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Motorschaden mit unbekannter Ursache
Verfasst: Fr 10. Jun 2011, 23:18
von sebastianklaus
Liebe Forumsgemeinde,
einem meiner Schrauberkollegen ist etwas merkwürdiges passiert:
er hat sich einen DY3- Motor mit wunderbar überholtem Zylinderkopf und neuen Ventilschaftdichtungen eingebaut. Nach wenigen Kilometern hat ein Einlassventil blockiert, so dass eine Stößelstange komplett verbogen wurde.
Anderer Kopf drauf, nach einigen Kilometern wieder das gleiche, wieder Einlassventile.
Selbstverständlich waren die Motoren mit ausreichend neuem Öl befüllt worden, die Ölpumpe war ok, der Kopf war auch nach der Havarie mit Öl benetzt, also eigentlich alles ok.
Allerdings hatte der Kollege SEHR alten (jahrzehnte alten !?) Sprit eingefüllt. Kann man sich vorstellen, dass der Schaden damit in Zusammenhang steht, was ich mir aber nicht erklären könnte ?
Viele Grüße
Sebastian
Re: Motorschaden mit unbekannter Ursache
Verfasst: Fr 10. Jun 2011, 23:20
von sebastianklaus
oh, da habe ich geschlafen und habe diesen Threat in der falschen Rubrik eingeordnet, ich bitte um Entschuldigung.
Viele Grüße
Sebastian
Re: Motorschaden mit unbekannter Ursache
Verfasst: Sa 11. Jun 2011, 08:09
von wettem
das würde mich auch interessieren.
Bei meinem DS19 Motor war das ähnlich, eine Stößelstange total verbogen
obwohl im Kopf keine erkennbare Ursache dafür zu finden war.
Weiteres kann ich nicht sagen, ist seit dem Wiederaufbau noch nicht gelaufen.
Grüße Michael
Re: Motorschaden mit unbekannter Ursache
Verfasst: Sa 11. Jun 2011, 18:31
von DS20_break
Bis jetzt kenne ich nur drei Gründe für verbogene Stößelstangen :
1. Stellung der Nockenwelle zur Kurbelwelle ist falsch (durch Zusammenbau) oder verändert sich beim Betrieb (ausglängte Kette, Kettenspanner defekt)
2. Ventile total falsch eingestellt
3. Motor wird überdreht.
Wie schaut denn der Kolbenboden aus? Der Kettenspanner? Die Kette? Die Kettenräder?
Re: Motorschaden mit unbekannter Ursache
Verfasst: So 12. Jun 2011, 11:37
von Uli
4. Variante für klemmende Ventile:
Ölkohleablagerungen in Ventilführungen und dadurch klemmen oder fressen der Ventile.
Uli
Re: Motorschaden mit unbekannter Ursache
Verfasst: So 12. Jun 2011, 11:43
von Louis de Funes
Hallo,
wenn der Kipphebeltrieb mit Öl benetzt war heißt das nicht, da er auch mit Öl versorgt wird. Normalerweise hat man ja beim Einbau Öl darüber gekippt, und das ist nach wenigen Kilometern auch nicht schon weg. Also: Ölversorgung im Kopf kontrollieren.
Verbogene Stoßstangen: Entweder das Ventil hat blockiert oder der Kipphebel. Diese Information fehlt und würde zur Ursachenfindung weiterhelfen.
Oder aber es war wirklich der Kolben. Dann wäre der Kettenspanner bzw. falscher Einbau ein heißer Kandidat.
Gruß
Bernd
Re: Motorschaden mit unbekannter Ursache
Verfasst: So 12. Jun 2011, 19:14
von sebastianklaus
Hallo,
alles korrekt, aber alle genannten Gründe treffen hier offenbar nicht zu, deshalb ja meine Frage:
a) Position Nockenwelle ist ok, denn der Motor war ja erst mal einwandfrei gelaufen (mit Gas),
b) Kette neu, Kettenrad ok, Kettenspanner ebenfalls neu.
c) Ölkohle an den Ventilen scheidet auch aus, der Kollege hatte den Zylinderkopf peinlichst genau überholt.
d) Überdrehen fällt auch weg
Nein, die Aussage eines alten VW- Meisters, der davon hörte, kam wie aus der Pistole geschossen: "da bist Du mit altem Sprit gefahren, das gab es früher beim Golf 1 mit durchgerostetem Tank reihenweise, wo dann das Wasser in den Tank rein lief (???), das ist ne alte Sache"
Und in der Tat hatte der Kollege sehr alten Sprit eingefüllt und ein Ventilklemmer hatte sich kurze Zeit nach dem Umstellen von Gasbetrieb auf alten Sprit eingestellt. Und dafür hätte ich gern eine Erklärung, weil das für mich keinen Sinn ergibt.
Danke im Voraus.
Viele Grüße
Sebastian
Re: Motorschaden mit unbekannter Ursache
Verfasst: So 12. Jun 2011, 20:19
von Garvin
...wie kann man denn soviel "alten sprit" haben....?!
gut, dass ich soviel fahre, dass das nicht vorkommt
hoffe ihr findet die ursache!!!
Re: Motorschaden mit unbekannter Ursache
Verfasst: Mo 13. Jun 2011, 09:27
von Joe
Hängende Stößeltassen könnt` ihr ausschliessen? Wenn die Fehler auf der Lauffläche haben, könnte es sein, dass sie ähnlich wie ein Kolben kippen. Dann würde das Ventil nach Kolbenberührung die Stößelstange verbiegen.
Re: Motorschaden mit unbekannter Ursache
Verfasst: Mo 13. Jun 2011, 12:28
von Louis de Funes
sebastianklaus schrieb:
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... und ein Ventilklemmer hatte sich kurze
> Zeit nach dem Umstellen von Gasbetrieb auf alten
> Sprit eingestellt.
Hallo Sebastian,
also definitiv ein klemmendes Einlaßventil in der Führung! Gut.
Waren beide Köpfe überholt oder nur einer?
Falls beide, könnte es natürlich eine zu enge Passung sein, oder untaugliches Material des Ventils zur Führung, möglicherweise Nachbauartikel , die nicht miteinander harmonieren.
Falls ein Kopf ein alter bewähter Kopf war bliebe tatsächlich nur eine tribologische Ursache übrig. Die Einlaßventile neigen ja generell eher zum festfressen als die Auslässe, da diese ja von kleinen Mengen Öl aus dem Bereich der Zylinderlaufbahn benetzt werden. Bei den Einlässen wirkt der Sprit ja eher Ölfilmabwaschend. Dabei ist besonders der 100 Oktan Ultra... Extremsprit ungünstig, weil er Mengen von Aceton ähnlichen Substanzen enthält. Die Benzinindustrie macht ja auch Werbung damit, "der Einlaßtrakt wird sauberer, Ölkohle gelöst".
Was der VW Mann meinte, ist das Wasser im Sprit ist. Wenn das Wasser emulgiert, z.B. durch diese Spritstabilisator Mittelchen, sind kleine Wassermengen im Benzin verdünnt, der Motor läuft damit, das Wasser setzt sich nicht in der Schwimmerkammer oder im Tank ab.Aber warum das gleich zum Fressen führt verstehe ich ehrlich gesagt auch nicht.