Zukunft Auto?

Hier kann nach Herzenslust abgeschweift werden.
Tom Verified
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Registriert: Mo 11. Dez 2006, 17:30

Zukunft Auto?

Beitrag von Tom Verified »

Moin zusammen,
ich hoffe, das Thema kann hier diskutiert werden, auch wenn Oldtimer nur am Rande damit zu tun haben.
Im Forum gibt es ja eine Menge Kommentare, die die derzeitige Autopolitik der Städte und des Bundes kritisieren. Ich wüsste gerne mal, wie denn die alternative Lösung aussehen könnte? Ich habe vor knapp 30 Jahren an einem Seminar aus dem Bereich Technologiefolgenabschätzung zum Thema Verkehrsentwicklung teilgenommen und damals fiel mir dazu nur ein, dass Autofahren keinen Spaß mehr machen darf. Ich weiß, das war nicht besonders kreativ und für mich als Autofahrer auch nicht besonders erbaulich. Mein Eindruck ist, die aktuelle Politk denkt so ähnlich.

Auf der anderen Seite nimmt die Pkw-Anzahl ungebrochen und stetig zu. Um Parkplätze in Städten wird gekämpft, im Zweifelsfall wird in Brandschutzzonen, auf Fahrradwegen und Busspuren geparkt. Die Autos werden immer größer und benötigen immer mehr Platz. Der Trend zum Zweit- oder Drittauto, auch in Städten ist ungebrochen. Bei mir in Wiesbaden stehen immer mehr Camper auf öffentlichen Straßen und werden wochen- manchmal monatelang nicht bewegt. Der Pendelverkehr in und durch die Stadt macht die Rushhour zur Slowhour.

Also was gibt es noch für Lösungen:

Man könnte zumindest in den Alleestraßen die Bäume entfernen und die Straßen auf 6 oder 8 Spuren erweitern. 6 und 8-spurige Straßen haben in den 50ern die Modernisierer in Kassel gebaut, was seinerzeit als vorbildhaft für ganz Europa galt. Später hat das Straßenbild nicht unwesentlich zum Ruf Kassels beigetragen, eine der hässlichsten Städte Deutschlands zu sein.
Man könnte auch eine Hochspur über die bestehenden Fahrspuren bauen, was in der Wirkung vermutlich nicht besser ausfallen würde als die Kassler Lösung.
Beide Lösungen könnten vielleicht beim Durchgangsverkehr helfen, das Parkplatzproblem wäre damit aber immer noch nicht gelöst.

Also werte Freude der alternativen Verkehrspolitik, lasst doch mal hören, wie Ihr das angehen würdet. Das klingt zwar spitz, ist aber wirklich eine Frage, die mich interessiert.

Dabei aber bitte nicht auf den Fahrradfahren und Fußgängern rumhauen. Erstens haben die die gleiche Daseinsberechtigung und zweitens braucht es für oben genannte Probleme keine Fahrradfahrer und Fußgänger, das schaffen die Autos ganz alleine.

Ich freue mich auf Eure sachbezogenen Rückmeldungen.

Gruß Tom

D-Super Bj. 74
Maxe_Muc
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Registriert: Di 25. Aug 2020, 19:47

Re: Zukunft Auto?

Beitrag von Maxe_Muc »

Ich folge auf Twitter einigen Fahrrad-Aktivisten, die nur einen Feind kennen: das Auto und seinen Fahrer. M.E. wird da die Liebe zum Auto mit der Liebe zur individuellen Mobilität verwechselt. Im Moment ist eben die Alternative ÖPNV meistens nicht annähernd so komfortabel wie das Auto. Und über die Idee, alles per Fahrrad zu machen muss man wohl nicht reden.
Wenn ich München mit Nizza (wir haben dort ein Ferienhaus und sind daher seit 30 Jahren regelmäßig dort) vergleiche, fällt mir als erstes auf, dass dort bei jeder Baumaßnahme an Bahnhöfen oder Trambahn-Endhaltestellen ein großes Parkhaus gebaut wird. Hier in München baut man mit Freiham einen neuen Stadtteil mit 25000 Einwohnern und setzt in die ohnehin schon überlastete S-Bahn einfach eine neue Haltestelle. Dito am Hirschgarten. Was ich sagen will: Eine Stadt ist nicht nur ein Biotop für Studenten und andere, die sich ausschließlich darin bewegen, sie erfüllt auch Versorgungszwecke für das Umland. Also müssen Auto und andere Verkehrsmittel so verknüpft werden, dass es angenehm ist, umzusteigen
Vitus Rennräder und Citroën Autos
priusb78 Verified
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Registriert: Di 9. Jul 2013, 14:42

Re: Zukunft Auto?

Beitrag von priusb78 Verified »

Ich bin in der Stadt ein großer Freund der Fahrradstraßen, die inzwischen in Nürnberg ein schnelles und ziemlich sicheres Radeln in der Stadt ermöglichen. Ich denke, das werden die Autos verschmerzen, wenn sie hier nicht mehr im Durchgangsverkehr fahren können.

https://www.nuernberg.de/internet/verke ... rasse.html
https://www.nuernberg.de/imperia/md/ver ... assen2.pdf

Ansonsten würde ich begrüßen, wenn man den Pendlerverkehr kommend aus dem Umland aus der Stadt raushalten könnte. Mit großzügigen Parkplätzen / Parkhäusern am Stadtrand an den Endhaltestellen von S-/U-/Straßenbahnen etc. und günstigen Pendlertickets könnte man den oder die eine oden anderen vielleicht motivieren, dort zu parken und die "last mile" mit "Öffentlichen" zu fahren.

So funktioniert es nicht:
Unsere Wohnstraße wid seit Jahren jeden Morgen von Pendlern zugeparkt, die dann zur U-Bahn gehen. Jetzt wurden Anwohnerparkplätze daraus gemacht. Die kosten für die Anwohner Geld und die Pendler parken jetzt noch wilder an allen möglichen und unmöglichen Stellen...

Gruß Thorsten
D Super 5, Bj. '74, brun-scarabée aus Italien
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