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Re: Dichtungssystem an Hydraulikpumpe in Ur-DS
Verfasst: So 26. Jun 2016, 09:42
von Jint Nijman
M. Ferchaud hat geschrieben:
Zeitlicher Abstand bringt Distanz zum Thema.
Yup!
M. Ferchaud hat geschrieben:
Hierzu eine Frage an alle Kenner: mit dem Messschieber und per Augenmaß habe ich für das Gewinde 12 x 1,25 gemessen. Stimmt dieses Maß?
Ich wollte schon im Keller gehen und nachmessen aber da viel mir gerade noch rechtzeitig ein dass das doch gar nicht nötig ist.
Hier einen Ausschnitt aus dem ET Katalog DS19 Februar 1957 (im ET Katalog von 1962 steht das Gleiche):
[attachment 10540 ecrou_de_pouilie_de_pompe.png]
Viel Erfolg mit der Pumpe.
Jint
Re: Dichtungssystem an Hydraulikpumpe in Ur-DS
Verfasst: So 26. Jun 2016, 12:05
von M. Ferchaud
Merci, Jint.
Jetzt muss ich nur noch den passenden Gewindeschneider auftreiben...
Grüße
Henning
Re: Dichtungssystem an Hydraulikpumpe in Ur-DS
Verfasst: So 26. Jun 2016, 12:28
von Jint Nijman
[quote="M. Ferchaud"]
Jetzt muss ich nur noch den passenden Gewindeschneider auftreiben...
[/quote]
Das sollte nicht schwierig sein:
Ebay Schneideisen M12 1,25
Jint
Re: Dichtungssystem an Hydraulikpumpe in Ur-DS
Verfasst: So 26. Jun 2016, 13:53
von M. Ferchaud
Ich frage erst mal in meiner Werkstatt des Vertrauens nach - so oft werde ich so einen Gewindeschneider ja hoffentlich nicht benötigen...
Grüße
Henning
Re: Dichtungssystem an Hydraulikpumpe in Ur-DS
Verfasst: Mo 27. Jun 2016, 21:15
von M. Ferchaud
Gewinde sind beide nachgeschnitten und funktionieren wieder

Re: Dichtungssystem an Hydraulikpumpe in Ur-DS
Verfasst: Sa 2. Jul 2016, 22:48
von M. Ferchaud
Da ich Madame kurzfristig wieder fahrbereit haben wollte, habe ich heute die Pumpe von Ton eingebaut. Er hatte mir eine LHS-Pumpe sowie eine Hauptdruckleitung mit Anschluss für den Aluregler geschickt.
Zunächst hatte ich die Pumpe gereinigt den Deckel entrostet und lackiert.
Die "Umrüstung" auf das neue Pumpensystem gestaltete sich aufwändiger als gedacht, da das Auge für die Befestigung der Pumpe bei der alten Göttin größer ist. Hier musste eine Einleg-Hülse gefunden werden, um der Schraube sichere Führung zu geben.
Dann stellte sich die Leitung als Version für den seitlich am Motorblock verbauten Druckregler heraus. Nachmessen ergab ca. 50 mm zu wenig Länge.
Nach eingehende Analyse der räumlichen Gegebenheiten beschloss ich, die Leitung umzubiegen und auf die Gegebenheiten anzupassen, wohl wissend um das Risiko möglicher Rissbildung durch das Biegen. Die Leitung spannung- und berührungsfrei zu verlegen erwies sich als langwieriges Unterfangen, gelang aber abschließend sehr zufriedenstellend.
Ich befüllte die Pumpe mit LHS und drehte ca. einen Liter LHS von Hand durch Pumpe und Leitung, um Ablagerungen heraus zu spülen.
Die Pumpe saugte nach dem Zusammenbau sofort an und baute zügig Druck auf - und das Tolle: Keinerlei Undichtigkeit!
Anmerkung vorab: Baue nie eine gebrauchte LHS-Pumpe einfach so ein, wenn deren Vorgeschichte nicht bekannt ist!
Also auf zur Probefahrt - nach ein paar hundert Metern fiel mir ein leicht verzögertes Einkuppeln mit leicht rutschender Kupplung auf. Angehalten, Haube auf - alles dicht, keine verdächtigen Symptome. Also weiter auf die Landstraße, Kreisel, Nachbarort - nun erschallte ein mir unbekanntes Geräusch, ein metallisches Rattern - kurz darauf leuchtete die Druckwarnlampe auf!
Nächster Kreisel, schnell retour, und da trat das zuvor nachlassende Rutschen der Kupplung erneut und noch stärker auf. Mit letztem Druck in der Schaltung rettete ich mich auf einen Parkplatz - ein ekliges Gefühl, wenn plötzlich jeglicher Kraftschluss verfliegt und dem Fahrer die Kontrolle über das Vehikel genommen wird. Ängstliche Blicke in den Rückspiegel ob möglicher LHS-Spuren auf der Straße blieben zum Glück unbegründet.
Bei der erneuten Inspizierung des Motorraums entpuppte sich die Pumpe als Krachmacher. Logische Schlussfolgerung: Die Pumpe saugt nicht mehr.
Böses ahnend, zog ich den Ansaugstutzen aus dem LHS-Behälter und fand im Filter flächig Ablagerungen feinsten braunen Sediments vor. Mangels sonstiger Ausrüstung blies ich den Dreck mit Lungenkapazität aus dem Nylonsieb und nahm die entstehenden Klumpen mit Küchenpapier ab. Zum Glück hatte ich (als einziges Werkzeug) in weiser Voraussicht einen 8er Schlüssel dabei, mit dem ich durch Öffnen der Druckablassschaube am Regler das Ansaugen der Pumpe erleichtern konnte.
So kam ich erleichtert seufzend unbeschadet zu Hause an, reinigte erneut den Filter, machte eine weitere Testfahrt mit fleißigem Schalten - das verlangsamte Einkuppeln trat noch vereinzelt auf - und stellte die DS in die Garage.
Rückblickend hätte ich zumindest den Pumpendeckel abnehmen müssen, um die Innereien auf Rost und Dreck zu prüfen. Hinterher ist man immer klüger. Vermutlich hat nun ein Teil des Sediments den Weg in den Schaltblock und andere Aggregate gefunden, da es hinter dem Filter ins System gepumpt wurde.
Ansonsten macht die Pumpe im Gegensatz zum geräuschlosen Original die typischen Laufgeräusche, und auch Pumpentakt und Reglerschalten lassen sich gegenüber vorher deutlich vernehmen. Möglicherweise hängt dies mit dem kleineren Querschnitt der Leitung zusammen - die alte ist deutlich dicker.
Die Originalpumpe wartet nun auf den finalen Zusammenbau, aber ich werde die "neue" Pumpe wohl erst mal drin lassen, solange sie funktioniert.
Viele Grüße
Henning
Re: Dichtungssystem an Hydraulikpumpe in Ur-DS
Verfasst: So 3. Jul 2016, 19:07
von M. Ferchaud
Nachtrag: Bin heute noch ca. 120 km gefahren und habe den Filter noch zweimal prophylaktisch gereinigt, mit jeweils nachlassendem "Besatz". Das Schaltverhalten hat sich normalisiert, die Hydraulik reagiert wie vorher. Es traten keine neuen Undichtigkeiten auf, die Pumpe ist nach wie vor trocken.
Grüße
Henning