Seite 1 von 3
Mercedes 450 sel 6.9
Verfasst: Sa 22. Nov 2014, 17:26
von anieder
hi
Wir haben am Donnerstag beim Stuttgarter Stammtisch diskutiert ob der 450 sel 6.9 eine HP in Lizenz von Citroën hatte oder einen eigenen Nachbau.
Weiß es jemand sicher?
Gruß
Andreas
Re: Mercedes 450 sel 6.9
Verfasst: Sa 22. Nov 2014, 18:10
von rsa404
In Lizenz haben Rolls-Royce (im Silver Shadow und dem baugleichen Bentley T1/T2) und Mercedes Benz serienmäßig im 450 SEL 6.9 der Baureihe W 116 – 1975 bis 1980 und optional gegen Aufpreis (DM 12.900,-) in den 8-Zylinder-SEL-Modellen der Baureihe W 126 – 1979 bis 1991 die Hydropneumatik eingesetzt, allerdings jeweils nur für die Federung und den Niveauausgleich. Servolenkung und Bremsen wurden bei Rolls Royce und Mercedes mit herkömmlichen Systemen betrieben. Die Fahrwerksauslegung bei Mercedes war entgegen der häufig verbreiteten Aussage nicht komfortbetont sondern sportlich straff.
Bei BMW gab es für die 7er Baureihe E32 - 1986 bis 1994 die Hochdruckbremse mit Hydropneumatik. Für welche Varianten ist mir allerdings nicht bekannt.
Ein derartiges Bremssystem wurde auch bei Jaguar für die XJ 40 Baureihe verwendet - 1986 bis 1994. Bei den frühen XJ 40 auch für die hintere Dämpfung und den Niveauausgleich. Da es mit der Hydraulik der Hinterradaufhängung häufig Probleme gab und die Reparaturen sehr kostspielig gewesen sind, fiel die hydropneumatische Hinterachse dem Rotstift zum Opfer.
Gruß,
Ralf
Re: Mercedes 450 sel 6.9
Verfasst: Sa 22. Nov 2014, 18:58
von anieder
Hi
Hast du da Dokumente zu? Nicht dass ich es nicht glaube. Ich fände es nur interessant.
Gruß
Andreas
Re: Mercedes 450 sel 6.9
Verfasst: Sa 22. Nov 2014, 19:16
von Guido ID19
Hallo,
Mercedes hat zwar auch Federkugeln ( Bulleneier genant ) aber das Federsystem an sich ist ein konventionelles. Die Hydraulik beschränkt sich auf die Dämpfer , das einzige was dabei änlich ist wie bei Citroën sind die Kugeln wobei diese dann auch nicht auf den Dämpfer geschraubt werden sondern eine Leitung angeschlössen ist die dan zum Dämpfer führt . Bei den Hinterachsen dient dieses System ausschließlich zum Niveauausgleich bei Beladung nicht zur Federung dazu sind herkömliche Stahlfedern verbaut.
Gruß
Guido
Re: Mercedes 450 sel 6.9
Verfasst: Sa 22. Nov 2014, 21:50
von Dordognone
[quote="Guido ID19"]
Hallo,
Bei den Hinterachsen dient dieses System ausschließlich zum Niveauausgleich bei Beladung nicht zur Federung dazu sind herkömliche Stahlfedern verbaut.
Gruß
Guido[/quote]
Die Federn sind allerdings schwächer ausgelegt - weniger Windungen und dünneres Material - als bei Fahrzeugen ohne Lastausgleich. Insoweit müßte man sagen, das sich die Systeme ergänzen. Semihydropneumatik sozusagen.
Beim 6,9er ist das aber glaube ich anders; Da gibt es keine Federn! Alles rein hydropneumatisch.
Mein Senf
stefan
Re: Mercedes 450 sel 6.9
Verfasst: Sa 22. Nov 2014, 23:07
von rsa404
[quote=anieder]
Hi
Hast du da Dokumente zu? Nicht dass ich es nicht glaube. Ich fände es nur interessant.
Gruß
Andreas[/quote]
Ich brauche dazu keine Dokumente. Ich bin Jahrgang 61 und habe das live miterlebt. Jaguar XJ 40 habe ich in besagter Ausstattung selber 2 gefahren (jeweils 4.0 Sovereign inkl. aller Extras, also direkt unter Daimler, es fehlten lediglich die Tischchen in den Rückenlehnen mit den Intarsien!), übrigens jeweils mehr als 400.000 Kilometer! Mit erster Maschine und ohne Defekte, wohlgemerkt. Die Wartungs- und Unterhaltstskosten hingegen, waren durchaus nicht von Pappe!
Den E32 hat mein damaliger Chef 1991 gefahren, als ich da unter die Haube blickte, war ich regelrecht sprachlos. Ich fuhr zu dieser Zeit einen CX 25 Turbodiesel Break.
Auch muss ich Guido widersprechen, die damaligen S-Klassen waren in Bezug auf Hydropneumatik durchaus Citroën-like. Die "Bulleneier" hingegen, kamen erst bei viel späteren Jahrgängen in den 90gern! Weiß natürlich kein Mensch, warum sollte die Fachpresse auch erwähnen, Mercedes ist in der Oberklasse hydropneumatisch unterwegs
Schöne Grüße,
Ralf
Re: Mercedes 450 sel 6.9
Verfasst: Sa 22. Nov 2014, 23:22
von rsa404
Ja, Stefan hat es richtig erkannt. Das Jaguar-System fuhr übrigens auch zweigleisig. Dämpfung und Niveauausgleich hydropneumatisch, kombiniert mit Stahlfedern. Im Nachhinein darf ich sagen, die Jaguar waren nicht nur die komfortabelsten Fahrzeuge die ich jemals gefahren bin, sie hatten auch die mit weitem Abstand besten Fahreigenschaften und Straßenlage. Trotz Heckantrieb und selbst auf Schnee und Eis im Wintersport in den Bergen! Der Sovereign hatte allerdings auch ein Sperrdifferietial bis zu 90 %, damit hat er sich selbst in Eis gekrallt, als sei es trockener Beton.
Dagegen sind die heutigen Fahrerassistenzsysteme, gelinde gesagt, "Kinderscheiße"!
Schöne Grüße,
Ralf
Re: Mercedes 450 sel 6.9
Verfasst: So 23. Nov 2014, 00:21
von anieder
Hallo Ralf
Da hast du mich falsch verstanden. Meine Frage war ja anders.
Nämlich ob das daimler System eine Lizenz oder ein Nachbau war.
Welches Hydrauliköl hatten die? Was für eine Pumpe. Wie würde die höhenkorrektur realisiert?
Das würde mich interessieren.
Mal am Rande. Mercedes E 32? War das ein Sondermodell mit Doppeniere und Propeller
Seit meine Autos ESP haben drehe ich mich auch ständig. Die alten hochmotorisieren Hecktriebler mit Sperrdiff waren da viel besser. Auch ABS hat es nicht besser gemacht.
Gruß
Andreas
Re: Mercedes 450 sel 6.9
Verfasst: So 23. Nov 2014, 08:16
von Guido ID19
Hallo, da Ralf darauf ja nicht antworten mag habe ich mal nachgesehen. Man spricht da für Mercedes von auf Citroën Pantent basierende Federung. siehe Link
http://5komma6.mercedes-benz-passion.co ... erung-hpf/
Der von mir erwähnte Niveauausgleich kam dann bei der Baureihe W124 mitte/ende der 80er
Gruß
Guido
Re: Mercedes 450 sel 6.9
Verfasst: So 23. Nov 2014, 09:41
von uwe.v11
Mein 220er Diesel
Bauj 1972 hatte die Kugeln hinten zum Niveauausgleich.
Der hoppelte weil die Kugeln fertig waren.
Auch der Zylinderkopf war ein anderer wegen dem Anschluss für
Die Pumpe.
Gruß uwe