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Zündkerzen

Verfasst: So 13. Okt 2013, 23:40
von Langhuber
So, nachdem ich heute SM-mässig nicht auf meine Kosten gekommen bin, dachte ich mir, schau Dir mal Deine Zündkerzen an, vielleicht findest Du da etwas, wo es weh tut.
Und siehe da: Kerze 1 sieht übel aus, die Elektrode ist schwarz verölt, man sieht grade noch einen winzigen Abstand. Kerze 2 sieht aus, wie ich mir "rehbraun" vorstelle.[attachment 7742 kerze1_2.jpg]

Kerze 3 sieht auch "rehbraun" aus, allerdings macht sie rostmässig den Eindruck, als ob sie man an Position 4 gesessen hätte. Und Kerze 4 sieht aus wie rehbrauner Streuselkuchen. :-(
[attachment 7743 kerze3_4.jpg]

Zur Kerze 1 sagt Dieter Korp in seinem Entenbuch: undichte Kolbenringe. Nachdem die anderen Kerzen nicht so verölt sind, kann es schlecht am Vergaser liegen. Oder?
Was sagt denn der Zustand der Elektroden bei Kerze 4 aus?

Bei einer Kerze fehlt der Isolationsgummi unten an der Verlängerung, bei den anderen ist er so rissig, dass er vermulich auch nix mehr bewirkt. Aber so wichtig scheint das ja nicht zu sein.
[attachment 7744 verlaengerung.jpg]

Lohnt es sich, mit den Kerzen noch irgendeine Reinigungsaktion zu veranstalten? Die Isolation um die Mittelelektrode soll man ja nicht mechanisch reinigen um die Oberfläche nicht aufzurauen. Irgendwie macht es auch den Eindruck, als ob die Gewinde ölig sind.
Oder kaufe ich am besten gleich neue?

Dieter Korp schlägt vor, zum Einschrauben der Kerzen etwas Graphit aufs Gewinde zu stäuben. Wie seht Ihr das?

Ich wünsche Euch noch einen schönen Abend
Klemens

Re: Zündkerzen

Verfasst: Mo 14. Okt 2013, 00:50
von DS20_break
[quote=Langhuber]
Lohnt es sich, mit den Kerzen noch irgendeine Reinigungsaktion zu veranstalten?
[/Quote]
tu die Dinger auf den Wertstoffhof, es sei denn sie sind noch orischinol aus den 60ern, dann in ebay anbieten. :-)
ernsthaft: mit dem richtigen Elektrodenabstand würden sie sich in einem gesunden Motor selbständig reinigen, falls sie innerlich noch ok wären.

Re: Zündkerzen

Verfasst: Mo 14. Okt 2013, 10:15
von maldini
Hey Klemens,

Neue Kerzen sind ein Segen!
- drum wechsle sie einfach. Die Verlängerungen würde ich säubern - die isolatoren erneuern.

Pass aber mit den alten Zündkabel auf -
Wie damals bei der Ente ...

:-))


Grüsse karl

Re: Zündkerzen

Verfasst: Mo 14. Okt 2013, 10:21
von anieder
Hallo Klemens,

hast du denn mal wo die Kerzen raus sind die Kompression mal gemessen?

Könnte einen Hinweis auf die Kolbenringe geben. Bei dem Elektrodenabstand würde ich aber bevor ich Panik schiebe erst mal neue Kerzen nehmen und dann noch mal prüfen. Vergiss das mit dem reinigen.

Öl an den Gewinden würde ich tippen kommt von dem der sie reingeschraubt hat.

Dazu scheiden sich die Geister. Öl oder Fett ist auf jeden fall Mist.
Die Lehrbuchmeinung ist gar nix ans Kerzengewinde.
Dann kommen die Praxistipps Kupferpaste, Graphit, etc. Der eine sagt bei Kupfer elektroschemische Reaktion, der andere nur so löst es sich.

Bei Graphit gibt es kaum Gegner. Nur sind heute Bleistifte nicht mehr aus Graphit....

Andreas

Re: Zündkerzen

Verfasst: Mo 14. Okt 2013, 10:24
von M. Ferchaud
Hi Klemens,

statt der Gummitüllen kannst Du auch die Bakelit-Röhrchen drüber schieben, sofern nicht ohnehin irgendwo vorhanden...

Ansonsten würde ich das komplette Wartungsprogramm durchgehen, sofern nicht sowieso bereits geschehen:

- Zündung
- Vergaser
- Ventilspiel

Meiner Meinung nach besonders wichtig sind hier richtiges Ventilspiel und korrekt eingestellter Zündkontakt-Abstand (0,4 mm), das kann Wunder wirken!

Viele Grüße
M.

Re: Zündkerzen

Verfasst: Mo 14. Okt 2013, 11:00
von Thomas Held
[quote="M. Ferchaud"]
Hi Klemens,

statt der Gummitüllen kannst Du auch die Bakelit-Röhrchen drüber schieben, sofern nicht ohnehin irgendwo vorhanden...
[/quote]

Original sind die Bakelit-Roehrchen fuer das Baujahr zwar nicht, aber einfacher und billiger Ersatz

[quote="M. Ferchaud"]
Meiner Meinung nach besonders wichtig sind hier richtiges Ventilspiel und korrekt eingestellter Zündkontakt-Abstand (0,4 mm), das kann Wunder wirken!
[/quote]

Der Kontaktabstand ist in der Tat besonders wichtig. Deshalb wuerde ich auch nicht diesen messen, sondern den resultierenden Schliesswinkel. Das ist wesentlich(!) genauer.
Gruss,

Tom

Re: Zündkerzen

Verfasst: Mo 14. Okt 2013, 11:03
von Thomas Held
Hallo Klemens,

die Kupferdichtungen der Kerzen werden ja beim Einschrauben gequetscht. Am besten dichten daher neue bzw. sollte man eigentlich Kerzen nicht rein- und rausschrauben. Bei den Preisen fuer DS-Zuendkerzen ist deine Frage nach Wiederverwendbarkeit doch wohl eher eine Scherzfrage! ;-)
Gruss,

Tom

Re: Zündkerzen

Verfasst: Mo 14. Okt 2013, 12:30
von Gerhard Trosien
Ich kann nach meinen Erfahrungen nur vor Kupferpaste an Zündkerzengewinden warnen. Die Kerzen sitzen so fest wie angeschweißt. Bei meinem 1. GS (Kupferpaste selbst angebracht; damals war diese Anwendung sogar noch auf der Tube empfohlen) brach die Kerze beim nächsten Versuch, sie rauszudrehen, in 2 Teile. Bei meinem DS (Kupferpaste von der Werkstatt des Vorbesitzers verwendet; Reste davon waren bestens zu erkennen) kostete es 4 von 4 Kerzengewinden im Kopf.

Das Öl an den Gewinden kann von oben kommen, durch die Fuge zw. Kerzenschachtrohr und Kopf.

Re: Zündkerzen

Verfasst: Mo 14. Okt 2013, 13:05
von maldini
.. bei den Kerzen weder Paste, Elaste noch Graphit ..
Der Hinweis von Tom, mit der quetschdichtung, ist meiner Meinung wichtig - bei mir kommen Kerzen immer nur einmal rein - und einmal raus!


Grüsse karl

Re: Zündkerzen

Verfasst: Mo 14. Okt 2013, 14:50
von Langhuber
Tolle Resonanz, dank an Alle!

Das mit der Kompression ist eine gute Idee, das werde ich in dem Zug gleich mitmachen.
Als Graphit würde ich, wenn überhaupt, das Pulver für Schließzylinder nehmen. Von Bleistiftminen wurde immer schon abgeraten, weil da auch Füllstoffe und Bindemittel drin sind.

Was die Kerzenverlängerungen anbetrifft, auf dem linken Foto kann man es schwach erahnen: Das untere Ende ist eine ca 10mm lange Metallhülse mit dem für die Kerze passenden Gewinde. Der Rest ist eine dünnere Stange über die eine Pertinaxhülse geschoben ist. Am oberen Ende dann ein Gewinde, auf dem der Knubbel für den Kerzenstecker angeschraubt ist. Auf dem Foto kann man den Übergang grade erahnen.

Was den Kerzentyp betrifft: Ich vermute eher, dass es die in Stuttgart von Eyquem eher nicht gibt. Kennt jemand einen Äquivalenztyp? Aber wahrscheinlich sind die dann von Bosch im Laden so teuer, dass ich gleich bei DS einen doppelten Satz bestellen kann.

@Tom
ich habe im Forum eine Diskussion bezüglich Schliesswinkelmessgerät zwischen Dir und einem Conradgerätebesitzer gefunden.
https://www.dsclub.de/fhttps://www.dscl ... #msg-31483
Das ist 6 Jahre her. Da hat sich vielleicht auch die Technik weiterentwickelt. Für meine Bedürfnisse muss das kein sehr teures Profigerät sein. Induktiven Abgriff brauche ich nicht, die Zündspule ist ja gut zugänglich und bei direktem Abgriff sieht man, woher das Signal kommt, das man misst.
Weiß da jemand etwas neues?

Klemens