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Leitungsdichtgummis vs. Dichtheit

Verfasst: Fr 31. Aug 2012, 21:44
von Thomas Held
Hallo,

seit meiner Motorueberholung vor zwei Jahren treten bei meinem Wagen gelegentlich Undichtigkeiten an den Verschraubungen der Hydraulikleitungen auf.

Einige Tage nach Wiederinbetriebnahme ging damals bei im Stand laufendem Fahrzeug die Hydraulikpumpe in Dauerbetrieb ueber. Nach Absetellen des Motors hoerte ich es laut zischen; an einer Verschraubung des Vier-Wege-Verteilers spritzte LHM heraus. Ein Nachziehen der Ueberwurfmutter machte dem ein Ende.
Einige Monate spaeter traf es die Leitungsverschraubung zum Leerlaufbeschleuniger, kurz vor Harrogate die Hauptdruckleitung an der Pumpe. (Ich haette beinahe eine neue Pumnpe montiert...)
Heute finde ich auf der Suche nach der Ursache fuer die LHM-Spur, die ich hinterlasse, die Verschraubung des Schaltkolberns fuer den dritten Gang.

Geminsam ist allen Undichtigkeiten, dass sich die Ueberwurfmuttern jeweils mit dem kleinen Finger weiter reindrehen lassen, als haette sich das Dichtgummi gesetzt. Ich ziehe die Muttern eigentlich immer eher fester als zu locker an. Handfest (oder wie immer das im Reparaturhandbuch neben dem angegebenen Drehmoment genannt wird) reicht, ich weiss...

Da es sich doch auffallend haeuft, frage ich hier mal, ob das nur mir so geht oder ob ihr das auch schon beobachtet habt.
Gruss,

Tom

Re: Leitungsdichtgummis vs. Dichtheit

Verfasst: Sa 1. Sep 2012, 08:53
von uvlight
Hallo Tom,

mir ist immer wieder aufgefallen, dass die alten, originalen Verschraubungen, welche ich gelöst habe, für mein Gefühl immer zu lose waren. Allerding auch nicht undicht. Aus meiner Zeit als Hydraulikschlosser bei Schieß in Düsseldorf habe ich ein anderes Gefühl für Verschraubungen, ich ziehe sie fest(er) ! Zugegeben, das waren keine mit Gummidichtungen, und dass dieses Prinzip mit nur einem kleinen Gummischnippel so gut funktioniert, Respekt. Liegt wohl an der kleinen Angriffsfläche. Undicht waren meine nur, wenn ich einfach vergaß, sie nach dem handfesten Montieren fest zu ziehen. Auch muß man die Rohre vor Montage soweit richten, dass die Verschraubungen ohne Spannung ineinander passen und sich nicht verkannten, Knicke und Biegungen im Bewegungsbereich des Überwurfs vermeiden. Ich hab nach meiner Komplettmontage dennoch Tropfen unter dem Wagen, weiß aber noch nicht, wo die Quelle ist. Heute werde ich noch mal auf die Suche gehen.

Ölige Grüße
Uli

Re: Leitungsdichtgummis vs. Dichtheit

Verfasst: Sa 1. Sep 2012, 10:24
von Thomas Held
Nachtrag:

nach einigem Nachdenken, kann ich einen Federzylinderanschluss und den Abgang vom Druckregler noch auf die Liste der nachzuziehenden, weil tropfenden Verbindungen setzen...
Gruss,

Tom

Re: Leitungsdichtgummis vs. Dichtheit

Verfasst: Sa 1. Sep 2012, 11:08
von M. Ferchaud
Habe ich in 20 Jahren Hydraulikbenutzung noch nie erlebt - allenfalls einen leicht schwitzenden Anschluss...
Ich verwende zu Teil sogar alte Dichtungen mehrfach, wenn diese noch gut aussehen, sowohl bei LHS als auch bei LHM.

Eine Frage noch: Wenn Ihr es wisst, warum knallt Ihr die Leitungsmuttern dann trotzdem fester an, als vorgegeben? Ich kenne auch Leute, die würgen Federkugeln mit dem Kettenschlüssel auf Anschlag oder geben sogar einen "Angstschlag" mit dem Meißel. Das ist unnötig, strapaziert das Material über Gebühr und erschwert folgende Wartungsaktivitäten, wenn die Teile wieder gelöst werden müssen.

Wie so oft, ist weniger hier mehr.

Gruß
M.

Re: Leitungsdichtgummis vs. Dichtheit

Verfasst: Sa 1. Sep 2012, 17:17
von uvlight
wie angekündigt, hab ich heute wieder Leck gesucht, nicht gefunden. Dafür die 2 Anschlüsse am KK, welche nach Werkstattbesuch und wiederanschließen durch Werkstattinhaber, eben nur wieder handwarm, wieder undicht. Ich hab sie wieder festgezogen ! ! ! ! ! !

Immer noch ölige Grüße
Uli

Re: Leitungsdichtgummis vs. Dichtheit

Verfasst: Sa 1. Sep 2012, 22:27
von Thomas Held
M. Ferchaud schrieb:
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> Eine Frage noch: Wenn Ihr es wisst, warum knallt
> Ihr die Leitungsmuttern dann trotzdem fester an,
> als vorgegeben?

Was haette ich schreiben muessen, um diesen Kommentar zu verhindern??
Nochmal: Ich habe die Ueberwurfmuttern mit ihrer Dichtungsart gemaessem geringen Drehmoment festgeschraubt. So wie ich es in den letzten neun Jahren DS-Schrauben immer gemacht habe. Seit der Motorueberholung und dem dabei nach Vorgabe notwendigen Tausch zahlreicher geoeffneter Anschluesse haeufen sich nun die Undichtigkeiten (auch ein Bremssattelanschlus war noch dabei!).
Ich habe die rueckwaertigen Schaltkolbenanschluesse heute auch noch freigelegt und dabei die Ursache fuer den gruenen See auf dem Getriebe trotz trockener Lenkung gefunden - hier tropfte der Anschluss am Schaltkolben des vierten Ganges.
Ich habe nun alle erreichbaren Ueberwurfmuttern noch einmal nachgezogen. Diejenigen, an denen in der Vergangenheit schon Handlungsbedarf wegen Undichtigkeit bestand, sassen nun noch immer 'fest' und waren dicht.
Vielleicht liegt es ja an einer Charge 'besonderer' Dichtungsgummis (zu weich, falsche Masse...?), vielleicht war ich beim Zusammenbau damals auch zu fertig, um die Muttern richtig fest zu ziehen...!?
Gruss,

Tom

Re: Leitungsdichtgummis vs. Dichtheit

Verfasst: Mo 3. Sep 2012, 17:44
von ...hannes
Servus Thomas, genau dieses Phänomen trat auch bei mir nach Montage einer neuen Hydraulikpumpe auf. Bald schon musste ich am Garagenboden wieder diese verräterische LHM- Pfütze entdecken. Auch war die Pumpe untenrum schon wieder ölfeucht.
Schlechtes Revisionteil erwischt, das an der Welle schon wieder undicht ist?
Oder hat etwa die stählerne Hochdruckleitung einen Riss abbekommen?
Schließlich hat sich herausgestellt, dass die 12er Überwurfmutter locker war, bis "Handfest" war eine ganze Umdrehung fällig. Seitdem wieder dicht und ein gut um 15 Sekunden verlängertes Intervall.
Ursache bis heute nicht ganz geklärt. Schlampiges Arbeiten kann ich für meine Person so ziemlich ausschließen, bleiben noch Verkanten beim Einfädeln der Leitung oder draufgeschobener Dichtgummi noch etwas nach hinten gerutscht.
lg

Re: Leitungsdichtgummis vs. Dichtheit

Verfasst: So 14. Okt 2012, 11:41
von hgk
Jetzt ist es bei mir auch passiert.
Die Hauptdruckleitung war am Regler undicht. Ich konnte eine 3/4 Umdrehung nachziehen, bevor es wieder "handfest" war.
Da ich die Leitung bereits eingebaut hatte als der Motor draußen war, kann ich zu lasches Anziehen eher ausschließen. Und jetzt sind fast 3000 km mehr auf der Uhr.

Allerdings war es jetzt einige Nächte kalt. Kann sich die Dichtung eventl. zusammen gezogen haben?
Das müßte aber bei einer 3/4 Umdrehung aber fast 1 mm sein.

Bei den alten Leitungen ist mir allerdings aufgefallen, daß diese direkt an den Muttern etwas abgebogen waren.
Ist das eine Methode, um die Muttern zu sichern?

Mit sonnigen Grüßen
Hans

Re: Leitungsdichtgummis vs. Dichtheit

Verfasst: So 14. Okt 2012, 20:46
von Thomas Held
hgk schrieb:
-------------------------------------------------------
> Jetzt ist es bei mir auch passiert.
> Die Hauptdruckleitung war am Regler undicht. Ich
> konnte eine 3/4 Umdrehung nachziehen, bevor es
> wieder "handfest" war.
> Da ich die Leitung bereits eingebaut hatte als der
> Motor draußen war, kann ich zu lasches Anziehen
> eher ausschließen. Und jetzt sind fast 3000 km
> mehr auf der Uhr.
>
> Allerdings war es jetzt einige Nächte kalt. Kann
> sich die Dichtung eventl. zusammen gezogen haben?
>
> Das müßte aber bei einer 3/4 Umdrehung aber fast 1
> mm sein.
>
> Bei den alten Leitungen ist mir allerdings
> aufgefallen, daß diese direkt an den Muttern etwas
> abgebogen waren.
> Ist das eine Methode, um die Muttern zu sichern?

Hallo Hans,

ich glaube nicht, dass die Leitungskruemmung der Mutternsicherung dient. Ich hatte bei mir alle Ueberwurfmuttern schoen mit gelben Farbmarkierungen versehen - geloest hatte sich offenbar keine. Trotzdem trat das Phaenomen des butterweichen Nachziehen-Koennens etlicher Ueberwurfmuttern der Leitungsanschluesse auf. Ich tippe weiterhin auf die nachgemachten Dichtungsgummis - entweder das Material oder nicht ganz exakte Abmessungen. Dem koennte man abhelfen/vorbeugen, wenn man die Leitungsgummis als Originalteile von Citroën bezieht, aktuelle sind diese ja noch fuer die ehemaligen Zentralhydrauliker Xantia und XM zu haben.
Gruss,

Tom

Re: Leitungsdichtgummis vs. Dichtheit

Verfasst: So 14. Okt 2012, 21:02
von sebastianklaus
Hallo zusammen,
das klingt wirklich ziemlich ärgerlich. Da ich gerade ALLE Gummis neu gemacht habe, kommt ja eine schöne Nachzieherei auf mich zu.
Vielleicht könnte ja mal jemand von Euch Betroffenen ein undichtes Gummi entfernen und mit einem neuen Gummi vergleichen. Wenn es wirklich so enorme Maßveränderungen gegeben haben sollte, dann müsste man das doch an dem Vergelcih der Gummis sehen können.
So ein Theater, dass offenbar einige Leute immer eine ganz schnelle Mark mit möglichst billigen Gummiteilen machen wollen, dabei geht es doch hier um Teile, die im Einkauf geschätzt vielleicht 5 oder 7 €-Cent kosten !?.
Viele Grüße
Sebastian