Vergaserfrage Weber 24/30 DCLC

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wettem Verified
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Vergaserfrage Weber 24/30 DCLC

Beitrag von wettem Verified »

Ich hoffe dass sich schon jemand ausgiebig damit beschäftigt hat und mir einen Hinweis geben kann.
[attachment 13367 Verg_08.JPG]
Hintergrund ist der dass der Motor eigentlich immer zu fett läuft und nur schlecht einzustellen ist.
[attachment 13368 Verg_09.JPG]
Es sind zwei Anschlagschrauben für dieDrosselklappen vorhanden.
Die für die erste Stufe (rechts im Bild) ist fest eingestellt und soll laut Handbuch unter keinen Umständen verstellt werden.
Die für die zweite Stufe (links im Bild) dient zur Einstellung der Leerlaufdrehzahl.

Meine Frage ist nun: Kann es sein dass eine Falscheinstellung dieser Schraube mit Kontermutter den beschriebenen Effekt bewirkt?
Denn natürlich wurde sie schon mal verstellt, da bin ich sicher.
Meine Idee ist dass sie die erste Stufe so weit offenhält dass ein sehr mageres Gemisch vorhanden ist und der Rest mit der anderen Einstellschraube geregelt wird.
Momentan ist es so eingestellt dass die Drosselklappe der ersten Stufe ganz schließt.


Kennt jemand die Werksvorgaben wie das justiert sein soll?

danke für eure Hinweise Mike
Dateianhänge
Verg_09.JPG
Verg_08.JPG
aquablader
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Re: Vergaserfrage Weber 24/30 DCLC

Beitrag von aquablader »

Hallo!

Üblicherweise dient die Anschlagschraube der zweiten Stufe ja dazu, ein Einarbeiten der Drosselklappe in den Lufttrichter zu vermeiden. Die wird also bei geschlossener Klappe an den Anschlag gedreht, bis die Klappe so eben abhebt. Also den eben kleinstmöglichen Spalt.
Deine Theorie, den Spalt etwas zu vergrößern, um das Gemisch abzumagern, könnte ich mir nur vorstellen, wenn keine Übergangsbohrungen in der zweiten Stufe vorhanden sind. Denn das geringste Öffnen würde dann einen Kraftstoffaustritt aus ebendiesen Bohrungen verursachen.

Hat der Ansaugkrümmer untendrunter diese Ablaufbohrung? Die Kurzhuber haben das ja. Die eintretende Falschluft ist meines Erachtens mit in die Bedüsung eingerechnet. Ist nicht nur ein Auto, bei dem ich diese Bohrung verschlossen habe, um ein Anfetten bei ausgeschlagenen Vergaserwellen zu erreichen.
Jetzt andersrum: hast Du diese Bohrung und ist sie evtl. verschlossen?

Mal ein paar Gedanken, ich hoffe sie sind nicht ganz abwegig...

VG Ingo
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wettem Verified
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Re: Vergaserfrage Weber 24/30 DCLC

Beitrag von wettem Verified »

Hallo Ingo,

Danke dass du dich mit meiner Frage beschäftigt hast!

Die Ablaufbohrung im Ansaugkrümmer ist vorhanden und mündet in ein Röhrchen das an der Spitze eine Nennweite von 1mm hat.
Die Bohrung ist nicht verschlossen.

Zwischen den beiden Stufen besteht keine Verbindung, weder Luft noch Kraftstoffseitig.

Die Leerlaufgemischschraube so wie die Schraube für die Leerlaufdrehzahl sind auf der zweiten Stufe.

Aber wahrscheinlich hast du schon recht, die Anschlagschraube der ersten Stufe soll nur verhindern dass sich die Drosselklappe eingräbt.
Mich hat nur der Hinweis im Handbuch etwas stutzig gemacht. "Darf auf keinen Fall verstellt werden und ist im Werk vorjustiert."

Ich werde mal versuchen die Kaltstartvorrichtung ganz ausser Betrieb zu nehmen, vielleicht kommt das Problem ja von daher.

viele Grüße Mike
aquablader
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Re: Vergaserfrage Weber 24/30 DCLC

Beitrag von aquablader »

Hallo Mike!

Mit den einfachen Dingen wie Schwimmerstand und dgl. braucht man bei Dir ja wohl nicht anfangen, oder? *schmunzel*

Schönen Sonntag!

Ingo
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wettem Verified
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Re: Vergaserfrage Weber 24/30 DCLC

Beitrag von wettem Verified »

Doch! Danke das ist schon wichtig, in meinem Alter wird man tüdelig. Ist aber alles gut justiert und zweifach geprüft.

Viele Grüße
Mike
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Robert Verified
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Re: Vergaserfrage Weber 24/30 DCLC

Beitrag von Robert Verified »

Hallo Mike,

mein Vergaser wurde bei VGS überholt und ich denke, die wissen, was sie tun. Der Wagen lief damit sehr ordentlich. Ich habe ihn heute noch mal abgebaut und photographiert. Wie Du siehst, ist im Leerlauf die erste Stufe schon ein Stück weit geöffnet, sogar deutlich weiter als die zweite Stufe bei richtig eingestelltem Leerlauf.

Viele Grüsse
Robert
'59 DS 19/'66 ID 19/'68 DS 21 Pallas/'71 SM /'71 SM in Arbeit/'84 Renault R4F6 in Arbeit/'96 Saab 900 CV/'98 BMW 1100 GS
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wettem Verified
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Re: Vergaserfrage Weber 24/30 DCLC

Beitrag von wettem Verified »

Danke Robert!
Das bestärkt mich in meiner Theorie dass die erste Stufe so weit offen gestellt wird um einen minimalsten Leerlauf zu gewährleisten und die Feinjustierung dann mit der Zweiten gemacht wird.
viele Grüße
Mike
symphatique
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Re: Vergaserfrage Weber 24/30 DCLC

Beitrag von symphatique »

Die Spritversorgung für den Leerlauf soll ausschliesslich über den Leerlaufgemischkanal stattfinden. Dieser Spritmenge, geregelt über die Leerlaufgemischregulierschraube, wird mit der Anschlagschraube /Öffnung der zweiten Drosselklappe Luft zugegeben.

Während der Motor im Leerlauf läuft, soll/ muss die Drosselklappe der ersten Stufe geschlossen sein, denn sonst wird die Gemischmenge verfälscht.

Wie Ingo schon schrieb, dient die Anschlagschraube der ersten Klappe dazu, die Klappe von der Vergaserwandung fernzuhalten. Desweiteren gibt sie, und auch die zweite Klappe, kleine Bypassbohrungen frei, aus denen der Leerlaufsprit einläuft. Man findet die Bohrungen hinter den Messing-Verschlussschrauben ( im ersten Bild Bildmitte).
Diese Bohrungen sind sehr dreckanfällig. Wenn sie nicht frei sind, kommt die Leerlaufversorgung durcheinander und wird leider oft durch Herumdrehen an den Klappenanschlagschrauben kompensiert.
Wenn man den Leerlauf an den Drosselklappen herschraubt, zieht der Motor dann seinen Sprit über die Hauptdüsen. Die sind nicht regelbar und überfetten das Gemisch. In Verbindung mit einem zu hohem Benzinstand in der Schwimmerkammer viel zu fett.
Bei geschlossenen Klappen und laufendem Motor entsteht Unterdruck zwischen den Klappen und den Zylindern.
Dadurch wird unbeabsichtigte Nebenluft an ausgeleierten Drosselklappenwellenlagerungen vorbei angesaugt, die das Leerlaufgemisch abmagert. Bis zu einem gewissen (geringen) Maß lässt sich das durch "Fetterdrehen" der Leerlaufbenzinmenge kompensieren, darüber gehört´s neu ausgebuchst. Und siehe da, er lässt sich einstellen ...

Die Fotos von Robert´s Vergaser finde ich irreführend.
Denn dort sieht man, wie man einen Leerlauf nicht einstellt.

Vor einer Einstellung sollte die Dichtheit des Schimmernadelventils geprüft werden.
Bei leicht undichtem Ventil steigt die Spritmenge in der Schwimmerkammer im Leerlauf stetig an und der Vergaser "läuft über". Die Überlaufmenge wird in den Ansaugkanal geleitet und überfettet das Leerlaufgemisch. Man erkennt es daran, daß der Motor im Leerlauf immer fetter läuft/ der Abgaswert sich verschlechtert. Man gibt dann einmal kräftig Gas und der Wert normalisiert sich erstmal, bevor er wieder steigt usw.
Leider gibt es auch Nachbauspritpumpen, die zuviel Druck machen und das Ventil "überdrücken", sodaß es nach einer Öffung nicht schliessen kann.

MfG
Volker
"Das is´nich´kaputt! Das kann man reparieren!"
aquablader
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Re: Vergaserfrage Weber 24/30 DCLC

Beitrag von aquablader »

Manchmal wünsch ich mir hier einen "Daumen hoch"-Knopf...

VG Ingo
...hannes
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Registriert: Fr 20. Mai 2005, 21:07

Re: Vergaserfrage Weber 24/30 DCLC

Beitrag von ...hannes »

aquablader hat geschrieben: Manchmal wünsch ich mir hier einen "Daumen hoch"-Knopf...

VG Ingo
Dem schließe ich mich an!
Wunderbar erklärt, Volker!
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