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Einfache und schnelle Motorüberprüfung

Verfasst: Di 25. Okt 2016, 13:25
von Hans-Uwe Fischer
Moin,

die Überschrift lässt auf eine "quick and dirty"-Prüfung schliessen. Ist es aber nicht! Bei unseren Flugzeugmotoren müssen in regelmässigen Abständen Motorprüfungen absolviert werde. Dort wird keine Kompressions-Messung (mit all ihren Schwächen) durchgeführt, sondern ein MOTOR-DRUCKVERLUST-TEST. Und der ist deutlich aussagekräftiger!

Das Dilemma mit Trax seinem phantastischen DS und ein Gespräch mit einem Stuttgarter Stammtischler, motivierten mich zu diesem Thema.

Nur ganz kurz: Es wird nacheinander eine Zündkerze rausgeschraubt und über einen Adapter mit dem MDV-Tester verbunden. Dann wird der Kolben auf OT gedreht. Dabei ist zu beachten, dass dabei nicht zurückgedreht wird. Sonst haben die Kolbenringe nicht ihre "Arbeitsstellung" und verfälschen den Messwert.

Jetzt wird Druckluft (ca. 6-8bar) am Eingang des MDV-Testers angelegt. Da reicht ein billiger Baumarktkompressor. Am MDV-Tester wird dann am Druckminderer ein fester Wert eingestellt. Z.B. 6.0 bar. Der darf dann für die restlichen Zylinder nicht mehr verstellt werden.

Jetzt strömt über eine geeichte Düse Druckluft in den Brennraum ein. Irgend ein Wert wird sich einstellen, da es einen absolut dichten Brennraum nicht gibt. Nicht eingefahrene Motoren sehen sogar dabei schlecht aus.
Diese einströmende "Luftverlustmenge" wird in [%] auf dem 2. Instrument angezeigt. Ist der Wert < 23%, ist der Motor ok.
Usw., usw..
Ausführliche Bedienungsanleitungen und bessere Erklärungen gibt's im Netz.

Das ganze hat selbstverständlich weitere Vorteile. Erhöht man nach den Messungen erheblich den Druck (der Wert spielt keine Rolle mehr), strömt bei einem ausgelutschten Motor die Luft geräuschvoll in's Freie:

1. Geräusche im Auslasstrakt = Auslassventil undicht
2. Geräusche im Ansaugtrakt = Einlassventiel undicht
3. Geräusche am Kühlwassereinfüllstutzen = Zylinderkopfdichtung defekt.
4. Geräusche an der Kurgelgehäuseentlüftung oder Ölmessstab herausziehe = Kolbenringe hinüber
5. müsste ich nachdenken...

Wie gesagt, alles ausführlich im Netz. Und das ganze Equipment für kleines Geld. So um € 80,-

https://www.amazon.de/Druckverlust-Test ... lusttester

HUF

Re: Einfache und schnelle Motorüberprüfung

Verfasst: Di 25. Okt 2016, 13:59
von ...hannes
Danke für diesen Beitrag, HUF. Kannte ich bislang noch nicht und finde das genial!
lg

Re: Einfache und schnelle Motorüberprüfung

Verfasst: Di 25. Okt 2016, 14:12
von MichaIN
Hallo HUF,

danke für den Beitrag, interessant.

Müßte nicht irgendwann der Kolben aus OT durch den Druck heruntergedrückt werden? Oder anders gefragt: Ermittelt man das und stellt den Druck dann knapp unter diesen Wert ein, um nahe am Maximum zu sein?

Viele Grüße,
Michael

Re: Einfache und schnelle Motorüberprüfung

Verfasst: Di 25. Okt 2016, 14:31
von Jint Nijman
Interessant!

Aber das hier
[quote="Hans-Uwe Fischer"]
Jetzt strömt über eine geeichte Düse Druckluft in den Brennraum ein. [/quote]
muss heissen eine kalibrierte Düse

Eichen darf nur das Eichamt, und ich nehme mal stark an das diese einfache Gerät nicht vom Eichamt geprüft/geeicht wurde. Siehe auch hier https://de.wikipedia.org/wiki/Eichung

Jint

Re: Einfache und schnelle Motorüberprüfung

Verfasst: Di 25. Okt 2016, 14:39
von Hans-Uwe Fischer
[quote=MichaIN]
Hallo HUF,

danke für den Beitrag, interessant.

Müßte nicht irgendwann der Kolben aus OT durch den Druck heruntergedrückt werden? Oder anders gefragt: Ermittelt man das und stellt den Druck dann knapp unter diesen Wert ein, um nahe am Maximum zu sein?

Viele Grüße,
Michael[/quote]

Hallo Michael,

ja, der Kolben würde heruntergedrückt werden. Deswegen muss Einer immer den Propeller festhalten. Motor muss also blockiert werden. Später werden die Messergebnisse pro Zylinder in Relation gestellt. Z.B. bei meinem ehemaligen TIO540:

80/78, 80/76, 80/77, 80/78, 80/78, 80/77. Das ist allerdings nicht in [%] sondern in absoluten PSI.

Beim Auto habe ich das leider noch nie gemacht. Sehe da aber keinen relevanten Unterschied.

Viele Grüsse
HUF

Re: Einfache und schnelle Motorüberprüfung

Verfasst: Di 25. Okt 2016, 14:47
von Hans-Uwe Fischer
[quote="Jint Nijman"]
Interessant!

Aber das hier
[quote="Hans-Uwe Fischer"]
Jetzt strömt über eine geeichte Düse Druckluft in den Brennraum ein. [/quote]
muss heissen eine kalibrierte Düse

Eichen darf nur das Eichamt, und ich nehme mal stark an das diese einfache Gerät nicht vom Eichamt geprüft/geeicht wurde. Siehe auch hier https://de.wikipedia.org/wiki/Eichung

Jint[/quote]

Also bei diesem low cost Gerät sicherlich nicht. Bei Flugmotoren vermutlich schon. Das sind Prüfungen, die dem Luftfahrt-Bundesamt (LBA) unterstehen und über das Sein oder Nichtsein des Motors und damit dem Flieger entscheiden.

HUF

Re: Einfache und schnelle Motorüberprüfung

Verfasst: Di 25. Okt 2016, 15:21
von Manfred
[quote="Hans-Uwe Fischer"]
[quote=MichaIN]
Hallo HUF,

danke für den Beitrag, interessant.

Müßte nicht irgendwann der Kolben aus OT durch den Druck heruntergedrückt werden? Oder anders gefragt: Ermittelt man das und stellt den Druck dann knapp unter diesen Wert ein, um nahe am Maximum zu sein?

Viele Grüße,
Michael[/quote]

Hallo Michael,

ja, der Kolben würde heruntergedrückt werden. Deswegen muss Einer immer den Propeller festhalten. Motor muss also blockiert werden. Später werden die Messergebnisse pro Zylinder in Relation gestellt. Z.B. bei meinem ehemaligen TIO540:

80/78, 80/76, 80/77, 80/78, 80/78, 80/77. Das ist allerdings nicht in [%] sondern in absoluten PSI.

Beim Auto habe ich das leider noch nie gemacht. Sehe da aber keinen relevanten Unterschied.

Viele Grüsse
HUF[/quote]

Ich hatte von dieser genaueren Messmethode schon mal irgendwo gehört/gelesen.

Zum Thema "Kolben heruntergedrückt werden":

Reicht es nicht, den ersten Gang einzulegen und die Handbremse zu betätigen? Dann dreht der Motor ja auch nicht mehr.

Manfred

Re: Einfache und schnelle Motorüberprüfung

Verfasst: Di 25. Okt 2016, 15:56
von Jint Nijman
[quote="Hans-Uwe Fischer"]
Den habe ich nur verfasst, um Herrn Krause zu ärgern. Und nein, der Stammtischler war nicht Anieder...;-)[/quote]

Muss dass nun wirklich sein? Geht es nicht ohne solche Bemerkungen?

Jint

Re: Einfache und schnelle Motorüberprüfung

Verfasst: Di 25. Okt 2016, 15:59
von hgk
Moin,

das ist ja nix neues und hier auch gut beschrieben:

http://www.kfz-tech.de/Biblio/Tester/Druckverlust.htm

Re: Einfache und schnelle Motorüberprüfung

Verfasst: Di 25. Okt 2016, 16:14
von Thomas Held
[quote="Jint Nijman"]
[quote="Hans-Uwe Fischer"]
Den habe ich nur verfasst, um Herrn Krause zu ärgern. Und nein, der Stammtischler war nicht Anieder...;-)[/quote]

Muss dass nun wirklich sein? Geht es nicht ohne solche Bemerkungen?
[/quote]

Vor allem: geht es nicht ohne Herrn Fischer? Ein D-Modell hat er sowieso nicht...
Und wer ist ueberhaupt Herr Krause? Hausmeister?
Gruss,

Tom