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Kabelbaum

Verfasst: Mi 13. Mär 2013, 17:28
von Langhuber
Hallo Ihr Lieben,

ich sitze gerade mal wieder über meinem Lieblingsthema #7c, dem Amperemeter und seiner Umgebung. Im Moment ist es mit dem Frühling wieder Essig, und man kann sich eher nur theoretisch mit den wichtigen und erfreulichen Dingen des Lebens beschäftigen.

Ich habe zwei konkrete Fragen:
In dem mir vorliegenden Schaltplan aus dem Wartungshandbuch BT 166 B (Gleichstrom-LiMa und kein Amperemeter), sowie den zugehörigen Erläuterungen DS 510-1, S. 509-513, scheint es einige Fehler und Widersprüche zu geben. Kennt oder hat hier jemand einen korrigierten Schaltplan für diese Fahrzeugversion? (Elektrik ab September 61)

In dem Schaltplan gibt es diverse Leitungen, die mehr als zwei Enden zu haben scheinen. Beispielsweise die Leitung 4, die mit J4 an einer Sicherung startet und dann auf magische Weise an vielen verschiedenen Stellen, auch mit anderem Farbcode erscheint, z. B. N4 am Anschlusspunkt für Zubehör (Radio) und am Scheibenwischerschalter. Das ist ein abgesichertes Dauerplus.
Da das Schaltbild BT 166 B zugleich ein Verdrahtungsplan und Plan des Kabelbaumes ist, unterstelle ich mal, dass innerhalb des Kabelbaumes abgehende Leitungen an z. B. dieser Leitung 4 angeschlossen sind. Hat schon mal jemand einen alten Kabelbaum zerlegt, und kann mir sagen, wie solche Verzweigungen im Inneren des Kabelbaums realisiert sind? Sind das Klemmhülsen, oder Lötstellen oder sonst etwas?

Die Farbangaben im Schaltplan beziehen sich ja auf die Farbe der Hülsen an den Enden der einzelnen Adern, so dass durchaus ein Kabel, das mit J4 startet, am anderen Ende mit N4 bezeichnet sein könnte. Wenn es anders wäre, könnte ich mir gemäss Plan nicht erklären, über welchen Pfad das Dauerplus an N4 gelangen kann. Ähnlich das 2. Dauerplus: Das startet mit Bl6 auch bei den Sicherungen und taucht an allen Ecken und Enden mit anderer Farbe wieder auf: (Zündschalter, Stoplicht, Innenbeleuchtung etc).

Hat sich schon mal jemand intensiver mit der alten Zitronenelektrik beschäftigt?


Grüsse aus dem Schnee
Klemens

Re: Kabelbaum

Verfasst: Mi 13. Mär 2013, 18:01
von wettem
hallo Klemens,
Du siehst das durchaus richtig.
Die Bezeichung der Buchsen oder Stecker trägt zuerst den Farbcode und dann die Nummer des Stompfades. Wird eine Verzweigung benötigt, wird die Litze abgemantelt, der Abgang drumgewickelt, festgelötet und wieder umwickelt.
Ab Seite 509 im Handbuch 465 werden Strompfade mit allen ihren Enden aufgelistet.

viele Grüße
MichaelW

Re: Kabelbaum

Verfasst: Mi 13. Mär 2013, 22:04
von Langhuber
Hallo Michael,

danke für Deine Hinweise.
wettem hat geschrieben: Verzweigung benötigt, wird die Litze abgemantelt, der Abgang drumgewickelt, festgelötet und wieder umwickelt.
Das mit der Verbindung ist dann vom Stromlauf so, wie ich es vermutet hatte, von der Ausführung her aber so, wie es im Auto "verboten" ist.
Lötverbindungen im Auto: da braucht man sich über den Kupferwurm nicht zu wundern.
Ab Seite 509 im Handbuch 465 werden Strompfade mit allen ihren Enden aufgelistet.
Ja, das hatte ich ja schon so geschrieben, bzw vermutet. Irritierend wird es, wenn Punkt 33 mit "Blinkerschalter" bezeichnet ist. Ich halte das eher für den Parklichtschalter. Oft kann man wegen der schlechten Reproduktion im Plan nicht entscheiden, ob da eine 6 oder 8 steht.

Aber ganz langsam komme ich weiter.

Schönen Abend,
Klemens

Re: Kabelbaum

Verfasst: Do 14. Mär 2013, 01:16
von Bernhard(Süd)
Hallo Klemens,

in meiner Langhuberin gibts bisher zum Glück keinerlei Kupferwurm.
Vielmehr habe ich den Eindruck, dass die vielgeschmähte "Franzosenelektrik" im Prinzip durchaus sorgfältig verarbeitet ist, ebenso wie die "Vierzigerjahremechanik", die in dem Auto steckt.

Beispielsweise sind ja die berühmten Rundstecker-Kabelverbinder eine solide Lösung, die eigentlich den modernen billig-Flachsteckerlein überlegen ist.

Allerdings ist es halt eine von der vorausgegangenen 6-Volt-Technik abgeleitete Strippenzieherei mit nur insgesamt 3 Sicherungen. Da darf man keine Wunder erwarten, muss aber bei einer Umgebung, die frei von Streusalz und Extremtemperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen ist, sicher voreilende Angst vo Katastrophen aus heiterem Himmel hegen!!!

Kabelbrandfreie Grüsse:
be

Re: Kabelbaum

Verfasst: Do 14. Mär 2013, 06:49
von wettem
hallo Klemens,

Also ich sehe da prinzipiell kein Problem mit Lötverbindungen.
Erstens war das damals Stand der Technik und so wie es ausgeführt ist, kann dadurch dass die Lötstelle fest im Kabelbaum eingebunden ist eigentlich auch kein Vibrationsbruch auftreten.


Die Nr. 24 ist dann dafür Blinker.

Ich denke bei den Schaltplänen gibt es durchaus Abweichungen, da wurde nicht jede kleine Änderung sofort dokumentiert.

viele Grüße
MichaelW

Re: Kabelbaum

Verfasst: Do 14. Mär 2013, 09:03
von Langhuber
Hallo Michael,

bei der Löterei im Auto sind die mangelnde Vibrationsfestigkeit nur die eine Hälfte der Probleme. Das Andere ist die Korrosion/Oxydation der Kupferoberfläche unter dem Lötzinn.
Als ich einst ein IC aus einer Platine auslöten wollte und den Lötpunkt mit dem Lötkolben erhitzen wollte, passierte folgendes: Das flüssige Lötzinn rollte sich auf der Leiterbahn über eine Lange von einigen mm zusammmen, wie Wasser auf Fett. Die Leiterbahn war unter dem Lötzinn dunkel oxidiert. Und das bei einer Computerplatine, die sicher immer in einem temperierten Büro "gelebt" hat, und nicht den starken Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen unter einer Motorhaube ausgesetzt war.
Aber ich will die Leute jetzt nicht kritisieren, es hat mich nur interessiert, wie das gemacht wurde, weil ich noch nie einen toten Kabelbaum zerlegt habe. Es wären ja auch andere Lösungen denkbar gewesen, z. B. Quetschhülsen oder das gemeinsame Einquetschen zweier Kabel in einer Endhülse.

Das mit der falsch bezeichneten Nr. 33 ist sozusagen eine lässliche Sünde. Aber am Sicherungshalter Nr. 17 sind oben z. B. alle drei Sicherungen als miteinander verbunden eingezeichnet, mithin auch Kabel Ve1 und Mv8 und dann beginnen dioe Verständnisschwierigkeiten.


Bernhard:
Die Ente hatte gar keine Sicherungen und dürfte bis auf den fehlenden Verteiler und nur einer Innenlampe wohl eine recht ähnlich "komplexe" Elektrik wie die DS gehabt haben.
Was die Rundstecker betrifft, da kann man was von Vorteil ist, leicht 4mm-Bananenstecker reinstecken, andererseits haben die (modernen?) Flachstecker oft in der Mitte einen kleinen Knubbel, der einrastet und das Abrutschen des Stecker verhindert.
Ansonsten sehe ich meine Elektrik recht gelassen und habe keine übergrosse Angst vor irgendwelchen Katastrophen.
Das Übelste was mir bis jetzt passiert ist: Ich schraube und werkele fröhlich an meiner Wasserpumpe rum und lege einen Schraubenschlüssel ohne hinzusehen auf eine wagrechte Fläche, worauf es unter meiner Linken fröhlich etwas britzelte und spratzte. Seitdem suche ich nach einer optisch ansprechenden Lösung, den Plus-Pol der Batterie abzudecken.


Klemens

Re: Kabelbaum

Verfasst: Do 14. Mär 2013, 09:26
von Sensenmann
Also Kabelbrüche hatte ich an meiner komplett ungesicherten 6 V DS insgesamt 3. Bei einem völlig originalen und unverbastelten Kabelbaum. Soweit ich das dann lokalisieren konnte (zweite Zündspule), trat der Kabelbruch hinter der Verlötung auf, also dort wo kein Lot, aber vermutlich noch Flußmittel auf das Kabel eingewirkt haben. Relativ gesehen ist das aber OK. Das Bremslicht war betroffen, eine der beiden Zündspulen und das Kabel zum Lüfter.

Re: Kabelbaum

Verfasst: Do 14. Mär 2013, 10:16
von DS20_break
[quote=Langhuber]
Als ich einst ein IC aus einer Platine auslöten wollte und den Lötpunkt mit dem Lötkolben erhitzen wollte, passierte folgendes: Das flüssige Lötzinn rollte sich auf der Leiterbahn über eine Lange von einigen mm zusammmen, wie Wasser auf Fett. Die Leiterbahn war unter dem Lötzinn dunkel oxidiert. Und das bei einer Computerplatine, die sicher immer in einem temperierten Büro "gelebt" hat, und nicht den starken Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen unter einer Motorhaube ausgesetzt war.
[/quote]
und dieses Teil war noch nicht einmal 40 Jahre alt -

Re: Kabelbaum

Verfasst: Do 14. Mär 2013, 11:47
von Bernhard(Süd)
Hallo Klemens,

mit einer solideren Bauweise der Rundsteckerverbindungen habe ich nicht das praktische Stöpseln artfremder Bananenstecker gemeint, sondern die tatsächlich und wirklich mechanisch solidere Ausführung.

(ähm...Ente ohne Verteiler und Sicherungen?? Hast Du den Prototyp mit dem Dampfantrieb in der Garage???).

Grüsse:
be

Re: Kabelbaum

Verfasst: Do 14. Mär 2013, 12:02
von DS20_break
eine deutsche Zulassung erfordert zumindest einzeln abgesicherte Rückleuchten.