ID19 Leitung Druckpumpe zum Druckregler undicht

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Jürgen Verified
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Registriert: Fr 24. Jan 2003, 18:29
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Re: ID19 Leitung Druckpumpe zum Druckregler undicht

Beitrag von Jürgen Verified »

Hallo,

die gabs bis zum Schluss in den ID ohne Servolenkung.
Selbst die CX ohne Servo hatten noch die 1-Stempelpumpe.
Gruß Jürgen
Medi
Beiträge: 564
Registriert: Mi 18. Mai 2005, 16:24

Re: ID19 Leitung Druckpumpe zum Druckregler undicht

Beitrag von Medi »

Folgender längerer Text eher nur etwas für Freaks ;-)

@ NOS-Leitung
Nicht wie sie sein soll, im Film ‚Human, Trop Human‘ sieht man schön mit welcher Geschwindigkeit und Eintönigkeit die Leitungen gebördelt wurden, da kann so was schon mal passieren.

@Überwurf-Mutter
Ist eine Schraube ;-)

@Dichtungen
Folgender Rat zum Einbau/Test/Experiment:
Die Leitung (wie sie original aussehen soll, mit Absatz im Durchmesser am vorderen Ende!) mal ohne Gummi einbauen und die Schraube von Hand ganz leicht fest festziehen. Jetzt den Überstand der Schraube messen. Den Überstand der Schraube dann mit eingebautem Gummi vergleichen.
Ich habe bei diversen Nachbaugummis unterschiedliche Längen und Durchmesser beobachtet. IMHO sind einzelne Dimensionen nicht zwingend wichtig, wichtig ist das gesamte Volumen der Dichtung. Ist die Schraube ‚festgezogen‘ muss die Dichtung den Raum auffüllen. Führt man eine originale NOS-Leitung (besonders bei der 6,35er) in ein Stahlteil ein, begrenzt der Absatz an der Leitung die Eindringtiefe. Bei kleinem Anzugsmoment muss das Volumen der Dichtung gut passen. Ev. kennt Ihr das Bild von zu tief eingepressten CuNiFer-Leitungen, wo sich an der Leitung regelrecht ein scharfer Grat bildet.

@ Dichtungen 2
Gerade bei Pumpe und Druckregler besonders wichtig: NIE die Dichtung zuerst einsetzen. Die Gefahr Gummispäne/Brösel ins System zu bringen ist recht groß. Ein verstopfter Kanal im Druckregler kann zum seltenen aber evidenten Platzen der Speicherkugel (das schwächste Teil im gesamten System) führen, im späteren Leitungsverlauf können Gummiteile Leitungen die mit einem Kalibrierdraht versehen sind (z.B. Rücklauf des vorderen Höhenkorrektors, Bremsleitungen, etc.) verstopfen, hab‘ ich schon mehrfach gesehen!

@ Dichtungen 3
Beobachtung: Die Gewinde für die Leitungsverschraubungen sind mitunter unterschiedlich tief in die Bohrung geschnitten. Wie man an gebrauchten Dichtungen sehen kann, drückt sich das Material mit zeitlicher Verzögerung, Einflüssen wie Temperatur, Gummihärte, sich änderndem DVR, etc. entsprechend in die Gewindegänge. D.h. die Dichtungen werden bei tiefer geschnittenem Gewinde in deren Höhe stärker zusammen gedrückt, die Leitung muss tiefer eindringen, muss am Absatz somit verformt werden, das Anzugsmoment ‚geht‘ in die Leitungsverformung und nicht in die Gummiverformung.

@ Dichtungen 4
Ich schneide mir die Dichtungen selber aus Viton-Schlauch-Meterware. Die dem Original nicht ganz entsprechenden Durchmesser gleiche ich über die Länge aus. In Summe blieben viele hunderte solcher selbst angefertigten Dichtungen bislang OB.

@Nachziehen
Dafür kommen meist immer dieselben Bauteile in Frage.
Meine 2 Erklärungen:
a) Vibration an der Leitung (Fahrzeugschwingung sowie Schwingung durch Druckwechsel)
b) DVR der Dichtung. An Pumpe und Druckregler gibt es ständig wechselnd die stärksten Druckänderungen die die Dichtungen ordentlich fordern. Eine ähnliche Beobachtung habe ich auch bei EPDM-Ringen in Dichtungsplaketten an der Lenkung beobachtet, das schiebe ich ebenfalls dem DVR auf Grund häufiger Belastungs-/Druckwechsel zu.

@ Leitungsmaterial
Neben Stahl und CuNiFer verwende ich auch NiRo-Rohre.
Beim CuNiFer gibt es starke Unterschiede. Ich habe noch Restbestände ca. 20 Jahre alter Leitungen die ich damals bei Pleiades (UK) bezogen habe. Die Dinger ließen sich prima bördeln und biegen und lagen optisch nahe am Kupfer. Im Winter/Salz-Betrieb wurden die Leitungen grün wie ein Kirchendach. Die polnischen CuNiFers lassen sich bei weitem nicht so schön bördeln. Speziell die 6,35er knickt manchmal nach innen weg. Die meisten Hersteller geben ein TÜV-Zertifikat mit, für deutsche HUs manchmal ganz praktisch. Vorsicht bei US-Leitungen, auf den Berstdruck achten!
Ebenfalls im oben zitierten Film zu sehen, das händische Biegen der Leitungen auf entsprechenden Biege-Böcken. Ist mit einer 4,5er NiRo-Leitung schon recht mühsam, mit einer 6,35 die Hölle. Die mittlerweile bei ‚unseren‘ Händlern erhältliche ‚Hauptdruckleitung‘ (NiRo) wird deshalb in der Regel automatisiert CNC-gebogen.

@ Leitungsmaterial 2
Zwei Herausforderungen: Bei der Ein-Stempel-Pumpe sind die Druckschwankungen im Vergleich zur Mehr-Kolbenpumpe besonders groß und der Stahldruckregler erzeugt im Vergleich zum Alu-Bruder beim Abschalten ganz ordentliche Spitzen die zur Schwingung anregen.
Citroën hatte selbst mit den Stahlleitungen bei späteren Modellen (XB und Y3) mächtig Probleme.
In Verbindung mit der DIRASS (Lenkung mit externem Kolben), d.h. mit Mengenteiler ab XB, musste eine Schleife mit einer Gummi-Schlauchleitung eingebaut werden, die Stahlleitung hielten nicht Stand, es gab zudem störende Schwingungen in Komponenten wie dem Mengenteiler. Beim Y3 musste die Fördermenge der Pumpe (mit geänderter Riemenscheibe, also über die Drehzahl) geändert werden und zudem die Hauptdruckleitung an zusätzlichen Punkten befestigt werden. Hier sind bei den ersten ausgelieferten Fahrzeugen regelmäßig Stahl-Hauptdruckleitungen gebrochen. Verwendet man nun ein anderes Material, kommt es zu einem geänderten Schwingungsverhalten, in der Regel muss einfach noch besser (also zusätzlich) befestigt werden. Dann gibt es meiner Erfahrung nach auch mit CuNiFer keine Probleme. Der Berstdruck der Leitung (siehe TÜV-Zertifikat) ist nämlich nicht das Thema.
Die kurze Stahl-Leitung in der ID funktioniert recht gut in Stahl, in CuNiFer ist das etwas knapp. Beim SM wurde die kurze Stahlleitung in eine Schlaufe verlegt, das ist wie man aus dem einen oder anderen Ermüdungsbruch weiß auch schon recht knapp. In CuNiFer geht das gar nicht. Mittlerweile wird auch hier die NiRo-Leitung verbaut. Über lange Zeit war hier eine Schlauchverbindung sehr beliebt. Ich weiß dass hier im Club recht viele Leute auch eine Schlauchleitung in D-Modellen verbaut haben. Wie man von X1 und Y3 sowohl von den Hydractiv-Leitungen zu den Federkugeln als auch der oben beschriebenen ‚Schlaufe‘ der Druckleitung beim Mengenteiler her weiß, haben solche Schlauch-Lösungen speziell im Motorraum schon alleine auf Grund der thermischen Belastung leider eine begrenzte Haltbarkeit. Ansonsten wäre ein Schlauch definitiv die beste Lösung! Die Druckspitzen sind hierbei signifikant geringer. Messbar entweder mit dem Manometer, am elegantesten mit elektronischem Ausgang, oder einem Klemmgeber wie man ihn zur Einstellung bei Diesel Reihen- oder Verteiler-ESP verwendet, da muss man nicht mal die Leitung öffnen und verändert/beeinflusst somit auch den Aufbau nur äußerst gering.
NiRo-Meter-Material kann man z.B. bei Ronald und Ruud beziehen, zum Bördeln braucht man hier aber gutes Werkzeug. Mein Bördelgerät basiert auf dem alten 270er von S&P, damit geht das recht gut.

@ CuNiFer in Bewegung (Motor-Chasis, etc.)
Bei sauberer Schlaufen-Führung IMHO kein Problem. Habe die Verbindung zum Chassis bei der DS sowie die Bremsleitungen an den Schwingarmen bei XB, CX, … schon sehr oft in CuNiFer ausgeführt. Gut befestigt (über Gummi-Beilagen bei den Schellen) und ev. 1-2 Windungen mehr, hatte ich damit bislang noch keine Probleme.

L.G.
Dietmar
Mme Balland
Beiträge: 61
Registriert: So 10. Jun 2012, 20:15

Re: ID19 Leitung Druckpumpe zum Druckregler undicht

Beitrag von Mme Balland »

Salut,

hier nach langer Zeit ein Update:

die Göttin schwebt seit 2 Tagen wieder :-))))

ich hab mich den ganzen Winter nicht mehr um das Leitungsproblem gekümmert, aber am Mittwoch mit meinem Freund die Sache in Angriff genommen.
Wir bauten die Einstempelpumpe aus und stellten dann fest, dass ich das Gewinde leicht "vermurkst" haben muss.

Also alles eingeladen und nach Bonn-Mehlem zu Oldtimer-Technik-Bonn gefahren. Dort wird u.a. regelmäßig an D-Modellen, CX und SM gearbeitet.
Für einen Kaffeekassen-Obulus wurden beide Gewinde nachgeschnitten und es gab ein paar gute Tipps.

Da sich die Leitung ja nicht absolut spannungsfrei montieren ließ, war des Rätsels Lösung die gelockerte Druckpumpe.
Erst als die Druckleitung in beiden Gewinden gut handfest fixiert war, schraubten wir die Pumpe fest um danach die Leitungsgewinde ein klein wenig fester zu ziehen.

Nun ist alles dicht :-)

An dieser Stelle vielen Dank an alle für Rat und an Robert für Rat und Tat *Daumen nach oben*

und gleichzeitig verabschiede ich mich hier bei Euch, denn mein Freund übernimmt die ID !
Bitte fragt mich nicht warum ... :-/
In Kürze will er sich hier bei Euch anmelden/vorstellen.

Gruß
Olly
Gruß
Olly
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https://rheinlandcruiser.blogspot.com/
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