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Bremse hinten undicht
Verfasst: Di 30. Jul 2013, 09:46
von Langhuber
Relativ schlagartig ist bei meiner Dame rechts hinten eine Undichtigkeit entstanden. Um die unteren Exzenter ist es etwas feucht, und nach längerer Standzeit steht das rechte Hinterrad in einer kleinen Pfütze. Würde ich am Straßenrand parken, würde ich es vermutlich gar nicht bemerken.
Also: Die Bremstrommel hinten muss ab, um zu sehen, was los ist. Bei der Ente erinnere ich mich an eine große Ringmutter mit 2 Nuten und einem Blechdeckel, der die eigentliche Mutter auf dem Lager abgedeckt hat. An der zentralen Mutter hinter diesem Deckel musste man dann mit grossen Steckschlüsseln und langen Eisenstangen rumwuchten, um die aufzubekommen.
Ich vermute jedoch, dass die Konstruktion bei den Felgen mit Zentralverschluss anders aussehen muss?
Dann habe ich die Bremstrommel runter. Wenn ich Glück habe, sind die Bremsbeläge nicht mit LHS getränkt und noch nicht zu sehr abgenutzt. Dann versuche ich es mit einem LHS-NOS-Gummisortiment, das es anscheinend weit ob im Norden noch gibt. Dazu muss ich, wenn ich mich recht an meine Entenbremsen erinnere, nicht mal den Radbremszylinder abschrauben, als keine Gefahr für meine Gelenkleitung.
Wenn ich Pech habe, dann sind die Bremsbeläge versifft oder abgefahren, ich brauche dann also neue und zwar dann natürlich für beide Seiten.
Es gibt bei den Versendern neue Bremsbeläge im Angebot. Wenn die Bilder stimmen, sind die geklebt. Taugen die was?
Gibt es Unterschiede zwischen "LHS"- und "LHM"- Bremsbelägen, oder zwischen Zentalverschluss- und 5-Schraubenbelägen? Oder waren die von Anfang bis Ende gleich?
Und ganz zum Schluss: das LHS hat seine Ätzspuren schon an diversen Stellen hinterlassen. Wie wird das zweckmässig saniert? Reinigen und Neulackieren?
Gibt es noch Fallen, in die man reintreten kann?
Grüsse
Klemens
Re: Bremse hinten undicht
Verfasst: Di 30. Jul 2013, 11:13
von anieder
Hallo Klemens,
ich würde mal als erstes z.B. bei Jint das Reparaturhandbuch laden.
Dort kann man lesen, dass du die Trommel nach dem Lösen einger Schrauben abnehmen kannst.
Hier ein paar bilder von der Trommel.
http://dsuper5.over-blog.com/pages/LES_ ... 38110.html
http://dsclub55.free.fr/newrub/index.ph ... de%20frein
Außer dem Radträger ist die Trommel bei zentralverschluss und neuerer Ausführung soweit ich weiß nicht anders.
Gruß
Andreas
Re: Bremse hinten undicht
Verfasst: Di 30. Jul 2013, 13:39
von Langhuber
anieder hat geschrieben:
ich würde mal als erstes z.B. bei Jint das Reparaturhandbuch laden.
Hallo Andreas,
als erstes habe ich mir das Reparaturhandbuch vergangenes Jahr gekauft und eingescannt!
Ich liebe die lakonische Kürze dieser Handbücher:
In Jints Scan steht:
"
Wagenhinterteil aufbocken (Vorrichtung 2505-T. s. BT 51). Kotflügel abnehmen, ausserdem Rad und hintere Bremstrommel."
In meinem Scan steht es immerhin ausführlicher:
"
Wagenhinterteil aufbocken (Vorrichtung 2505-T. s. BT 168). Kotflügel und Räder abnehmen.
Stellung der Bremstrommel auf der Narbe markieren.
Befestigungsschraube (Singular!) der Trommel abschrauben. Trommel abnehmen."
Wenigstens ist in meinem Handbuch die Rede davon, dass man eine Schraube abschrauben soll. Auf die Idee, das Rad abzunehmen, wäre ich allerdings nicht gekommen.
Und im Wegklicken des nützlichen Handbuchs sehe ich grade, dass man zum Auswechseln der Bremstrommel den Wagen vorne aufbocken soll...
[sub](Wie kam doch der Michelin-Mann zu seinem Namen? "Nunc est bibendum")[/sub]
Grüssle
Klemens
Re: Bremse hinten undicht
Verfasst: Di 30. Jul 2013, 13:57
von anieder
OK OK.
Bei neueren Reparaturanleitungen dafür nur noch Bilder und Piktogramme und gar kein Text mehr...
Ich dachte, mit der ja nicht so komplizieren Beschreibung und dem Bild aus der Ersatzteilliste
[attachment 7456 Capture.JPG]
könnte man es ja mal wagen die ein oder andere Schraube zu lösen.
Ad fontes
Ad libitum
Andreas
Re: Bremse hinten undicht
Verfasst: Di 30. Jul 2013, 22:07
von M. Ferchaud
Hallo Klemens,
es sind zwei Schlitz-Senkkopf-Schrauben auf den Trommeln (183s im Bild), die zu lösen sind. Danach kann man die Trommeln, sofern nicht eingelaufen (was bei den alten Modellen eher selten vorkommt) relativ leicht von Hand abziehen.
Meine Prognose lautet: Bremszylinder. Sind bei meiner ID auch schlagartig undicht geworden - Ausbau leider unerlässlich.
Das Überholen an sich ist unkompliziert: Kolben herausziehen, O-Ringe vorsichtig aus den Nuten ziehen, Laufflächen reinigen (Zylinder und Kolben) und prüfen, notfalls Riefen vorsichtig ausschleifen (600er Papier) oder, in weniger extremen Fällen, mit Schleifpolierpaste glätten (z.B. von Autosol - beste Chrompolitur!!!).
Wenn die Kolben festsitzen, diese mit Druckluft oder Fettpresse ausdrücken - aushebeln geht auch, ohne die Laufflächen zu verletzen.
O-Ring-Dichtungen mit Silikonfett einreiben, auf die Kolben schieben, Kolben ebenfalls fetten und gefühlvoll und gleichmäßig in die Zylinder einführen - das Überwinden des Widerstands der Dichtungen erfordert etwas Kraft - keine Angst, da passiert nichts.
Dann die freiliegenden Kolben noch mit Silikonfettreserve versehen und die Staubmanschetten aufsetzen.
Das Silikonfett verhindert Korrosion an den äußeren Flächen - auch vordere Bremssättel werden damit nach dem Überholen wirkungsvoll vor erneutem Festgehen geschützt.
LHS auf den Belägen ist übrigen nicht schlimm, kann problemlos mit viel Wasser weggespült werden, ggf. Beläge ausbauen und dabei gleich die Umgebung reinigen und bewegliche Teile fetten (Plastilube ist da sehr geeignet).
Durch LHS entstandene Schäden im Lack lassen sich nur durch Neulackierung beheben. Vorher mit viel Wasser abspülen (LHS ist hygroskoisch). Fallen, in die man reintreten kann, bestehen nur im Vorhandensein von LHS-Pfützen
Viele Grüße und viel Erfolg
M.
Re: Bremse hinten undicht
Verfasst: Mi 31. Jul 2013, 00:01
von Bernhard(Süd)
Hallo Klemens,
versuch unbedingt, Dir die zeitgenössischen "Révue técniques automobiles" betr. DS zu besorgen.
Die Zeichnungen und Montage-/Reparaturbschreibungen sind bis heute absolut unübertroffen ! ! !
Zusätzlich gibt (gab???) es zum Runterladen die Ersatzteilzeichnungsbände von Tony Jackson.
Reine Vermutung: Könnte an Deiner DS auch die Gelenkleitung undicht sein??
Die neigen mit den Jahren zum Undichtwerden. Es gibt gute, paaagenaue(!) dauerhafte Umrüstsätze auf flexible Leitung von Meister Petermann (die habe ich eingebaut,- nicht die von Sassen).
Es gibt aber auch die Möglichkeit, die Gelenkleitung fachgerecht zu uberholen (ist halt originoool !), wurde hier im forum mal gebracht.
Viel Erfolg.
Grüsse: be
Re: Bremse hinten undicht
Verfasst: Mi 31. Jul 2013, 00:02
von Bernhard(Süd)
P.S.:
"paagenaue" = "passgenaue".
be
Re: Bremse hinten undicht
Verfasst: Mi 31. Jul 2013, 10:02
von Langhuber
Hallo Andreas,
anieder hat geschrieben:
Bei neueren Reparaturanleitungen dafür nur noch Bilder und Piktogramme und gar kein Text mehr...
IKEA lässt grüssen!
Danke für Dein Bild, dafür kriegst Du eines zurück.[attachment 7458 bibendum_2.jpg]
Und dann frisch ans Schrauberwerk,
"juvenes dum sumus..."
Fazit also: Man braucht nicht ein Handbuch, sondern drei und muß die darin stehenden Vorschriften nach Plausibilität befolgen: Wagen vorne aufbocken / Wagen hinten aufbocken.
Gruss
Klemens
Re: Bremse hinten undicht
Verfasst: Mi 31. Jul 2013, 10:08
von DS20_break
[quote=Langhuber]
"juvenes dum sumus..."
[/quote]
übertreibst du da nicht ein wenig?

Re: Bremse hinten undicht
Verfasst: Mi 31. Jul 2013, 10:12
von Langhuber
Hallo M.,
[quote="M. Ferchaud"]
es sind zwei Schlitz-Senkkopf-Schrauben auf den Trommeln (183s im Bild), die zu lösen sind. Danach kann man die Trommeln, sofern nicht eingelaufen (was bei den alten Modellen eher selten vorkommt) relativ leicht von Hand abziehen.
[/quote]Oha, dann haben sie ja nach den Monstermuttern bei der Entenbremstrommel in die andere Richtung übertrieben. Wenn man sich dann vorstellt, dass da letztlich das Hinterrad dranhängt.
Aber so wie es aussieht kann man die Trommel wirklich leicht abmachen und sich die Bescherung aus der Nähe ansehen.
Du hast zwar explizit dazu nichts geschrieben, aber ich denke, ein Satz neuer Gummidichtungen, die gibt es bei einem der Versender noch NOS, ist nicht zu viel Vorsorgeaufwand.
Das mit dem Ausbau der Bremszylinder ist zwar nicht so schön, weil es dann wieder eine Stelle gibt, die undicht werden kann, aber was muss das muss...
Grüsse
Klemens