rsa404 hat geschrieben:
>Man muss an dieser Stelle einmal festhalten: Wer in seiner DS immer weiter die alten Dichtungen lassen will, der wird halt weiterhin mit den ganzen Nachteilen der alten glykolbasierenden LHS leben müssen und hoffen, dass es immer wieder in irgendeiner Form aufgelegt wird (wahrscheinlich zu immer höheren Preisen). Dass es dieses Öl nach mittlerweile 50 Jahren seit seiner Abschaffung immernoch recht günstig zu kaufen gibt, grenzt ja eigentlich ohnehin schon ein bisschen an ein Wunder.<
Diese Aussage könnte man als eine bewusst herbeigeführte Täuschung der Leser verstehen.
Ich verstehe deine Unterstellung nicht? Stimmt meine Aussage oben etwa nicht? Gab es nicht schon einen LHS(2) Engpass, bei dem die Preise explodierten und heißt es nicht auch jetzt wieder "zum letzten Mal hat Pentosin LHS2 aufgelegt"? Und sind die vielen Horror-Storys, die man über LHS2 liest (z.B. von Robert) und hört, etwa aus den Fingern gesogen? Du selbst behauptest doch:
rsa404 hat geschrieben:So wurde dann auf die Schnelle LHS-2 ins Leben gerufen. Das diese "Brühe" ein Schuss in den Ofen war, hat man bei Citroën allerdings schnell bemerkt.
und
rsa404 hat geschrieben:Im Gegensatz zu LHS-2 ziehen diese Flüssigkeiten im System, übrigens auch nicht nach mehrjährigen Standzeiten, ansatzweise die Mengen Wasser wie LHS-2 über einen Winter in der trockenen Garage.
Also das klingt für mich wie der absolute Horror. Und wenn ich dann auf die Nachteile von Glykolbasierendem LHS hinweise und darauf, dass es immer eine Ungewissheit gibt, ob man es in ein oder zwei Jahren überhaupt noch bekommt, dann ist das eine "herbeigeführte Täuschung"? Sorry, aber diese "Argumentation" Deinerseits ergibt so keinen Sinn.
rsa404 hat geschrieben:
Es könnte sehr schnell der Rückschluss gezogen werden, hier werden Eigner angesprochen, die warum auch immer, die Hydraulikaggregate nicht revidieren wollen, um sich einen Austausch der Dichtungen zu ersparen.
Das ist Deine Interpretation, aber lege mir hier bitte keine Worte in den Mund. Nochmal: Was ist an meinen obigen Ausführungen denn bitteschön falsch? Du selbst nimmst doch viel drastischere Worte in den Mund (siehe Zitate von Dir)? Wenn Worte wie "Brühe / Schuss in den Ofen" und "zieht Wasser selbst bei Nichtgebrauch in der Garage" nicht alarmierend sind, dann weiß ich es nicht.
rsa404 hat geschrieben:
Die Wahrheit allerdings liegt doch komplett woanders.
Ich habe im letzten Jahr zum zweiten Mal die hydraulische Anlage komplett gereinigt und revidiert. Nicht weil es Defekte gab, vielmehr weil ich diese Maßnahme nach 17 Jahren für durchaus angemessen hielt. Was also hätte mich hindern sollen, gleich einen Umbau auf LHM durchzuführen. Die Gleiche Situation hatte ich übrigens 1997 schon einmal.
Ich kann Deine Motivation, nicht auf LHM umzubauen, total nachvollziehen.
rsa404 hat geschrieben:
Ur-Modell-Fahrer können das System nicht ohne erhebliche Änderungen auf LHM umrüsten. Es gibt diverse Organe und Dichtungen, die es niemals mit identischen LHM-Dichtungen gegeben hat und die auch nicht mal eben nachzufertigen sind. Also muss ich auf spätere Lösungen umbauen, und bringe mich damit um das unvergleichliche Fahrgefühl der frühen Modelle. Diese Aussage wird natürlich immer wieder gerne bestritten, aber was bitte sollen die Eigner solcher Fahrzeuge auch schon behaupten, da sie damit ja ihr komplettes Projekt infrage stellen würden.
Im Sinne der absoluten Originalität kann ich Deine Ausführung nachvollziehen.
Was das "Fahrgefühl" betrifft, wäre aber eine sachlich fundierte Erklärung wünschenswert. Ganz bewusst habe ich ja erfahrene Ur-DS Kenner immer wieder auf das Fahrgefühl angesprochen und ich habe total widersprüchliche Antworten erhalten: Von "LHM fährt viel härter" bis "LHM fährt viel schwammiger" bis hin zu "es gibt keinen Unterschied". Ich bin mir sicher, jeder sagt subjektiv für sich die absolute Wahrheit, nur stimmen können diese Aussagen wohl kaum alle gleichzeitig. Stimmen kann nur die Aussage, die man technisch ableiten kann, weshalb ich systematisch die Flüssigkeiten analysiere. Deine Unterstellung, diejenigen würden bewusst lügen, um ihr Projekt nicht infrage zu stellen, teile ich nicht, zumal ich bewusst erfahrene Leute gefragt habe, die entweder professionell DSsen revidieren oder eben nicht ihre persönliche Entscheidung rechtfertigen wollen. Dir würde ich solche bewusste Verfälschungen auch niemals unterstellen, sondern ich nehme an, dass das Deine ehrlichen Erfahrungen sind, die ich sehr schätze und bei meinen ganzen Abwägungen zur besten Lösung stets gewissenhaft mit einbeziehe. Den Robert kenne ich aber z.B. auch persönlich sehr gut und bin mir absolut sicher, dass seine schlechten Erfahrungen mit LHS(2) in seiner Ur-DS absolut authentisch sind.
rsa404 hat geschrieben:
Die Haltbarkeit, insbesondere der frühen LHS-Dichtungen und Schläuche, ist unbestritten. Das ganze Zeugs hält ohne jegliche Probleme locker 20 Jahre und mehr. Hier sind natürlich auch die Rücklaufmanschetten der Federzylinder gemeint..
Stimmt, das habe ich auch einstimmig von erfahrenen Usern gehört: Die LHS-Dichtungen bleiben viel länger weich und härten nicht so aus, wie die LHM-Dichtungen. Deshalb halten sie viel länger dicht. Das ist in der Tat ein großer Vorteil, denn die LHM-Dichtungen lecken immer wieder mal, das kenne ich aus eigener Erfahrung (beim SM ist das besonders nervend).
rsa404 hat geschrieben:
Vor zehn Jahren hätte ich einen LHM-Umbau für technisch weniger versierte Zeitgenossen, die es mit dem Original nicht so genau nehmen und es gerne bequem haben, durchaus noch verstanden. Heute allerdings sehe ich das komplett anders. Warum? Ganz einfach, originale LHM Dichtungen sind praktisch nicht mehr zu bekommen, die Nachfertigungen vorsichtig formuliert i.d.R. „Kernschrott“. Selbst langjährig erfahrene Profis der Szene geben zu, die derzeit erhältlichen Dichtungen sind qualitativ vollkommen minderwertig und oft nur kurzzeitig haltbar. Die mit guter Haltbarkeit liegen derzeit bei Ø 4 Jahren, die Schlechten bei wenigen Monaten. Ich kenne langjährige erfahrene Profis, die keinerlei LHM-Lenkungen und Bremsventile mehr überholen, da nur zwei von zehn Bauteilen die Garantie überstehen.
Wie gesagt, es stimmt, dass die originalen Dichtungen bei LHS besser sind als die neuen LHM-Dichtungen. "Kernschrott" ist aber nun umgekehrt eine eher "irreführende Täuschung", ich muss z.B. nicht alle vier Jahre alle Dichtungen an meinem SM tauschen. Das ist totale Panikmache, bei der man die Absicht unterstellen könnte, bewusst Angst schüren zu wollen.
rsa404 hat geschrieben:
Ich könnte nun noch mindestens zehn weitere vernünftige Gründe kontra LHM anführen, erspare mir das aber. Wie gesagt, meine Autos laufen seit Jahrzehnten ohne Probleme und daran wird sich auch nichts ändern..
Doch, erzähl doch mal, das ist doch interessant und Dein Einwand mit den Dichtungen ja auch durchaus richtig. Nur weiß ich jetzt nicht, was das mit meinen LHS(2)-Analysen zu tun hat? Ich kann mich nicht entsinnen, dass ich hier LHM als total unproblematisch dargestellt hätte. Eigentlich habe ich mich zum Thema UrDS-LHM-Umbau noch gar nicht wirklich geäußert (da habe ich ja noch gar nicht recherchiert) . Aber vorneweg kann ich natürlich schonmal im gleichen Wortlaut wie oben festhalten:
Man muss an dieser Stelle mal festhalten: Wer sich für den Umbau der DS auf LHM entscheidet, wird halt mit den Nachteilen von schneller aushärtenden Dichtungen leben müssen und darauf vorbereitet sein, öfter mal ein lästiges Leck beseitigen zu müssen. Auch entbindet LHM einen sicherlich nicht davon, das Hydrauliksystem regelmäßig zu kontrollieren und die Flüssigkeit hin und wieder zu wechseln. Bist Du nun zufrieden?
Um sachliche Begründungen, warum meine "angeblich" fundierten Analysen aber "nicht einmal ansatzweise realistisch sind", obwohl sie sich mit Deinen Behauptungen bisher nahezu absolut decken, und warum Herr Petermann falsch liegt, wenn er beschreibt, dass der Reibungsverschleiß mit LHS2 viel höher ist, als mit LHM, bitte ich aber immernoch. Ich bin für jeden konkreten Hinweis auf Fehler dankbar, damit ich das dann korrigieren kann.
Danke & viele Grüße,
Ekki