Saisonstart und Bauchlandung

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Langhuber Verified
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Saisonstart und Bauchlandung

Beitrag von Langhuber Verified »

Gestern wollte ich Madame endlich mal wieder ausfahren. Mit frisch geladener Batterie und 20 Sekunden Anlasserei war das kein Problem. Interessanterweise leuchtete noch nicht mal die Hydrauliklampe auf. Ich bin irgendwann im Dezember zuletzt gefahren.
Nach ca 20km Fahrt, denke ich plötzlich: "oha, jetzt geht die Lenkung aber recht kernig. Da muss man aber kräftig zulangen."
Dann bei der Abfahrt die Türlenstraße runter: Hat da grade was geblitzt, als ich auf die Bremse bin? Und sieh da: Die Hydrauliklampe blinkt kurz auf. Hinter der nächsten Kurve, bleibt sie beim Druck aufs Pedal schon dauernd an, geht aber beim Loslassen wieder aus. Unten an der Einmündung Türlenstraße/Heilbronner Straße dann dauerrot. Noch ca 1500 m bis zur Garage. Naja, den Rest der Strecke bin ich dann bockelhart im Tiefflug gekrochen um dann bei der Einfahrt in die Tiefgarage tatsächlich hart aufzusitzen. Ich kann wegen der absoluten Tieflage auch nicht erkennen, was da genau passiert ist.

Preisfrage also jetzt: Ist das wieder die Hydraulikpumpe, die ich letztes Jahr durch eine gebrauchte LHM-Pumpe ersetzt habe? Die Antriebsriemen der Pumpe sind ok, die Pumpe dreht, LHS ist auch im Tank, es scheint nichts undichter als sonst zu sein. Gibt es noch andere Komponenten im System, die so etwas bei funktionierender Pumpe bewirken können?
Ist ein Kausalzusammenhang zwischen der Winterpause und dem Defekt denkbar, dass sich z. B. die Dichtungen in der LHM-Pumpe während des Stillstandes zersetzt haben, und dadurch nach ca 30km Fahrstrecke zum Ausfall geführt haben?

Ich habe jetzt die Möglichkeit, nochmal eine gebrauchte Pumpe zu kaufen, oder einen Dichtungssatz zum halben Preis der gebrauchten Pumpe, oder eine überholte Pumpe (beste Qualität!) bei einem der Spezialisten zu kaufen, die dann nach zwei Jahren aufgibt.

Kann ja sein, dass ich mit meiner gebrauchten Pumpe schlicht Pech gehabt habe, und die nächste besser funktioniert?
Oder gibt es noch andere Möglichkeiten?

Grüße
Klemens
[i]"Wer in meinen Beiträgen Schreibfehler findet, darf sie gerne behalten"[/i]

(DS 19M, Ez 7/1963 in Stuttgart)
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maldini Verified
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Re: Saisonstart und Bauchlandung

Beitrag von maldini Verified »

Hallo Klemens,

Du könnest versuchen den Druckpeicher zu entlüften - das wäre meine erste tat, wenn das System Öl hat und die Pumpe fördert (im Ausgleichsbehälter leicht zu kontrollieren)

Aufgesetzt hat der Hauptschalldämpfer. Wenn der Wagen nicht lauter blubbert ist vermutlich nicht passiert - bei so etwas wird gerne das Flexrohr beschädigt - auseinandergerissen.
Aber wenn Du nichts hörst ist vermutlich auch nix.



Bonne chance!

grüsse
karl
Boßhammer Verified
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Re: Saisonstart und Bauchlandung

Beitrag von Boßhammer Verified »

Hallo Klemens,

Zuleitung zur Pumpe ok? Nicht das die Pumpe "nur" Luft zieht.
Bei mir war es gestern die Ente: Spritleitung nach dem Winter gerissen. Dadurch netter Duft und Verbrauch eines Großen.
Viel Glück
Ralph
Gerhard Trosien
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Re: Saisonstart und Bauchlandung

Beitrag von Gerhard Trosien »

Das hört sich ganz arg nach Hydraulikölverlust an. Und dafür gibt's bekanntlich weit mehr als nur eine Ursache...
priusb78 Verified
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Re: Saisonstart und Bauchlandung

Beitrag von priusb78 Verified »

Hallo Klemens,
ich würde zuerst mal den Stand der Hydraulikflüssigkeit im Behälter prüfen:

Wenn der noch stimmt, geht zumindest nichts verloren - und das Problem grenzt sich auf fehlenden Druck ein.

Wenn nicht, ist irgendwo ein Leck. Das solltest Du spätestens finden, wenn Du wieder nachfüllst und dann den Motor laufen lässt, um Druck aufzubauen. Irgendwo fängt es dann schon an zu "siffen".

Gruß Thorsten
D Super 5, Bj. '74, brun-scarabée aus Italien
...hannes
Beiträge: 1541
Registriert: Fr 20. Mai 2005, 21:07

Re: Saisonstart und Bauchlandung

Beitrag von ...hannes »

[quote=Langhuber]

Die Antriebsriemen der Pumpe sind ok, die Pumpe dreht, LHS ist auch im Tank, es scheint nichts undichter als sonst zu sein. Gibt es noch andere Komponenten im System, die so etwas bei funktionierender Pumpe bewirken können?
[/quote]

LHS im Tank und drehende Pumpe heißt noch nicht, dass ausreichend Druck aufgebaut wird. Blind tippe ich auf eine poröse Stelle im Ansaugschlauch, sodass die Pumpe Luft zieht.
Diagnose: Bei laufender Maschine mit der Taschenlampe in den LHS- Tank leuchten: Rücklaufströmung erkennbar? Und wenn, schäumt es?
M. Ferchaud
Beiträge: 2152
Registriert: Mi 13. Jan 2010, 21:45

Re: Saisonstart und Bauchlandung

Beitrag von M. Ferchaud »

[quote=Langhuber]...LHS ist auch im Tank, es scheint nichts undichter als sonst zu sein. Gibt es noch andere Komponenten im System, die so etwas bei funktionierender Pumpe bewirken können?...[/quote]

Ist genau so viel LHS im Bottich wie vorher? Das könnte bei der Aussage helfen, ob etwas "undichter" wäre als vorher. Wobei die Hydraulik, speziell mit LHS, gar nicht undicht sein sollte, denn wo LHS rauskommt, werden Luft und -Feuchtigkeit nachgezogen, welche bekanntlich der Hygroskopie beste Freunde sind.
Ansonsten ist der Tipp mit dem Ansaugschlauch nicht schlecht.


[quote=Maldini] Du könnest versuchen den Druckpeicher zu entlüften - das wäre meine erste tat, wenn das System Öl hat und die Pumpe fördert (im Ausgleichsbehälter leicht zu kontrollieren)[/quote]

Entlüften ist, wie bereits oft geschrieben, der falsche Begriff: Es handelt sich um die Druckablassschraube. Deren Öffnen könnte der möglicherweise trocken laufenden Pumpe wieder auf die Sprünge helfen. Natürlich nur, wenn sie keine Luft zieht.

[quote=Langhuber]...Ich habe jetzt die Möglichkeit, nochmal eine gebrauchte Pumpe zu kaufen, oder einen Dichtungssatz zum halben Preis der gebrauchten Pumpe, oder eine überholte Pumpe (beste Qualität!) bei einem der Spezialisten zu kaufen, die dann nach zwei Jahren aufgibt.[/quote]

Lass die Pumpe von Petermann abdichten, dann hat's a Ruh'! Er müsste demnächst wieder im Lande sein.

Viele Grüße
Henning
Langhuber Verified
Beiträge: 1614
Registriert: Fr 7. Sep 2012, 10:05

Re: Saisonstart und Bauchlandung

Beitrag von Langhuber Verified »

Neue Erkenntnisse:
Die Hydraulikflüssigkeit stand heute deutlich über "max", Madame in Tiefstellung. Ich habe den Motor angelassen und versucht, in den Behälter reinzuschauen ob man was sieht: Turbulenzen, Flüssigkeitsgestrudel, Luftblasen o. ä.
Es war nichts zu erkennen. Das kann natürlich daran liegen, dass in dem Behälter eine Querwand drin ist, die die Hälfte mit dem Einfüllstutzen von der Hälfte mit dem Ansaugschlauch oben abtrennt. Um irgendetwas zu tun habe ich den Schlauch mit dem Rohr rausgezogen und wieder zurückgesteckt. Ich weiss nicht, ob es damit zusammenhing, oder ob es Zufall war: Madame hob sich plötzlich an, und der Pegel im Behälter sank entsprechend ab.
Ich wollte eine kleine Probefahrt machen, auch um den Motor noch ein bisschen warm zu fahren. Aber unterwegs kamen von vorne im 10 Sekunden Abstand recht raue Geräusche. Ich denke, vielleicht sind doch die Keilriemen zu locker und ich spanne die nach. Auch die Lenkung ging plötzlich wieder sehr schwer. Also nix wie zurück in die Garage, zum Glück diesmal ohne Aufsitzen. Unten geht Madame in die Knie, rotes Licht leuchtet aber nicht. Lenken macht keinen Spaß mehr. Ich habe die Haube aufgemacht, um nach der Pumpe zu schauen. Die dreht, aber alle paar Sekunden macht es:
Pöck -- Pöck -- Pöck.
Nicht mit der Drehzahl der Pumpe, sondern wirklich alle 4 oder 5 Sekunden. Für mich hört sich das an, als ob im Inneren ein kleines Teil lose ist, und ab und zu vom Mechanismus der Pumpe ans Gehäuseinnere geschleudert wird. Da ist es mit Abdichten vermutlich nicht mehr getan. Wenn man Glück hat, ist es eine Schraube, die los ist und die Pumpe lahm legt, wenn man Pech hat, ist was abgebrochen.

Nebenbei: Zur weiteren Erheiterung habe ich gesehen, dass eine LHS-Pfütze links hinten in der Garage ist. Da bin ich ziemlich sicher, dass die gestern noch nicht war. Das scheint der Federzylinder links hinten zu sein. Die Gummimanschette ist feucht. Ist es da mit der Federzylindermanschette getan, oder ist es sinnvoll gleich auch die Dichtungen im Federzylinder selbst zu ersetzen?

Grüße
Klemens
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(DS 19M, Ez 7/1963 in Stuttgart)
Dordognone
Beiträge: 64
Registriert: Di 5. Jul 2011, 22:01

Re: Saisonstart und Bauchlandung

Beitrag von Dordognone »

Moin

Die Dichtungen im Zylinder selbst würde ich nur ersetzen, falls die Rücklaufmenge sehr groß ist. Das erkennt man im Endstadium an den sich aufblähenden Rücklaufmanschetten. Die sollen im übrigen vielfach nur ein enttäuschendes Qualitätsniveau erreichen; am besten bestellt man also gleich zwei - dann hat man Ersatz zur Hand falls es am nächsten WE zur Ausfahrt gehen soll.
Ansonsten eher mal einen Blick auf Kugel, Kugelsitz und Schubstange werfen. Das Gummi sowie den Ring für den Kugelsitz würde ich auch immer mit ordern. Penible Naturen bestellen zudem die Spange.
Aufgepaßt: Ohne Ligarex Zange und ohne die Verwendung eines Leinenstreifens ist eine dauerhafte Montage der cafetiers nicht möglich! Im Zweifel also auch ordern.

Viel Erfolg

stefan
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Robert Verified
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Registriert: Mo 31. Jan 2005, 00:41

Re: Saisonstart und Bauchlandung

Beitrag von Robert Verified »

Hallo Klemens,

dieses ganz gemeine Pöck-Pöck-Geräusch, das sich anhört, als wäre richtig was im Argen, ist harmlos. Es kommt vom Fliehkraftregler, der hier in seiner eigenen Sprache mit Dir kommuniziert. Die Fliehkraftreglersprache ist verwandt mit der Furzsprache, die Hein Blöd bekanntlich versteht, und Pöck Pöck heisst nichts anderes als: "Ich will entlüftet werden!" (Entlüften bitte genau nach WHB, mit offener Entlüfterschraube am Druckregler!) Der Umstand, dass Du auch im Fliehkraftregler Luft hast, deutet darauf hin, dass die Pumpe Luft ansaugt, also wahrscheinlich der Ansaugschlauch porös ist. Kann es sein, dass Du mit der LHM-Pumpe auch deren Ansaugschlauch montiert hast?

Viele Grüsse
Robert
'59 DS 19/'66 ID 19/'68 DS 21 Pallas/'71 SM /'71 SM in Arbeit/'84 Renault R4F6 in Arbeit/'96 Saab 900 CV/'98 BMW 1100 GS
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