Vergaserfreuden

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Philipp
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Vergaserfreuden

Beitrag von Philipp »

Hallo zusammen,

kämpfe an einem 23er Motor mit dem Vergaser Weber 28/36 DMA 4, bzw. 2 Exemplaren davon.

Als ich den Wagen bekommen hab, liess sich der Leerlauf nicht wirklich in den Griff bringen, er läuft auch nicht so ruhig und geschmeidig, wie ich es von meinem 21er gewohnt bin. Vermutung lag auf Falschluft, messen zeigte einen zu niedrigen Co Wert, der sich auch mit nichts anreichern liess, Absprühen mit Bremsenreiniger im Bereich des Welleneingangs der ersten Stufe hinten sorgte für Leerlauferhöhung, demnach wohl Welle ausgeschlagen. Insgesamt ist der Leerlauf eigentlich nicht unter 8-900umdrehungen zu bekommen. So viel zur Ausgangssituation.

Konnte dann zufällig hier einen gebrauchten 28/36 DMA 4 geringfügig älterer Bauart (Drosselklappenschraube zweite Stufe mit Feder anstelle Kontermutter) ergattern und hab den nach oberflächlicher Prüfung einfach mal eingebaut.

Ergebnis: läuft zu fett und unruhig im Leerlauf.

Selbst mit völlig geschlossener Leerlaufgemischregulierschraube und Anreicherungsschraube auf der anderen Seite pöfft es dunkel fett aus dem Auspuff vor sich hin. Gefahren ist er damit erstaunlich ordentlich, verschluckt sich aber bei starker Beschleunigung und die Wolke im Stand war nicht vertretbar.

Also Vergaser wieder raus, zerlegt, gereinigt, auf Glasplatte Fuß geplant, alle Düsen mit Bremsenreiniger und Druckluft gereinigt, geprüft, verglichen mit Datenblatt, neues Nadelventil für den Schwimmer, eingestellt, neues Sieb, Papierdichtung auf beide Seiten des Bakalit (oder was auch immer das ist)-Sockels, Grundeinstellung der Drosselklappen nach diesem Link vorgenommen, alles zusammen wieder rein:

- unverändert, läuft zu fett. nicht wegzuregulieren, egal wie man dreht und stellt.

Darauf hab ich im eingebauten Zustand alles erreichbare an Düsen, Schwimmernadelventil, Beschleunigerpumpe, etc. umgebaut, schrittweise getestet, keinen Fehler gefunden:

- es bleibt zu fett.

Also Vergaser wieder raus, alle Düsen etc. wieder zurück, alten Vergaser wieder rein.

- läuft. Schön mager, also wieder zuu mager, und mit ebenso unsauberem Leerlauf, der nicht runterzukriegen ist....

Ich geb mich ja gern geschlagen, wenn ich überfordert bin und lass andere weitermachen, aber hier frag ich mich, was der beste nächste Weg wäre? einen Vergaser überholen lassen? Und wenn ja: welchen? An dem mager laufenden wurde erkennbar bereits gearbeitet, offensichtlich ohne Erfolg. der andere wirkt dagegen unangetastet und augenscheinlich i.O., aber ich frage mich WODURCH er diesen Spritüberschuss generiert.

Irgendwer ne Idee?

Danke vorab.
allein schon fürs durchlesen...

Philipp
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Carsten_SM
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Re: Vergaserfreuden

Beitrag von Carsten_SM »

Kann man, während er im Leerlauf schüttelt, sehen von oben, was da drin passiert ? Beim SM gibt es das Phänomen, das durch die Bewegung gern mal die Beschleunigerpumpen Sprit raustropfen/ abschütteln. Das wäre einen Blick wert...

Carsten
Jürgen Verified
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Re: Vergaserfreuden

Beitrag von Jürgen Verified »

Hallo Philipp,

den Schwimmerstand hast du auch eingestellt?
Dabei lieber ein zehntel mm mehr als zuwenig.
Die Drosselklappe sollten auch möglichst wenig geöffnet sein, insbesondere die erste Stufe.
Die Düse unter dem Vergaser für die Absaugung der Kurbelgehäuseabgase ist frei?
Gruß Jürgen
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Claude-Michel
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Re: Vergaserfreuden

Beitrag von Claude-Michel »

Wenn er zu mager läuft wegen Falschluft könntest du doch eine etwas größere Leerlaufdüse einbauen. Somit stimmt das Mischverhältnis Luft/Benzin wieder.
Gruß
Claude-Michel
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Philipp
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Re: Vergaserfreuden

Beitrag von Philipp »

@Carsten, nein, nicht gesehen, aber zu welcher Schlußfolgerung sollte mich das bringen? Pumpe, Düse und den kleinen Arm hatte ich auch draussen bzw. auch getauscht.

@ Jürgen, Schwimmerstand, ja mehrfach, 50mm mit Dichtung bzw. 115 (jetz aus der Erinnerung, aber es war mit Fühlerlehre nach Buch)
Drosselklappen auf Anschlag plus drittel bzw., halbe Umdrehung, unterste Bohrungen im Schacht knapp verdeckt. So zumindest immer meine Grundeinstellung vorm Einbau.
und: Ja, die Düse in der Ansaugspinne hab ich auch durchgeblasen

@Claude-Michel, Danke, aber das erscheint mir doch mehr eine Notlösung, der/die Vergaser ist/sind ja prinzipiell richtig bestückt.


P.
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Claude-Michel
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Re: Vergaserfreuden

Beitrag von Claude-Michel »

Hallo Philipp,

ja, das zweifle ich ja nicht an. Genau so wenig wie du ja festgestellt hast, dass der Vergaser Falschluft zieht. Und deswegen stimmt das Mischverhältnis nicht mehr. Also hast du zwei Möglichkeiten:
_ Luftzufuhr minimieren
_ Benzinzufuhr erhöhen
Bei meiner DSuper5 hat dieses bestens geholfen. Auch mit Weber Vergaser.
Probieren kostet nicht viel. Rückbau ist einfach.
Gruß
Claude-Michel
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...hannes
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Re: Vergaserfreuden

Beitrag von ...hannes »

Da Vergaser im Gegensatz zu elektronischen Einspritzsteuergeräten durchschaubare mechanische Technik sind, sind auch die Fehlerursachen meist relativ simpel, auch wenn sie sich nicht immer auf den ersten Blick offenbaren. Da hatte ich voriges Jahr beispielsweise einen Solex Registervergaser, der genauso wie deiner viel zu hohe CO- Werte lieferte, obwohl ich die Leerlaufregulierschraube schon bis zum Anschlag reingedreht hatte. Schwimmerstand korrigiert, Schwimmerventil zerlegt und ohne Befund, alle Vergaserkanäle gereinigt und durchgeblasen, alle Düsen geprüft - Grundeinstellung der Drosselklappe genau abgestimmt (Stichwort unterstes Loch) - der Motor lief nach wie vor viel zu fett. Der Fehler konnte also nur noch im Bereich der Leerlaufregulierschraube zu finden sein. Weil mir kein passender Gewindeschneider zur Verfügung stand, habe ich schlussendlich eine Leerlaufregulierschraube geopfert, indem ich deren Nadel abgezwickt habe. Dann den Schraubenkanal nochmals ordentlich mit Ballistol geflutet und die Messingschraube (ohne die Nadel!!!) bis zum Anschlag eingedreht. Und siehe da, sie hatte sich wirklich um ca 1-2mm weiter einschrauben lassen als zuvor. Die letzten entscheidenden Gewindegänge waren also verharzt gewesen, sodass man meinen konnte, die Schraube wäre bereits bis zum Anschlag eingeschraubt gewesen.

lg ...hannes
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Claude-Michel
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Re: Vergaserfreuden

Beitrag von Claude-Michel »

Wenn zu viel Luft im Leerlauf, dann scheint mir, dass die Verbrennung so schlecht ist, dass unverbrantes Benzin im Abgas ist. Es stinkt danach und man denkt, der Vergaser ist zu fett eingestellt.
Gruß
Claude-Michel
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Philipp
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Re: Vergaserfreuden

Beitrag von Philipp »

@ hannes, Danke für die Anregung. werde den "fetten" Vergaser nochmal zerlegen... so´n Ultraschalbad wollt ich eh schon immer mal haben... und umgabut sind die ja schnell, wenn man mal drin ist.

@ Claude Michel, das mit der alternativen Düse wäre dann ein Übergangslösung, sollte ich mit der erneuten Reinigung keinen Erfolg haben, Danke. Was meinst Du mit dem zweiten Beitrag?

P.
DS 21 Pallas EZ 12/1967, Gris Kandhar
Carsten_SM
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Re: Vergaserfreuden

Beitrag von Carsten_SM »

Ich jedenfalls meinte, dass wenn aus der Beschleunigereinheit der Sprit rausgeschüttelt wird, er zu fett läuft.

Carsten
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