Stickoxide hilft aber Autogas:

Hier eine tabellarische Übersicht:

http://www.autogastanken.de/content/umw ... eich_g.jpg

Und die CO2-Emissionen werden auch um 18 % gesenkt (wenn die Angaben alle stimmen...). Hier der Text:

Die aktuell europaweit durchgeführte EETP-Studie an mehreren Benzin-, Diesel und Autogas-Fahrzeugmodellen bestätigt, dass Autogasfahrzeuge aufgrund ihrer sehr geringen Abgasemissionen bei den gesetzlich geregelten Schadstoffkomponenten als auch bei den nicht reglementierten Luftschadstoffen einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Luftqualität leisten können. Für eine umfassende Beurteilung der klimawirksamen Schadstoffemissionen sind neben den verbrauchsgebundenen Fahrzeugemissionen die gesamte Kette der Kraftstoffbereitstellung – von der Gewinnung und Produktion über den Transport zur Tankstelle bis zur Abgabe an den Zapfsäulen zu analysieren. Betrachtet man diese Effekte für verschiedene Fahrzeugantriebe, so ergeben sich aus entsprechenden „well to wheel“-Analysen“, dass Autogasfahrzeuge und Erdgasfahrzeuge nahezu auf dem selben Niveau und um rund 18 % unter den äquivalenten CO2 Emissionen bei Benzinfahrzeugen liegen. Nach Auffassung des UBA konzentriert sich beim Straßenverkehr die zukünftige Umweltproblematik gerade auf die verursachten Klimaeffekte bzw. CO2-Emissionen.

Auch hinsichtlich der aktuellen Schadstoffproblematik bei Russpartikeln und Stickoxid-Emissionen von Dieselfahrzeugen weisen Gasfahrzeuge gegenüber Dieselfahrzeugen sehr viel geringere Emissionen auf. So zeigen Ergebnisse von Millbrook Proving Ground (GB) und NSCA (National Society for Clean Air, Großbritannien) sowie der EETP-Studie, dass unter realen Fahrbedingungen z. B. der Ausstoß von Russpartikeln bei Autogasfahrzeugen um ein vielfaches unter dem bei Dieselfahrzeugen liegt – und das nicht nur bei den relativ großen sonder auch bei sehr kleinen Partikeln. Dies ist insoweit von Bedeutung, da diese Kleinstpartikel auch von heutigen Dieselfahrzeug-Partikelfiltern nicht vollständig erfasst werden.

Quelle: http://www.autogastanken.de/index.php?s ... entryid=14

Deshalb hat meine DS einen Gasantrieb.

Gruß,
Thorsten



Re: Alles aus?!?

Verfasst: Sa 3. Mär 2007, 14:36
von Kai Dorsch
Liebe Leute,

ich hatte vor kurzem mal wieder ein Gespräch mit dem freundlichen TÜV-Mann. Der ist auch der Meinung, das die ganze Plaketten-Geschichte sowieso nichts bringen wird und nachher doch wieder alle fahren dürfen, weil sie einer Ausnahmegruppe zugeordnet sind.
Kann sich noch jemand an die SMOG-Plaketten erinnern, die es vor Jahren für KAT-Autos gab? Ist da irgendwann mal ein Fahrverbot ausgesprochen worden? Soweit ich mich erinnern kann, jedenfalls nicht. Hätte auch nicht viel genutzt, weil es dann für beinahe jeden eine Ausnahmeregel gegeben hätte und doch wieder alle gefahren wären.

Ich bin der festen Überzeugung , dass es auch diesmal wieder so enden wird, wenn der ganze Feinstaubhype dann wieder abgeklungen ist und uns ein neues Feindbild suggeriert wird. Wie war das noch mit Rauchern, Urlaubsfliegern, Fleischessern, Mercedesfahrern, etc.

Hoffnungsvoll grüßt der
Kai

Re: Alles aus?!?

Verfasst: Sa 3. Mär 2007, 15:21
von Stephan J.
Hallo an alle,

und zunächst einmal vielen Dank an Pit und Thorsten, die diese Diskussion endlich in eine konstruktive Richtung gelenkt haben. Wenn ich in den letzten Tagen Zeit gehabt hätte, ins Forum zu schauen, hätte ich einen ähnlichen Anstoß gegeben.

Meiner Meinung nach ist die Einrichtung von Umweltzonen nicht geeignet, um das Feinstaub- und das CO2-Problem zu lösen, und es ist völlig legitim, richtig und wichtig, gegen eine derart inkompetente Umweltpolitik alles zu tun, was man tun kann. Also würde ich empfehlen, mit den Demonstrationen, Unterschriftensammlungen und auch mit den Gesprächen auf politischer Ebene unbedingt fortzufahren.

Auf der anderen Seite sollte sich jeder DS-Fahrer klar darüber sein, dass sein Wagen eben mehr Schadstoffe produziert als ein nagelneuer Wagen mit Euro-4 oder was auch immer jetzt aktuell ist. Auch bei niedriger Jahresfahrleistung produziert der Wagen, wenn er gerade läuft, an dem Ort, wo er gerade läuft, ordentlich viele Schadstoffe. Wer das nicht zugeben möchte, sollte mal den Motor seines Wagens in der Garage laufenlassen (am besten bei geöffneter Tür, dies soll keine Aufforderung zum Suizid sein!) oder den Wagen auf der Straße laufenlassen und eine Zeitlang in der Nähe des Auspuffs atmen.

Die Wagen produzieren nun einmal Schadstoffe und die produzieren sie auch, wenn sie mit Ausnahmegenehmigung in einer Umweltschutzzone fahren.

Ich sehe es eher so, dass wir lange Jahre wirklich privilegiert waren und unsere Wagen ohne nennenswerte Einschränkungen (z.B. mit H-Kennzeichen)weiter fahren durften, obwohl sie nicht mehr dem Stand der aktuellen Abgastechnik entsprachen. Die Besitzer anderer (neuerer) Fahrzeuge mussten über die Kfz.-Steuer-Erhöhung richtig viel dafür zahlen, wenn sie ihr Auto behielten und keinen Katalysator nachrüsten wollten oder konnten und weiter Schadstoffe absonderten. Wir durften steuerbegünstigt weiter fahren.

In den 90er Jahren sind die geregelten Nachrüst-Katalysatoren für Oldtimer-Saugmotoren entwickelt worden, da es durch dem Druck der erhöhten Kfz.-Steuer eine Nachfrage dafür gab. Dann kam das H-Kennzeichen und niemand sah mehr eine Notwendigkeit, einen Katalysator nachzurüsten - ich persönlich ehrlich gesagt auch nicht. Und wie die Firma Wurm jetzt ganz richtig sagt: Es gibt bzw. gab keine Nachfrage mehr für den Katalysator.

Vielleicht ist die Feinstaubverordnung jetzt einfach der Anstoß dafür, dass wir - die wir ohne Kat fahren - endlich Verantwortung übernehmen und einen Katalysator nachrüsten - sofern ein Euro-2-Katalysator zur Verfügung steht. Und vielleicht sind die drohenden Fahrverbote eben auch der Anstoß dafür, dass nun eine Abgastechnologie für die DS entwickelt wird, die zumindest für die Euro2-Norm ausreicht.

Das wäre meiner Meinung nach eine produktive Herangehensweise an das Problem: eine Technologie entwickeln, die natürlich vordergründig erst einmal dazu dient, dass die Fahrzeuge von den Fahrverboten in den Umweltzonen nicht betroffen sind. Also nicht "weiter DS Fahren durch das Privileg einer Ausnahmegenehmigung", sondern "weiter DS Fahren, weil der Wagen nicht weniger Umweltschaden anrichtet als ein x-beliebiger sieben Jahre alter PKW".

So würde am Ende der Hauptnutzen dann schließlich doch bei der Umwelt liegen. Und auch wenn die Feinstaub-Verordnung noch so krude zusammengestoppelt und inkompetent ist: ihre ursprüngliche Intention war ja schließlich zunächst der Schutz des Menschen und der Umwelt.

Zumindest, wenn man mal davon absieht, dass sie natürlich auch zum schnellstmöglichen Austausch der heute fahrenden Fahrzeugbestände und einem entsprechenden Nutzen für Automobilindustrie und Volkswirtschaft insgesamt führen soll... ;-)

Wenn man heute einen alten Xantia oder XM mit Euro-1-Katalysator kauft, gibt es für etwa 200,- € einen Umbausatz, mit dem man den Wagen auf Euro-2 bringen kann. Das sollte doch wohl auch für die DS zu machen sein, oder?

Falls also die Umweltzonen mit ihren Fahrverboten kommen, lasst uns bitte einfach dafür sorgen, dass endlich wieder eine so große Nachfrage nach DS-Katalysatoren entsteht, dass sich für die Katalysator-Hersteller die Entwicklung eines Euro2-Katalysators für die DS und ID lohnt und ein solcher in absehbarer Zeit zur Verfügung steht.

Damit wir auch in ein paar Jahren noch mit Recht sagen und zeigen können, wie zukunftsweisend dieses faszinierende Fahrzeug war.

Ich finde eigentlich, dass der DS-Club schon jetzt das Gespräch mit Paul Wurm, der Firma matrix-engineering etc. suchen sollte, um zu klären, ob die Entwicklunge eines Euro-2-Kats für die DS möglich wäre und was technisch erforderlich ist, um die Euro-2-Einstufung zu erreichen. Denn wenn die Fahrverbote wirklich kommen, wird es plötzlich viele Leute geben, die einen haben wollen. Ich nehme dann definitiv einen...

Leider weiß ich, dass damit zunächst nur die Probleme der Kurzhuber-DS und -ID gelöst werden könnten, und was aus meinem 1932er C4 G Pritschenwagen würde, stünde in den Sternen. Aber es wäre ein Anfang.

Gruß aus Detmold,

Re: Alles aus?!?

Verfasst: Sa 3. Mär 2007, 16:07
von maldini
wohlgesprochen -

Ich sehe es eher so, dass wir lange Jahre wirklich privilegiert waren und unsere Wagen ohne nennenswerte Einschränkungen (z.B. mit H-Kennzeichen)weiter fahren durften, obwohl sie nicht mehr dem Stand der aktuellen Abgastechnik entsprachen. Die Besitzer anderer (neuerer) Fahrzeuge mussten über die Kfz.-Steuer-Erhöhung richtig viel dafür zahlen, wenn sie ihr Auto behielten und keinen Katalysator nachrüsten wollten oder konnten und weiter Schadstoffe absonderten. Wir durften steuerbegünstigt weiter fahren.

so ist das - und es ist bestimmt nicht zielführend gewesen, dass es etliche "H" Kennzeichen im Alltagsbetrieb gegeben hat - gibt.

1. man sollte in eine kommode Abgasreinigung investieren -
2. Ausnahmen müssen als Ausnahmen gelten - nicht als Regel



solong maldini

PS: ... ich glaube aktuell nicht an eine generelle Ausnahme für Oldimer ...

Re: Alles aus?!?

Verfasst: Sa 3. Mär 2007, 17:59
von Robert
Liebe Gemeinde

eben in spiegel-online gelesen, Söder (der Adlatus von Stoiber, der sich profilieren muss, um nicht mit seinem Chef von der Bildfläche zu verschwinden) wolle, dass alle herkömmlich angetriebenen Auto ab 2020 verboten werden sollen. Damit wäre auch das Kat-Problem gelöst…
@ Frank S.
ich war eigentlich der Meinung, den von Dir vermissten Beitrag geschrieben zu haben
@Stephan J. und maldini
Wart Ihr beide auch bei Dr. Lahl?

Grüsse
Robert

Re: Alles aus?!?

Verfasst: Sa 3. Mär 2007, 19:34
von Pit
Hallo,
es freut mich, dass ich doch nicht ganz alleine dastehe mit meinen Bedenken.
An Ulli:
Das mit der Umweltbelastung bei der Produktion eines Neuwagens ist meiner Meinung nach kein Argument, da wohl die meisten DS als Zweitwagen gefahren werden.
Stephan hat es auch schon klar ausgedrückt:
Wir schaden mit unserem Hobby der Umwelt. Wahrscheinlich mehr, wie der Cayenne Fahrer! Da gibt es keine Ausreden.
In einem Interview habe ich gelesen, dass 1000km ohne Kat soviel Schadstoffe (insgesamt) erzeugen wie 30000km mit neuester Technologie! Wenn das nur ungefähr stimmt, ist es schon erschreckend!
Ist so ein Hobby noch zeitgemäß?
pit

Re: Alles aus?!?

Verfasst: Sa 3. Mär 2007, 23:11
von Carsten Bussmann
Hi,

stop.

1000 km erzeugen soviel Schadstoffe, wie 30.000 km mit E4.

BEI IDENTISCHEM VERBRAUCH.

DS = 10 Liter, Cayenne Türbo = 30 Liter.

Da werden aus 30.000 mal fix 10000.

Kulturgut ? Technikbegeisterung ? Lebensfreude ?
Du atmest CO2 aus, häng Dich halt an den nächsten Baum...

Carsten

Re: Alles aus?!?

Verfasst: So 4. Mär 2007, 00:46
von JoMon
Liebe Gemeinde,

dieses Thema ist fast so faszierend, wie die Tatsache, daß ich es endlich geschafft habe, mir meinen Traum - eine DSpecial - zu erfüllen, zu letzterem in zwei Wochen mehr. Zu ersterem: ein Mensch erzeugt atmenderweise ca 20 kg CO2 pro Jahr. Ein PKW mit 140 gCO2/km bei 30000 km/ Jahr liefert 4200 kg CO2 im Jahr. Gegenwärtig gibt es ca 10 mal mehr Menschen als Autos. Es steht also bei ca. 20 zu 1 für die Produktion von CO2 durch KFZ gegen unser Atmen. Aber was wäre unser Leben ohne Autos?

Re: Alles aus?!?

Verfasst: So 4. Mär 2007, 01:17
von Thorsten Graf
Hallo Stephan,
hallo an Alle,

ich kann Stephan nur beipflichten. Wenn ein funktionstauglicher Kat angeboten wird, wäre das doch die beste Lösung. Dagegen lässt sich nichts einwenden. Wobei Autogas glaube ich fast genauso umweltfreundlich ist - und man spart auch noch dabei. Vielleicht stellt man sich ja auf den Standpunkt, dass man auch einen bivalenten Autogasantrieb ausreichen lässt - denn wer fährt freiwillig schon mit dem teureren Benzin, wenn es mit Autogas günstiger geht....Allerdings sollte man bei einer Autogasanlage auch ab und zu mit Benzin fahren, habe ich mir sagen lassen. Und dann wäre ein Kat trotzdem wichtig.

Ich werde mir die Angebote für den CO2-Handel genauer ansehen. Ich hoffe, das Angebot mit dem Bäume-Pflanzen ist seriös. CO2 wäre dann nicht mehr das Problem, die Schadstoffe bekäme man mit dem Kat oder Autogas in den Griff. Und wenn man den eigenen CO2-Ausstoß insgesamt verringern will, bietet sich Ökostrom an: wenn man auf den umstellt, spart ein durchschnittlicher Haushalt CO2 in einer Größenordnung von ca. 12.000 km ein, ich glaube es waren 2 t. Ich bin ab 1.4. bei www.lichtblick.de. Dort gibt es vernünftige Tarife, garantiert Atom- und CO2-freien Strom. So viel Werbung muss sein :-)

Gruß,
Thorsten

Stephan J. schrieb:
-------------------------------------------------------

> Meiner Meinung nach ist die Einrichtung von
> Umweltzonen nicht geeignet, um das Feinstaub- und
> das CO2-Problem zu lösen, und es ist völlig
> legitim, richtig und wichtig, gegen eine derart
> inkompetente Umweltpolitik alles zu tun, was man
> tun kann. Also würde ich empfehlen, mit den
> Demonstrationen, Unterschriftensammlungen und auch
> mit den Gesprächen auf politischer Ebene unbedingt
> fortzufahren.
>
> Auf der anderen Seite sollte sich jeder DS-Fahrer
> klar darüber sein, dass sein Wagen eben mehr
> Schadstoffe produziert als ein nagelneuer Wagen
> mit Euro-4 oder was auch immer jetzt aktuell ist.
> Auch bei niedriger Jahresfahrleistung produziert
> der Wagen, wenn er gerade läuft, an dem Ort, wo er
> gerade läuft, ordentlich viele Schadstoffe. Wer
> das nicht zugeben möchte, sollte mal den Motor
> seines Wagens in der Garage laufenlassen (am
> besten bei geöffneter Tür, dies soll keine
> Aufforderung zum Suizid sein!) oder den Wagen auf
> der Straße laufenlassen und eine Zeitlang in der
> Nähe des Auspuffs atmen.
>
> Die Wagen produzieren nun einmal Schadstoffe und
> die produzieren sie auch, wenn sie mit
> Ausnahmegenehmigung in einer Umweltschutzzone
> fahren.
>
> Ich sehe es eher so, dass wir lange Jahre wirklich
> privilegiert waren und unsere Wagen ohne
> nennenswerte Einschränkungen (z.B. mit
> H-Kennzeichen)weiter fahren durften, obwohl sie
> nicht mehr dem Stand der aktuellen Abgastechnik
> entsprachen. Die Besitzer anderer (neuerer)
> Fahrzeuge mussten über die Kfz.-Steuer-Erhöhung
> richtig viel dafür zahlen, wenn sie ihr Auto
> behielten und keinen Katalysator nachrüsten
> wollten oder konnten und weiter Schadstoffe
> absonderten. Wir durften steuerbegünstigt weiter
> fahren.
>
> In den 90er Jahren sind die geregelten
> Nachrüst-Katalysatoren für Oldtimer-Saugmotoren
> entwickelt worden, da es durch dem Druck der
> erhöhten Kfz.-Steuer eine Nachfrage dafür gab.
> Dann kam das H-Kennzeichen und niemand sah mehr
> eine Notwendigkeit, einen Katalysator nachzurüsten
> - ich persönlich ehrlich gesagt auch nicht. Und
> wie die Firma Wurm jetzt ganz richtig sagt: Es
> gibt bzw. gab keine Nachfrage mehr für den
> Katalysator.
>
> Vielleicht ist die Feinstaubverordnung jetzt
> einfach der Anstoß dafür, dass wir - die wir ohne
> Kat fahren - endlich Verantwortung übernehmen und
> einen Katalysator nachrüsten - sofern ein
> Euro-2-Katalysator zur Verfügung steht. Und
> vielleicht sind die drohenden Fahrverbote eben
> auch der Anstoß dafür, dass nun eine
> Abgastechnologie für die DS entwickelt wird, die
> zumindest für die Euro2-Norm ausreicht.
>
> Das wäre meiner Meinung nach eine produktive
> Herangehensweise an das Problem: eine Technologie
> entwickeln, die natürlich vordergründig erst
> einmal dazu dient, dass die Fahrzeuge von den
> Fahrverboten in den Umweltzonen nicht betroffen
> sind. Also nicht "weiter DS Fahren durch das
> Privileg einer Ausnahmegenehmigung", sondern
> "weiter DS Fahren, weil der Wagen nicht weniger
> Umweltschaden anrichtet als ein x-beliebiger
> sieben Jahre alter PKW".
>
> So würde am Ende der Hauptnutzen dann schließlich
> doch bei der Umwelt liegen. Und auch wenn die
> Feinstaub-Verordnung noch so krude
> zusammengestoppelt und inkompetent ist: ihre
> ursprüngliche Intention war ja schließlich
> zunächst der Schutz des Menschen und der Umwelt.
>
> Zumindest, wenn man mal davon absieht, dass sie
> natürlich auch zum schnellstmöglichen Austausch
> der heute fahrenden Fahrzeugbestände und einem
> entsprechenden Nutzen für Automobilindustrie und
> Volkswirtschaft insgesamt führen soll... ;-)
>
> Wenn man heute einen alten Xantia oder XM mit
> Euro-1-Katalysator kauft, gibt es für etwa 200,- €
> einen Umbausatz, mit dem man den Wagen auf Euro-2
> bringen kann. Das sollte doch wohl auch für die DS
> zu machen sein, oder?
>
> Falls also die Umweltzonen mit ihren Fahrverboten
> kommen, lasst uns bitte einfach dafür sorgen, dass
> endlich wieder eine so große Nachfrage nach
> DS-Katalysatoren entsteht, dass sich für die
> Katalysator-Hersteller die Entwicklung eines
> Euro2-Katalysators für die DS und ID lohnt und ein
> solcher in absehbarer Zeit zur Verfügung steht.
>
> Damit wir auch in ein paar Jahren noch mit Recht
> sagen und zeigen können, wie zukunftsweisend
> dieses faszinierende Fahrzeug war.
>
> Ich finde eigentlich, dass der DS-Club schon jetzt
> das Gespräch mit Paul Wurm, der Firma
> matrix-engineering etc. suchen sollte, um zu
> klären, ob die Entwicklunge eines Euro-2-Kats für
> die DS möglich wäre und was technisch erforderlich
> ist, um die Euro-2-Einstufung zu erreichen. Denn
> wenn die Fahrverbote wirklich kommen, wird es
> plötzlich viele Leute geben, die einen haben
> wollen. Ich nehme dann definitiv einen...
>
> Leider weiß ich, dass damit zunächst nur die
> Probleme der Kurzhuber-DS und -ID gelöst werden
> könnten, und was aus meinem 1932er C4 G
> Pritschenwagen würde, stünde in den Sternen. Aber
> es wäre ein Anfang.
>
> Gruß aus Detmold,
>
> Stephan J.
> www.buchhandlung-jaenicke.de
> (ID 19 B, EZ 5/1969)
>
>
>
> 4 mal bearbeitet. Zuletzt am 03.03.07 - 15:27.