Das Auto ist für mich ein Spaßobjekt, kein philosophisches. Es ist auch primär nicht als Kunstobjekt geschaffen worden, sondern als Geschäftszweck. "Voiture de grande Diffusion" hieß der Auftrag. Dazu gehören dem geplanten Verkaufspreis geschuldete Unzulänglichkeiten in der Technik und den Details.
Das alles mal ganz nüchtern betrachtet.
Dass es ein Design und einiges an Technik bekam, dass seiner Zeit voraus war, ist unbestritten, dass ich es toll finde ist klar, sonst hätte ich ja keine DS.
Ich war nie Markenbezogen, ich ging bei Oldtimern aussschließlich danach, was mir gefällt. Die fliessenden und dynamischen Linien meines 55er Jaguar gefallen mir optisch sogar besser als die der DS, da er 1955 in einer anderen preislichen Liga spielte, macht er auch vom Innenraum her wesentlich mehr her. Ist aber auch nicht das einzige Kriterium, mein Ami6 gefiel mir eben so gut, vom Design her war er m.E. nach sogar gleich revolutionär und skuril. Meine persönliche Präferenz sind seit einiger Zeit in Handarbeit entstandene Autos die ohne Rücksicht auf Kosten gebaut wurden, so mein Aston Martin (dessen Besitz bei manchen sogar zu einer Art Beissreflex führte, soll ich es verschämt verschweigen, ich freue mich über ihn genau so wie über die DS? )
Objekt meiner Begierde ist hier ein Bristol 410 oder 411 nach dem ich auf der Suche bin. "and now to something completely different" wie es bei Monty Phyton hiess.
Vom Grundthema des Threads her, ich verbessere das, was ich für notwendig halte, wenn andere es so orginal wie möglich halten wollen, ist es ihre Sache, die ich nebenbei auch gut nachvollziehen kann.
Das Auto steht im Besitz seines Eigentümers, über die, die es anders haben wollen, die Nase zu rümpfen, ist lächerlich, es geht sie schlicht und einfach nichts an.
Ich kenne diese Typen von Treffen, die "Tirekicker" die mit stolz geblähter Brust um fremde Autos rumlaufen, den Leuten um sie herum mit ihrem unheimlichem Fachwissen auf den Keks gehen und ungefragt "nicht originool, gabs nicht, das war so und so" von sich geben. Es fragt sie zwar nie jemand, aber die Armen können halt offenbar nicht anders. Das meinte ich mit Fetisch und Religion.
Der eine hält es so, der andere so - jeder wie er mag, nicht mehr und nicht weniger.
Wer damit ein Problem hat, kann es gerne für sich behalten
