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Türeinstellung

Verfasst: Do 31. Okt 2002, 08:09
von Michael
Hallo,

die nächste Arbeit bei meiner Schönen (ID 19 BJ 3/70) liegt an. Nachdem ich die Hutablage erneuert habe (nun sieht Madame auch hinten gut aus) will ich jetzt an die Einstellung der Türen ran. Die Türen sind sehr schwer zu schließen, Madame schüttelt sich immer heftig.
Gibt es bestimmte Dinge auf die man achten sollte?
Vielleicht kann mir jemand Tips und Ratschläge geben.
Danke schon jetzt und
grüße aus dem schönen Aachen
Michael

Re: Türeinstellung

Verfasst: Do 31. Okt 2002, 15:56
von wolfgang
hallo michael,
war das früher mal gut oder nie?
ich hatte das problem mal plötzlich unterwegs in frankreich bei strömendem regen,dass die beifahrertür überhaupt nicht mehr zu schliessen war.durch verstellen der schliessplatte an der b-säule nach aussen und fixieren mit einem grossen kreuzschlitzschraubendreher in einer kleinen wekstatt war das problem gelöst.
an den türscharnieren sind allerdings auch gekonterte madenschrauben die es wohl erlauben das spiel in den angen zu minimieren und evtl. die höhe (und neigung?) zu verstellen .
was sagen die anderen experten?
gruss
wolfgang

Re: Türeinstellung

Verfasst: Do 31. Okt 2002, 17:31
von patric
Hallo,
stimmt, die Türen lassen sich vorn minimal in der neigung verstellen und natürlich in der Höhe, ist aber 'ne äußerst lästige Arbeit und ich habe das Gefühl, daß meine letzte Einstellung (Neigung vermindert) sich schon wieder verstellt hat. Wenn jemand Tips geben kann, der mehr Erfolg hatte, wäre auch ich dankbar.

Re: Türeinstellung

Verfasst: Fr 1. Nov 2002, 08:16
von Martin
Hallo,

das grundsätzliche Einstellen der Karosserie ist bei unseren alten Schätzchen oftmals dringend nötig, wie ein Gang über einen Treffen-Parkplatz zeigt. Leider ist das eine langwierige Arbeit und nur für nervenstarke Personen geeignet ;-)
Grundsätzlich kann man jedes Karosserieteil einer ID/DS in einem recht großen Rahmen verstellen.
Bei den Türen fängt man vorne an und stellt sie erst mal in der Tiefe (also der Entfernung zum Holm) durch unterlegen bzw. weg lassen der Ausgleichsstücke (Halbmonde) so ein, dass sie geringfügig tiefer als das jeweils vordere Karosserieteil sitzen, damit sich der Wind nicht im Spalt verfängt (= laute Windgeräusche).
Dann justiert man die Höhe und die Neigung nach hinten anhand der vorderen Stellschrauben und deren Halter. Dazu benutzt man am besten einen rund 70cm langen Schraubenzieher, denn man sich aus einer Stange selbst schleifen kann. Es geht damit viel besser.
Sitzt die Tür nun richtig, stellt man die Schlossfalle darauf ein. Oft muss auch hier mit dazutun und weglassen von Distanzstücken gearbeitet werden.
Bitte vor allen Justierungen die Scheibe herunterkurbeln.
Wenn man die Türe fertig einjustiert hat, und sie mit einem kleinen Fingerschnippen satt ins Schloss fällt (o.k., ich geb´s zu, ich bin ein Träumer – aber es kann gelingen!!), dann kurbelt man die Scheibe hoch und stellt diese ein. Dazu gibt es mit kleinen Gummikappen verschlossene ovale Löcher vorne und hinten in der Türe. Da durch kann man die Höhe und die Neigung der Scheibe einstellen. So lange, bis sie ganz gleichmäßig an der Gummidichtung anliegt und man in einer völlig leisen DS dahinschwebt. (Achtung: Wunschdenken!)

Ohne Windgeräusche schwebend grüßt
Martin

Re: Türeinstellung

Verfasst: Fr 1. Nov 2002, 12:02
von Hans-Uwe Fischer
Hallo Martin,

wenn die Türscheiben gut, bzw. richtig und eng in den Schienen geführt werden, dann wird das Wunschdenken wahr.
Weiterhin sollten unbedingt die Türschaniere gefettet werden. Um eine wackelfreie Tür zu bekommen, werden oft die Schaniere zu stark angezogen( geschraubt ). Jetzt ist es nur eine Frage von ein paar Wochen bis die Tür wieder zu Hängen beginnt. Zum Nachfetten sind extra axial im Schanier Bohrungen vorgesehen.

Mit tollen Spaltmaßen fahrend

Hans-Uwe Fischer

Re: Türeinstellung

Verfasst: So 3. Nov 2002, 19:49
von patric
Hallo HUF,
Wie errreicht man denn, daß die Scheiben "richtig und eng" in den Schienen geführt werden?

Re: Türeinstellung

Verfasst: So 3. Nov 2002, 20:01
von patric
Hallo Martin,
wozu ist denn der 70cm-Kavenzmann?

Re: Türeinstellung

Verfasst: So 3. Nov 2002, 22:17
von Martin
Hallo Patric,
den "Kavenzmann", der eigentlich eher schlank sein sollte ;-) kann man von oben wunderbar zur unteren Einstellschraube führen, die sich dann ganz leicht justieren lässt. Ansonsten muss man immer in der Enge des Türwinkels mit einem Schraubenzieher hantieren. Wenn man einmal so einen langen Schraubenzieher benutzt hat, möchte man ihn nicht mehr missen.
Es grüßt
"Der mit dem Kavenzmann schraubt"

Re: Türeinstellung

Verfasst: Do 7. Nov 2002, 23:15
von Michael (Aachen)
Hallo,
vielen Dank an alle für die umfangreichen Tips zur Türeinstellung.
Leider bin ich noch nicht dazu gekommen, dies umzusetzen.
Madame hatte letzte Woche Samstag auf freier Strecke gestreikt. Nichts ging mehr. Der Kohlestift im Verteilerdeckel war weg (verschliessen). Madame mußte auf einen Abschleppwagen. Einfach so abschleppen geht wegen fehlender Bremswirkung und Lenkung nicht.
Anschließend war es problematisch, den richtigen Verteilerdeckel zu finden. Für den ID 19 gibt es alleine 5 verschiedene Deckel mit entsprechenden Verteilerfinger. Nachdem ich eine Fotoaufnahme vom Motorraum und dem Verteiler einem Händler in Düsseldorf vorgelegt habe, habe ich auch den richtigen Verteilerdeckel und Verteilerfinger bekommen. Neue Zündkabel war dann aber auch gleich erforderlich. Nun läuft die alte Dame wieder!
Was lerne ich daraus?
1. Eine Mitgliedschaft im ADAC
2. Nie mehr ohne Werkzeug fahren, auch keine kurze Strecke
3. Diverse Ersatzteile sammlen und mitnehmen
4. Warndreieck und Verbandskasten gehört selbstverständlich zur
Standardausrüstung (ich hatte es leider nicht dabei)

Allzeit gute und sichere Fahrt
Michael

Re: Türeinstellung

Verfasst: Sa 9. Nov 2002, 13:52
von Hans-Uwe Fischer
Hallo Patric,

um Tür und Scheibe einzustellen, bedarf es einer langen Erklärung. Ich gehe mal von einer richtig eingestellten Tür aus und beziehe mich nur auf die Türscheibe.
Scheibe und Scheibenführung sind so ausgelegt, daß am Ende der Schiene ( Scheibe fast geschlossen ) eine seitliche Verschiebung zum Dichtgummi stattfindet. Setz Dich mal z.B. auf den Fahrersitz, drehe Scheibe bis zum Anschlag fest hoch (zu) und schließe danach kpl. die Tür. Wenn Du jetzt nur ganz Etwas die Scheibe runterkurbelst, löst sich die Scheibe zuerst unten ca. 6 mm vom Gummi. Dabei sollte aber die Scheibe oben noch anliegen. Somit ist eine Vorspannung gegeben. Wenn das der Fall ist, ist schon Vieles in Ordnung. Jetzt erst geht beim weiteren Herunterkurbeln die Scheibe weiter nach unten.
Zweite Prüfung: Öffne die Tür, kurbel die die Scheibe vom oberen Anschlag leicht zurück (ca. 1 cm) und prüfe auf einigermaßen festen Sitz. Falls jetzt alles nur noch "rumschlabbert", Schienen herausmontieren und die Führungsschiene im letzten Bereich im Schraubstock vorsichtig nachrichten ( biegen ). Zum Schluß sollte man unbedingt Graphitfett ( Molykote) in die Führungen einschmieren. Falls die Schienen etwas klemmen hat man keinen Verschleiß.

Leider muß ich jetzt abbrechen, ich hoffe aber es reicht so erstmal.

Viel Erfolg

Hans-Uwe Fischer