Ausgangsfrage war: Was kommt eigentlich vorne am Scheinwerfer an?
Das Meßszenario:
Madame nach einiger Fahrt (Batterie voll geladen) abgestellt. Batteriespannung ist 12,6V.
Fernlicht ein und 10 Minuten gewartet. Das Zangenamperemeter zeigt 9,4A Stromverbrauch an, die Batteriespannung ist auf 12,2V abgesunken.
Die 9,4A sind plausibel: 2*45W Scheinwerfer + 4*5W hinten + 2*2W Standlicht vorne + 4W Armaturenbrett = 118W. Das passt im Rahmen der interessierenden Meßgenauigkeit.
Als nächstes habe ich die Spannung direkt an den Flachsteckern der Scheinwerferbirnen gemessen. Alle Spannungsverluste, auch die des Lampensockels selbst, sind also eliminiert.
An der linken Birne lagen 11,16V und an der rechten 11,07V an.
Das heisst, mit allen Steckern, Leitungsverlusten und Übergangswiderständen geht im System 1V verloren.
Wenn aber der Motor läuft und die Bordspannung per Lichtmaschine auf 12,6 - 14,4V ansteigt, dann dürfte die Sollspannung an den Scheinwerferbirnen locker auf 12V kommen.
[attachment 8887 kontakt_.jpg]
In der Skizze sind meine Messpunkte rot eingezeichnet und mit einer grünen Zahl versehen.
1 und 3 sind die runden Batteriepole.
5 und 6, sowie 10 und 11 sind die Anschlusskontakte der Glühbirnen.
Abblendlicht bleibt aussen vor.
Der Strom wie schon beschrieben, lag während den Messungen bei 9,4A.
Aus den Spannungsabfällen an diversen Punkten kann ich damit die entsprechenden Übergangswiderstände berechnen:
[pre]
1 - 2 (+Pol Batterie - +Klemme) 0,65mV. 0,65mV/9,4A = 69µΩ
3 - 4 (-Pol Batterie - -Klemme) 0,59mV. 0,59mV/9,4A = 62µΩ
2 - 16 (+Klemme - Lichtschalter) 110mV 110mV/9,4A = 11mΩ
davon gehen allein 60mV auf die Quetschung Q1
16 - 5 (Lichtschalter - Glühbirne links) 290mV
16 - 10 (Lichtschalter - Glühbirne rechts) 340mV
hier lassen sich die Widerstände nicht einfach berechnen, da ich nicht direkt
am Lichtschaltergemessen habe. Dort teilt sich ja der Strom nach vorne und
hinten auf, und im Kabelbaum nochmal nach rechts und links).
5 Sockel - +Glühbirne li 10mV 10mV/3,8A = 2,6mΩ
6 Sockel - +Glühbirne re 20mV 20mV/3,8A = 5,3mΩ
7 - 9 (-Scheinw. li - Masselltg. Kabelbaum) 80mV 80mV/3,8A = 21mΩ
12 - 13 (-Scheinw. re - Masselltg. Kabelbaum) 70mV 70mV/3,8A = 18mΩ
3 - 17 (-Pol Batterie - Wasserpumpe) 10mV 10mV/9,4A = 1,1mΩ
3 - 18 (-Pol Batterie - Motorblock) 12mV 12mV/9,4A = 1,3mΩ
[/pre]
Ich habe noch ein paar andere Messungen gemacht. Die genauen Zahlenwerte tun eigentlich nichts zur Sache, interessan sind lediglich die Größenordnungen, wenn man mal einen Fehler sucht.
Zusätzlich habe ich auch noch den Versuch gemacht, einen der 4mm-Stecker mit Spiritus zu reinigen und durch biegen der Buchse den Übergangswiderstand zu senken (7 - 9) da hat sich aber nichts Signifikantes getan.
Nur eines noch: Mit dem bekannten Übergangswiderstand zwischen +Pol der Batterie und der Polklemme (69µΩ) konnte ich den Anlasserstrom messen:
Während des Anlassvorgangs mit ausgeschalteter Zündung sank die Batteriespannung von 12V auf 8,7V ab (1 - 3), und an (1 - 2) fiel eine Spannung von 11mV ab.
Daraus errechnet sich: 11mV/62µΩ = 159A
Nebenerkenntnis: (12V - 8,7V) / 159A = 0,021Ω
Das ist der differentielle Innewiderstand meiner Batterie!
Klemens