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Stehbolzen

Verfasst: Do 10. Mai 2018, 11:57
von Pit
Hallo,
wodurch wird eigentlich das Eindrehen von Stehbolzen in eine Sackloch begrenzt?
Durchs Gewindeende im Loch? Durch das Gewindeende des Bolzens? ???
Grüße,
pit

Re: Stehbolzen

Verfasst: Do 10. Mai 2018, 12:22
von ...hannes
Stehbolzen im Alukopf sind immer etwas heikel, und wenn du den Stehbolzen "verkehrt" rum (also mit dem zu kurzen Gewindeteil) in ein Sackloch schraubst, besteht unweigerlich Gefahr, dass du die weichen Gewindegänge ausdrehst. Der Stehbolzen soll also im Sackloch unten anstehen.
lg

Re: Stehbolzen

Verfasst: Do 10. Mai 2018, 12:25
von hgk
Die Gewindegänge im Abgasrohr sind aber Eisen und nicht Alu.

Re: Stehbolzen

Verfasst: Do 10. Mai 2018, 12:43
von Pit
Hallo Hannes,
meinst du, dass dann das gewindelose Mittelteil des Stehbolzens die oberen Gewindegänge im Alu zerstört?
Das Gewinde im Sackloch geht ja wohl fertigungstechnisch bedingt nicht ganz bis zum Ende.

Re: Stehbolzen

Verfasst: Do 10. Mai 2018, 14:50
von ...hannes
Richtig kombiniert. Man dreht den Bolzen ein, am gewindelosen Teil kann er nicht mehr tiefer, und wenn sich der Bolzen (zB. beim Aufschrauben einer Mutter dann weiterdreht, schert er die Gewindegänge des weicheren Materials ab.

@hk: Wusste nicht, dass es sich bei Pits Problem ums Abgasrohr handelt, hätte sich ja auch um die Stehbolzen im ZK handeln können.

Re: Stehbolzen

Verfasst: Do 10. Mai 2018, 18:17
von Pit
Es war auch nur eine allgemeine Frage. Es gibt ja wohl mehrere DIN für Stehbolzen bzw. Stiftschrauben. Es sind auch nicht alle in der Mitte dicker.
Ich wollte nur dazu lernen.
Grüße,
Pit

Re: Stehbolzen

Verfasst: Fr 11. Mai 2018, 08:13
von Gerhard Trosien
...hannes hat geschrieben: Stehbolzen im Alukopf sind immer etwas heikel, und wenn du den Stehbolzen "verkehrt" rum (also mit dem zu kurzen Gewindeteil) in ein Sackloch schraubst, besteht unweigerlich Gefahr, dass du die weichen Gewindegänge ausdrehst. Der Stehbolzen soll also im Sackloch unten anstehen.
lg
Eigentlich ist es umgekehrt. Und wenn man alles richtig macht, passiert auch dem Gewinde im Alu-Kopf nix.

Re: Stehbolzen

Verfasst: Fr 11. Mai 2018, 10:36
von Hans-Uwe Fischer
Pit hat geschrieben: Hallo,
wodurch wird eigentlich das Eindrehen von Stehbolzen in eine Sackloch begrenzt?
Durchs Gewindeende im Loch? Durch das Gewindeende des Bolzens? ???
Grüße,
pit
Es gibt unzählige Bauformen und Anwendungen zu diesem Thema. Daher kann man m.E. keine allgemeingültige Antwort geben.

Was aber speziell das Thema DS/ID-Zylinderkopf anbelangt, so sehe ich die Situation, auch aus leidlicher Erfahrung, so:

Der Einbau und die Wahl des Stehbolzen sollte unbedingt nach Herstellervorgaben sein. Wählt man ein zu langes Gewinde, stößt der Bolzen am Ende des Sacklochgewindes an und verletzt möglicher Weise den empfindlichen Bodenbereich (Rissbildung). Je nach Eindrehmoment wird der Bolzen vorbelastet, der erste Gewindegang am Bolzen beschädigt und somit beim Herausdrehen des Bolzens das weiche Alu-Gewinde beschädigt. Auch wenn der Bolzen "Stehbolzen" heißt, sollte er nicht aufstehen.

Wird also der passende Stehbolzen bis zum Gewindeende* leicht eingeschraubt, gibt es keine Vorbelastungen und keine Beschädigungen. Ich persönlich habe das Gewinde mit Kupferpaste eingefettet. Das kann durchaus bedeuten, dass beim Lösen der Flanschmuttern ein Stehbolzen mit herausgeschraubt wird. Ich schraube aber lieber wieder einen neuen Stehbolzen in ein völlig unbeschädigtes Sacklochgewinde ein, als die Reste eines abgerissenen Stehbolzens in stundenlanger Murkserei wieder heraus zu bekommen.

HUF

*) Also das Gewindeende, dass sich an dem gewindelosen Mittelteil des Bolzens befindet.

Re: Stehbolzen

Verfasst: Fr 11. Mai 2018, 12:08
von Boßhammer
Hallo HUF,

Kupfer und Alu sind keine gute Kombination. Da gehst du auf das Prinzip der Opferanode, sprich das unedlere Metall opfert sich für das edlere Metall auf. Das Aluminium löst sich durch eletrochemische Reaktion auf.

Oder ist mein Gedanke zu theoretisch und die Zusammensetzung der Kupferpaste löst das Problem?
Grüße aus Berlin Ralph

Re: Stehbolzen

Verfasst: Fr 11. Mai 2018, 13:06
von Hans-Uwe Fischer
Boßhammer hat geschrieben: Hallo HUF,

Kupfer und Alu sind keine gute Kombination. Da gehst du auf das Prinzip der Opferanode, sprich das unedlere Metall opfert sich für das edlere Metall auf. Das Aluminium löst sich durch eletrochemische Reaktion auf.

Oder ist mein Gedanke zu theoretisch und die Zusammensetzung der Kupferpaste löst das Problem?
Grüße aus Berlin Ralph
Hallo Ralph,

am liebsten würde ich antworten: Theoretisch ja, praktisch nein. Die Cu-Paste, die ich verwende (MOLYKOTE Cu 7439 PLUS), beinhaltet u.a. einen Inhibitor. Allerdings dauerten meine praktischen Erfahrungen jeweils nur ein paar Jahre. Die waren allerdings hervorragend.

Vor ein paar Monaten hatte ich ein ähnliches Problem. Da sind beim Ausbau von sechs Glühkerzen fünf abgerissen* (Land Rover). Die neuen G-Kerzen wurden dann mit Keramikpaste in den Alu-Zylinderkopf eingesetzt.

Wer also ganz sicher gehen will, sollte Keramikpaste anwenden.

Grüße aus dem Schwarzwald
Uwe

*) Das war ein Land Rover-Fachmann.