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Re: Schadstoffe in der DS

Verfasst: Fr 28. Sep 2012, 12:26
von Chat blanc
Hallo,

vielen Dank erstmal für die zahlreichen hilfreichen Antworten! Mir ging es in erster Linie um die Bitumen Dämmatten bzw. Bitumenpappen, die im Fußraum bzw. an der inneren Seite der Schweller (zumindest beim Pallas) angebracht sind. Letztere sind nur leicht aufgeklebt und lassen sich ohne Probleme zerstörungsfrei abziehen. Die Bitumenmatten im Fußraum sind leider nicht zerstörungsfrei entfernbar und da ich die Karosserie, wie gesagt, komplett mit dem Trennschleifer zerlegen muss, wird dieses Material immer mal wieder mit beschädigt. Entsprechende Feinstaubmaske FFP3 habe ich natürlich die ganze Bauzeit über benutzt, aber die Arbeitsumgebung wird natürlich unweigerlich versaut.

Natürlich gibt es, was das Schadstoffproblem angeht verschiedene Ansichten. Der Eine achtet auf die keinsten Sachen, der andere ist sogar bei Asbest recht sorglos. ich finde es aber auf jeden Fall gut in dieser Richtung soviel Klarheit wie möglich zu schaffen, schad ja nix :)

Eine Frage noch:

Wie gesagt, die Bremssteine sind auf jeden Fall ein Kandidat mit Asbestverdacht. Allerdings sind ja irgendwann nur noch Ersatzteile ohne Asbestanteil hergestellt worden. Die Bremssteine in dem Wagen sehen noch ziemlich gut aus, sicher nicht mehr die originalen, zu schade zum wegwerfen, da die Scheiben auch noch sehr gut sind. Gibt es einen optischen Unterschied der asbesthaltigen Bremsbeläge zu den asbestfreien z.B. in der Farbe etc.?

Viele Grüße,

Gerrit

Re: Schadstoffe in der DS

Verfasst: Sa 29. Sep 2012, 23:01
von Til
Sich ueber gesundheitliche Auswirkungen useres Hobbies Gedanken zu machen finde ich eine sehr gute Idee - ob ich hier beim Asbest anfangen wuerde ist nicht relevant (Gerrit argumentiert hier ja sehr schluessig) - das Gefahrenpotential ist generell doch recht hoch, da (ueberwiegend) Laien mit durchaus gefaehrlichem Werkzeug (Flex, etc.) an und unter Autos zugange sind, die dann auch noch die unangenehme Eigenschaft haben sich im falschen Moment platt auf den Bauch zu legen. Hochdruck LHM Duschen sind wahrscheinlich eher als Initationsritus relevant.

Leider kann ich nicht sagen an was man asbesthaltige/freie Bremskloetze erkennen kann. Bei manchen ist das Fabrikationsjahr aufgestempelt und das duerfte ein guter Anhaltspunkt sein. Die Anzahl von DS Fahrern, die jahrelang mit kaputten Lueftungsschlaeuchen herumfahren duerfte fuer eine Langzeitstudie zu den gesundheitlichen Auswirkungen asbesthaltiger Belaege einfach zu gering sein.

Til

Re: Schadstoffe in der DS

Verfasst: So 30. Sep 2012, 21:48
von ACCM Alex
Hallo,

ich würde flexen oder ähnliche Arbeiten, wo Schadstoffe frei werden könnten, halt auch nicht gerade in einer am besten praktisch luftdichten Normgarage durchführen... Zwingt einen ja keiner dazu.
Am besten an der frischen Luft arbeiten. Wenn man ängstlich ist, kann man ja noch eine Atemschutzmaske aufsetzen, fertig. Ich würde mir eher beim arbeiten mit der Flex eine Schutzbrille aufsetzen, das macht Sinn. Wer schon einmal einen Eisenspan beim Augenarzt entfernen lassen musste, weiss, was ich meine.
Aber ich muss Gerhard schon zustimmen, man kann sich je nachdem Probleme auch erst selbst machen, die eigentlich keine sind, wenn man planvoll agiert.

Grüße

Alex

Re: Schadstoffe in der DS

Verfasst: Di 9. Okt 2012, 11:11
von Garvin
zum thema einatmen .. das hier sieht ja auch nicht SO gut aus ..
bei euch ähnlich oder warum ist das bei mir so sichtbar?

Bild

Re: Schadstoffe in der DS

Verfasst: Di 9. Okt 2012, 11:58
von DS20_break
Das sind die Brösel vom Schaumstoff in den Lüftungsrohren.

Re: Schadstoffe in der DS

Verfasst: Di 9. Okt 2012, 12:50
von uvlight
...der Schacht sitzt nicht richtig ! ! !

Uli

Re: Schadstoffe in der DS

Verfasst: Mo 17. Dez 2012, 19:57
von Chat blanc
Hallo mal wieder,

ich habe mir mal die Arbeit gemacht und habe "spaßeshalber" ein paar Proben von DS - Bitumenmaterialien auf Asbestgehalt testen lassen. Hier die Ergebnisse:

Probe 1. Entnommen von einer Dichtmasse mit der die Frontscheibe an der Unterseite eingekittet war. Dieselbe Masse begegenete mir auch am hinteren Teil der Dachdichtung unter der Aluabdeckung der C-Säule. Nachgewiesener Asbestanteil 2-5%.

Probe 2. Entnommen von den Bitumenmatten im hinteren Fußraum.
Probe 3. Entnommen von einer Streichbitumenmasse aus dem vorderen Fußraum: beide Proben hatten denselben Asbestgehalt von 2-5%.

kann es sein, dass man mit Bitumenprodukten aus der Zeit der Deessen und Oldtimer im allgemeinen generell vorsichtig umgehen sollte?

Versteht mich nicht falsch, ich möchte keineswegs Panik machen. Ich möchte nur alle, die es interessiert, von dem Ergebniss informieren. Jeder soll damit anfangen was er will.

Viele Grüße,

Chat blanc


Re: Schadstoffe in der DS

Verfasst: Di 18. Dez 2012, 23:01
von buntspecht
Servus Chat blanc...
Ist auf jeden Fall ein wichtiges Thema wer Fahrzeuge restauriert. Ich habe vor einiger Zeit einen 504er restauriert. Beim Abschleiffen von Unterbodenschutz und Dichtmasse sowie das Erhitzen dieser Komponenten sind sehr starke Dämpfe entstanden welche mit hoher Sicherheit gesundheitsschädlich waren. Ohne entsprechende Maske war ein Weiterarbeiten nahezu unmöglich.
Daher rate ich jedem sich entsprechend zu schützen und nicht den harten Jungen zu mimen (so wie mein Vater der jetzt nach jahrzehntelangem Lackieren lange auf Maske verzichtet hatte und mir jetzt die Ohren zujammert wie es um seine Gicht, schlechte Leberwerte etc... geht)... Krebsrisiko ist auch ein Faktor.
Nach meiner Einschätzung sind die alten Materialien auf alle Fälle schädlicher!
Gruß
Goran

Re: Schadstoffe in der DS

Verfasst: Mi 19. Dez 2012, 00:10
von DS20_break
aber auch nicht schlimmer als die modernen Nahrungsmittel aus China :-(