Einfache und schnelle Motorüberprüfung

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Hans-Uwe Fischer
Beiträge: 1834
Registriert: Do 30. Jan 2003, 08:27

Einfache und schnelle Motorüberprüfung

Beitrag von Hans-Uwe Fischer »

Moin,

die Überschrift lässt auf eine "quick and dirty"-Prüfung schliessen. Ist es aber nicht! Bei unseren Flugzeugmotoren müssen in regelmässigen Abständen Motorprüfungen absolviert werde. Dort wird keine Kompressions-Messung (mit all ihren Schwächen) durchgeführt, sondern ein MOTOR-DRUCKVERLUST-TEST. Und der ist deutlich aussagekräftiger!

Das Dilemma mit Trax seinem phantastischen DS und ein Gespräch mit einem Stuttgarter Stammtischler, motivierten mich zu diesem Thema.

Nur ganz kurz: Es wird nacheinander eine Zündkerze rausgeschraubt und über einen Adapter mit dem MDV-Tester verbunden. Dann wird der Kolben auf OT gedreht. Dabei ist zu beachten, dass dabei nicht zurückgedreht wird. Sonst haben die Kolbenringe nicht ihre "Arbeitsstellung" und verfälschen den Messwert.

Jetzt wird Druckluft (ca. 6-8bar) am Eingang des MDV-Testers angelegt. Da reicht ein billiger Baumarktkompressor. Am MDV-Tester wird dann am Druckminderer ein fester Wert eingestellt. Z.B. 6.0 bar. Der darf dann für die restlichen Zylinder nicht mehr verstellt werden.

Jetzt strömt über eine geeichte Düse Druckluft in den Brennraum ein. Irgend ein Wert wird sich einstellen, da es einen absolut dichten Brennraum nicht gibt. Nicht eingefahrene Motoren sehen sogar dabei schlecht aus.
Diese einströmende "Luftverlustmenge" wird in [%] auf dem 2. Instrument angezeigt. Ist der Wert < 23%, ist der Motor ok.
Usw., usw..
Ausführliche Bedienungsanleitungen und bessere Erklärungen gibt's im Netz.

Das ganze hat selbstverständlich weitere Vorteile. Erhöht man nach den Messungen erheblich den Druck (der Wert spielt keine Rolle mehr), strömt bei einem ausgelutschten Motor die Luft geräuschvoll in's Freie:

1. Geräusche im Auslasstrakt = Auslassventil undicht
2. Geräusche im Ansaugtrakt = Einlassventiel undicht
3. Geräusche am Kühlwassereinfüllstutzen = Zylinderkopfdichtung defekt.
4. Geräusche an der Kurgelgehäuseentlüftung oder Ölmessstab herausziehe = Kolbenringe hinüber
5. müsste ich nachdenken...

Wie gesagt, alles ausführlich im Netz. Und das ganze Equipment für kleines Geld. So um € 80,-

https://www.amazon.de/Druckverlust-Test ... lusttester

HUF
...hannes
Beiträge: 1541
Registriert: Fr 20. Mai 2005, 21:07

Re: Einfache und schnelle Motorüberprüfung

Beitrag von ...hannes »

Danke für diesen Beitrag, HUF. Kannte ich bislang noch nicht und finde das genial!
lg
MichaIN Verified
Beiträge: 1508
Registriert: Do 24. Mär 2005, 11:19

Re: Einfache und schnelle Motorüberprüfung

Beitrag von MichaIN Verified »

Hallo HUF,

danke für den Beitrag, interessant.

Müßte nicht irgendwann der Kolben aus OT durch den Druck heruntergedrückt werden? Oder anders gefragt: Ermittelt man das und stellt den Druck dann knapp unter diesen Wert ein, um nahe am Maximum zu sein?

Viele Grüße,
Michael
Jint Nijman Verified
Beiträge: 2069
Registriert: Fr 14. Feb 2003, 23:11

Re: Einfache und schnelle Motorüberprüfung

Beitrag von Jint Nijman Verified »

Interessant!

Aber das hier
[quote="Hans-Uwe Fischer"]
Jetzt strömt über eine geeichte Düse Druckluft in den Brennraum ein. [/quote]
muss heissen eine kalibrierte Düse

Eichen darf nur das Eichamt, und ich nehme mal stark an das diese einfache Gerät nicht vom Eichamt geprüft/geeicht wurde. Siehe auch hier https://de.wikipedia.org/wiki/Eichung

Jint
Jint
www.citroen-ds-id.com
Hans-Uwe Fischer
Beiträge: 1834
Registriert: Do 30. Jan 2003, 08:27

Re: Einfache und schnelle Motorüberprüfung

Beitrag von Hans-Uwe Fischer »

[quote=MichaIN]
Hallo HUF,

danke für den Beitrag, interessant.

Müßte nicht irgendwann der Kolben aus OT durch den Druck heruntergedrückt werden? Oder anders gefragt: Ermittelt man das und stellt den Druck dann knapp unter diesen Wert ein, um nahe am Maximum zu sein?

Viele Grüße,
Michael[/quote]

Hallo Michael,

ja, der Kolben würde heruntergedrückt werden. Deswegen muss Einer immer den Propeller festhalten. Motor muss also blockiert werden. Später werden die Messergebnisse pro Zylinder in Relation gestellt. Z.B. bei meinem ehemaligen TIO540:

80/78, 80/76, 80/77, 80/78, 80/78, 80/77. Das ist allerdings nicht in [%] sondern in absoluten PSI.

Beim Auto habe ich das leider noch nie gemacht. Sehe da aber keinen relevanten Unterschied.

Viele Grüsse
HUF
Hans-Uwe Fischer
Beiträge: 1834
Registriert: Do 30. Jan 2003, 08:27

Re: Einfache und schnelle Motorüberprüfung

Beitrag von Hans-Uwe Fischer »

[quote="Jint Nijman"]
Interessant!

Aber das hier
[quote="Hans-Uwe Fischer"]
Jetzt strömt über eine geeichte Düse Druckluft in den Brennraum ein. [/quote]
muss heissen eine kalibrierte Düse

Eichen darf nur das Eichamt, und ich nehme mal stark an das diese einfache Gerät nicht vom Eichamt geprüft/geeicht wurde. Siehe auch hier https://de.wikipedia.org/wiki/Eichung

Jint[/quote]

Also bei diesem low cost Gerät sicherlich nicht. Bei Flugmotoren vermutlich schon. Das sind Prüfungen, die dem Luftfahrt-Bundesamt (LBA) unterstehen und über das Sein oder Nichtsein des Motors und damit dem Flieger entscheiden.

HUF
Manfred
Beiträge: 201
Registriert: Do 14. Jan 2016, 23:40

Re: Einfache und schnelle Motorüberprüfung

Beitrag von Manfred »

[quote="Hans-Uwe Fischer"]
[quote=MichaIN]
Hallo HUF,

danke für den Beitrag, interessant.

Müßte nicht irgendwann der Kolben aus OT durch den Druck heruntergedrückt werden? Oder anders gefragt: Ermittelt man das und stellt den Druck dann knapp unter diesen Wert ein, um nahe am Maximum zu sein?

Viele Grüße,
Michael[/quote]

Hallo Michael,

ja, der Kolben würde heruntergedrückt werden. Deswegen muss Einer immer den Propeller festhalten. Motor muss also blockiert werden. Später werden die Messergebnisse pro Zylinder in Relation gestellt. Z.B. bei meinem ehemaligen TIO540:

80/78, 80/76, 80/77, 80/78, 80/78, 80/77. Das ist allerdings nicht in [%] sondern in absoluten PSI.

Beim Auto habe ich das leider noch nie gemacht. Sehe da aber keinen relevanten Unterschied.

Viele Grüsse
HUF[/quote]

Ich hatte von dieser genaueren Messmethode schon mal irgendwo gehört/gelesen.

Zum Thema "Kolben heruntergedrückt werden":

Reicht es nicht, den ersten Gang einzulegen und die Handbremse zu betätigen? Dann dreht der Motor ja auch nicht mehr.

Manfred
MfG
Manfred
Jint Nijman Verified
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Registriert: Fr 14. Feb 2003, 23:11

Re: Einfache und schnelle Motorüberprüfung

Beitrag von Jint Nijman Verified »

[quote="Hans-Uwe Fischer"]
Den habe ich nur verfasst, um Herrn Krause zu ärgern. Und nein, der Stammtischler war nicht Anieder...;-)[/quote]

Muss dass nun wirklich sein? Geht es nicht ohne solche Bemerkungen?

Jint
Jint
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hgk Verified
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Re: Einfache und schnelle Motorüberprüfung

Beitrag von hgk Verified »

Moin,

das ist ja nix neues und hier auch gut beschrieben:

http://www.kfz-tech.de/Biblio/Tester/Druckverlust.htm
MsG
Hans

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Thomas Held Verified
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Registriert: Do 22. Jul 2004, 12:11

Re: Einfache und schnelle Motorüberprüfung

Beitrag von Thomas Held Verified »

[quote="Jint Nijman"]
[quote="Hans-Uwe Fischer"]
Den habe ich nur verfasst, um Herrn Krause zu ärgern. Und nein, der Stammtischler war nicht Anieder...;-)[/quote]

Muss dass nun wirklich sein? Geht es nicht ohne solche Bemerkungen?
[/quote]

Vor allem: geht es nicht ohne Herrn Fischer? Ein D-Modell hat er sowieso nicht...
Und wer ist ueberhaupt Herr Krause? Hausmeister?
Gruss,

Tom
Gruß

Tom
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