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Schmierstoffkunde - Zweck und Sorten
Verfasst: Mo 11. Okt 2010, 20:19
von Nordlicht
Hallo Tom u. sonstige Experten,
ich vertraue in der Abt. „Schmierstoffe“ auf tomsail (s.u. Zitate aus: posting & zinkweb) und schmiere stupide „gemäß Spicker“. I-Tüpfelchen wäre, wenn ich´s jetzt auch noch verstehe.

)
Wie definieren sich die drei Anwendungen/Anwendungspaare? Was verbindet die Paare? Ggf. die gleichen Fragen zu den Fettsorten? Fettsortenzweck?
Z.B. stolpere ich bereits (irrigerweise?) schon zu Beginn über die Zusammenfassung von „Antriebswellen u. Kugelgelenke“: Ist nicht im Fahrbetrieb ne Antriebswelle IMMER und SCHNELL in Gange, ein Kugelgelenk NICHT IMMER und LANGSAM?
Besten Dank für Nachhilfe - Gruß Nordlicht-Thomas
ANTTRIEBSWELLEN UND KUGELGELENKE:
MoS2-additiviertes Lithiumkomplexfett
MoS2-Hochdruckfett m. synthetischem Grundöl
RADLAGER, ALLG. ANWENDUNGEN:
Lithiumkomplexverseiftes EP-Fett
Lithiumkomplexfett
SCHWINGARME UND LENKÜBERTRAGUNG:
Polyharnstoff-EP-Fett m. synthetisch. Grundöl
Polyharnstoff-Fett als Langzeitschmierung in den Schwingarmlagern
Re: Schmierstoffkunde - Zweck und Sorten
Verfasst: Mo 11. Okt 2010, 23:47
von tomsail
hallo thomas,
Nordlicht schrieb:
-------------------------------------------------------
> Ist nicht im
> Fahrbetrieb ne Antriebswelle IMMER und SCHNELL in
> Gange, ein Kugelgelenk NICHT IMMER und LANGSAM?
>
> ANTTRIEBSWELLEN UND KUGELGELENKE:
> MoS2-additiviertes Lithiumkomplexfett
> MoS2-Hochdruckfett m. synthetischem Grundöl
>
bei antiebswelle und kugelgelenken geht es nicht um die geschwindigkeit [sub](wenn du mit 185km/h über einen autobahnbrückenstoß fährst, dann ist auch dein kugelgelenk schnell in seiner bewegung)[/sub], sondern um die bewegungsart. bei diesen lagerungen "gleiten" die oberflächen aufeinander und "rollen" nicht ab wie die kugeln in einem kugellager. drum die MoS2-teilchen, die sind wie "schmierplättchen" im fett und mindern den verschleiss bei den gleitbewegungen.
zusätzlich sind diese fette recht zäh und wasserbeständig.
unter kfz-leuten werden solche fette auch "antriebswellenfett" genannt.
das zeug ist immer schwarz.
> RADLAGER, ALLG. ANWENDUNGEN:
> Lithiumkomplexverseiftes EP-Fett
> Lithiumkomplexfett
>
diese fette sind heutzutage gehobener standard für wälzlager (und radlager). hier "rollen" die oberflächen nur aufeinander ab und gleiten nicht. lithiumkompkexverseifte fette haben eine gute "dämpfungseigenschaft" und sind für mittelschnellaufende lager geeignet. farbe ist je nach hersteller unterschiedlich.
> SCHWINGARME UND LENKÜBERTRAGUNG:
> Polyharnstoff-EP-Fett m. synthetisch. Grundöl
> Polyharnstoff-Fett als Langzeitschmierung in den
> Schwingarmlagern
hier ist eine langsame "rollbewegung" von nur ein paar grad vorhanden.
es kommt auf gute rostschutzeigenschaften und lange haltbarkeit an. drum ein teures polyharnstoff-fett.
grüße
thomas
Re: Schmierstoffkunde - Zweck und Sorten
Verfasst: Di 12. Okt 2010, 08:06
von Nordlicht
Moin Tom,
besten Dank einstweilen. Nachdenken

) muss ich (wohl) trotz Spickers:
"Antriebswellen" = "gleiten" / "Radlager" etc. = "rollen" ...
Dann gehört z.B. ins Tripodesgehäuse ein "Radlagerfett"!?
Gruß Nordlicht-Thomas
Re: Schmierstoffkunde - Zweck und Sorten
Verfasst: Di 12. Okt 2010, 11:23
von hgk
Eigentlich ist es eine langsame Rollbewegung, weil die Kugel ja nur die Winkelbewegung der Achsstellung ausgleicht.
Aber da du eh nicht verhindern kannst, daß das Antriebswellenfett auch dahin kommt ist meist das.
Mit sonnigen Grüßen
Hans
Re: Schmierstoffkunde - Zweck und Sorten
Verfasst: Di 12. Okt 2010, 11:34
von Thomas Held
Hallo Hans,
in den Tripodes-Gelenken ist immer genau das Fett drin, das man reingetan hat. Das beim Abschmieren der Antriebswellen ueber den Schmiernippel auf der Welle zugefuehrte Fett geht seinen Weg in die andere Richtung, nach aussen zum radseitigen Gelenk.
Gruss,
Tom
Re: Schmierstoffkunde - Zweck und Sorten
Verfasst: Mi 13. Okt 2010, 10:35
von hgk
Hallo Tom,
gut zu wissen. Ist dann anderes Fett an den Tripoden sinnvoll?
Mit sonnigen Grüßen
Hans
Re: Schmierstoffkunde - Zweck und Sorten
Verfasst: Mi 13. Okt 2010, 11:09
von tomsail
hgk schrieb:
-------------------------------------------------------
> Hallo Tom,
>
> gut zu wissen. Ist dann anderes Fett an den
> Tripoden sinnvoll?
hallo hans,
klar ist ein MoS2 hochdruckfett an den tripoden sinnvoll, denn die kugeln in den tripoden machen nur im "theoretischen idealfall" eine abrollbewegung.
in wahrheit ists ne mischung aus gleiten und rollen.
wenn dann noch alte, gelaufene gelenke bei der montage/demontage verdreht werden, bekommt jede kugel einen unpassenden reibpartner. dann ists endgültig vorbei mit dem "idealen abrollen".
werden gar teile aus verschiedenen gebrauchten antriebswellen gemischt, ist ein gutes fett mit MoS2 zusatz pflicht!
grüße
thomas
Re: Schmierstoffkunde - Zweck und Sorten
Verfasst: Fr 15. Okt 2010, 15:36
von Bernhard(Süd)
Hallo Thomas,
sehe ich das richtig, dass die Kugelköpfe, die eine aufgerauhte (matte und nicht hochglanzpolierte) Oberfläche haben, das MoS2-Fett brauchen, damit sich die MoS-Plättchen in die winzigen Vertiefungen schmiegen-?
So hat mir das ein Experte mal erklärt...
Grüsse: Be
Re: Schmierstoffkunde - Zweck und Sorten
Verfasst: Fr 15. Okt 2010, 15:37
von Bernhard(Süd)
Nachtrag:
...und hochglanzpolierte Gleitflächen dürfen auf keinen Fall MoS2-Fett erhalten, da es hier ungenügend schmieren würde...-?
Grüsse: Be
Re: Schmierstoffkunde - Zweck und Sorten
Verfasst: Sa 16. Okt 2010, 01:50
von tomsail
huhu bernhard,
ja, so ists fast....
das mit den aufgerauhten flächen, die "schmiervertiefungen" haben ist allgemeiner stand der technik. so werden zylinderbuchsen kreuzgehohnt .... damit das öl schön haften bleibt.
bei den kugelköpfen ist (egal wie die oberfläche ist) ein MoS2-fett anzuraten.
hier gleitets mit "schcmierplättchen" einfach besser.
grüße
thomas