Spieglein, Spieglein....

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Ekki
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Re: Spieglein, Spieglein....

Beitrag von Ekki »

@Robert
Den Rückspiegel habe ich auch schon geöffnet und einen Ersatzspiegel bestellt. Den gibt es tatsächlich im Doppelpack mit dem Vorderglas bei den einschlägigen DS-Teilelieferanten. Einbau mache ich demnächst.


@Uli
Jo, Du hast Recht, das Handschuhfach war wohl original mal hellgrau. Habe im Netz Fotos von einem gut erhaltenen gefunden, da kann man das Grau sehr gut sehen:


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Bei meinem ist die Beflockung total hinüber. Die muss ich erstmal irgendwie entfernen und dann alles neu beflocken. Fürs Beflocken habe ich auch schon erste Ideen, mal sehen, ob das so funktioniert ;-)

Gruß,
Ekki
Sensenmann
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Re: Spieglein, Spieglein....

Beitrag von Sensenmann »

Das Beflocken geht mit einem elektrostatischen Beflockungsgerät ganz einfach. Ist in Modellbahnerkreisen recht häufig im Besitz, da man damit Modellgras "pflanzt". Man braucht nur die passenden Flocken
Ekki
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Re: Spieglein, Spieglein....

Beitrag von Ekki »

Jo, genau das habe ich gestern alles bestellt (Elektro-Beflockungsgerät, Leim und Flocken in diversen Farben).
Bekommt man auf eBay für ein paar Euro...

Gut zu hören, dass es damit einfach geht. Dann kann ich ja frohen Mutes die alte Beflockung wegputzen... ;-)

Gruß,
Ekki
M. Ferchaud
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Re: Spieglein, Spieglein....

Beitrag von M. Ferchaud »

[quote="Robert Kruse"]
Hallo Ekki, liebe Gemeinde,

ehrlich gesagt, von diesem Teil lese ich heute zum ersten Mal. Man lernt immer wieder dazu.
In diesem Zusammenhang bemerkt: Mir fällt immer wieder auch bei gut gemachten Erstserien-Deessen der blinde Innenspiegel auf, hervorgerufen durch die Lösemittelausdünstungen eines dahinter angebrachten kleinen Stücks Schaumstoff, das - ziemlich überflüssig - vermutlich ein Vibrieren des Spiegelglases unterbinden soll. Hier ist die Abhilfe recht einfach, da der Kunststoffrahmen, im Gegensatz zu späteren Ausführungen, relativ robust ist und sich mittels heissen Wassers gut entfernen lässt. Das Glas ist nicht facettiert und kann von jedem willigen Glaser für kleine Münze reproduziert werden.

Viele Grüsse
Robert[/quote]

Das Stück Schaumstoff ist keinesfalls überflüssig - ohne das Teil klappert das Spiegelglas im Gehäuse ganz fürchterlich.

Den Schminkspiegel für das Handschuhfach suche ich übrigens, da dieser bei meiner 58er nicht mit dabei war - wohl aber ein hervorragend erhaltenes Fach mit guter Beflockung.

Grüße
M.
Ekki
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Re: Spieglein, Spieglein....

Beitrag von Ekki »

@M.Ferchaud
Vielen Dank für das gute Foto, damit kann man den Grauton gut bestimmen.


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Heute sind schonmal die Beflockungsfasern gekommen, von Schwarz bis Weiß. Jetzt gilt es die richtige Graumischung zu mixen und es fehlt noch der elektrostatische Beflocker.

;-)


Gruß,
Ekki
Ekki
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Re: Spieglein, Spieglein....

Beitrag von Ekki »

1956-1969 hat geschrieben:
Zur Neubepelzung: Denk dir den Gilb durch Staub und Rauchen weg und du landest bei hellgrau à la AC 137 oder AC140. Bin schon gespannt, wie du das löst. Sicher aber überraschend und überzeugend. Uli

Überraschend?
Damit kann ich dienen…. ;-) Hier ein kleines Preview in Kurzform:


1) Man nehme eine elektrische Fliegenklatsche aus dem Baumarkt (€5.-)


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2) Diese baue man mit Hilfe eines Küchensiebes auf einen elektrostatischen Beflocker um (Anleitung findet man mit Google):


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3) Nun wiege man mit den Streufasern den richtigen Grauton ab (genaue Waage erforderlich, da die Flocken so gut wie nichts wiegen):


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4) Jetzt das zu beflockende Teil abbeizen und neu grundieren:


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5) Nun das zu beflockende Teil mit Spezialleim großzügig einstreichen, elektrostatischen Beflocker anschließen und Fasern mit Sieb aufstreuen. Die Fasern richten sich durch die Aufladung kerzengerade auf.


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6) Überflüssige Flocken absaugen, alles trocknen lassen, fertig ist die Beflockung:


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Hier noch mit dem angeknöpften Schmink-Spiegel von oben:

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Hält besser als die originale Beflockung und ist auch etwas samtiger mit einem leichten Alcantara-Effekt.
Gesamtkosten: Ca. €15.-

;-)

Ausführlichere Anleitung zum kompletten Handschuhfach folgt nächste Woche…

Gruß,
Ekki
Medi
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Registriert: Mi 18. Mai 2005, 16:24

Re: Spieglein, Spieglein....

Beitrag von Medi »

Der alte Spruch muss umgeschrieben werden, man geht weder zum Schmiedl noch zum Schmied ;-)
bravo Ekkehart.

Eine Ergänzung von mir für Nachahmer:

Man kennt das von den ‚Nachbau‘-Stoffen für die Sitze, wenn man mit dem Einbau des letzten Teils fertig ist, sind die ersten Teile schon von der Sonne abgeschossen ;-)

Also, vernünftige Qualität besorgen! Ist zwar schon gut 20 Jahren her, aber ich habe mich damals mit der UV-Stabilität in einem CX-S1 ordentlich abgequält. Die angebotenen Beflockungsmaterialien sind ist in erster Linie für Indoor-Anwendung (z.B. Modellbau) gedacht, viele angebotene Leime und Flocken sind NICHT UV-stabil. Graue Flocken bleichen dabei zum Glück recht wenig, resp. man merkt es kaum, kein Vergleich zu rot oder schwarz…

Flocken und Leime (wie z.B. für KFZ-Fensterdichtungen) lieber beim ‚Beflocker‘-Profiunternehmen besorgen.

Die meisten günstigen Flocken sind aus PA, aus meiner Erfahrung eher PES z.B. PET verwenden, ist UV-stabiler.

Man bekommt die Flocken mit unterschiedlichen Faserlängen. Je nach Faserlänge muss man die Leimschicht in einer entsprechenden Dicke auftragen. Die Stärke des getrockneten Klebstoffs soll etwa 10% der Faserlänge entsprechen. Wasserlöslicher Klebstoff verliert mehr Volumen, entsprechend dicker auftragen…

Ich rate zu Zweikomponenten-Klebstoff, entsprechend eingefärbt, da spart man sich die Grundierung. Karton-Werkstoffe wie manche Handschuhfächer saugen zudem Wasserlöslichen Klebstoff stark auf, es stimmt die Schichtdicke nicht mehr und die mechanische Eigenschaft des Kartons verändert sich…

Zur Spannung: Herr Mies möge sich im Grab umdrehen, aber hier ist mehr tatsächlich mehr.
Ab 50kV (homogen) bekommt man eine ‚Fleckenfrei‘ Oberfläche…
Ekki
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Registriert: So 22. Jul 2012, 20:21

Re: Spieglein, Spieglein....

Beitrag von Ekki »

Alles richtig, was Medi da schreibt. Eine informative Seite zu dem Thema habe ich auch bei meinen Arbeiten letzte Woche entdeckt. Da stehen viele interessante Details zum Beflocken:

http://www.schuster-beflockung.de/pages ... ocken.html


Der Klebstoffauftrag ist übrigens das einzig wirklich Knifflige an dem Thema. Wenn man da Fehler macht, wird die Beflockung fleckig.


Ich habe mich für Dispersionskleber (1K auf Wasserbasis) + Kunstharz Grundierung entschieden, aus folgenden Gründen:


- Original ist das Ur-DS Handschuhfach auch grau grundiert.

- Falls die Beflockung misslingt (mir als Anfänger immerhin 2x passiert), kann man den 1K-Leim mit den Flocken noch relativ einfach mit feuchtem Tuch entfernen, ohne dass die Grundierung / Pappe aufweicht. Selbst bei langsam aushärtendem 2K Kleber würde ich sowas ohne Grundierung nicht machen wollen, danach wäre die Handschuhfach-Pappe bestimmt ziemlich „versaut“.

- Die Lack-Grundierung kann man farblich leichter auf die Flockfarbe abstimmen. Das ist wichtig, damit keine Flecken entstehen, falls irgendwo der Flock weniger dicht ist. 2K-Kleber könnte man aber natürlich auch mit Farbpigmenten einfärben.

- Die UV-Belastung ist im ständig dunklen Handschuhfach und bei grauer Farbe glaube ich vernachlässigbar. Aber es ist natürlich nie ein Fehler, besonders robustes Material zu verwenden.


Manche empfehlen auch, die Flocken direkt auf den Lack zu aufzutragen, ohne Kleber. Hat Vorteile in der Gleichmäßigkeit. Das funktioniert sicherlich auch, aber das Entfernen bei Misslingen wird dann auch wieder zur Sauerei, da nur mit Verdünner möglich. Außerdem hat die Handschuhfachpappe vom Werk aus ziemliche Unebenheiten, die durch Lack alleine nicht ausgeglichen werden.


Ganz wichtig ist der gleichmäßige Kleberauftrag: Trotz der kurzen Fasern, muss der frische Kleber eigentlich eine dicke, ebene Schicht bilden (das Foto oben ist da absolut nicht repräsentativ, weil Kleber noch nicht komplett aufgetragen zu dem Zeitpunkt). Erst nachdem ich den Kleber dick und absolut gleichmäßig aufgetragen habe und noch zusätzlich ein paar Minuten gewartet habe, bis er gut „verlaufen“ ist, wurde die Beflockung gleichmäßig. Mit dem Leim also recht großzügig sein…

Und beim Beflocken ruhig viele Durchgänge machen, auch wenn die Beflockung optisch schon fertig erscheint. Dazwischen immer wieder die losen Flocken wegblasen. Wird im Ergebnis einfach dichter, denn mit jedem Durchgang bleiben doch noch ein paar Fasern kleben. Der verwendete Kleber trocknet extra langsam aus, so dass man da genug Zeit für hat. Die beflockte Schicht daher auch erst frühestens nach 24Std mit den Händen berühren, ansonsten drückt man die Fasern platt und hat sofort "Flecken"! Einmal ausgehärtet sind die Fasern dann belastbar und richten sich von selbst wieder auf.

Gruß,
Ekki
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