Seite 1 von 3
Minus vom Motor an Karosserie
Verfasst: Di 4. Dez 2018, 03:47
von Til
Hallo,
gehe ich richtig in der Annahme, dass Minus vom Motor ueber die Hydraulikleitungen an die Karosserie geht? Bei meiner 67 geht vom Minuspol der Batterie nur ein Kabel and den Motor. Vom Motor finde ich kein Kabel an die Karosserie. Bei meiner 72 geht zusaetzlich zum dicken Kabel an den Motor noch ein zusaeztliches duennes Kabel an eine Schraube des Reglers. Dieses Kabel scheint mir aber nicht dick genug, um den Strom ALLER Verbraucher zu tranportieren.
Weiss jemand genaues? Danke - Til
Re: Minus vom Motor an Karosserie
Verfasst: Di 4. Dez 2018, 07:06
von Thomas Held
Hallo Til,
bei meiner 70er geht ein Kabel von Batterie-Minus an die Karosserie, und zwar läuft das Kabel zwischen Batterie und LHM-Benälter nach unten und wird über eine Öse am Ende von einer der Schrauben, die diese komischen nach unten geneigten Dreiecksbleche befestigen, gehalten.
Das Kabel ist aber ebenfalls dünn, allerdings genauso dünn, wie das rote Pluskabel am Relais, das auch "alles" (ausser Anlasser) versorgt.
Gruß
Tom
Re: Minus vom Motor an Karosserie
Verfasst: Di 4. Dez 2018, 08:44
von wettem
hallo Til,
Nach meinem Kenntnisstand gab es ab Werk keine direkte Verbindung zwischen Chassis und Motorblock.
Ich habe bisher immer eine Brücke zwischen Getriebe und dem Querträger, im gleichen Querschnitt wie das Kabel zwischen Wasserpumpe und Batterie, verlegt.
[attachment 12223 20160611_1.JPG](Links am unteren Bildrand)
Das ist technisch nicht zwingend, gibt aber ein gutes Gefühl.
viele Grüße
Mike
Re: Minus vom Motor an Karosserie
Verfasst: Di 4. Dez 2018, 15:50
von Hans-Uwe Fischer
wettem hat geschrieben:
hallo Til,
Nach meinem Kenntnisstand gab es ab Werk keine direkte Verbindung zwischen Chassis und Motorblock.
Ich habe bisher immer eine Brücke zwischen Getriebe und dem Querträger, im gleichen Querschnitt wie das Kabel zwischen Wasserpumpe und Batterie, verlegt.
[attachment 12223 20160611_1.JPG](Links am unteren Bildrand)
Das ist technisch nicht zwingend, gibt aber ein gutes Gefühl.
viele Grüße
Mike
Tolle Restauration! Ich persönlich halte eine niederohmige Verbindung zwischen Motorblock (Generator) und Chassis für äußerst wichtig. Besonders beim IE. Wenn der Strom sich über den ganzen metallischen Wirrwar seinen Weg suchen muss, erzeugt das nicht nur Störungen im Radio, sondern kann auch Kugellager antöten.
huf
Re: Minus vom Motor an Karosserie
Verfasst: Mi 5. Dez 2018, 02:52
von Til
Super - vielen Dank - dann rueste ich das nach - Til
Re: Minus vom Motor an Karosserie
Verfasst: Mi 5. Dez 2018, 09:50
von Thomas Held
Til hat geschrieben:
Super - vielen Dank - dann rueste ich das nach - Til
Warum? (Nur weil Herr Fischer persoenlich das fuer aeusserst wichtig haelt?)
Der Generator ist an Motor/Getriebe geschraubt mit der Batterie ueber das dicke Minuskabel verbunden, plusseitig mit einem nicht ganz so dicken Kabel (da muss ja auch nicht der Anlasserstrom durch, wie bei der Minusleitung).
Von der Batterie gehen sowohl "duenne" Minusleitung als auch "duenne" Plusleitung an die Verbaucher. Es fliesst kein Strom ueber Hydraulikleitungen und Kugellager. Die Nachruestung kannst du dir getrost sparen.
Gruss
Tom
Re: Minus vom Motor an Karosserie
Verfasst: Mi 5. Dez 2018, 11:04
von Hans-Uwe Fischer
[quote="Thomas Held"]
[quote=Til]
Super - vielen Dank - dann rueste ich das nach - Til[/quote]
Warum? (Nur weil Herr Fischer persoenlich das fuer aeusserst wichtig haelt?)
Der Generator ist an Motor/Getriebe geschraubt mit der Batterie ueber das dicke Minuskabel verbunden, plusseitig mit einem nicht ganz so dicken Kabel (da muss ja auch nicht der Anlasserstrom durch, wie bei der Minusleitung).
Von der Batterie gehen sowohl "duenne" Minusleitung als auch "duenne" Plusleitung an die Verbaucher. Es fliesst kein Strom ueber Hydraulikleitungen und Kugellager. Die Nachruestung kannst du dir getrost sparen.
Gruss
Tom[/quote]
Warum diese Aggressivität? Ich verzichte da lieber auf eine Antwort, da ich hier bei Frank unter Beobachtung stehe.
huf
Re: Minus vom Motor an Karosserie
Verfasst: Mi 5. Dez 2018, 16:05
von Hans-Uwe Fischer
Moin. Vielleicht mal ein paar generelle Aussagen in Kürze:
Im Normalbetrieb ist die Starterbatterie eine Starterbatterie. Sie trägt also nichts zur Versorgung des Bordnetzes bei. Denken wir uns diesen Akku mal weg, wird aus dem Minuspol des Akkus nur noch ein elektrischer, mechanischer Stützpunkt.
Der gesamte Strom wird vom Generator in das Bordnetz geliefert. Wie auf der "Leitungsverlaufskizze" in etwa zu erkennen ist, gehen von den vielen elektrischen Verbrauchen ca. 40 Minusanschlüsse an das Chassis. Oder anders ausgedrückt: ca. 40 Ground / Minus / Masse Anschlüsse an Blech und Rahmen. Diese Seite des geschlossenen Stromkreises fließt über eine dünne Leitung vom Rahmen (Nähe Hydraulikbehälter) zum Minus-Pol des Akkus. Von dort aus über das dicke Kabel, Motorblock und dann zum Generator.
Wie man sofort erkennen kann, ist die dünne Leitung vom Rahmen zum Akku (Minuspol) die Schwachstelle. Und das ist eine richtige Schwachstelle! Sowohl elektrisch, als auch mechanisch.
Wenn es an diesem Stützpunkt/Verteilerstelle schwächelt oder sogar keine Verbindung gibt, sucht sich der Strom seinen Pfad über eine bestmögliche Verbindung durch den Mechanikverhau. Ich habe DS-Fahrzeuge gesehen, da gab's die senkrechte Masseverbund überhaupt nicht mehr...
Wenn dieser Strom über bewegliche Verbindungen strömt, wird die kontaktierende Oberfläche abgebrutzelt. Geht es über Kugellager, gehen diese kaputt.
Deshalb ist es wirklich ein "gutes Gefühl" (siehe oben) eine niederohmige Direktverbindung einzubauen.
BTW: Bei vielen Konstruktionen werden aus diesen und ähnlichen Gründen Kugellager, Schaniere, Kugelgelenke usw. mit einem elektrischen Bypass versehen. Auch um Ladungsausgleiche von z.B. statischen Aufladungen an empfindlichen Stellen vorbeizuleiten. Meistens werden dafür Kupfergewebe-Flachkabel verwendet.
huf
Re: Minus vom Motor an Karosserie
Verfasst: Do 6. Dez 2018, 00:45
von Til
Tom,
darum weil erstens meine 67 DS wie oben beschrieben eben KEIN solches Kabel hat - ob das original so ist oder nicht, weiss ich nicht.
Zeitens, da, wie Hans-Uwe klar ausfuehrt, eben mit Ausnahme des Ladestroms fuer den Akku der gesamte Verbraucherstrom irgendwie von der Karosserie zum Akku kommen muss - bei meiner 67 DS kann das ausschliesslich ueber metallische Verbindungen zwischen Motor und Karosserie gehen, also Antriebswellen/Radaufhaengung und Hydraulikleitungen - bei meiner 72 DS gibt es zusaetzlich ein duennes Kabel and den Regler (Masse), das schint mir nicht viel besser.
Hans-Uwe,
hast Du ein Bild von der Leitung vom Rahmen zur Batterie? Das wuerde ich gerne nachruesten, wenn moeglich wie original, nur evtl. dicker.
Danke - Til
Re: Minus vom Motor an Karosserie
Verfasst: Do 6. Dez 2018, 09:55
von hgk
Moin,
bei Masseverbindungen gilt ausnahmsweise mal der Grundsatz "viel hilft viel".
Im Auslieferungszustand funktioniert das zwar alles, aber nach 50 Jahren ist schon mal nicht schlecht an den ein oder anderen Anschlußpunkt eine zusätzliche Verbindung zu legen. Bei den heutigen Neuwagen ist das auch so, natürlich auch wegen der vielen Nichtleiter auf dem kürzesten Strompfad. Fast jeder Verbraucher wird durch ein eigenes Relais bedient, um Übergangswiderstände zu minimieren.
Wer mit richtig Licht unterwegs sein will, baut das ein oder andere Relais ein und zieht ein oder mehere zusätzliche Massekabel.
read.php?1,98141,98141#msg-98141