Vergaserfrage Weber 24/30 DCLC
Re: Vergaserfrage Weber 24/30 DCLC
Vielen Dank Volker für Deine einleuchtenden Ausführungen!
Was mich irritiert ist dass die Einstellung der Leerlaufgemischschraube wenig bis überhaupt keinen Einfluß auf den Motorlauf hat.
viele Grüße
Mike
Was mich irritiert ist dass die Einstellung der Leerlaufgemischschraube wenig bis überhaupt keinen Einfluß auf den Motorlauf hat.
viele Grüße
Mike
Re: Vergaserfrage Weber 24/30 DCLC
Hallo Volker,
Du schreibst, dass beide Stufen des Vergasers die kleinen Bohrungen aufweisen (kann ich jetzt nicht nachschauen, Vergaser ist wieder auf dem Motor und meine Werkstatt ist 3/4 Stunde Fahrzeit entfernt). Das hiesse dann aber auch, dass eben beide Stufen ein Leerlaufsystem hätten. Welchen Sinn ergäbe es dann, ein Leerlaufsystem ausser Betrieb zu halten, indem die Klappe der ersten Stufe geschlossen bleibt? Wenn ich, unter dieser Voraussetzung, die Leerlaufdrehzahl (korrekte Einstellung der Gemischschraube vorausgesetzt) nur durch Einstellung der Stufe 2 erreiche, muss ich diese Klappe weiter öffnen, als wenn ich auch das andere Leerlaufsystem aktiviere, und dann lande ich, durch die stärkere Öffnung der zweiten Stufe, eher im Bereich der Versorgung durch die Hauptdüse.
Ich denke, umgekehrt wird ein Schuh draus: Dadurch, dass beide Klappen eben nur soweit geöffnet sind, dass die Bohrungen gerade freigegeben werden, wird verhindert, dass man eine Klappe zu weit aufdrehen muss.
Ich bin kein grosser Vergaserexperte, deswegen lasse ich bei solchen Arbeiten auch gerne die Profis ran, die eben diese Einstellung des Anschlages der ersten Stufe vorgenommen haben. Ich habe jetzt einfach nur mir logisch erscheinende Schlussfolgerungen aus denem posting gezogen.
Mit "richtig eingestellt" meinte ich übrigens lediglich, dass die korrekte Leerlaufdrehzahl erreicht war.
Viele Grüsse
Robert
Du schreibst, dass beide Stufen des Vergasers die kleinen Bohrungen aufweisen (kann ich jetzt nicht nachschauen, Vergaser ist wieder auf dem Motor und meine Werkstatt ist 3/4 Stunde Fahrzeit entfernt). Das hiesse dann aber auch, dass eben beide Stufen ein Leerlaufsystem hätten. Welchen Sinn ergäbe es dann, ein Leerlaufsystem ausser Betrieb zu halten, indem die Klappe der ersten Stufe geschlossen bleibt? Wenn ich, unter dieser Voraussetzung, die Leerlaufdrehzahl (korrekte Einstellung der Gemischschraube vorausgesetzt) nur durch Einstellung der Stufe 2 erreiche, muss ich diese Klappe weiter öffnen, als wenn ich auch das andere Leerlaufsystem aktiviere, und dann lande ich, durch die stärkere Öffnung der zweiten Stufe, eher im Bereich der Versorgung durch die Hauptdüse.
Ich denke, umgekehrt wird ein Schuh draus: Dadurch, dass beide Klappen eben nur soweit geöffnet sind, dass die Bohrungen gerade freigegeben werden, wird verhindert, dass man eine Klappe zu weit aufdrehen muss.
Ich bin kein grosser Vergaserexperte, deswegen lasse ich bei solchen Arbeiten auch gerne die Profis ran, die eben diese Einstellung des Anschlages der ersten Stufe vorgenommen haben. Ich habe jetzt einfach nur mir logisch erscheinende Schlussfolgerungen aus denem posting gezogen.
Mit "richtig eingestellt" meinte ich übrigens lediglich, dass die korrekte Leerlaufdrehzahl erreicht war.
Viele Grüsse
Robert
'59 DS 19/'66 ID 19/'68 DS 21 Pallas/'71 SM /'71 SM in Arbeit/'84 Renault R4F6 in Arbeit/'96 Saab 900 CV/'98 BMW 1100 GS
Re: Vergaserfrage Weber 24/30 DCLC
Salut Mike,
in einer Note technique (651, vom Dez. '56) findet sich was zu einer Änderung am Vergaser:
http://bk23.free.fr/Notes_Techniques/nt_651_171256.pdf
Wenn ich das richtig verstehe, gibt/gab es da eine Umstellung Sommer/Winter am Vergaser (?).
Vielleicht paßt was nicht?
Viele Grüße,
Michael
in einer Note technique (651, vom Dez. '56) findet sich was zu einer Änderung am Vergaser:
http://bk23.free.fr/Notes_Techniques/nt_651_171256.pdf
Wenn ich das richtig verstehe, gibt/gab es da eine Umstellung Sommer/Winter am Vergaser (?).
Vielleicht paßt was nicht?
Viele Grüße,
Michael
Re: Vergaserfrage Weber 24/30 DCLC
Da steht, dass die Sommer/Winter-Einstellung, die es bei ganz frühen Modellen anscheinend gegeben hat, nun entfallen sei.
'59 DS 19/'66 ID 19/'68 DS 21 Pallas/'71 SM /'71 SM in Arbeit/'84 Renault R4F6 in Arbeit/'96 Saab 900 CV/'98 BMW 1100 GS
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symphatique
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Re: Vergaserfrage Weber 24/30 DCLC
Wenn die Leerlaufgemischschraube fast keinen Einfluss hat, ist/ sind entweder die beschriebenen Bypassbohrungen verstopft und es kann dadurch kein Sprit in die Ansaugkanäle und / oder die Drosselklappen sind schon zu weit durch verstellte Anschlagschrauben geöffnet. Das erklärt den überfetteten Lauf, s.o..
Sofern der Vergaser noch nicht wieder am Motor ist, kannst Du die beiden Messingschrauben seitlich ausschrauben, Licht in den Ansaugkanal bringen und die Drosselklappe leicht drehen. Dann müsstest Du durch die (sauberen) Löcher deren Freigabe durch die Drosselklappen beobachten können.
Ich meine, daß die Freigabe des unteren Loches in jedem Fall in Klappenruhestellung gewährleistet sein muss ( ich weiss leider nicht mehr, ob ich diese Kontrolle im D-Modell-WHB oder dem eines anderen Vergaserautos gelesen habe). die beiden anderen (höheren) Bohrungen stellen den Übergangsbereich im Fahrbetrieb bereit, bevor der Luftstrom im Ansaugrohr so kräftig ist, daß durch die Luftdüsen der Sprit aus den Hauptdüsen in´s Ansaugrohr gedrückt / gerissen wird.
Beim Fahren macht sich eine verdreckte Leerlaufregelung durch schlechtes Ansprechverhalten bei wenig getretenem Gaspedal in niedrigen Drehzahlen bemerkbar, man gibt dann unbewusst mehr Gas, um dieses Verhalten zu überbrücken.
Sofern der Vergaser noch nicht wieder am Motor ist, kannst Du die beiden Messingschrauben seitlich ausschrauben, Licht in den Ansaugkanal bringen und die Drosselklappe leicht drehen. Dann müsstest Du durch die (sauberen) Löcher deren Freigabe durch die Drosselklappen beobachten können.
Ich meine, daß die Freigabe des unteren Loches in jedem Fall in Klappenruhestellung gewährleistet sein muss ( ich weiss leider nicht mehr, ob ich diese Kontrolle im D-Modell-WHB oder dem eines anderen Vergaserautos gelesen habe). die beiden anderen (höheren) Bohrungen stellen den Übergangsbereich im Fahrbetrieb bereit, bevor der Luftstrom im Ansaugrohr so kräftig ist, daß durch die Luftdüsen der Sprit aus den Hauptdüsen in´s Ansaugrohr gedrückt / gerissen wird.
Beim Fahren macht sich eine verdreckte Leerlaufregelung durch schlechtes Ansprechverhalten bei wenig getretenem Gaspedal in niedrigen Drehzahlen bemerkbar, man gibt dann unbewusst mehr Gas, um dieses Verhalten zu überbrücken.
"Das is´nich´kaputt! Das kann man reparieren!"
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symphatique
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Re: Vergaserfrage Weber 24/30 DCLC
Robert,
alle WEBER-Zweisufen-Vergaser der D-Modelle haben zwei Leerlaufsysteme, jeweils eins an jedem Ansaugkanal. Deshalb auch zwei Leerlaufdüsen.
Zur Einstellung reicht jedoch die spitze federgesicherte Schraube nur eines Ganges in Verbindung mit der Anschlageinstellung der Drosselklappe in der zweiten Sufe.
Auch wenn der Leerlaufweg der ersten Sufe nicht einstellbar ist, muss die untere Bypassbohrung der drei seitlichen Bohrungen auf jeden Fall durch die Drosselklappenkante freigegeben sein. Damit das gewährleistet ist, gibt´s die Maßgabe, nicht an der werksmäßig eingestellten Anschlagschraube der ersten Stufe zu drehen. Die tatsächliche Klappenöffnung ist minimal!
Dreht man den Anschlag raus, verschliesst die Klappe die Bohrung und arbeitet sich in´s Gehäuse.
Dreht man den Anschlag rein, öffnet man bereits die zweite/ dritte Bypassbohrung, dadurch lässt sich der Leerlauf schon nicht mehr einstellen. Die Drehzahlerhöhung erhöht die "Menge" der angesaugten Luft und zieht dadurch Sprit aus der Hauptdüse. Das muss vermieden werden, deshalb gibt´s die separate Leerlaufregelung.
Ich glaube Dir, daß Deine Madame mit der abgebildeten Vergasereinstellung lief, so vorgesehen ist es allerdings nicht.
MfG
Volker
alle WEBER-Zweisufen-Vergaser der D-Modelle haben zwei Leerlaufsysteme, jeweils eins an jedem Ansaugkanal. Deshalb auch zwei Leerlaufdüsen.
Zur Einstellung reicht jedoch die spitze federgesicherte Schraube nur eines Ganges in Verbindung mit der Anschlageinstellung der Drosselklappe in der zweiten Sufe.
Auch wenn der Leerlaufweg der ersten Sufe nicht einstellbar ist, muss die untere Bypassbohrung der drei seitlichen Bohrungen auf jeden Fall durch die Drosselklappenkante freigegeben sein. Damit das gewährleistet ist, gibt´s die Maßgabe, nicht an der werksmäßig eingestellten Anschlagschraube der ersten Stufe zu drehen. Die tatsächliche Klappenöffnung ist minimal!
Dreht man den Anschlag raus, verschliesst die Klappe die Bohrung und arbeitet sich in´s Gehäuse.
Dreht man den Anschlag rein, öffnet man bereits die zweite/ dritte Bypassbohrung, dadurch lässt sich der Leerlauf schon nicht mehr einstellen. Die Drehzahlerhöhung erhöht die "Menge" der angesaugten Luft und zieht dadurch Sprit aus der Hauptdüse. Das muss vermieden werden, deshalb gibt´s die separate Leerlaufregelung.
Ich glaube Dir, daß Deine Madame mit der abgebildeten Vergasereinstellung lief, so vorgesehen ist es allerdings nicht.
MfG
Volker
"Das is´nich´kaputt! Das kann man reparieren!"
Re: Vergaserfrage Weber 24/30 DCLC
hallo Volker,
Ich hatte die letzten Tage Gelegenheit etwas zu experimentieren und konnte Deine Ausführungen bestätigt sehen.
Die Grundeinstellung der ersten Stufe muß tatsächlich so sein dass sie möglichst weit geschlossen ist.
Kurz vor Klemmen.
Wenn sie weiter aufsteht ändert sich das Verhalten nicht wie gewünscht auf die Einstellung der Leerlaufgemischschraube.
viele Grüße
Mike
Ich hatte die letzten Tage Gelegenheit etwas zu experimentieren und konnte Deine Ausführungen bestätigt sehen.
Die Grundeinstellung der ersten Stufe muß tatsächlich so sein dass sie möglichst weit geschlossen ist.
Kurz vor Klemmen.
Wenn sie weiter aufsteht ändert sich das Verhalten nicht wie gewünscht auf die Einstellung der Leerlaufgemischschraube.
viele Grüße
Mike
- Thomas Held Verified
- Beiträge: 5067
- Registriert: Do 22. Jul 2004, 12:11
Re: Vergaserfrage Weber 24/30 DCLC
Hallo Mike,
korrespondiert das denn auch mit der noch offenen ersten Bohrung?
Gruss,
Tom
korrespondiert das denn auch mit der noch offenen ersten Bohrung?
Gruss,
Tom
Gruß
Tom
Tom
Re: Vergaserfrage Weber 24/30 DCLC
Hallo Tom,
Um das noch mal zu präzisieren.
Ich kann an diesem Vergaser nur je Stufe eine Bohrung in der Seitenwand sehen. Diese führt zur Leerlaufdüse der jeweiligen Stufe.
Ausserdem ist in der Zweiten Stufe noch die Leerlaufgemischschraube die ihren Sprit auch über die Leerlaufdüse der zweiten Stufe bekommt.
Die Klappe der ersten Stufe ist zu und verschließt den Kanal der von der Leerlaufdüse kommt.
Die Klappe der zweiten Stufe ist leicht geöffnet und kriegt dadurch Sprit aus der Leerlaufdüse der zweiten Stufe und über die Gemischschraube.
In dieser Konfiguration reagiert der Vergaser auf die Gemischschraube.
Ich habe gestern einen NOS-Vergaser erworben, wenn der hier ist kann ich sagen wie die Werkseinstellung war.
Viele Grüße
Mike
Um das noch mal zu präzisieren.
Ich kann an diesem Vergaser nur je Stufe eine Bohrung in der Seitenwand sehen. Diese führt zur Leerlaufdüse der jeweiligen Stufe.
Ausserdem ist in der Zweiten Stufe noch die Leerlaufgemischschraube die ihren Sprit auch über die Leerlaufdüse der zweiten Stufe bekommt.
Die Klappe der ersten Stufe ist zu und verschließt den Kanal der von der Leerlaufdüse kommt.
Die Klappe der zweiten Stufe ist leicht geöffnet und kriegt dadurch Sprit aus der Leerlaufdüse der zweiten Stufe und über die Gemischschraube.
In dieser Konfiguration reagiert der Vergaser auf die Gemischschraube.
Ich habe gestern einen NOS-Vergaser erworben, wenn der hier ist kann ich sagen wie die Werkseinstellung war.
Viele Grüße
Mike
Re: Vergaserfrage Weber 24/30 DCLC
Ich habe heute den vorgeblichen NOS-Vergaser bekommen.
Leider war er doch schon mal montiert, wenn auch wohl nur kurz.
Hier ist es so dass die erste Stufe leicht geöffnet ist.
[attachment 13412 verg_012.JPG]
Das ist leider unter den Umständen kein letztlicher Beweis.
viele Grüße
Mike
Leider war er doch schon mal montiert, wenn auch wohl nur kurz.
Hier ist es so dass die erste Stufe leicht geöffnet ist.
[attachment 13412 verg_012.JPG]
Das ist leider unter den Umständen kein letztlicher Beweis.
viele Grüße
Mike