Umbau 4-Gang auf 5-Gang

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Stefan R.
Beiträge: 55
Registriert: Mi 1. Sep 2004, 10:30

Umbau 4-Gang auf 5-Gang

Beitrag von Stefan R. »

Hallo,

vor einigen Jahren habe ich schonmal einen Versuch gestartet, eine ID zu restaurieren und zu fahren. Da mich der damalige Schrauber mächtig übers Ohr gehauen hat (Schön Anzahlungen in 4-stelliger Höhe kassiert und das Auto teilzerlegt auf einem Verwahrgelände verrotten lassen), hatte ich auf das Auto keinen Zugriff.
Mittlerweile ist es mir gelungen, an das Auto heranzukommen. Verschiedene Teile sollen nun in meine Tomos-ID wandern. In erster Linie Kleinzeug, wie Instrumente, Chromteile etc.
Allerdings ärgert meine Tomos mich im Moment mit ordentlichen Ölflecken, so daß ich jetzt auch noch beginne, etwas "größer" zu denken.
Das Wrack ist eine 1971er ID20 mit 5-Gang-Getriebe. Die Tomos (1970er ID19) hat einen 78PS-Motor mit 4-Gang.

Nun überlege ich, den Motor des Wracks und das Getriebe überholen zu lassen und in die Tomos zu bauen, oder eben vielleicht nur das Getriebe.

Was wäre jetzt die eleganteste Lösung? Der ID20-Motor war damals absolut in Ordnung. Er hatte zwar leichte Ölverluste, aber die bekam ich mit Chambers recht schnell in den Griff. Das Getriebe war super.

Der Tomos-Motor ist sehr rauh, die 4-Gang-Schaltung schon etwas hakelig und ein 5. Gang stände dem Wagen gut zu Gesicht.
Allerdings fürchte ich, daß eine komplette Revision der alten Aggregate mein Budget doch deutlich übersteigt.

Was tun?
a) alles so lassen, wie es ist und Motor und Getriebe des Wracks erstmal einlagern?
b) nur Getriebe tauschen? Geht das überhaupt?
c) Alles tauschen?

Wenn tauschen, auf Risko spielen und ohne Revision? Oh mann... ich weiß grand echt nicht, was ich machen soll.
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Michael Klette
Beiträge: 1394
Registriert: Mo 21. Apr 2003, 10:58

Re: Umbau 4-Gang auf 5-Gang

Beitrag von Michael Klette »

Hallo Stefan,

ich würde den ganzen Antrieb wechseln. Mit dem 20er Motor hast Du mindestens 12 PS bzw 20PS mehr. Ich bin die Kombination 20er (DY3) mt 5-Gang in meinem Break gefahren. Das war eine sehr harmonische Lösung.
Die Getriebe passen mit allen Kurzhubern zusammen. Allerdings sollte man auf die Übersetzung des Getriebes achten.

Grüße Michael
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Robert Verified
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Registriert: Mo 31. Jan 2005, 00:41

Re: Umbau 4-Gang auf 5-Gang

Beitrag von Robert Verified »

Hallo Stefan,

ich kann mich Michael nur anschliessen. Allerdings würde ich mich in jedem Fall um den Ölverlust kümmern, auch wenn "Chambers" geholfen haben mag (ich kenne nur Paul Chambers, stelle mir aber vor, dass das so ein Ölzusatz ist, der dichtend wirken soll). Dazu ist aber keine Komplettüberholung nötig, wenn der Motor ausgebaut ist, einfach die Ölwanne und den Steuerkettendeckel abnehmen und neu abdichten, insbesondere den Simmering des Schwingungsdämpfers. Eine neue Kupplung bietet sich bei dieser Gelegenheit auch an… Andererseits, ein "rauh" laufender Motor ist nicht zwangsläufig ein Problem des Aggregats selbst, sondern kann auch mit einem ausgeschlagenen Verteiler zusammenhängen. Auch die hakelige Schaltung kann ein Problem der Schaltübertragung sein, Getriebeschäden sind meist entweder Lagerprobleme ("Singen") oder verschlissene Synchronringe (Kratzen/Krachen beim Runterschalten.

Grüsse
Robert
'59 DS 19/'66 ID 19/'68 DS 21 Pallas/'71 SM /'71 SM in Arbeit/'84 Renault R4F6 in Arbeit/'96 Saab 900 CV/'98 BMW 1100 GS
Gerhard Trosien
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Re: Umbau 4-Gang auf 5-Gang

Beitrag von Gerhard Trosien »

Es gab bei den 4- und 5-Gang-Getrieben sehr unterschiedliche Übersetzungen! Das ist VOR der Entscheidung, welches Getriebe letztendlich verwendet wird, sehr sorgfältig zu prüfen. Im Extremfall kann der höchste Gang eines 4-Ganggetriebes länger übersetzt sein, als der eines 5-Ganggetriebes.
Stefan R.
Beiträge: 55
Registriert: Mi 1. Sep 2004, 10:30

Re: Umbau 4-Gang auf 5-Gang

Beitrag von Stefan R. »

Guten Morgen,

Chambers Lecwec ist tatsächlich ein Ölzusatz, der Ölverluste einschränken soll. Er besteht aus Weichmachern, die poröse Gummidichtungen wieder geschmeidig machen soll.
Das hat in der Praxis auch recht gut funktioniert.

Zum rauhen Motor und dem Getriebe:
Ich habe den Eindruck, daß die Tomos wesentlich lauter ist, als die ID20, wobei auch die natürlich kein flüsterleises Auto war.
Auf gerade Strecke kann man mit beiden gut zügig unterwegs sein. Lediglich an Steigungen hatte die 20er die Nase vorn.
Mein Verbrauch lag bei beiden bei 11 Litern. Da tut sich also nichts.
Bei der Tomos habe ich gelegentlich beim herunterschalten vom 3. in den 2. Gang Probleme, was auf die Synchronringe hindeutet. Ausserdem rutscht die Kupplung gelegentlich beim Anfahren. Die wäre also eh bald fällig.

In der Tat ist der 4. Gang bei der Tomos seeeeehhhhhr lang. Ab 50 beim dahinrollen bis zur Endgeschwindigkeit ist alles möglich.
Mir passiert es auf der Autobahn auch immer wieder, daß ich irgendwann auf freier ebener Strecke denke: "Oh, das ist aber laut hier.". Dann blicke ich auf den Tacho und die Nadel steht bei 160-170, was tatsächlichen 140 laut GPS entspricht.
Das macht sie sehr mühelos. Ich quäle das Auto nicht dahin, sondern sie landet einfach dort. Die Drehzahl liegt dann bei knappen 4000 und das Gaspedal ist nichtmal ansatzweise durchgetreten.

Von daher denke ich schon, daß die Tomos vom Antrieb her eigentlich gesund ist.

Was erwarte ich nun von dem Umbau auf 5-Gang? Hmm... rein subjektiv fehlt mir ein 5. Gang und ich meine, daß gerade im Stadt- und Landstrassenbetrieb die 20er irgendwie harmonischer war.
Mein Freundin sieht das übrigens ähnlich. Sogar wesentlich deutlicher. Sie ist die 20er sehr gerne gefahren. In der Tomos fühlt sie sich nicht wohl.
*grins* vielleicht sollte ich die 20er einfach fertig machen und ihr schenken, aber dann werde ich eher erschlagen ;-)

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