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Federkugeln wechseln
Verfasst: Di 4. Apr 2017, 13:27
von Fasetti
Hallo,
nachdem ich meine D -Super jetzt doch schon 10 Jahre besitze, und mich mittlerweile wenigstens bei "Kleinigkeiten" reingeschraubt habe, ist es jetzt glaub ich an der Zeit den Hauptdruckspeicher und die Federkugeln zu wechseln.Irgendwie trau ich mich aber nicht ganz ran.Möchte ja nix "verschlimmbessern" !
Habe in der Nähe eine Hobbywerkstatt wo ich schon öfter unter der Hebebühne stand.Kann mir jemand von euch eine kurze schriftliche Anleitung geben wie man das am zufriedenstellensten erfüllen kann ?
Steht ja viel im Netz,aber das liebste wäre mir, wenn ich es von einem hier aus dem Forum erklärt bekomme ,der die Kugeln schon öfter an seiner Madame gewechselt hat.
Wohne in der nähe von München.Vielleicht hat ja jemand mal Zeit und Lust sich auf einen kleinen Plausch incl. Bierchen zu treffen, um mir einen kleinen " DS Hydraulik leicht gemacht Kurs "zu geben !
: ) Hoffentlich bald schwebende Grüße
Fasetti
Re: Federkugeln wechseln
Verfasst: Di 4. Apr 2017, 18:05
von ...hannes
Die Druckspeicherkugel zu wechseln ist schon eine kleine Herausforderung, weil du das am leichtesten von unten her (und unter leichtem Anheben des Motors) erledigen musst. Also Bühne oder Grube + Wagenheber + Stange. Die andere Methode, die Druckregleranschlüsse zu lösen und die Speicherkugel samt Regler auszubauen, ist auch nichts für bloody beginners, besonders weil sie die Gefahr birgt, dass dir ein Stück Leitungsgummi im Regler verbleiben könnte, der danach nicht mehr richtig schaltet (abschaltet!) und dir der Regler platzt...
Das würde ich lieber der Werkstatt überlassen.
Für die Federkugeln hinten benötigst du ebenfalls spezielles Werkzeug (Kettenrohrzange), um die Kugel unter Druck (also Fahrgestell auf maximaler Höhe) anzulösen und anschließend drucklos (Fahrgestell ganz runter, Druckreglerschraube 1 - 1,5 Umdrehungen leicht geöffnet - nicht rausgeschraubt!!!) abzuschrauben. Um auf tiefstem Niveau überhaupt unter den Wagen kriechen zu können, stellst du die Hinterräder zuvor auf Auffahrrampen...
Der Tausch der vorderen Radfederkugeln (drucklos) hingegen ist meist unproblematisch, falls sie zuvor nicht etwa mit Werkzeug angeknallt worden sind (alle Kugeln sollten nur handfest und ohne(!) Werkzeugeinsatz angezogen werden).
Vielleicht siehst du dem Mechaniker zuerst einmal zu, wie es gemacht wird und dann entscheidest du, ob du die Arbeit beim nächsten Mal selbst machen möchtest.
lg ...hannes
Re: Federkugeln wechseln
Verfasst: Mi 5. Apr 2017, 07:49
von Gerhard Trosien
Ich habe bei meinen Autos noch NIE Federkugeln unter Druck gelöst. Wenn beim D-Modell die hinteren Federzylinder korrekt montiert sind, verdrehen die sich beim Lösen der Kugeln nicht.
Ich fahre dazu rückwärts auf die so genannten Auffahrrampen und stelle die Höhenverstellung auf "ganz unten". So können alle 4 Kugeln problemlos gewechselt werden.
Re: Federkugeln wechseln
Verfasst: Do 6. Apr 2017, 16:57
von ...hannes
[quote="Gerhard Trosien"]
Ich habe bei meinen Autos noch NIE Federkugeln unter Druck gelöst. Wenn beim D-Modell die hinteren Federzylinder korrekt montiert sind, verdrehen die sich beim Lösen der Kugeln nicht.
[/quote]
Anlösen unter Druck habe ich mir beim XM angewöhnt, bei der DS ist das auch kein Fehler, vor allem wenn diese schon sehr lang montiert waren. Seit ich die geteilten Kugeln habe, muss ich diese zwangsläufig drucklos abschrauben, da für die Kettenrohrzange zu wenig Platz ist. Aber die alten 700ccm- Kugeln neigen auch weniger zum Festgammeln...
lg
Re: Federkugeln wechseln
Verfasst: Do 6. Apr 2017, 18:32
von Robert
ich löse hinten immer unter Druck an, und ich fahre auschliesslich geteilte Kugeln. Man muss den Kettenschlüssel dann natürlich etwas schräg ansetzen, sodass er an den Engstellen nicht am Äquator aufliegt. Wenn man hinten ohne Druck versucht zu lösen, verbiegt man als erstes dieses kleine unterdimensionierte Verdrehsicherungsplättchen und beschädigt als nächstes die Zuleitung zum Federzylinder. Zwei meiner Autos heben Hängerkupplungen, das erleichtert das Hochheben des Hecks sehr.
Gruss
Robert
Re: Federkugeln wechseln
Verfasst: Do 6. Apr 2017, 20:46
von Fasetti
Vielen Dank für die Antworten.Hauptdruckspeicher lass ich dann wohl lieber vom Fachmann machen.
Den Rest sollte ich jetzt hinbekommen.
Gruß aus Bayern
Fasetti
Re: Federkugeln wechseln
Verfasst: Do 6. Apr 2017, 22:26
von Robert
Hallo Fasetti,
wenn ich einen ausgebauten Motor in ein Auto einbauen möchte, sage ich immer zuerst "Spring!". Das hat bisher noch nie etwas bewirkt, aber es kostet nichts und wenn es funktioniert, spart es eine Menge Arbeit. Soll heissen: Nutze die sehr geringe Wahrscheinlichkeit, dass Du die Kugel bei hochgebocktem Auto vielleicht doch mit Handkraft lösen kannst, ehe Du die Werkstatt bemühst. Arbeitshandschuhe obligatorisch.
Gruss
Robert
Re: Federkugeln wechseln
Verfasst: Fr 7. Apr 2017, 08:06
von Gerhard Trosien
[quote=Robert]
.... Wenn man hinten ohne Druck versucht zu lösen, verbiegt man als erstes dieses kleine unterdimensionierte Verdrehsicherungsplättchen und beschädigt als nächstes die Zuleitung zum Federzylinder. ...[/quote]Das ist mir in beinahe 30 Jahren D-Schrauberei noch nie passiert, und irgendwann ist es immer das erste Mal, dass man lang festsitzende Kugeln ausbauen muss. Und ich habe die Kugeln noch nie mit einem Meißel vergewaltigt, ich hasse Meißelspuren an den Federkugeln. Und der Kettenschlüssel wird hinten schräg angesetzt.
Re: Federkugeln wechseln
Verfasst: Fr 7. Apr 2017, 09:35
von dosdres
[quote=Fasetti]
Vielen Dank für die Antworten.Hauptdruckspeicher lass ich dann wohl lieber vom Fachmann machen.
Den Rest sollte ich jetzt hinbekommen.
gruß aus Bayern
Fasetti[/quote]
hauptdruckspeicher wechseln ist keine kunst.
bühne oder grube wäre sehr hilfreich.
ohne bühne oder grube ist das eine plackerei.
erik
Re: Federkugeln wechseln
Verfasst: Sa 15. Apr 2017, 19:13
von Simon
Hallo zusammen,
das Anlösen der Federkugel unter Druck halte ich - nachdenkenderweise - ebenfalls für sinnvoll.
Ist es nicht so, daß die Federzylinder im komplett drucklosen Zustand, nur gehalten von einem kleinen Sicherungsblech mit Schraube, lose in ihren Aufnahmen wackeln und man praktisch keinen richtigen Gegenhalt - insbesondere hinten - beim Lösen der Kugeln mehr hat und hierbei etwas an den Aufnahmen "verwürgen" würde?
Ist schon eine Weile her, aber so kam es mir jedenfalls bei meiner eigenen Überholungs-Aktion vor. Allerdings hatte ich seinerzeit alles zusammen ausgebaut, um die Federzylinder zu revidieren und im ausgebauten zustand die Kugeln gewechselt (am Schraubstock).
Die Federzylinder habe ich mit einer Rohrzange geöffnet und wieder verschlossen, nicht zu locker lassen, nicht zu fest anknallen. Nicht ganz chevaleresque ohne vorgeschriebenes Drehmoment, aber geht auch, Auto fährt damit schon wieder ein paar Jahre
Gegrüßt von
Simon