Fliehkraftregler undicht

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Pit
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Re: Fliehkraftregler undicht

Beitrag von Pit »

Das hatten wir doch schon mal!

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Jint Nijman Verified
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Re: Fliehkraftregler undicht

Beitrag von Jint Nijman Verified »

Pit hat geschrieben: Bei mir kommt das LHM aus der Ablauföffnung.
Du dort wo "fuites" steht? Dann leckt wohl der Schieber, d.h. zwischen 9 und 10.
Pit hat geschrieben: Deine Zeichnung ist wohl von 1960. Damals gabs anscheinend eine schöne Rändelschraube zur Einstellung.
Das war mir noch nicht aufgefallen, aber das stimmt wohl.
Pit hat geschrieben: Für mich ist interessant, dass auf deiner Zeichnung ein Schlauchanschluss eingezeichnet ist. Das hab ich so noch nicht gesehen. Wohin ging dieser Schlauch? Nur nach unten ins Freie?
Du meinst den Schlauchstuetzen, d.h. dort wo "fuites" steht? Ein Schlauch ist erstmal nicht sichtbar.

In folgender, herrlich komplexer, Zeichnung auch nicht, andere Ruecklaufleitungen schon:
[attachment 12871 Changementdevitesse.jpg]
Dateianhänge
Changement de vitesse.jpg
Jint
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Gerhard Trosien
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Re: Fliehkraftregler undicht

Beitrag von Gerhard Trosien »

Wenn es vorn aus dem eigentlichen Fliehkraftreglerteil tropft, ist es das Bauteil "10" in der Zeichnung von Jint, egal, aus welcher Epoche Regler und/oder Zeichnung stammen. Dieses ist eines jener heiklen Teile, die bei voller Beweglichkeit (also ohne Dichtring, der für ein Losbrechmoment sorgt) druckdicht sein muss. Erreicht wird das über einen Spalt zwischen Kolben und Wandung, der so eng ist, dass die Hydraulikölmoleküle durchpassen und für Schmierung sorgen, jedoch nur so wenige, dass es praktisch druckdicht ist. In der Literatur ist hier vom tausendstel-Millimeter die Rede. Eines jener Probleme, die Paul Mages, der Autodidakt, der nie eine Ingenieurschule von innen gesehen hatte, nicht voraussehen konnte. Sonst hätte es das System gar nie gegeben. Es musste eine klimatisierte Reinlufthalle gebaut werden, in der die Teile mit der geforderten Präzision hergestellt werden konnten. Und das ist der Grund, warum Lenkungen, Fliehkraftregler und Kupplungskorrektoren immer seltener werden. Bisher hat sich niemand gefunden, der das reproduzieren kann, was Citroën vor knapp 70 Jahren in Serie fertigen konnte...
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Thomas Held Verified
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Re: Fliehkraftregler undicht

Beitrag von Thomas Held Verified »

[quote="Jint Nijman"]
Oh, wirklich? Das ist ja interessant! Hast du einen Photo von diesen Leitungsverlauf?
[/quote]

Da schliesse ich mich Jint an: Mach mal bitte ein Foto, Pit!

[quote="Jint Nijman"]
Bei meine '68-er DS19 hat der Kupplungszylinder keine Leitung und tropft ab und zu ein wenig.[/quote]

Das ist aber auch nicht original, Jint! Ich meine, die fehlende Leitung nach unten, nicht das Tropfen. :-)
Gruss

Tom
Gruß

Tom
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Thomas Held Verified
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Re: Fliehkraftregler undicht

Beitrag von Thomas Held Verified »

Pit hat geschrieben: Deine Zeichnung ist wohl von 1960. Damals gabs anscheinend eine schöne Rändelschraube zur Einstellung.


Die kannte ich auch noch nicht - oder hat es die so nie in die Serie geschafft?
Pit hat geschrieben: Für mich ist interessant, dass auf deiner Zeichnung ein Schlauchanschluss eingezeichnet ist. Das hab ich so noch nicht gesehen.
Ich kenne auch nur das offene Loch ohne Stutzen.
Gruss

Tom
Gruß

Tom
Pit
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Re: Fliehkraftregler undicht

Beitrag von Pit »

Foto mach ich. Da sieht man aber nur ein T-Stück.

Hallo Gerhard,
das meinte ich damit, dass man da eigentlich nichts reparieren kann. Citrotech behauptet ja inzwischen, dass er die Passungen hinkriegt. Woher Falk Lehmann seinen Fliehkraftregler mit neuem Kolben herkriegt, weiß ich nicht.
Grüße,
pit
Jint Nijman Verified
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Re: Fliehkraftregler undicht

Beitrag von Jint Nijman Verified »

Gerhard Trosien hat geschrieben: Wenn es vorn aus dem eigentlichen Fliehkraftreglerteil tropft, ist es das Bauteil "10" ...
Es ist nicht das Bauteil 10, sondern die Passung der Bauteile 9 und 10, oder der Spalt zwischen diese Bauteile.
Gerhard Trosien hat geschrieben: ... in der Zeichnung von Jint, ...
Nur fuer die gute Ordnung: Die Zeichung ist von Citroën, nicht von mir.
Gerhard Trosien hat geschrieben: ...egal, aus welcher Epoche Regler und/oder Zeichnung stammen. Dieses ist eines jener heiklen Teile, die bei voller Beweglichkeit (also ohne Dichtring, der für ein Losbrechmoment sorgt)...
Losbrechkraft, nicht Losbrechmoment. Der Schieber rotiert nicht er bewegt sich vor- und rueckwaerts.
Gerhard Trosien hat geschrieben: ... druckdicht sein muss. Erreicht wird das über einen Spalt zwischen Kolben und Wandung, der so eng ist, dass die Hydraulikölmoleküle durchpassen und für Schmierung sorgen, jedoch nur so wenige, dass es praktisch druckdicht ist. In der Literatur ist hier vom tausendstel-Millimeter die Rede.
Das stimmt, in Prinzip jedenfalls.

Der Spalt zwischen Kolben und Zylinder ist ca. 1/1000 mm = 1 micrometer = 10^-6 m. Die Groesse eine Oelmolekuls ist in der Groessenordnung von 10^-9 m, also 1000 mal kleiner. Der phyiskalische Begruendung fuer die Tatsache das eine solche Passung auch unter hoher Druck nicht oder kaum leckt muss also wohl eine andere sein.
Gerhard Trosien hat geschrieben: Eines jener Probleme, die Paul Mages, der Autodidakt, der nie eine Ingenieurschule von innen gesehen hatte, nicht voraussehen konnte. Sonst hätte es das System gar nie gegeben. Es musste eine klimatisierte Reinlufthalle gebaut werden, in der die Teile mit der geforderten Präzision hergestellt werden konnten.
Wie koennen Sie so etwas schreiben?
Waren Sie bei der Entwicklung dabei?
Haben Sie mit jemandem gesprochen der direkt dabei war?

Man muss etwas ja nun wirklich nicht in eine Schule/Uni studiert haben um Experte auf dem Gebiet zu werden.

Paul Mages hat spaetestens 1942 angefangen Hydraulikteile zu entwickeln, und ganz alleine hat das wahrscheinlich nicht gemacht.
Ende der vierziger Jahre fuhren die erste Autos mit Prototype Versionen einer Hydraulische Federung.
Ab 1954 konnte man den Traction 15/6H mit der zukuenftige Hinterachse vom DS19 kaufen.
Pierre Boulanger (der "Chef" bei Citroën), hat Paul Mages persönlich ermutigt.

Und dabei (ueber 10 Jahre Entwicklungszeit!) sollen sich Citroën als Hersteller und Paul Mages als "Vater" der ganz Hydraulik nie Gedanken ueber die benoetigte Präzision der Teile und die Herstellung dieser Teile gemacht haben?

Dazu kommt noch das die benötigte Passgenauigkeit unter anderem dadurch erreicht wurde das man die Teile (Kolben und Zylinder) nachdem sie gefertigt waren nachgemessen hat, in Gruppen/Klassen mit bestimmte Abmassungen aufgeteilt hat und die passende Teile dann zusammen gesetzt hat. Dadurch konnte die eigentliche Fertigungstoleranz deutlich geringer sein.
Gerhard Trosien hat geschrieben: Und das ist der Grund, warum Lenkungen, Fliehkraftregler und Kupplungskorrektoren immer seltener werden. Bisher hat sich niemand gefunden, der das reproduzieren kann, was Citroën vor knapp 70 Jahren in Serie fertigen konnte...
Das stimmt so auch nicht, u.a. Citrotech stellt brauchbare Nachfertigung her.
Jint
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Pit
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Re: Fliehkraftregler undicht

Beitrag von Pit »

Versprochen ist versprochen:
anieder Verified
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Re: Fliehkraftregler undicht

Beitrag von anieder Verified »

In La Ferte Vidame hat mir ein Mitarbeiter von Citroën Heritage erzählt , dass sie planen auch solche Hydraulische Komponenten nachzufertigen.

Ob’s stimmt? On verra.

Gruß

Andreas
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Thomas Held Verified
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Re: Fliehkraftregler undicht

Beitrag von Thomas Held Verified »

Danke für das Foto, Pit!
Aus der Art der verwendenten Teile kann mal wohl eindeutig schließen, dass das nicht original ist - aber interessant! Fehlt noch die Einbindung des Lenkkopfs und natürlich jetzt deines Fliehkraftreglers. :-)
Gruß

Tom
Gruß

Tom
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