Leitfaden: "wie importiere ich eine Göttin"
Verfasst: Di 16. Apr 2013, 10:26
Hallo zusammen
für alle Interessierten, die sich nicht die Mühe machen wollen, das Puzzle des Imports aus der Menge der Threads hier zusammen zu setzen, möchte ich einen kurzen Leitfaden als Unterstützung aufzeigen.
Aus eigener Erfahrung (Stand Mitte April 2013) kann ich folgende Vorgehensweise am Beispiel des Imports einer ID aus den Niederlanden empfehlen:
1. einen zweisprachigen Kaufvertrag aufsetzen (ein Muster für die Niederlande könnt ihr natürlich jetzt gerne von mir erhalten)
2. bei der zukünftigen Versicherung eine eVB-Nummer ausstellen lassen, die beim Straßenverkehrsamt benötigt wird. In meinem Fall war das kostenlos, weil ich mein Alltagsfahrzeug bei der Versicherung habe und die Kurzzeitzulassung anschließend mit der Anschlussversicherung verrechnet wird. Bei einer neuen Versicherung liegen die Kosten je Versicherungsunternehmen zwischen ca. 60 und 80 Euro.
3. Kurzzeitkennzeichen beim Straßenverkehrsamt erwerben. Kostenpunkt für Gebühr und Kennzeichen bei mir ca. 38 Euro
4. gemeinsam mit dem Verkäufer die Exportpapiere beim RDW (in meinem Fall war das die niederländische Zulassungsstelle) beantragen. Man kann darauf warten, die Exportpapiere werden sofort erstellt, Kosten hierfür 11,70 Euro. In meinem Fall hätte ich nicht unbedingt dabei sein müssen, da ich als Käufer dort nicht eingetragen wurde, aber die Aussagen im Vorfeld waren anders, daher ist es empfehlenswert, vorsichtshalber persönlich anwesend zu sein, falls der neue Besitzer eingetragen werden soll.
5. Exportkennzeichen an gleicher Stelle (also bei mir auch niederländischer RDW) erwerben, mit denen das Fahrzeug dann ausgeführt werden darf. Kosten hierfür waren in den oben aufgeführten 11,70 Euro bereits enthalten.
5a. Zu den Exportkennzeichen habe ich beim ADAC, meiner Versicherung sowie der deutschen Starßenverkehrszulassungsstelle unterschiedliche Aussagen erhalten, nach denen bei den einen der Versicherungsschutz für alle Länder gilt, bei den anderen angeblich nur so lange das Fahrzeug (in meinem Fall) in den Niederlanden bewegt wurde.
Da ich es nicht auf den (zwar sehr unwahrscheinlichen) Fall ankommen lassen wollte, dass doch mal was passiert, habe ich mich zu dem Schritt entschieden, die deutschen Kurzzeitkennzeichen zusätzlich zu erwerben.
Ich weiß, das jetzt wieder unterschiedliche Diskussionen über die Vorgehensweise aufkommen könnten, aber das hier soll ja auch nur ein Leitfaden für diejenigen sein, die eine "sichere" Lösung in Betracht ziehen wollen
6. da die alten Kennzeichen des bisherigen Eigentümers beim RDW eingezogen werden, müssen jetzt die niederländischen Exportkennzeichen an das auszuführende Fahrzeug angebracht werden. (es handelt sich in den Niederlanden tatsächlich um ganz dünne Plastikkennzeichen, die vor Ort beim RDW bedruckt werden und in meinem Fall bei der Überfahrt im Regen schon etwas verwischten, da vermutlich mit Tintenstrahler ausgedruckt)
7. am Grenzübergang dann austauschen gegen die deutschen Kurzzeitkennzeichen (ich hatte die Plastiknummernschilder zuvor einfach mit breitem Tesa über die zuvor montierten deutschen Kurzzeitkennzeichen geklebt, sodass ich diese am Grenzparkplatz einfach abziehen konnte).
8. glüklich, zufrieden und VERSICHERT nach Hause fahren.
9. deutsche Hauptuntersuchung beim TÜV oder DEKRA erstellen (idealerweise ein Datenblatt des Fahrzeugs mitbringen, sodass der Abgleich mit den internen TÜV- bzw. DEKRA-Daten einfacher von statten geht, denn zum Teil gibt es diverse Ausführungen). Kosten hierfür 65 Euro.
9a. und ja, ihr habt richtig gelesen, ich habe KEINE Vollabnahme benötigt, da ich einfach mal zuvor beim Straßenverkehrsamt gefragt habe, was ich benötige. Die Antwort lautete, dass eine Hauptuntersuchung reicht, wenn ein vollständiges Datenblatt vorgewiesen werden kann. Das kann natürlich von Behörde zu Behörde abweichen, was auch ich erlebt habe, also am besten einfach freundlich nachfragen.
Das zur Theorie, in der Praxis reicht das Datenblatt aber wie gesagt nur als Anhaltspunkt, denn TÜV oder DEKRA müssen die Daten aus dem eigenen System ziehen und können (oder dürfen?) das nicht einfach so händisch übernehmen sondern lediglich zum Abgleich mit den eigenen Daten vergleichsweise heranziehen. Bei mir war es etwas holprig, hat aber unterm Strich geklappt.
10. H-Gutachten erstellen lassen, geht ebenfalls beim TÜV oder DEKRA. Kosten hierfür 95 Euro.
11. mit diesen Unterlagen, dem zweisprachigen Kaufvertrag (die Zulassungsstelle dankt es einem, wenn alles auch auf deutsch aufgeführt ist und zeigt sich in der Regel bei kleineren Stolpersteinen dann auch sehr kooperativ) sowie den Exportpapieren vom RDW zum Straßenverkehrsamt, Papiere erstellen lassen, Wunschnummer aussuchen, Heim fahren, montieren und Spaß haben
Kosten hierfür ca. 53 Euro für die Zulassung inklusive Gebühr für Wunschkennzeichen, die Kennzeichen selbst dann noch mal rund 35 Euro.
Das war's. Für Rückfragen stehe ich euch selbstverständlich "jederzeit" zur Verfügung.
Anmerkung: Warnblinkanlage ist natürlich Pflicht und ggf. zuvor nachzurüsten, ein (nicht vorhandenes) Lenkradschloss wurde bei mir nicht geprüft, ich hatte aber zuvor eine Lenkradkralle erworben, um für alle Fälle vorbereitet zu sein.
Ich hoffe, dem einen oder anderen mit Hilfe dieser Kurzanleitung etwas geholfen zu haben.
Viel Glück beim Import eurer Göttin!!!
für alle Interessierten, die sich nicht die Mühe machen wollen, das Puzzle des Imports aus der Menge der Threads hier zusammen zu setzen, möchte ich einen kurzen Leitfaden als Unterstützung aufzeigen.
Aus eigener Erfahrung (Stand Mitte April 2013) kann ich folgende Vorgehensweise am Beispiel des Imports einer ID aus den Niederlanden empfehlen:
1. einen zweisprachigen Kaufvertrag aufsetzen (ein Muster für die Niederlande könnt ihr natürlich jetzt gerne von mir erhalten)
2. bei der zukünftigen Versicherung eine eVB-Nummer ausstellen lassen, die beim Straßenverkehrsamt benötigt wird. In meinem Fall war das kostenlos, weil ich mein Alltagsfahrzeug bei der Versicherung habe und die Kurzzeitzulassung anschließend mit der Anschlussversicherung verrechnet wird. Bei einer neuen Versicherung liegen die Kosten je Versicherungsunternehmen zwischen ca. 60 und 80 Euro.
3. Kurzzeitkennzeichen beim Straßenverkehrsamt erwerben. Kostenpunkt für Gebühr und Kennzeichen bei mir ca. 38 Euro
4. gemeinsam mit dem Verkäufer die Exportpapiere beim RDW (in meinem Fall war das die niederländische Zulassungsstelle) beantragen. Man kann darauf warten, die Exportpapiere werden sofort erstellt, Kosten hierfür 11,70 Euro. In meinem Fall hätte ich nicht unbedingt dabei sein müssen, da ich als Käufer dort nicht eingetragen wurde, aber die Aussagen im Vorfeld waren anders, daher ist es empfehlenswert, vorsichtshalber persönlich anwesend zu sein, falls der neue Besitzer eingetragen werden soll.
5. Exportkennzeichen an gleicher Stelle (also bei mir auch niederländischer RDW) erwerben, mit denen das Fahrzeug dann ausgeführt werden darf. Kosten hierfür waren in den oben aufgeführten 11,70 Euro bereits enthalten.
5a. Zu den Exportkennzeichen habe ich beim ADAC, meiner Versicherung sowie der deutschen Starßenverkehrszulassungsstelle unterschiedliche Aussagen erhalten, nach denen bei den einen der Versicherungsschutz für alle Länder gilt, bei den anderen angeblich nur so lange das Fahrzeug (in meinem Fall) in den Niederlanden bewegt wurde.
Da ich es nicht auf den (zwar sehr unwahrscheinlichen) Fall ankommen lassen wollte, dass doch mal was passiert, habe ich mich zu dem Schritt entschieden, die deutschen Kurzzeitkennzeichen zusätzlich zu erwerben.
Ich weiß, das jetzt wieder unterschiedliche Diskussionen über die Vorgehensweise aufkommen könnten, aber das hier soll ja auch nur ein Leitfaden für diejenigen sein, die eine "sichere" Lösung in Betracht ziehen wollen
6. da die alten Kennzeichen des bisherigen Eigentümers beim RDW eingezogen werden, müssen jetzt die niederländischen Exportkennzeichen an das auszuführende Fahrzeug angebracht werden. (es handelt sich in den Niederlanden tatsächlich um ganz dünne Plastikkennzeichen, die vor Ort beim RDW bedruckt werden und in meinem Fall bei der Überfahrt im Regen schon etwas verwischten, da vermutlich mit Tintenstrahler ausgedruckt)
7. am Grenzübergang dann austauschen gegen die deutschen Kurzzeitkennzeichen (ich hatte die Plastiknummernschilder zuvor einfach mit breitem Tesa über die zuvor montierten deutschen Kurzzeitkennzeichen geklebt, sodass ich diese am Grenzparkplatz einfach abziehen konnte).
8. glüklich, zufrieden und VERSICHERT nach Hause fahren.
9. deutsche Hauptuntersuchung beim TÜV oder DEKRA erstellen (idealerweise ein Datenblatt des Fahrzeugs mitbringen, sodass der Abgleich mit den internen TÜV- bzw. DEKRA-Daten einfacher von statten geht, denn zum Teil gibt es diverse Ausführungen). Kosten hierfür 65 Euro.
9a. und ja, ihr habt richtig gelesen, ich habe KEINE Vollabnahme benötigt, da ich einfach mal zuvor beim Straßenverkehrsamt gefragt habe, was ich benötige. Die Antwort lautete, dass eine Hauptuntersuchung reicht, wenn ein vollständiges Datenblatt vorgewiesen werden kann. Das kann natürlich von Behörde zu Behörde abweichen, was auch ich erlebt habe, also am besten einfach freundlich nachfragen.
Das zur Theorie, in der Praxis reicht das Datenblatt aber wie gesagt nur als Anhaltspunkt, denn TÜV oder DEKRA müssen die Daten aus dem eigenen System ziehen und können (oder dürfen?) das nicht einfach so händisch übernehmen sondern lediglich zum Abgleich mit den eigenen Daten vergleichsweise heranziehen. Bei mir war es etwas holprig, hat aber unterm Strich geklappt.
10. H-Gutachten erstellen lassen, geht ebenfalls beim TÜV oder DEKRA. Kosten hierfür 95 Euro.
11. mit diesen Unterlagen, dem zweisprachigen Kaufvertrag (die Zulassungsstelle dankt es einem, wenn alles auch auf deutsch aufgeführt ist und zeigt sich in der Regel bei kleineren Stolpersteinen dann auch sehr kooperativ) sowie den Exportpapieren vom RDW zum Straßenverkehrsamt, Papiere erstellen lassen, Wunschnummer aussuchen, Heim fahren, montieren und Spaß haben
Das war's. Für Rückfragen stehe ich euch selbstverständlich "jederzeit" zur Verfügung.
Anmerkung: Warnblinkanlage ist natürlich Pflicht und ggf. zuvor nachzurüsten, ein (nicht vorhandenes) Lenkradschloss wurde bei mir nicht geprüft, ich hatte aber zuvor eine Lenkradkralle erworben, um für alle Fälle vorbereitet zu sein.
Ich hoffe, dem einen oder anderen mit Hilfe dieser Kurzanleitung etwas geholfen zu haben.
Viel Glück beim Import eurer Göttin!!!