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Federzylinder hinten

Verfasst: Sa 24. Nov 2012, 16:39
von Mastie
Hi,

ich wollte gestern mal "ganz kurz" die Manschetten am Federzylinder hinten austauschen, denn die haben mehr Löcher als ein Käse.

Nach ausbauen der Stösselstangen war zu sehen das bei beiden die Kugelpfanne ausgebrochen sind.
Sprich die Teile sind incl. der Kugelsitze Schrott.

Nun stellt sich mir die Frage ob gleich beide Zylinder komplett überholt werden sollen oder nicht ?
Der Zustand des Zylinders ist völlig unbekannt.

Was meint Ihr ?

Werden die Zylinder nach hinten oder nach vorn ausgebaut ?
Ein weiteres Problem könnte die Kugel sein, die wahrscheinlich ziemlich fest sein wird. Kann man den Zylinder mit einer über großen Rohrzange halten ? Spezialwerkzeug ?

Beim BX hatte ich die vorderen Zylinder auch schon mal überholt, wäre als auch nicht das 1. Mal.
Dankbar wie immer für jeden Rat.

Grüße
Mastie

Re: Federzylinder hinten

Verfasst: Sa 24. Nov 2012, 21:39
von MenrathU
Hallo,

der Ausbau geht am einfachsten, wenn die Hydropneumatik belastet ist. Baue also erstmal alles wieder provisorisch zusammen und setze die Hydraulik unter Druck, bis das Fahrzeug angehoben ist. Anschließend löst Du die Kugeln mit dme Kettenschlüssel ein klein wenig, entlastest die Hydropneumatik auch durch Lösen der Schraube am Druckregler. Dann lassen sich die kugeln i.d.R. mit der Hand abschrauben.

Re: Federzylinder hinten

Verfasst: Di 27. Nov 2012, 12:01
von Gerhard Trosien
Wenn das Fahrzeug nach dem Abstellen längere Zeit zum Absenken braucht, dürften die Federzylinder in Ordnung sein. Liegt er allerdings schon nach einer Stunde auf dem Bauch, sind entweder sie oder der Höhenkorrektor (oder beide) verschlissen.

Eigentlich sollte der Federzylinder gegen Verdrehen gesichert sein, das Lösen der Federkugel erfolgt dann drucklos. Mitunter reichen die Kräfte der Hände. Wenn die hinteren Kugeln allerdings schon lange montiert waren, braucht's trotz optimaler Montage mehr...

Der Federzylinder wird nach vorn in Fahrtrichtung ausgebaut. Dazu muss ein ziemlich versteckt sitzendes, dreieckiges Blech ausgebaut werden, eben die Sicherung gegen Verdrehen (und Herausfallen...). Dieses Blech ist an der Oberseite des Zylinders mit einer Schraube SW8 mit der Halterung verschraubt, und zwar in Fahrtrichtung vorn.

Schwierigkeiten bereitet oft das Lösen der Druckleitung. Nach wenigen Jahrzehnten Stahl in Leichtmetall gehen Schraube und Zylinder eine seeeeeehr innige Verbindung miteinander ein. Löst sich die Schraube auch nach stundenlangem Einweichen in Rostlöser nicht, sollte der Versuch abgebrochen und erst wieder fortgesetzt werden, wenn eine Ersatzleitung bereit liegt. Oder Leitungsenden, die mit der abgesägten Originalleitung verlötet werden. Natürlich mit Hartlot!

Die neue Kugel wird mäßig handfest angezogen.

Re: Federzylinder hinten

Verfasst: Di 27. Nov 2012, 13:15
von Mastie
Hi,
danke schon mal für die Antworten.
Ich habe nun alles bis auf die Leitungen bestellt.

Ich werde erstmal alles wieder zusammen bauen, ohne die Zylinder zu überholen.
Und schauen wie das ganze dann aussieht und funktioniert, denn bisher ist der Wagen noch nicht gelaufen bzw. die Federung noch ausser Funktion gewesen.

Dank deines Tips werde ich aber die Schraube und die Druckleitung schon mal mit WD40 behandeln. Denn bei meinem Glück wird der Zylinder mindestens auf einer Seite nicht mehr gut sein.

Danke schon mal.

Grüße

Mastie

Re: Federzylinder hinten

Verfasst: Mi 28. Nov 2012, 00:07
von Robert
Hallo Mastie,

nur zur Ergänzung dessen, was Gerhard und Uwe schon gesagt haben: Das kleine Sicherungsblech hält den Zylinder unter üblichen Betriebsbedingungen sicher in seiner Position. Dem Drehmoment des Kettenschlüssels, der auf eine festsitzende Kugel einwirkt, ist es (im Gegensatz zu der wesentlich stabileren Zweischraubenfixierung an den vorderen Achsaggregaten) nicht gewachsen. Deshalb empfiehlt sich das Losbrechen der Kugeln unter Druck, da so ein Verdrehen der Zylinder (und das Verbiegen besagten Bleches und Beschädigung der Zuführleitung) verhindert wird. Sobald sich die Kugel ein kleines Stück bewegt hat, Druck ablassen, das weitere Abschrauben ist dann kein Problem. Den Kettenschlüssel muss man ob des beengten Platzes schräg ansetzen, es bedarf oft mehrerer Versuche, bis er packt. Was die Leitungsanschlüsse angeht: Natürlich wissen wir alle, dass da der passende Bremsleitungsschlüssel das Werkzeug der Wahl ist, aber wenn es gar nicht weitergeht, hilft der Gabelschlüssel und horribile dictu auch die Rohrzange weiter. Vorsichtiges Erwärmen mit der Lötlampe ist auch kein Fehler.

Viele Grüsse
Robert