Seite 1 von 2

Bremse bei Nässe

Verfasst: Mo 6. Jun 2011, 21:56
von Marita
Hallo,

bin heute erstmals, obwohl ich meine DS seit 20 Jahren besitze, im Unwetter unterwegs gewesen. Auf den Strassen stand das Wasser ca. 10 cm hoch. Als ich bremsen wollte, gab es nur ein starkes lautes Rubbeln aber null Verzögerung! Auf den nächsten 500 m rechter Fuss auf dem Gas, linker auf der Bremse, aber anscheinend wurden auch dadurch die Scheiben nicht trocken, also keine Besserung. Auto eine halbe Stunde stehen lassen, da mir das Weiterfahren im Stadtverkehr so zu gefährlich war und dadurch trockneten die Bremsen ab, die Strassen waren auch wieder befahrbar und Madame bremste wie sonst auch.
Habt ihr da auch Probleme, das bei "hohem Wasserstand", der ganze Unterboden wurde gespült, die Bremse total versagt?

Gruss
Thomas

Re: Bremse bei Nässe

Verfasst: Mo 6. Jun 2011, 23:55
von Hubbes
Hallo Thomas,

Meine Vermutung wäre, dass Oel oder Fett von Bodenblech und Bremsluftschächten auf die Scheiben gespült wurde. Da sammelt sich ja einiges an, im lauf der Jahre.

schönen Gruss,
Ralf

Re: Bremse bei Nässe

Verfasst: Di 7. Jun 2011, 07:37
von Gerhard Trosien
Nasse Bremsscheiben sorgen immer für verminderte (gefühlt: gar keine) Verzögerung. Die Einbaulage der Bremsscheiben spielt erst mal keine Rolle.
Beim D-Modell dürfte die Gefahr wegen wegen der Unterbodenverkleidung aber eher gering sein, im Gegensatz zu so manchem teuren deutschen Produkt. Wer aber gestern in Hamburg unterwegs war... da hilft gar nix mehr.

Die fettigen Ablagerungen lassen sich von einem Wasserschwall kaum beeinflussen und würden großteils an den Scheiben vorbei gepült.

Bei modernen "Premium"-Autos schützt die Mikroelektronik vor der Gefahr, die von nassen Bremsscheiben ausgeht: in bestimmten Abständen werden die Bremsbeläge computergesteuert an die Scheiben angelegt, um eventuell anhaftendes Wasser zu entfernen. Aber wie gesagt: in Hamburg, gestern, wäre auch dieses System an seine Grenzen gestoßen

Re: Bremse bei Nässe

Verfasst: Di 7. Jun 2011, 09:34
von Thomas Held
Hallo,

eine deutlich veminderte Bremsleitung bei starkem Regen und z.B. Autobahnfahrt, wo das Wasser gut gegen die Scheiben getrieben wird, kenne ich aus eigener Erfahrung auch...
Da muss man dann angepasst fahren.
Gruss,

Tom

Re: Bremse bei Nässe

Verfasst: Di 7. Jun 2011, 12:21
von Pit
Das hatte ich auch mal extrem nach längerer Autobahnfahrt im Regen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das früher normal war! Man ist doch damals im Alltag viel mehr im Regen gefahern, als wir jetzt. Gefühlsmäßig war die Bremse nach Entlüftung besser. Gibt es eigentlich eine sinnvolle Altersbegrenzung für Bremsbeläge?
Viele Grüße
pit

Re: Bremse bei Nässe

Verfasst: Di 7. Jun 2011, 17:42
von Hubbes
Hallo Thomas,

Nehm dir die 10 minuten Zeit, zieh die Beläge raus und kontrolliere sie auf Verölung.Im Zweifel schmeiss sie weg. Und - NEIN- , es ist nicht normal, dass Autos mit Scheibenbremsen bei Nässe nicht anhalten :-)

Gruss,
Ralf

Re: Bremse bei Nässe

Verfasst: Di 7. Jun 2011, 22:05
von Uli
Das ist vollkommen normal, wenn ich durch eine tiefe Pfütze fahre habe ich auch mal weniger Bremswirkung und starkes Rubbeln. Das war schon vor 20 Jahren.

Gruß
Uli

Re: Bremse bei Nässe

Verfasst: Di 7. Jun 2011, 22:22
von Robert
Hallo Thomas,

ich pflichte Ralf bei. Beläge wechseln, Scheiben entfetten. Und achte mal drauf, ob das Bremsen bei trockener Strasse wirklich völlig ohne Rubbeln und Vibration von sich geht, ggfls. Scheiben abdrehen lassen oder mit Schleifklötzen bearbeiten.

Grüsse
Robert

Re: Bremse bei Nässe

Verfasst: Mi 8. Jun 2011, 05:23
von Die Veteranenscheune
Ich mache mit diversen D-Modellen gelegentlich Motorwäschen zwecks Suche und Diagnose von Motoröl oder Hydraulik - Lecks.
Die erste Bremsung danach ist immer "gewöhnungsbedürftig"

Re: Bremse bei Nässe

Verfasst: Mi 8. Jun 2011, 08:18
von Gerhard Trosien
Pit schrieb:
-------------------------------------------------------
> Das hatte ich auch mal extrem nach längerer
> Autobahnfahrt im Regen. Ich kann mir nicht
> vorstellen, dass das früher normal war! Man ist
> doch damals im Alltag viel mehr im Regen gefahern,
> als wir jetzt. Gefühlsmäßig war die Bremse nach
> Entlüftung besser. Gibt es eigentlich eine
> sinnvolle Altersbegrenzung für Bremsbeläge?
> Viele Grüße
> pit
>
Das war immer völlig normal, und es ist auch heute noch normal (sonst gäbe es die beschriebene Abhilfe bei den modernen Computern-mit-Rädern nicht).
Selbst Trommelbremsen leiden an Nässe, wenn die so massiv vorhanden ist, dass sie in die Trommeln läuft.

Einem frühreren Bekannten sagte der Werkstattmeister seiner deutschen Premiummarke nach wiederholten massiven Bremsenproblemen bei Nässe (die regelmäßig zum Tausch wichtiger Bremsenkomponenten führten): bei Regen bremst man halt nicht.

Gegen kaputte Bremsscheiben bei teuren deutschen Premiumautos der 1980er Jahre nach 'ner Regenfahrt ist verzögerte Bremswirkung und Rubbeln beim Oldtimer nach einer Fahrt auf einer Straße, die massiv überschwemmt ist, dass man eigentlich einen Motorbootführerschein haben sollte, wirklich Pipifax. Hier ist wohl das Überraschungsmoment überwältigend gewesen, eben weil es beim D-Modell im Gegensatz zu den meisten anderen Konstruktionen eher selten vorkommt.

Bremsbeläge altern selbstverständlich und werden hart. Das sog. Fading tritt schneller ein als bei frischen Belägen. Da die Bremse beim D-Modell massiv überdimensioniert ist, muss man schon sehr lange, steile und sehr kurvige Gefällestrecken viel zu zügig befahren, um es überhaupt zu merken.