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Starterrelais

Verfasst: Mi 13. Mai 2026, 17:22
von Zitrönenfalter
Nachdem das Starterrelais immer öfters mal nicht zur Arbeit überredet werden konnte (durch den Startknopf im Armaturenbrett, mechanisch betätigt ging es immer), habe ich das Ding mal geöffnet, und unschönes gefunden - der "Stern" ist ordentlich angefressen:
starterrelais-stern.jpeg
Die Spule funktioniert, und nach der Ventildeckeldichtung habe ich gerade recht wenig Lust auf Nachbauteile. Wenn der Teilehändler schon "nicht die allerbeste Qualität" dazuschreibt...

Daher meine Frage: Hat schon mal jemand den "Stern" nachgefertigt?
Ist zwar eine recht komplexe Form, aber sollte doch mit etwas Mühe und Sorgfalt aus einem Kupferblech auszusägen sein.
Vielleicht kann ich auch Kontakte aus einem alten Leistungsschütz umstricken, ich muss mal in der Elektroschrottkiste in der Firma wühlen...
Andere Vorschläge / Ideen?

Oder hat evtl. noch jemand ein gutes Originalteil in der Kiste liegen?


Gruß, Stefan

Re: Starterrelais

Verfasst: Mi 13. Mai 2026, 18:20
von Til
meiner sieht auch so aus - einfach mit Schmirgelpapier so gut es geht blank machen, reih rum etwas hochbiegen (darauf achten, dass alle gleichhoch stehen) und die Platte am Anlasserkabel auch noch abschmirgeln und dann hast Du die naechsten 10 Jahre Ruhe.

Bei dieser Gelegenheit auch noch ueberpruefen, ob die Verbindung zwischen Relais und Batteriepolklemme wackelt - falls ja, kann man die mit einem Hammer und Durchschalg/Schraubendreher wieder festklopfen (das ist mE der kritische Punkt am Relais, da das totalen Ausfall bedeutet - sehr unangenehm, wenn es beim Fahren passiert).

Re: Starterrelais

Verfasst: Do 14. Mai 2026, 09:25
von MenrathU
Hallo Stefan,

ich gehe mal davon aus, dass dieser Stern ab Werrk aus Kupferblech in Federblechqualität gestanzt wurde. Enbtstehen im Lauf der jahrzehnte Übergangswiderstände, z. B. durch Korrossion, erhitzt sich das Blech und verliert an Federspannung. Dadurch wiederum wird der Kontaktwiderstand größer - ein Teufelskreis. Tils Vorschlag ist zwar die einzige Möglichkeit der Reparatur, wenn keine guten NOS-Teile zur Verfügung stehen, die Federspannung kann sie jedoch ncith restaurieren. Flglich solltest Du anscghließend das Verhalten des relais sehr genau im Auge behalten.

Eine weitere Möglichkeit wäre der Ersatz durch ein Trennrelais aus laufender Fertigung, das jedoch keinesfalls die originale Optik und auch nicht den Knopf fürs händische Betätigen des Anlassers zeigt.

Re: Starterrelais

Verfasst: Do 14. Mai 2026, 13:14
von maldini
hallo zusammen,

ich bin ja kein versierter Elektriker..
Aber man könnte doch versuchen ein Relais verdeckt dazwischen zu schalten, das den Strom aufnimmt - das originale Starterrelais dann nur noch als Anschalter zu nutzen.
Das wird doch bei den frühen IDs/DSen auch mit den Scheinwerfern gemacht - später erst läuft der "Lichtstrom" hier auch über die Schalter im Satelliten - (was deren Lebensdauer nicht unbedingt nutzt)

Grüße Karl

Re: Starterrelais

Verfasst: Do 14. Mai 2026, 15:00
von Zitrönenfalter
Hallo Karl, "verdeckt" ist der Knackpunkt!

Wo nehme ich die Batteriespannung für das neue Relais ab? Zwischen Batteriepolklemme und Relais ist ja nicht wirklich Platz um ein 25qmm Kabel abzugreifen...
Ich werde wohl doch erst mal zum Reproteil greifen damit der Wagen wieder läuft, und mir in Ruhe überlegen wie ich den Stern nachfertigen kann...

Habe gerade das Relais komplett zerlegt, meine erste Idee mit alten Kontakten aus einem Leistungsschütz und einem 3-D-gedruckten Halter für selbige wird nicht funktionieren. Zu wenig Platz.
stern3.jpeg
stern2.jpeg
Das Ding ist aus 0,5er Blech, für die Vertiefung in der Mitte brauch ich einen Pressstempel, der sollte sich drehen lassen - sollen die Schlosserkollegen auf der Arbeit mal zeigen was sie können...
Problem wird eher das Material, da die Zungen ja federn müssen, brauche ich eine Beryllium-Legierung, kein Reinkupfer. Mal sehen ob ich das in "Bastlermenge" bekomme, 1 Quadratmeter möchte ich nicht kaufen müssen, das Zeug ist ersten Recherchen nach nicht billig...

Die beiden "angefressenen" Kontaktplatten lassen sich blankschleifen, da ist genug "Fleisch" vorhanden, und die Nieten werde ich durch 3er Schrauben ersetzen, dann kann man auch mal zerlegen zum kontrollieren...
starterrelais-innenleben.jpeg
Ein Hunni für das Reproteil ist zwar ärgerlich - aber ich möchte halt dieses Jahr noch fahren.
Bei LBC ist ein Gebrauchtteil für 30 angeboten - ungetestet... ist mir etwas riskant, da wird der Stern ja auch nicht unbedingt viel besser als bei mir aussehen.

Es bleibt spannend!
Gruß, Stefan

Re: Starterrelais

Verfasst: Do 14. Mai 2026, 17:17
von maldini
Hallo Stefan,

.. könnte man da mit Silberlot etwas anfügen? Leiten sollte ja es sogar besser als das Kupfer ... Das wäre ein Projekt nach der Devise "Jugend forscht!
- aber ich ich bin (auch) kein lotexperte! :D

grüße
karl

Re: Starterrelais

Verfasst: Do 14. Mai 2026, 19:58
von MenrathU
maldini hat geschrieben: Do 14. Mai 2026, 13:14 Aber man könnte doch versuchen ein Relais verdeckt dazwischen zu schalten, das den Strom aufnimmt - das originale Starterrelais dann nur noch als Anschalter zu nutzen.
So in etwa sieht es unter der Haube meiner Göttin aus. Da der Anlasser sowieso über ein Hochstrom-Relais im Magnetschalter verfügt, schaltet dieses ominöse Ding mit dem Stern nur noch den Strom durch die Magnetschalterspule. Es führt nun ein 16-mm²-Kabel direkt von der Plusklemme zum Magnetschalter.

Re: Starterrelais

Verfasst: Fr 15. Mai 2026, 15:29
von Zitrönenfalter
Beim Löten hätte ich Bedenken wegen der Temperaturstabilität. Da fließen ja schon ordentliche Ströme beim Anlassen, dazu Lichtbogen durch mehr oder weniger abgenutzte Kontakte - da versuche ich mich lieber an der Nachfertigung.

Re: Starterrelais

Verfasst: Fr 15. Mai 2026, 22:04
von MenrathU
Die Temperatur beim Hartlöten zerstört die Federeigenschaft des Blechs.